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Kehrmaschine mit rotierender Bürste.
Es sind schon wiederholt Kehrmaschinen vorgeschlagen worden, welche den von der Bürste gelieferten Kehricht zu sammeln gestatten, so dass die bisher notwendige Sammelarbeit entfallen kann.
Da die Maschine jedoch Kehricht jeder Art und in jedem Zustand (trocken, halbflüssig, breiig usw.) aufsammeln muss und da überdies die Bürste in bezug auf die Strassenoberfläche einstellbar bleiben muss, ergeben sich bezüglich der Sammelvorrichtung gewisse Schwierigkeiten. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass die Kehrmaschinen motorischen Antrieb zulassen sollen, bei denen die Fahrtgeschwindigkeit relativ hoch ist und überdies starkem Wechsel unterliegt.
Es ist insbesondere vorgeschlagen worden, die Förderung des Kehrichts in den ober der Walze liegenden Behälter durch einen rotierenden, in einem Zwischengehäuse eingeschlossenen Flügel zu bewirken, welcher den von der Walze in das Zwischengehäuse geworfenen Kehricht nach oben in den Kehrichtbehälter wirft. Diese Vorrichtung kann jedoch offensichtlich nur trockenen Kehricht durch Werfen fördern und ist überdies an eine gewisse Fahrtgeschwindigkeit gebunden, bei der die dem Flügel mitgeteilte Geschwindigkeit einerseits für die erforderliche Wurfweite gross genug ist und anderseits ein gewisses Ausmass nicht übersteigt.
Die Erfindung hat eine Kehrmaschine zum Gegenstand, welche die sich dem Aufsammeln entgegenstellenden Schwierigkeiten zu bewältigen gestattet. Sie weist ebenfalls eine rotierende Förder- vorrichtung. für den Kehricht auf, welche jedoch in anderer Weise ausgestaltet ist und wirkt, so dass sie den obenerwähnten Bedingungen zu entsprechen gestattet. Das Prinzip der Förderung des Kehrichts durch den Wurf wird verlassen und an seine Stelle das Prinzip gesetzt, den Kehricht in geschlossenen Transportkammern bis in die erwünschte Höhe zu transportieren. Zur Verwirklichung dieses Prinzips wird ein Schaufelrad angeordnet, das einen die gewünschte Hubhöhe übersteigenden Durchmesser aufweist und das eine grössere Zahl von sich eng an dem Zwischengehäuse anschliessenden Schaufeln aufweist.
Die Räume zwischen zwei benachbarten Schaufeln und dem Gehäuse bildet nun eine Anzahl von Transportkammern, in die der Kehricht von der Bürste geworfen wird und die ihn bei der Rotation des Schaufelrades allmählich bis in jene Höhe vorschieben, in der sich die Einwurföffnung des Sammelbehälters befindet. Von dort kann der Kehricht durch seine Schwere in den Sammelbehälter herabgleiten. Diese zwangläufige Förderungsmethode ist wie ersichtlich von der Fahrtgeschwindigkeit in weitem Masse unabhängig, behindert die Einstellung der Bürste nicht und kann für Kehricht jeder Art und Konsistenz in gleicher Weise Verwendung finden. Sie gestattet daher auch motorischen Antrieb des Fahrzeugs mit relativ hoher und stark wechselnder Geschwindigkeit und verhindert Staubentwicklung bei der Förderung in den Behälter im Falle eines trockenen Kehrichts.
In der Zeichnung stellt Fig. 1 eine Seitenansicht, Fig. 2 eine Draufsicht, beide in teilweisem Schnitt, einer nach der Erfindung ausgeführten, motorisch angetriebenen Kehr-und Einsammlungsmaschine dar.
Die in gebräuchlicher Weise ausgeführte zylindrische Bürste 1 liegt quer an der Unterseite des Hauptrahmens 2, der die Wagenräder 3 und 4 trägt. Die Bürstenachse 5 läuft in Lagern 6, welche in am Hauptrahmen befestigten Führungen 7 verschiebbar sind und sich heben und senken lassen, um die Bürste auf Leergang zu stellen oder in Wirksamkeit zu bringen.
Die Bürstenlager 6 sind durch Lenker 8 mit Armen 9 einer Schwingwelle 10 verbunden, die in Lagern 11 am Hauptrahmen ruht und mit einem (nicht gezeichneten) passend angebrachten Hebel in Verbindung steht, der dem Wagenlenker ermöglicht, die Bürste mit Bezug auf die Strassenfläche einzn-
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stellen und mehr oder weniger an sie anzudrücken oder das Abheben der Bürste zu besorgen. Auf diese Weise ist auch eine Einstellung der Bürste bei jeder infolge ihrer Abnützung eintretenden Verminderung ihres Durchmessers ermöglicht.
Dicht vor der in gesenkter Stellung befindlichen Bürste befindet sich eine schräg ansteigende Platte 12, die zu einer Öffnung 13 im unteren Teil eines quer angeordneten zylindrischen Gehäuses 14 emporführt. Die Platte 12 und das Gehäuse 14 haben ungefähr die gleiche Breite wie die Bürste ; der untere Plattenrand liegt unter dem vorderen Teil der Bürste nahe am Boden und von da ab umschliesst die Platte die Bürstenumfläche bis auf entsprechende Höhe, um dann in die Öffnung 13 überzugehen.
Dies hat zur Folge, dass die in der Pfeilrichtung, also entgegengesetzt zu den Wagenrädern sich drehende Bürste den Kehricht über die schräge Platte 12 empor in den unteren Teil des zylindrischen Gehäuses 14 schleudert.
Erwünschtenfalls kann der Zwischenraum zwischen der unteren Plattenkante und der Strassen-
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Das Rad 18 dreht sich in gleicher Richtung wie die Bürste 1, mit der es zusammenwirkt, um den übernommenen Kehricht in den oberen Teil des Gehäuses zu führen, von wo er nach hinten durch eine Öffnung 21 hindurch abgeworfen wird, die sich oberhalb der Bürste befindet und von dieser durch Schutz- wände 31 getrennt ist, die mit jenem Teil des Gehäuses in Verbindung sind, der zwischen den Öffnungen 13 und 21 gelegen ist.
An das Radgehäuse schliesst hinten ein Raum 22 zur Aufnahme des Kehrichts an. Dieser Raum wird von einem die Fortsetzung des Gehäuses 14 bildenden oder dicht an dieses anschliessenden Gehäuse 23 umschlossen. Er ist vollständig geschlossen, so dass der Kehricht nicht herausfallen kann und die Staub- entwicklung auf diesen Raum beschränkt bleibt. Dies wird durch die Wirkung des Schaufelrades 18 unterstützt, das einen die Bürste bestreichenden Luftstrom durch die Öffnung. M in das Gehäuse 14 zu saugen sucht.
Der Raum 22 ist vorteilhaft oben und hinten mit Klapptüren 24 bzw. Z5 versehen, um den angehäuften Kehricht leicht entfernen zu können. In diesen Raum ist am besten ein Behälter 26 zur
Aufnahme des Kehrichts eingesetzt. Dieser Behälter ist um Zapfen 27 kippbar und kann daher ohne
Zeitverlust entleert werden.
Am besten ist es jedoch, in den Raum 22 einen Behälter einzusetzen, der in gefülltem Zustande herausgezogen und nach seiner Entleerung wieder eingeschoben werden kann. In diesem Falle kann der Behälter mit abklappbaren Seiten- und Endwänden versehen sein, die auf den Bodenteil umgeklappt werden, so dass der Behälter, wenn er leer ist, weniger Raum einnimmt.
Der Wagen, welcher zum Abtransport der gefüllten Behälter dient, kann in diesem Falle mit einer
Abteilung zur Aufnahme des zusammengeklappten Behälters versehen sein, in der dieser letztere verbleibt, bis der andere volle Behälter aus der Kehrmaschine in den Wagen übergeschoben wird. Auf diese Weise ist das Auswechseln der Behälter sehr erleichtert.
Die Bürste 1, das Schaufelradgehäuse 14 und der Aufnahmsraum 22 haben am besten eine Breite, die der vollen Liehtweite des Hauptrahmens 2 entspricht und die Wagenräder 3,4 sind innerhalb dieses
Rahmens angeordnet, so dass die Maschine auch die Rinnsale fegen oder bis dicht an den Rand einer
Pflasterung oder eines anderen Hindernisses arbeiten kann.
Die beschriebene Kehrmaschine kann für Handbetrieb, Pferdezug oder motorische Kraft gebaut werden. In den beiden ersteren Fällen können Bürste und Schaufelrad durch Zahnrad-oder Kettenantrieb verbunden sein und ihre Bewegung von den Hinterrädern des Wagens erhalten.
Bei Antrieb durch motorische Kraft können die Hinterräder, die Bürste und das Schaufelrad mit dem Motor in Verbindung gebracht und von diesem einzeln angetrieben werden, während die Vorderräder in gleicher Weise wie bei einem Kraftwagen angeordnet und gesteuert werden, so dass der Führer von einem passend angebrachten Sitz aus die Maschine lenken kann.
Die Verbindungen zwischen dem Motor und den verschiedenen Teilen der Maschine können in geeigneter Weise mittels einer quer eingebauten Antriebswelle 28, die mit dem Motor verbunden ist. bewirkt werden. Die Triebverbindung mit den Hinterrädern 4 kann von beiden Enden dieser Welle 28 erfolgen, u. zw. mittels der Kettentriebe 32, 33, 34.
Das Schaufelrad 18 ist mit der Welle 28 durch ein Triebrad 35 und ein in dieses eingreifendes Zahn- rad 36 sowie durch einen Kettentrieb dz 37, 42 in Verbindung gebracht.
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Schliesslich ist die Bürste 1 mit dem Schaufelrad 18 durch den Kettentrieb 38, 40, 39 verbunden, doch kann sie auch direkt von der Welle 28 angetrieben werden.