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Kraftsammelnde Bremse.
Die Erfindung betrifft eine Bremsvorrichtung für Fahrzeuge oder Maschinen und bezweckt, die zum Bremsen notwendige Kraft aufzuspeichern, um sie beim Antrieb wieder verwenden zu können, so dass z. B. die beim Anhalten eines Fahrrades aufgesammelte Kraft beim Anfahren den selbsttätigen Antrieb des Rades auf eine Strecke von etwa 20 Schritten bewirken kann.
Die bisher bekannten kraftsammelnden Bremsen beruhen zumeist auf dem Spannen einer Spiralfeder durch Aufwinden und müssen mehr oder weniger komplizierte Vorgelege, Sperrklinken sowie Kuppelungseinrichtungen verwenden.
Durch vorliegende Erfindung wird das Ziel in weit einfacherer Weise erreicht, indem ein ständig mit der Triebachse des Fahrzeuges bzw. Antriebswelle der Maschine gekuppeltes Zahnrad mit zwei Zahnstangen in Eingriff gebracht werden kann, deren eine dazu dient, beim Bremsen eine lange Schraubenfeder zusammenzupressen, während die zweite Zahnstange die in dieser Feder aufgespeicherte Kraft beim Antrieb ohne Änderung des Drehungssinnes auf das Zahnrad überträgt. Bei entgegengesetztem Drehsinn können die beiden Zahnstangen ohne weiteres ihre Rolle vertauschen, weshalb die vorliegende Bremse im Gegensatz zu den gebräuchlichen, mit Sperrädern und aufgewundener Spiralfeder arbeitenden Vorrichtungen auch bei in beiden Richtungen laufenden Maschinen bzw. bei Vor-und Rückwärtsfahrt von Fahrzeugen Anwendung finden kann.
In den Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Aufriss, Fig. 2 einen teilweisen Schnitt längs der Linie A-B von Fig. 1, und Fig. 3 einen Kreuzriss der Bremsvorrichtung.
Das Zahnrad 1 steht ständig in unmittelbarem Eingriff mit einem Trieb der Antriebswelle des Fahrzeuges oder der Maschine, auf welche die Bremsvorrichtung Anwendung finden soll. Durch eine in ihrer Achse verschiebbare Vierkantwelle 3 ist das Zahnrad 1 mit einem auf der Welle festsitzenden Zahnrad 2 auf Drehung gekuppelt. Die beiden Zahnstangen 4 und 5 sind an ihrem oberen Ende durch ein Querstück 6 fest miteinander verbunden und durch geeignete Führungen in der Längsrichtung vertikal verschiebbar. Diese Zahnstangen befinden sich in zwei verschiedenen zur Achse des Zahnrades 2 senkrechten Ebenen und das Zahnrad 2 kann durch eine in eine Nut seiner Welle eingreifende Gabel 8, die von der Griffstange 9 betätigt wird, in die Ebenen der Zahnstangen 4 oder 5 gerückt werden, um mit der einen oder andern Zahnstange in Eingriff zu treten.
Gegen das Querstüek 6 drückt eine lange und kräftige Schraubenfeder 7, deren unteres Ende mit dem Gehäuse der Vorrichtung fest verbunden ist, von wo eine Stange zur Führung der Feder 7 und des Querstückes 6 aufragt. Bei vollkommen entspannter Feder 7 stehen die Stangen 4,5 so hoch, dass sie in keiner Stellung des Zahnrades 2 von diesen gefasst werden können und somit auch das Triebrad 1 mit dem Fahrzeug oder der Maschine frei beweglich ist.
Am Gehäuse befindet sich nun die mit einer der Zahnstangen oder mit dem Querstück 6 verbundene Klemmvorrichtung-M, an welcher die Bremswirkung dadurch eingeleitet wird, dass man bei gelüfteter Klemmschraube die Zahnstangen ein kleines Stück herab drückt. bis das Ende der einen von den auf dieser Seite nach abwärts bewegten Zähnen des Rades 2 gefasst wird. Die Feder 7 und der durch die Länge der Zahnstangen sowie durch die Übersetzungsverhältnisse der Zahnräder 1 und 2 gegebene Bremsweg müssen derart bemessen sein, dass die grössten vorkommenden Kräfte noch vor dem völligen Anspannen der Vorrichtung aufgezehrt werden.
Sollte aber dennoch der Fall eintreten, dass die Kraft der zum Stillstande zu bringenden Maschine grösser wäre als die Kraft der Feder-was bei richtiger Bemessung nicht vorkommen kann-, so läuft das Zahnrad 2, nachdem es die Zahnstange ganz heruntergezogen
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hat, nach Verlassen des letzten Zahnes der Zahnstange frei weiter, wobei dieser Zahn an die Zähne des Zahnrades, stösst und das Zurückgleiten der Zahnstange verhindert, während der zuletzt vorhandene Druck der Bremse weiter auf die Maschine wirkt, um sie schliesslich zum Stillstand zu zwingen. Im Augenblick des Stillstandes wird die Klemmvorrichtung 10 angezogen, so dass die Zahnstangen bei gespannter Feder am Gehäuse fixiert sind.
Beim Lüften der Klemmschraube wird sich Feder 7 entspannen und die Aufwärtsbewegung der zum Bremsen in Eingriff gebrachten Zahnstange würde den Rädern 2 und 1 einen Antrieb in entgegengesetzter Richtung erteilen. Um daher einen Antrieb in der Fahrt-oder Laufrichtung der gebremsten Maschine zu erzielen, wird vor dem Losklemmen durch Drehen der Griffstange 9 das Zahnrad 2 mit der andern Zahnstange in Eingriff gebracht, welcher Eingriff an der gegenüberliegenden Seite des Rades 2 erfolgt und somit bei der Aufwärtsbewegung der Zähne denselben Drehsinn hervorruft. Nach Ausnutzung der Antriebskraft wird Zahnrad 2 mittels Griffstange 9 wieder in die Ebene der ersten Zahnstange gestellt und steht neuerlich zum Bremsen bereit.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kraftsammelnde Bremse, dadurch gekennzeichnet, dass ein ständig mit der Triebwelle auf Drehung gekuppeltes Zahnrad (1) vorgesehen ist, welches mittels einer längsverschiebbaren Zahnstange (4 bzw. 5) eine starke Schraubenfeder (7) spannt und durch eine mit der ersten fest verbundene zweite Zahnstange (5 bzw. 4) von der sich entspannenden Feder (7) einen Antrieb im gleichen Drehsinn wie derjenige der Bremsbewegung erfährt.