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Verfahren zur Desodorisierung von Ölen und Fetten.
Vorrichtungen zur Entfernung der geruchbildenden, mit Wasserdampf flüchtigen Stoffe aus Speisefetten und-ölen, bei welchen das Öl oder Fett durch die durchlochten Scheidewände eines Kolonnenapparates rieselt, während ein Dampfstrom in entgegengesetzter Richtung durch den Apparat geleitet wird, sind bekannt. Ebenso ist es durch die deutsche Patentschrift Nr. 322347 bekannt geworden, für diesen Zweck Behälter mit eingesetzten FÜllkörpern zu verwenden.
Ferner sind derartige, ebenfalls nach dem Gegenstromprinzip arbeitende Vorrichtungen durch die deutsche Patentschrift Nr. 127492 vorgegeschlagen worden, bei welchen sich das in jeder e'nzelnen Stufe jeweils durch eine Heizschlange erwärmte Öl bis zu einem Überlauf ansammelt, durch das Überlaufrohr zum Boden der nächsten Stufe geführt wird und bei welchen der Dampf, durch einen mit einer Überdachung versehenen Rohrstutzen geführt. durch die einzelnen Flüssigkeitssäulen hindurchtritt.
Bei den zuerst erwähnten Vorrichtungen ist es von Nachteil, dass der Dampf durch den ganzen Querschnitt jeder einzelnen Stufe in die nächstfolgende eintritt. Je mehr sich der Dampf nämlich mit flüchtigen Stoffen anreichert, umso schwerer wird er. Infolgedessen neigt er dazu, zu sinken und dem frischen Dampf in entgegengesetzter Richtung entgegenzuströmen, wodurch sehr bald ein Gleichgewicht8zustand eintritt, so dass die zu entfernenden Bestandteile zurückgehalten werden. Ferner besteht hier die Gefahr, dass sich ein Teil des Dampfes in dem Ö ! als Flüssigkeit niederschlägt und nur schwer wieder abgeschieden werden kann.
Diese Unzulänglichkeiten sucht der Apparat nach der deutschen Patentschrift Nr. 127492 zu vermeiden. Hier ist es aber unvorteilhaft, dass sich 01 und Dampf nicht in feiner Verteilung durchdringen, da das Ausdämpfen wesentlich länger dauert und bedeutend mehr Dampf erfordert, wenn dieser in die Flüssigkeitssäule eingeleitet wird. Bei der verhältnismässig hohen Ölschicht ist es auch sehr schwierig, das in dem Öl niedergeschlagene Wasser wieder auszutreiben, trotzdem hiefür eine besondere Heizschlange vorgesehen ist. Diese kann auch deshalb keine genügende Wirksamkeit nach dieser Richtung hin aus- üben, weil immer wieder frischer Dampf in das Öl eingeleitet wird.
Das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren zur Desodorisierung von Ölen und Fetten benutzt gleichzeitig den Grundgedanken, der bei beiden älteren Apparaten Anwendung gefunden hat, vermeidet aber deren Nachteile.
In der Zeichnung ist die zur Ausübung des Verfahrens erforderliche Vorrichtung veranschaulicht.
Fig. 1 ist ein Schnitt der Vorrichtung im Aufriss ; Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die in jeder Stufe angebrachte Heizschlange.
Der Behälter 1 ist durch die Zwischenböden 2, 3, 4 und 5 in mehrere Stufen unterteilt, welche mit
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besitzen die zentralen Rohrstutzen 6, über welchen die abgeschrägten Dächer 7 freischwebend angebracht sind. Auf den Zwisehe lböden befinden sich ferner die Heizschlangen 8 und die Überläufe 9. Die Heizschlagen 8 sind untereinander verbunden. Der Dampf tritt bei 19 in die Vorrichtung ein und verlässt sie bei 20.
Der direkte Dampf von etwa 120 C wird durch die Dampfverteilungsschlange 10 in den Behälter 1 eingeleitet, gelangt durch die unter den Dächern 7 befindlichen Öffnungen von Stufe zu Stufe und verlässt, mit den Riechstoffen beschwert, die Vorrichtung durch den Stutzen 11.
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dem Zwischenboden , wo das anhaftende Wasser durch die Heizschlange 8 verdampft wird. Sobald die Ölschicht die Überläufe. 9 erreicht, gelangt der Überschuss durch diese in die nächstfolgende Stufe, in welcher sich das gleiche Spiel wiederholt usw. 13 ist eine weitere Heizschlange zur Erwärmung des Öls.
Das fertig behandelte Öl verlässt die Vorrichtung durch das Rohr 14 und gelangt in den Behälter 15, welcher mit einem Schwimmerventil 16 versehen ist, um den Durchtritt des Dampfes zu verhindern. Das
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Wasser zu unterstützen, saugt man in die Vakuumvorrichtung 17 entspannten und überhitzten Wasserdampf ein und entfernt denselben wieder durch die Kondensation.
Entspannter Wasserdampf von beispielsweise 0#2 Atm. besitzt eine Eigentemperatur von etwa 59'8"C. Erhitzt man diesen Dampf z. B. auf 130. C, so erhält er eine hohe Wasseraufnahmefähigkeit und reisst alle Feuchtigkeit, mit welcher er in Berührung kommt, an sich. Diese Eigenschaft wird benutzt, um das Öl auch von den allerletzten Feuchtigkeitsanteilen zu befreien.
Alsdann lässt man das Öl in den ebenfalls unter Luftleere stehenden Kühler 18 fliessen. Sowohl die aus dem Vakuumverdampfer 17 ausströmenden Wasserdämpfe als auch das in dem Kühler 18 be- findliche 01 werden in bekannter Weise in die Atmosphäre übergeführt.
Durch die Querschnittsverringerung, welche durch die Stutzen 6 der Zwischenböden 2-5 erzielt wird, entsteht zwischen den Stufen eine erhöhte Dampfgeschwindigkeit in der gewünschten Richtung, so dass ein Austausch zwischen dem mit flüchtigen Stoffen belasteten und dem frischen Dampf nicht eintritt. Das Öl trifft beim Weiterrieseln in der nächstfolgenden Stufe stets auf frischen Dampf. Infolge der schrägen Überdachung 7 über den Stutzen 6 kann das abwärts geführte Öl nur durch die Überläufe 9, nachdem es durch die Heizschlange 8 erwärmt worden ist, von Stufe zu Stufe gelangen, während der Dampf
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PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Desodorisierung von Ölen und Fetten durch Dämpfen derselben in einem Kolonnenapparat mit e : ngesetzten Füllkörpern, dadurch gekennzeichnet, dass der durch die zentralen Rohrstutzen aufsteigende Dampf ohne Durchstreichung der auf den Zwischenböden befindlichen dünnen Ölschicht durch den Apparat strömt.