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Verfahren zur Herstellung getrübter Emaillen und Glasuren.
Es ist bekannt, dass sich eine gewisse Opazität bei Emaillen dadurch erzeugen lässt, dass dem Emaillesatze Fluoride, z. B. Flussspat, Kryolith u. dgl., zugeschlagen und mit verschmolzen werden. Den teueren Kryolith suchte man dann durch billigere fluorhaltige Stoffe zu ersetzen, wie Gemische von Flussspat und Feldspat, Alkalifluoride, saure Alkalifluorid, Fluoraluminium, Silikofluoride usw., die gleichfalls dem Glassatze zugeschlagen und mit verschmolzen werden sollten. Eine ausreichende, der trübenden Wirkung des Zinnoxydes vergleichbare Opazität konnte jedoch hiedurch nicht erzielt werden, so dass solchen im Schmelzfluss vorgetrübten Emaillen beim Vermahlen auf der Mühle noch eigentliche Trübungsmittel, wie Zinnoxyd oder dgl., zugesetzt werden mussten.
Auch der Versuch, durch gleichzeitigen Zusatz von Zirkonoxyd und Kyrolith auf der Mühle (vgl. Hartmann, Dissertation, München, 1910, S. 43) weiss getrübte, gute Emaillen zu erzielen, hatte kein günstiges Ergebnis.
Im Gegensatz hiezu wurde nun gefunden, dass auch mit Fluoriden einfacher oder komplexer Natur bezw. mit fluorhaltigen Produkten überhaupt, sofern diese von Wasser nicht gelöst werden und möglichst frei von Alkaliverbindungen sind und bei denen man nicht nach dem Verhalten der entsprechenden Oxyde, wie beim Zirkonoxyd und Zinnoxyd, von vornherein auf eine Trübungswirkung schliessen könnte, gut getrübte Emaillen und Glasuren erhalten werden können, wenn die genannten Stoffe nicht mit dem Glassatze verschmolzen, sondern der Emaille erst auf der Mühle zugesetzt und dann mit eingebrannt werden. Dies gilt besonders für die wasserunlöslichen fluorhaltigen Verbindungen von Kalzium, Barium, Strontium, Aluminium, Magnesium und Titan.
Als Beispiele solcher fluorhaltiger Körper seien genannt : Erdalkalifluoride, Nocerin, NagAlsFli NaCaAlFI,, HLO usw.
Bei gleichzeitiger Verwendung dieser fluorhaltiger Trübungsmittel und der bisher gebräuchlichen wird das Trübungsvermögen letzterer in auffallendem Masse gesteigert. Die vorstehend erwähnten Trübungsmittel sind besonders für normale, d. h. saure Emaillen mit gutem Erfolge anwendbar.
Da die meisten der vorgenannten Trübungsmittel frei von durch Eisen reduzierbaren Schwer-
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werden.
Weiter ist aber noch gefunden worden, dass man den bei der Verwendung der genannten sowie sonstiger. fluorhaltiger Trübungsmittel bisweilen auftretenden Übelstand des Mattwerdens der Emaillen vermeiden und stark weiss getrübt Emaillen mit schönem Glanz erhalten kann, wenn man diese Fluorverbindungen gleichzeitig mit Siliziumdioxyd der Emaille auf der Mühle zusetzt. Es genügen Zusätze von 8-12% des silizium-fluorhaltigen Gemisches. Wird ein geringerer Zusatz gemacht und werden dabei gleichzeitig andere Trübungsmittel angewendet, welche mit der Emaille verschmolzen oder ebenfalls erst auf der Mühle beigegeben sind, so wird deren Trübungswirkung sehr günstig beeinflusst.
Da die Emaille auf der Mühle mit Wasser vermahlen wird, kommen, wie erwähnt, nur Fluorverbindungen in Frage, welche in Wasser so gut wie unlöslich sind, ferner nur Fluorverbindungen solcher Metalle, welche weisse Oxyde bilden. An Stelle des Siliziumdioxydes können auch saure Silikate verwendet werden, d. h.
Stoffe, deren Kieselsäuregehalt grösser als der der normalen Silikate ist.
Der für die Erhöhung der Trübungswirkung, wie auch zur Erzielung des Glanzes nötige Kiesel- säuregehalt des Mahlbreies kann bei manchen Emaillen auch dadurch erzielt werden, dass man mit den
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Fluorverbindungen gleichzeitig geringe Mengen alkalischer Substanzen mit der Emaille vermahlt. Nach Graham werden bekanntlich durch kleine Mengen Alkalien beim Vermahlen ganz beträchtliche Mengen Kieselsäure durch Peptisierung in kolloidaler Form gelöst, innerhalb einer Stunde bis zum 200fachen der angewandten Alkalimenge. Da die meisten Emaillen saurer Natur sind, d. h. Überschuss an Kieselsäure haben, können bei ihnen grosse Mengen Kieselsäure herausgelöst und zur Wirkung gebracht werden.
Weiter kann das Siliziumdioxyd auch durch Titansäure und ihre Verbindungen ersetzt werden.
Endlich können die Fluorverbindungen und die Siliziumverbindungen zusammen mit den Titanverbindungen verwendet werden.
Die vorstehend angegebenen Körper können teilweise in natürlich vorkommendem Zustande verwendet werden, meist aber werden sie besser künstlich in bekannter Weise (Fällung oder Zusammenschmelzen von Fluorverbindungen mit Siliziumhaitigen Stoffen usw.) hergestellt.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Verfahren zur Herstellung getrübter Emaillen und Glasuren, dadurch gekennzeichnet, dass in Wasser unlösliche, von Alkaliverbindungen möglichst freie, fluorhaltige Stoffe, bei denen man nicht nach dem Verhalten der entsprechenden Oxyde, wie beim Zirkonoxyd und Zinnoxyd von vornherein
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Verstärkungsmittel zusammen mit geringen Mengen anderer bekannter Trübungsmittel auf der Mühle zugesetzt werden.