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Kurzschrift-Buchdrucktypen.
Gegenstand der Erfindung sind Kurzschriftbuchdrucktypen, bei denen das Schriftbild der Konsonantentypen unten kleine Typen trägt, welche die auf die Konsonanten folgenden Vokale durch Buchstaben oder Ziffern bezeichnen, während zusammengesetzte Buchstaben ch, sch, sz usw. durch besondere Buchstabenformen ersetzt werden können.
Die gewissermassen Indices der Konsonanten bildenden, unterhalb dieser angeordneten Vokale oder Ziffern können viel kleiner bemessen sein als die Konsonanten selbst, so dass die Gesamttypen nicht grösser zu sein brauchen als gewöhnliche.
Im Wesen werden also die Worte nur aus Konsonanten zusammengesetzt, die die auf sie folgenden Vokale unten angehängt tragen. Vokale am Beginn eines Wortes und auch solche, die innerhalb des Wortes unumgänglich notwendig sind, müssen selbstverständlich
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vor allem die Konsonanten a ! hin und dann in Verbindung mit den fünf Vokalen. Dann muss das System auch die Vokale selbst enthalten, für jene Fälle, wo sie unumgänglich nötig sind, und schliesslich auch die Vokale mit unten angehängten Vokalen, die die Um-
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dem q kann auch in den meisten Fällen entfallen. Ebenso entfallen können auch der Dehnungsvokal e und der Dehnungskonsonant h.
Alle diese Vereinfachungen beeinträchtigen die Lesbarkeit der Schrift durchaus nicht, wie ja die mit der Stenographie gemachten Erfahrungen beweisen. Dort. wo die angegebenen Weglassungen sinnstörend wirken könnten, dürfen sie natürlich nicht vorgenommen werden.
An Stelle der Indexvokale unterhalb der Haupttypen können auch Ziffern verwendet werden, indem nämlich A mit i, E mit 2, I mit 3, 0 mit 4 und U mit 5 bezeichnet w ; rd. Die Verwendung von Indexziffern hat den Vorteil der einfacheren He stellung der Lettern, weil die Ziffern alle gleich breit sind, wog, gen die Indexvokale verschiedene Breiten haben. Als Haupttypen empfiehlt es sich, die grossen Buchstaben der lateinischen Schrift, die sogenannten Versalien, zu benutzen, weil diese alle gleich hoch sind und keine he abhängenden Teil haben, die die Anbringung der Indices hindern würden.
Es seien hier die ersten Zeilen von Schillers"Lied von der Glocke"als Satzbeispiel für die besprochene Kurzschrift wiedergegeben :
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<tb> FST <SEP> GMAERTR <SEP> IN <SEP> DR <SEP> ERDN <SEP> STT <SEP> D <SEP> FRM <SEP> AS <SEP> LM <SEP> GBRNT
<tb> 2 <SEP> 2 <SEP> 5 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 4 <SEP> 5 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 1
<tb> HETE <SEP> MS <SEP> D <SEP> GLK <SEP> WRDN <SEP> FRLU <SEP> GSLN <SEP> SED <SEP> ZR <SEP> HND.
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3 <SEP> 5 <SEP> 3 <SEP> 4 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 222 <SEP> 3 <SEP> 5 <SEP> 1
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Die Benutzung dieser Kurzschrift lässt an sich schon ein viel rascheres und mehr raumsparendes Setzen zu als die gewöhnliche Schrift und man kann sie ohne weiteres für den Zeitungsdruck, für stenographische Protokolle verwenden. Ist diese Kurzschrift einmal genügend bekannt und geläufig, so können auch noch weitere Kürzungen eingeführt werden, wozu ja die Stenographie Vorbilder gibt. Diese Kurzschrift könnte auch bei Setzmaschinen, Typentelegraphen u. dgl. benutzt werden.