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Vorrichtung zum Chiffrieren nnd Dechith'teren von Zeichenreihen.
Die beim Chiffrieren von Texten angewendeten sogenannten Chiffresehlüsseln bestehen dem Wesen nach aus Zeichenreihen, u. zw. Buchstaben-oder Zahlenreihen. Bekanntlich ist der mit solchen Schlüsseln chiffrierte Text ohne Kenntnis des Schlüssels selbst bloss mit Hilfe von mathematischen Variationen
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wiederholen.
Gegenstand der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Texten beliebiger Länge mittels eines Chiffreschlüssels ohne jede periodische Wiederholung.
Es sind bereits aus Tastenhebeln bestehende Vorrichtungen bekannt, welche an irgendeiner Schreibmaschine angebracht werden können und diese z. B. durch Übersetzungshebel in Tätigkeit setzen.
Auch die Anordnung eines sich drehenden Widerlagersatzes für die Tastenhebel durch die die Zeichenverschiebung regellos durchgeführt werden ist nicht neu.
Die Erfindung besteht in einer besonderen Ausgestaltung einer solchen Chiffriervorriehtung.
Eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. Es zeigen Fig. 1 einen wagrechten Schnitt durch die primäre Schreibmaschine, sowie die Magnetspulen der sekundären Schreibmaschine bei Weglassung aller an sich bekannten und für die Erfindung unwesentlichen Teile des Apparates, Fig. 2 einen Querschnitt durch die Fig. 1 und die Schaltung der sekundären Magnetspulen, Fig. 3 eine Kontaktlamelle in Seitenansicht, Fig. 4 und 5 das Sehlüsselband und dessen Bewegungsvorriehtung in zwei Seitenansichten, Fig. 6 eine Teilansicht der primären Schreibmaschine.
In Fig. 1 und 2 bedeuten 17 die Tasten der Typenhebel 18 der primären Schreibmaschine. Entsprechend der Zahl der Typenhebeln 18 ist eine Reihe paralleler Stäbe 19 bis 26 in einer wagreehten Ebene angeordnet. In der Zeichnung sind einfachheitshalber bloss die Hebel für acht Typen, u. zw. abis h dar-
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trägern sind aus gut leitendem Material gefertigte Kontaktlamellen 40 bis 4. 7 um ihre Längsachse r-f schwingbar gelagert (Fig. 3). Jede der Lamellen ist an einem Ende mit einem kleinen als Magnet dienenden Eisenplättchen 28 versehen, denen gegenüber je ein Magnet 50 bis J. 7 steht. Sämtliche Kontaktlamellen sind an einen Pol der Stromquelle. 36 parallel zueinander angeschlossen.
Desgleichen sind sämtliche Kontakte der Kontaktträger 19 bis 26 durch parallele Leitungen an den zweiten Pol der Stromquelle : J6 angeschlossen, wobei in je einer Abzweigleitung 60 bis 6/5 ein Magnet 70 bis 75 liegt. An je eine der Kontaktleitungen 60 bis 65 sind sämtliche gleichnamige Zeichen (bzw. Kontakte 30 bis 35) der primären Schreibmaschine untereinander parallel angeschlossen. In der Zeichnung ist die Schaltung bloss für die Kontakte der Type f dargestellt. Die Magnete 70 bis 7. 7 sind in der sekundären Schreibmaschine angeordnet und betätigen je einen bestimmten Typenhebel des Apparates.
Im Sinne der Erfindung ist die Zahl der Kontaktlamellen 40 bis, 15 und demgemäss der an einem Kontaktträger angeordneten Kontakte 30 bis 3. 5 gleich der Zahl der möglichen Zeichenverschiebungen.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel arbeitet der Apparat mit den möglichen Verschiebungen : 1, 2.
: - ;, 4,. J, 6. Dementsprechend sind sechs Kontaktlamellen und an jedem Kontaktträger sechs Kontakte vorhanden. Der erste Kontakt jedes Kontaktträger ist an den Hebelmagnet des im Alphabet unmittelbar auf die Type des Kontaktträgers folgenden Buchstaben geschaltet, der zweite Kontakt auf den zweitnächsten, der dritte auf den drittnächsten usw., einfachheitshalber ist in der Zeichnung (Fig. 1) die Schaltung bloss für den Buchstaben d dargestellt.
Die Magnetspulen JO bis 55 werden von einer besonders gesteuerten Vorrichtung abwechselnd erregt, u. zw. beim Betätigen eines Typenhebels des primären Apparates bloss ein Magnet. Sämtliche Magnetspulen sind zueinander parallel geschaltet und werden aus einer gemeinsamen Stromquelle. 9 gespeist (Fig. 4), deren einer Pol an eine aus leitendem Material gefertigte Rolle 5 angeschlossen ist. Über die Itolle läuft ein aus nichtleitendem Material bestehendes Band 1, welches ähnlich den Filmbändern an zwei losen Trommeln 4 und 5 befestigt ist.
Das Band trägt entlang der vertikalen Linien. 3 gestanzte Löcher 2, die derart verteilt sind, dass sich in einer wagrechten Linie 16 bloss je ein Loch ? befindet-, im übrigen werden die Löcher vollkommen regellos in das Band gestanzt. Die Zahl der vertikalen Lochreihen ist gleich der Zahl der möglichen Verschiebungen-also im gewählten Beispiel sechs. In der vertikalen Beruhrungsebene E sind ebenfalls sechs Kontakte 80 bis 85 angeordnet, deren obere Enden mit je einer Magnetspule leitend verbunden sind. Bei jeder Verdrehung der Kontaktrolle 7 gleitet einLoch unter einen der Kontakte 80 bis 85 und schliesst den Stromkreis eines der Magneten 50 bis 55.
Die Kontaktrolle 5 ist zur genauen Führung des Schlüsselbandes an beiden Seiten mit Führungskränzen 10 versehen. deren Zähne in bekannter Weise das an den Rändern perforierte Band bewegen.
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Der Antrieb der Kontaktrolle. 5 erfolgt mittels Sperrad 11 und Klinke 12, wobei die Klinke durch den Elektromagneten M jedesmal angezogen wird, wenn beim Niederdrücken einer Taste des primären Schreibapparates der Kontakt 15 den Stromkreis 14 schliesst. Das Mass der jeweiligen Drehung der Rolle ist gleich dem halben Wert der horizontalen Lochteilung 16 des Schlüsselbandes 1. Der Antrieb kann auch durch beliebige mechanische Kupplung mit dem primären Schreibapparat erfolgen.
Die Wirkungsweise ist folgende : Wird eine Taste der primären Schreibmaschine-z. B. die Taste des Buchstabens d - betätigt, d. h. der Hebel 18 nach abwärts gedrückt, so schiebt der zwangläufig geführte Schieber ? den Kontaktträger 21 nach rechts. Gleichzeitig mit dem Betätigen der Taste d wird die Kontaktrolle 5 verdreht und das nächstfolgende Loch-im gewählten Beispiel ein Loch der zweiten Reihe - schliesst den Stromkreis der Magnetspule 51 ; diese zieht die Kontaktlamelle 41 an sich, wobei dieselbe aus der vertikalen Ebene nach links schwingt, den Kontakt. 31 berührt und dessen Stromkreis schliesst.
Hiedurch wird der Magnet 71 des Buchstabens f der sekundären Schreibmaschine erregt, zieht den Typenhebel f an sich und die Maschine schreibt anstatt des im primären Apparat betätigten Buchstabens d, den im Alphabet zweitnächsten Buchstaben f Nach Loslassen der Taste d gibt die Rast 38 des Schiebers 39 den Kontaktträger 21 frei und dieser wird von einer Feder 46 in ihre ursprüngliche Lage zurückgezogen.
Anstatt mechanisch mittels des Schiebers 39 und der Rast 3. S, kann der Kontaktträger auch elektrisch mittels der aus der Stromquelle 47 gespeisten Magnete betätigt werden. Den Stromkreis schliesst der Hebel 18 durch den Kontakt 49 (Fig. 6).
Nach Loslassen der Taste cl wird die Kontaktrolle verdreht, der Stromkreis 8 unterbrochen und die Lamelle 41 stellt sich in ihre ursprüngliche Lage ein.
Beim Betätigen der nächsten Taste wiederholt sich das Spiel, jedoch wird entsprechend der Lage des kontaktgebenden Loches des Schlüsselbandes 1 ein anderer Magnet 50 bis 56 erregt und es erfolgt eine Verschiebung um einen vom vorher beschriebenen abweichenden Schritt.
Zum Dechiffrieren des Textes dient eine mit der beschriebenen gleiche Vorrichtung, deren Kontakte 30 bis 3. 5 usw. jedoch anstatt an nach vorwärts, an nach rückwärts verschobene Buchstaben des sekundären Schreibapparates angeschlossen sind. Wird nun an der primären Maschine der chiffrierte Text geschrieben, so schreibt der zweite bereits den dechiffrierten Text. Voraussetzung ist selbstverständlich die Benutzung desselben Schlüsselbundes.
Die Zahl der vertikalen Lochreihen am Schlüsselband kann beliebig gross gewählt werden. Dieser Zahl entspricht jedesmal die Zahl der Kontaktlamellen ? bis 26 usw. sowie der Kontakte 30 bis 35 usw.
Das Schlüsselband kann in beliebigen Längen angefertigt werden. Dadurch und besonders durch die vollkommene Regellosigkeit der Zeichenverschiebung ergibt sich volle Sicherheit gegen unbefugtes Rntziffern des Textes.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Vorrichtung zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Zeichenreihen, bestehend aus zwei Schreibvorrichtungen, die derart miteinandergekuppelt sind, dass beim Betätigen eines Hebels der ersten Vorrichtung durch die Kupplung eine in der Reihenfolge verschobene Taste der zweiten Vorrichtung betätigt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahl der Tastenhebel fa) der ersten Vorrichtung von dieser zwangläufig bewegte Reihen voneinander isolierter Kontakte (30-35) entsprechen und die Kontaktträger (19-26) elektrisch leitende Kontaktlamellen O-U quer übergreifen.