Vorrichtung zum Imprägnieren von Holz. Die Holzimprägnierung wird derzeit ge wöhnlich in Kesseln aus starkem Eisenblech vorgenommen, in welche das Holz entweder seitwärts oder von oben eingebracht wird. Eisen wird jedoch von den zur Anwendung gelangenden Flüssigkeiten, es kommen ins besondere Lösungen von Sublimat, Kupfer vitriol, Chlorzink und andere Metallsalze in Betracht, stark angegriffen, -so d.ass die ganze Anlage, Kessel, Rohrleitungen, Ver schlüsse usw. ständige Reparaturen benötigt.
Bei der Vorrichtung gemäss der Erfindung ist der oben erwähnte Nachteil für den Kes sel vermieden. Es können auch Rohrlei tungen und Verschlüsse, die die Vorrichtung aufweisen kann, derart gebaut sein, dass sie dem Einfluss der Imprägnierung wider stehen.
Der Kessel für die Imprägnierflüssigkeit ist armiert, zum Beispiel aus Eisenbeton verfertigt, oder er besitzt einen Metall mantel, welcher innen ausbetoniert ist.
Eine beispielsweise Ausführungsform der Vorrichtung gemäss der Erfindung ist auf den beiliegenden Zeichnungen dargestellt, und zwar bedeutet: Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch einen Kessel und die übrige Anlage; Fig. 2 stellt einen Schnitt durch die Kes selwandung daT; Fig. 3 und 4 zeigen den Kesseldeckel und den Kesselkranz im Vertikalschnitt und in der Oberansicht; Fig. 5 stellt .einen Vertikalschnitt durch einen Verschluss für die Imprägnierlösungs- leitung dar.
Das zu imprägnierende Holz, z. B. Stan gen oder Schwellen, wird von dem Trans portwagen 1 (Fig. 1) durch eine elektrische Laufkatze 2 angehoben, deren Seil oder Kette mit einem gezahnten Tragring 3 ver sehen ist.
Die so gefasste Stange wird von der Lauf katze emporgehoben und in den Imprägnier kessel eingeführt.
Der Imprägnierkessel- 5 (Fig. 1) ist so ausgebildet, dass er vollkommen hermetisch geschlossen werden kann. Da er während des Betriebes sowohl von aussen, als auch von innen auf Druck beansprucht wird, ist eine spezielle Armierung erforderlich, damit der Kessel den statischen Anforderungen ent- spricht; ferner ist er auch mit einer luft- und wasserdichten Schicht versehen. Ausser der Eisenarmierung im Beton befindet sich in der den Kessel bildenden Betonmasse eine Einlage (Fig. 2), welche den Kessel un durchlässig für Wasser und Luft machen soll.
Diese Einlage besteht aus folgenden Schichten: einem Asphaltanstrich 7, der etwas Teer enthält, einem Jutebelag 8, mit welchem dieser Anstrich beklebt ist, einem weiteren Anstrich 7 auf der Jute und aus einer Einlage von Drahtgeflecht 9 aus Eisen oder einem andern Metall, welche eine Be schädigung der Asphalteinlage verhindern sollen. Die Geflechteinlage wird abermals mit einem Asphaltanstrich 7 versehen, der ebenfalls mit Jute 8 beklebt ist und schliess lich mit einem Asphaltanstrich, welcher mit der äussern Eisenbetonschicht 10 in Verbin dung steht.
Der Kessel besteht daher aus der innern Betonschicht 11, aus der Einlage 6 und atis dem äussern Betonmantel 10, der die eigent liche statische Konstruktion bildet.
Das Kesselinnere ist zum Schutze der Betonwand mit Bohlen 12 (Fig. 2) ausge kleidet, welche an einbetonierten Holzkrän zen 13 (F'ig. 3) mit Holzzapfen befestigt oder untereinander -durch Nut und Feder ver bunden sind. Unter dieser Holzverkleidung ist die Kesselwandung ebenfalls mit einem Asphaltanstrich 14 (Fig. 2) versehen.
Eine Zuleitung 15 für die Imprägnier lösung ist in einen an den eigentlichen Nes selkörper seitwärts anbetonierten Balken gelegt, der sich unter dem Kesselboden zu einer Stützplatte erweitert.
Nachdem der Kessel mit dem zu impräg nierenden Holz, z. B. Stangen oder Eisen bahnschwellen, gefüllt ist, wird der Deckel desselben geschlossen. Der Kesselverschluss (Fig. 3) weist einen ringförmigen Kranz 17 aus Stahlguss, Stahl, Eisen oder einem ähn lichen Metall oder Metallegierung auf, wel cher mittelst Schrauben 18, die in die Wan dungen des Kessels einbetoniert sind, an den obern Rand des Kessels befestigt ist. Eine Einlage 19 aus halbhartem Kautschuk dient zum luftdichten Abschluss.
In den Kranz münden verschiedene Rohrleitungen, die für den Imprägnierbetrieb nötig sind (Fig. 4), und zwar die Wasserleitung 20, die Druck luftleitung 21, die Vakuumleitung 22, ein Stutzen 23 zur Anbringung der Rohrleitun gen für ein Manometer, Vakuummeter und für einen Registrierapparat, der Rohrstutzen 26 für das Wa.sserstandsrohr, die Rohrlei tung 27 am Auslassen des Druckes, entweder direkt ins Freie oder in einen Nebenkessel und schliesslich eine Reserverohrleitung 80.
Sämtliche Rohrleitungen sind derart über sichtlich angeordnet, d.ass die zugehörigen Ventile für je zwei Imprägnierkessel sich nebeneinander befinden, so dass die Bedie nung für je zwei Imprägnierkessel von einer Stelle aus erfolgen kann.
Der Verschlussdeckel 28 wird durch eine Anzahl Schrauben 29 an den Kranz aufge schraubt. Beide Teile, sowohl der Deckel, als auch der Kranz, sind mit einer Schicht aus halbhartem Kautschuk oder aus Asphalt überzogen, wodurch eine Korrosion der Me talle durch die Dämpfe der Imprägnierflüs sigkeit vermieden wird.
Unter dem Deckel befindet sich ein etwa 150 cm hoher Holzrost 32, welcher nach der Füllung des Kessels mit Holz auf dasselbe aufgesetzt wird.
Dieser Holzrost verhindert, dass die zu imprägnierenden Stangen oder dergleichen durch die Imprägnierflüssigkeit bis an den Deckel gehoben werden, so dass es nicht nötig ist, den Kessel bis zum eigentlichen Deckel vollzufüllen, sondern nur bis zum Rost oder teilweise etwas darüber, damit die Stangen enden unter der Einwirkung der Flüssigkeit stehen, der Deckel bleibt dabei vor der Im prägnierflüssigkeit geschützt.
Wenn der Deckel geschlossen ist und die Schrauben angezogen sind, wird der Kessel unter Vakuum gesetzt, wobei die Deckel schrauben nachgezogen werden.
Wenn ein genügendes Vakuum im Kessel erzeugt ist, wird die Luftpumpe abgestellt und die Leitung 15 geöffnet, die den Im- prägnierkessel mit dem Behälter 33 (Fig. 1) für das Imprägniermittel, der zum Beispiel Sublimatlösung enthält, verbindet.
Die Leitung 15 besteht aus armiertem Beton mit Schutzanstrich oder aus Stein zeug oder aus mit Eisenbeton armierrten Eisenröhren und wird durch ein besonders konstruiertes Ventil abgeschlossen.
Der Eisenbetonverschluss 35 (Fig. 5) der Leitung 15 weist ein Gehäuse 36 und einen beweglichen Teil 37 auf, welch letzterer das Absperrorgan bildet. Der ganze Verschluss ist an den Stellen, wo seine Flächen mit der Flüssigkeit in Berührung kommen, even tuell noch mit einem Asphaltanstrich ver sehen. Das Gehäuse enthält die Zuleitung 39 und die Leitung 40, welche zum Kessel führt. In den Ventilsitz wird zwecks voll kommener Abdichtung ein ringförmiges Band 41 aus halbhartem Kautschuk mit abge schrägter Aussenkante einbetoniert.
Der Deckel 43, gegen 'den sich die die Spindel hebende oder senkende Schrauben mutter 44 stützt, ist durch Ankerschrauben 45 an dem Gehäuse befestigt.
An (den Berührungsflächen des Gehäu ses mit dem beweglichen Teil befindet sich eine starke Glaseinlage 46, die durch eine Einlage aus Eisendrahtgeflecht versteift ist; in diesem hohlen Glaszylinder bewegt sich der eigentliche Ventilkörper.
Der untere Teil des Ventilkörpers wird aus einem armierten Betonstück gebildet, das konisch ausgebildet ist, um die Sitzfläche möglichst klein zu gestalten. In diesem Be tonteil sind der untere Teil der 8chrauben- spindel 50 und die Schrauben 49, die die übrigen den Ventilkörper bildenden Teile zusammenhalten, einbetoniert. Auf der obern Seite des Betonstückes befindet sich als Dichtung eine Ledermanschette 51, die über die Kanten und teilweise über den Unifang des Kolbens umgestülpt ist, dann folgt eine Einlage 52 aus Vulkanfiber, welche an dem Glaszylinder 46 anliegt.
Einen weiteren Be standteil bildet ein Zylinder 53 aus Vulkan fiber, der an den beIden Basisflächen mit Manschetten 54 versehen ist und etwa in sei- ner halben Höhe eine Rinne 55 für Glyzerin aufweist, das zum Schmieren der Manschet ten und als Dichtungsmittel dient, wenn in der Leitung Unterdruck herrscht. Die Rinne ist mittelst zweier Kanäle 56, 57 mit der obern Fläche des Kolbens verbunden, von denen der eine zur Zuführung des Glyzerins und der andere als Luftauslass vorgesehen ist. Den letzten Teil bildet ein Zylinder 58 aus Vulkanfiber, der an seiner untern Seite mit einer Ledermanschette 59 versehen ist.
Auf der obern Basisfläche befinden sich die Schraubenenden mit den dazugehörigen Mut- tern zum Anziehen von sämtlichen Kolben bestandteilen. Auf der Spindel befindet sich an dieser Stelle eine Lederdichtung 60, eine Unterlage 61 und eine -die Dichtung an den Kolben andrückende Mutter 62. Eine Gly- zerinschicht 63 bildet den Abschluss des Verschlusses nach oben, wobei das Glyzerin zugleich auch als Schmiermittel für die Rei bungsflächen dient. Zwecks leichterer Hand habung des Ventils sind Kugellager 48 vor- gesehen.
Aus dem Behälter 33 (Fig. 1) fliesst nun die Imprägnierflüssigkeit, z. B. Sublimat- lösung, zu, bis die obern Enden der Stan gen bedeckt sind, was durch denn Wasser standanzeiger<B>26</B> festgestellt werden kann. Die Füllung .des Kessels mitFlüssigkeit geschieht automatisch durch,dieDruokdifferenz zwischen dem Imprägnierkessel und den Behältern.
Sobald der Kessel gefüllt ist, wird derselbe vermittelst Druckluft je nach der Dicke der eingebrachten Holzstücke unter Druck von 3-7 Atm. gesetzt, damit das Holz gehörig durohtränkt wird. Nach Beendigung der Im prägnierung wird die Leitung 27 zum Aus lassen des Druckes geöffnet; der Druck wird teilweise abgelassen und der restliche Druck zum Herausdrücken eines Teils der Flüssig keit in die Sammelbehälter verwendet. So dann werden die Schrauben gelöst, der Deckel abgehoben und der Holzrost herausgenom men.
Es wird so viel @Sublimatlösung zu rückgelassen, @dass die imprägnierten Stangen aufgetrieben und. von den Tragringen der elektrischen Katze 2 ergriffen werden kön- neu, um auf diese Weise aus dem Impräg nierkessel auf die Transportwagen 1 aufge laden zu werden.
Nachdem das Holz aus dem Kessel her ausgezogen wurde, wird derselbe wieder ver schlossen und die darin enthaltene Flüssig keit in die entsprechenden Vorratsbehälter gedrückt.
Der Vorratsbehälter ist am Boden mit einer Rinne 65 (Fig. 1), in der sich Schlamm ansammeln kann, versehen; neben dieser Rinne mündet die Leitung 15 ein. Im Deckel des Behälters sind Ventilationsöffnungen 66 vorgesehen. Über diesem Behälter befinden sich kleinere Mischkessel 68 zum Ansetzen der Imprägnierlösung, die, durch das Rohr stück 67 mit dem Vorratsbehälter in Ver bindung stehen. Ferner mündet in den Sam- melbehälter eine Rohrleitung ein, die in einer perforierten Röhre 69 aus Kautschuk oder Steingut endigt und zum Einpressen von Luft aus dem Druckkessel dient, .damit die Imprägnierlösung durchgemischt werden kann.
Seitwärts sind in den Wandungen des Behälters Wasserstandsanzeiger 70 ange bracht. In der Decke sind verschliessbare Öffnungen 71 angebracht, von wo aus Pro ben der Flüssigkeit gezogen werden können.