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Maschine zum Merzerisieren von Vorgespinsten und anderen aus Baumwolle bestehenden
Materialien.
Bekanntlich besitzen die Maschinen zum Merzerisieren von Vorgespinsten und anderen aus Baumwolle bestehenden Materialien eine Reihe von die Merzerisierlauge (Ätznatron) und eine Waschflüssigkeit (z. B. Wasser) aufnehmenden Behältern, wobei die Merzerisierlauge gewöhnlich gekühlt wird. Der Nachteil dieser Maschinen besteht darin, dass das Material beim Übergang von einem Ätznatronbehälter zum nächsten der Einwirkung von Aussenluft, welche dazu im Sommer warm ist, ausgesetzt ist, wodurch einerseits eine schädliche Einwirkung auf die Faser und anderseits eine Erwärmung der Ätznatronlauge auf dem Material eintritt, womit eine Verschwendung der Kühlflüssigkeit in den nächsten Behälter verbunden ist.
Auch war es bis jetzt nicht möglich, heisse Waschflüssigkeiten zu verwenden, weil beim Übergang des mit heisser Waschflüssigkeit, d. h. verdünnter Ätznatronlauge getränkten Materiales aus dem einen Waschbehältei zum nächsten die Aussenluft die Faser zu stark angreift und ausserdem eine unnötige Abkühlung und somit eine Wirkungsverminderung eintritt.
Die vorliegende Erfindung bezweckt einerseits den genannten Nachteil der bestehenden Maschinen zu vermeiden und anderseits die Verwendung von heissen, sehr wirksamen Waschflüssigkeiten zu ermöglichen. Zu diesem Zweck sind sowohl die Ätznatronbehälter wie die Waschbehälter mit nach aussen dicht abgeschlossenen Kammern überdeckt, welche die von dem Vorgespinst beim Durchgang durch den jeweiligen Behälter angenommene Temperatur aufrechterhalten. Wird daher die Ätznatronlauge gekühlt, so besitzt ebenfalls die den Ätznatronbehälter luftdicht überdeckende Kammer eine Kühleinrichtung, welche die Erwärmung des Materials an der Aussenluft und deren Zutritt überhaupt verhindert.
Werden anderseits heisse Waschflüssigkeiten benutzt, so gestattet die Überdeckung der Waschbehälter mit dampfdicht abgeschlossenen Kammern, dass in diese Dampf eingeführt werden kann, um den Luftzutritt zu verhindern und die Temperaturniedrigung zu vermeiden. Es ist zwar bekannt, zum Auswaschen und Spülen von mit starker Merzerisierlauge getränkten Materialien die Ware unter Luftabschluss mehrfach aus einem Kühlbad durch Quetschwalzen nach einem Dampfraum und umgekehrt zu führen, doch bezweckt dieses Verfahren ein rasches und intensives Entlaugen, indem der Dampf in das kalte Material eindringt und kondensiert wird und zur raschen Spaltung des Zellulosenatriums bei- trägt.
Gegenüber diesem bekannten Verfahren unterscheidet sich das vorliegende dadurch, dass nicht das gekühlte Material, sondern ein in der kochenden Waschflüssigkeit behandeltes, der Dampfeinwirkung unterworfen wird, zum Zweck, das heisse, mit der Waschflüssigkeit getränkte Material vor Abkühlung zu schützen und gleichzeitig, ohne dass eine Kondensation eintritt, zu dämpfen.
Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise dargestellt u. zw. zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht.
Fig. 2 ist eine Endansicht.
Fig. 3 ist eine Aufsicht der Merzerisierungsmaschine.
Fig. 4 und 5 sind schematische Darstellungen der vollkommenen Maschine zum Merzerisieren, Waschen, Trocknen, Trennen und Stärken in einem fortlaufenden Arbeitsvorgang.
Mit bezug auf die Fig. 4 und 5 ist mit A ein Spulrahmengestell bezeichnet, in dem sich eine Anzahl Wickel befinden, welche die Vorgespinste in der Form von Ketten a enthalten. Dieses Spulrahmengestell befindet sich an dem Einführungsende der Maschine. Der erste Behälter B besteht aus einem Einweichgefäss und wird mit warmem oder kaltem Wasser gespeist, er kann auch mit warmer oder kalter Lauge
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den Ausquetschwalzen b2 hindurchgehen. Die oberen Walzen bund b2 können durch Hebel b3 voneinander getrennt werden.
Nachdem die Ketten das letzte Paar der Klemmwalzen an dem Behälter B verlassen haben, werden sie durch ein anders Klemmwalzenpaar c in einen Behälter C geführt, wo sie wiederum einem abwechselnden Eintauchen und Ausquetschen unterworfen werden, indem die Ketten unter den
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die Hebel c3 in ähnlicher Weise wie die Walzen b und b2 voneinander getrennt werden. Dieser Behälter ist mit Ätznatron gefüllt, welches durch die Zirkulation eines geeigneten Kühlmittels kühl gehalten wird.
Ein gewisser Luftraum ce bleibt zwischen den Behältern B und C, um eine Beeinflussung der Temperatur des einen Behälters auf den andern zu vermeiden. Dieser Luftraum wird oben zwischen den Behältern durch eine Führung oder Leitung b4 überbrückt, die das Ätznatron, welches gegebenenfalls von den Ketten abtropft, wenn diese über die Führung laufen, in den Behälter B zurÜckzuleiten. Nachdem die Ketten das letzte Quetschwalzenpaar c2 verlassen haber, werden sie unter einer Eintauchwalze d am Eintrittsende eines Behälters D hinweggeführt, um dann über und unter grossen Trommeln oder Zylindern dt, d2 und unter einer Walze d3 nach dem Austrittsende des Behälters geleitet zu werden, wobei die Ketten zwischen einem Paar Quetschwalzen d4 hindurchlaufen,
die wiederum mit einem Hebel d5 zum Einstellen und Bewegen der Walzen zueinander versehen sind. Die Ketten werden dann durch einen zweiten Behälter D in derselben Weise wie oben beschrieben zwischen einem zweiten Quetschwalzenpaar d4 weiter geführt. Jeder Behälter D ist mit einer Luftkammer < versehen, die mit einem luftdicht abschliessenden Deckel d7 versehen ist. Der Deckel kann aus einzelnen Teilen bestehen, um leicht an die Trommeln oder Zylinder heranzukommen. Die Stirnwände der Luftkammer tauchen in die Ätznatronflüssigkeit ein,
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abgeschlossen ist, kann die Luft in der Kammer eine verhältnismässig niedrige Temperatur annehmen.
Die Rohre und die Luftkammern sind so gebaut und angeordnet, dass eine vollkommene Kontrolle der Temperatur der Ätznatronflüssigkeit gewährleistet ist. Die Ätznatronflüssigkeit wird am hinteren Ende
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getaucht u. zw. soweit, dass nur ein genügender Teil der Oberfläche der Trommeln von der Flüssigkeit unbedeckt bleibt, damit man Gespinste, die sich verwickelt oder gefangen haben, abnehmen kann. Um die Ketten während ihres Durchganges durch den Behälter zu überwachen, kann das Innere des Behälters durch elektrische Lampen in dem. abnehmbaren Deckel d11 beleuchtet werden, wobei Sichtträger d12 in den einander gegenüberliegenden Wänden des Behälters oberhalb des Flüssigkeitsspiegels eingesetzt sind.
Nachdem die Ketten das zweite Quetschwalzenpaar d4 verlassen haben, laufen sie nach dem ersten Waschbehälter E, wo sie einem ersten Koehvorgang und einer Dampfbehandlung unterworfen werden. Dieser Behälter ist so angeordnet, dass er mit einer kochenden Flüssigkeit bis zu einer bestimmten Höhe gefüllt
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mit einem dampfdicht aufgesetzten Deckel el versehen ist. Die Stirnwände e2 der Dampfkammer tauchen in die kochende Flüssigkeit ein, um auf diese Weise einen Flüssigkeitsverschluss zu erzielen. In der Dampfkammer befindet sich eine grosse Trommel e3, die aus zwei Scheiben besteht, welche durchRohrversteifungen miteinander verbunden sind. In dem Behälter befinden sich zwei ähnliche Eintauchtrommeln e4, die beiderseits der grossen Trommel angeordnet sind.
Diese Trommeln sind nur gerade soweit mit Wasser bedeckt, dass etwa lose werdende Gespinste, die sich in den Trommeln fangen, beobachtet werden können. Die Trommeln sind mit bezug zu der grossen Trommel so nahe aneinander angeordnet, dass die Kette zwischen den Trommeln nicht frei hängt. Das heisst die Ketten werden durch die Trommeln so gehalten, dass sie ohne Nachteil in dem sehr elastischen und weichen Zustand gemäss der Einwirkung des kochenden Wassers und des Dampfes geführt werden. Die Ketten laufen unter der ersten Trommel hinweg über die grosse Trommel und werden dann unter der zweiten eingetauchten Trommel hinweggeführt, um schliesslich zwischen einem schweren Quetschwalzenpaar e5 zum nächsten Waschbehälter geleitet zu werden.
Sämtliche Waschbehälter sind gleichmässig ausgebildet und können besondere Einheiten darstellen. Jeder Behälter hat einen besonderen Wasser-und Dampfzufluss. Der Dampf wird der Kammer e durch ein gelochtes Dampfrobr e5 zugeführt, welches in der Kammer angebracht ist. Der Zufluss des Wassers wird durch ein Steuerventil geregelt, welches in Ergänzung eines Absperrventils angebracht ist. Ferner ist ein Wassermesser vorgesehen, so dass ein konstanter und bestimmter Wasserstrom in den Behälter fliesst.
Ein mit Löchern versehenes Dampfrohr e7 läuft am Boden jedes Behälters entlang, um das Wasser in kochendem Zustande zu halten. Vor jedem Klemmwalzenpaar sind Spritzrohre es angeordnet. aus welchen kochendes Wasser auf die Ketten gespritzt wird, wenn sie aus dem Wasser der Behälter herauskommen.
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Die ersten beiden oder drei Behälter können miteinander verbunden sein, um eine gute Rückgewinnung des Ätznatrons zu gewährleisten. Es können, wenn erforderlich, auch mehrere Behälter miteinander verbunden werden. Durch die oben beschriebene Anordnung werden die Ketten zuerst gekocht, dann mit Dampf behandelt, dann wieder gekocht und darauf zwischen schweren Klemmwalzen hindurchgeführt. Das kochende Wasser spült das Ätznatron aus und durch die Dampfbehandlung wird das Ätznatron gelöst, welches durch den Kochvorgang noch nicht herausgekommen ist. Der zweite Kochvorgang wäscht das Ätznatron aus, welches durch die Dampfbehandlung gelöst worden ist und wird durch die Behandlung zwischen den Quetschwalzen das Ätznatron vollkommen entfernt. Es können eine genügende Anzahl Behälter vorgesehen sein, um das ganze Ätznatron auszuwaschen.
Wenn es gewünscht wird, dass die Ketten geleimt oder gestärkt werden sollen, dann wird der letzte Behälter mit Leim oder Stärkeflüssigkeit
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um eine nachgiebige Oberfläche auf der Walze zu erzielen. Jedes Klemmwalzenpaar an den Wasehbehältern ist mit einer Hebeleinrichtung oder einem andern Mechanismus ausgerüstet, um die Walzen gegeneinander zu bewegen und dadurch den Druck regulieren zu können. Die verschiedenen Quetsch-und Führungswalzen sind mit einem die Geschwindigkeit verändernden Getriebe ausgerüstet, ähnlich wie bei Bandstärkemaschinen, damit die Maschine, wenn ein Gespinst bricht oder lose wird, langsamer laufen kann, so dass ein loses Ende des Gespinstes aufgenommen und dicht an dem nächsten Geleseband abgeschnitten werden kann. Eine Anzahl derartiger Bänder umgeben die Ketten in bestimmten Zwischenräumen.
Nachdem die Ketten die Waschmaschine verlassen haben, werden sie durch eine Trockenkammer G oder über Trockenzylinder durch Klemmwalzen gezogen. Alsdann wird jede Kette in besonderen Kannen aufgewickelt.
Durch die Maschine gemäss der Erfindung werden die Ketten während des Untertauchens in der Ätznatronlauge bei einer bestimmten und konstanten Temperatur gehalten. Die Walzen, welche die Ketten durch die Ätznatronlauge führen, liegen so, dass sie während des Arbeitens der Maschine beobachtet werden können, so dass irgend welche lose werdenden Gespinste abgenommen werden können, ohne dass die Maschine angehalten werden braucht oder dass eine Störung des Laufes des Arbeitsverfahrens stattfindet. Die Gespinste werden gewaschen ohne Anwendung eines neutralisierenden Mittels. Die Merzerisierungs-und Waschmaschine kann mit Thermometern, Hydrometern und Manometern versehen sein, um die Drücke, die Temperaturen und die Stärke der Ätznatronlauge zu messen. Diese Messvorgänge können dauernd während der ganzen Arbeitsperiode der Maschine stattfinden.
Die Merzerisierungs-und Waschmaschine kann zum Merzerisieren von Garnen oder gegebenenfalls zum Stärken Verwendung finden, wobei dann der letzte Waschbehälter mit Stärkeflüssigkeit gefüllt wird.