<Desc/Clms Page number 1>
Hitzebeständiger Schrank für Urkunden, Wertpapiere und dgl.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Schrank oder eine leichte Kasse zum Aufbewahren von Wertpapieren, Urkunden u. dgl. und bezweckt die Schaffung einer Konstruktion von geringem Gewicht, welche die Einwirkung der Hitze auf den Inhalt des Schrankes oder der
Kasse verhindert, genügende Festigkeit hat, um ein Werfen auch bei hohen Temperaturen und eine Beschädigung beim Fall oder bei wenig sorgsamer Behandlung auszuschliessen und die dabei in der Herstellung sehr einfach und wirtschaftlich ist.
Es sind bereits eiserne Kassen bekannt, bei denen zwischen einer starken Aussenwand und einer schwächeren Innenwand eine durch Beimengung von Wasser plastische Füllmasse eingebracht wird. Die als Wärmeisolator wirkende Füllmasse hindert den Eintritt der Hitze in das Innere der Kasse und ermöglicht bei hohen Temperaturen die Bildung von Wasserdampf, der den Kasseninhalt feucht hält und so vor Zerstörung durch die Hitze bewahrt. Die schweren
Eisenwände vergrössern das Gewicht der Kasse erheblich und sind überdies sehr gute Wärmeleiter. Das freie Wasser in der zwischen den Eisenmänteln befindlichen Füllmasse, das an die
Masse nicht gebunden ist greift die Eisenmäntel sehr an. Wenn die Masse mit der Zeit trocknet, entstehen Risse und Sprünge, die bei starker Erhitzung des äusseren Eisenmantels der Hitze sehr bald den Eintritt in den Innenraum der Kasse ermöglichen.
Es ist auch nicht möglich zu irgendwelcher Zeit den Wassergehalt in der Füllmasse festzustellen. Um die Masse giessbar zu machen, ist eine Wassermenge erforderlich, die grösser ist, als die zur Schaffung eines wirksamen
Hitzeisolators erforderliche Masse. Aber die Temperatur und der Feuchtigkeitsgehalt der Luft des Raumes, in dem die Kasse aufgestellt ist, haben entscheidenden Einfluss auf die Beschaffenheit der Füllmasse, die nicht ohne Beschädigung der Kasse festgestellt werden kann.
Dieser Überschuss an Feuchtigkeit bildet auch eine Bedrohung der neuen Kasse. Wenn ihre Türen längere Zeit geschlossen bleiben, wird die Feuchtigkeit ausgeschieden, die Wände .. schwitzen" und die Feuchtigkeit tritt in den Innenraum der Kasse, deren Inhalt dadurch sehr leidet.
Bei dem hitzebeständigen Schrank nach der Erfindung sind alle diese Nachteile vermieden, da der als Wärmeisolator wirkende Füllkörper praktisch genommen der unmittelbaren Einwirkung der Hitze ausgesetzt ist, an der Innenseite keine Metallauskleidung hat und nur eine bestimmbare Menge von chemisch gebundenem Wasser enthält, das bis zur Einwirkung entsprechend hoher Temperaturen gebunden bleibt.
Der Schrank nach der Erfindung ist den Kassen mit Doppeleisenmänteln überlegen, bei denen der als Wärmeisolator wirkende Füllkörper zwischen den Mänteln angeordnet ist. Der Schutzkörper nach der Erfindung ist als einheitlicher Körper ohne Verbindungen, Säume oder Öffnungen in einer Form gegossen und ist an der Aussenseite von einem dünnen Blechmantel umschlossen.
Der Schutzkörper wird nach dem Ausnehmen aus der Form bei bestimmter Temperatur getrocknet, so dass genau die bemessene Menge Feuchtigkeit in der Masse chemisch gebunden bleibt, die zum Schutz des Schrankinhaltes vor Einwirkung der Hitze erforderlich ist. Die Herstellung der doppelwandigen Kassen mit einem Füllkörper aus hitzebeständigem Material ist schwer und kostspielig, weil es notwendig ist dafür zu sorgen, dass Risse oder Öffnungen irgendwelcher Art im Füllkörper vermieden werden, damit die Hitze keinen Eingang in den Innenraum der Kasse findet. Viele der für den Füllkörper verwendeten Isoliermaterialien sind brüchig, so dass Ecken, Winkel leicht entstehen, wenn die Isoliermasse zwischen den Metallmänteln eingefüllt oder
<Desc/Clms Page number 2>
geformt wird.
Zur Herstellung des Füllkörper ist viel Zeit und mühevolle Arbeit erforderlich.
Trotzdem werden im Isolierkörper schwache Stellen, Öffnungen, Brüche nicht vermieden werden können.
Zur Erhöhung der Festigkeit der Konstruktion nach der Erfindung wird eine Bewehrung in dem Füllkörper in Form eines Eisennetzes eingebaut.
Die Zeichnung veranschaulicht den Schrank nach der Erfindung in beispielsweiser Aus- führung. Fig. i ist ein Schaubild des den Wärmeisolator bildenden Gusskörpers, Fig. 2 ein Quer- schnitt durch den Schrank ohne Türen, Fig. 3 ein Höhenschnitt durch den oberen Teil und
Fig. 4 durch den unteren Teil des Schrankes.
Die äussere Wandbekleidung 10 des Schrankes ist aus Metallblech erzeugt ; sie besteht aus den Seitenwänden 11, der Rückwand 12, der Decke 13 und dem Boden 14. Die Wandbekleidung kann in üblicher Weise in irgendwelcher gewünschten Form hergestellt werden. Gewöhnlich wird sie so ausgeführt, dass die Decke, der Boden und die Seitenwände mit Ausnahme der Rück- wand aufgestellt werden, worauf der als Wärmeisolator wirkende Gusskörper 15 durch die offen geblieben Rückseite eingeschoben und die Rückwand sodann in gewünschter Weise, beispiels- weise durch Schweissung mit den anderen Wänden verbunden wird. Es kann zum Einschieben
EMI2.1
Der Schutzkörper 15 kann aus irgendwelchem Material hergestellt werden, das, mit Wasser gemischt, in Formen giessbar ist.
Vorteilhaft ist eine Mischung von Gips mit geringer Menge von Sägespänen oder einem anderen Material, das dem Gips die erforderliche Elastizität erteilt und die Zerbrechlichkeit des Schutzkörpers vermindert. Diese Mischung wird in eine Form gegossen, die genau mit der der Wandbekleidung der Schrankes übereinstimmt. Da der aus der Form genommene Gusskörper viel Wasser enthält, das das Material der Wandbekleidung angreifen und das Gewicht unnötig vergrössern würde, wird der Gusskörper in einem mit einem Lüfter aus- gestatteten Trockenraum getrocknet. Das freie Wasser wird aus dem Gusskörper entfernt und es bleibt nur das chemisch verbundene Wasser zurück.
Wenn der fertig gebaute Schrank sehr hohen Temperaturen ausgesetzt wird, entweicht das chemisch gebundene Wasser in Dampfform in den Innenraum des Schrankes und befeuchtet dessen Inhalt, so dass Beschädigungen durch die Hitze verhindert werden.
Um den Gusskörper zu verstärken und ihm solche Festigkeit zu erteilen, dass er auch bei sehr grosser Hitze genügend widerstandsfähig ist. wird in die Gussform vor dem Eingiessen des Gussmaterials ein Drahtnetz 16 eingebracht, das den Zusammenhalt des Gusskörpers sichert.
Versuche haben ergeben, dass bei sehr hohen Temperaturen, wenn das Material des Gusskörpers beinahe zu zerbröckeln beginnt, der Zusammenhalt durch das Drahtnetz doch gewahrt bleibt.
In den Ecken, wo der Angriff durch die Hitze am stärksten ist, sind an der Innenseite des Guss- körpers 7-3 Verstärkungen 17 vorgesehen.
Nachdem der Gusskörper getrocknet ist, wird die äussere Wandbekleidung aus Blech auf den Gusskörper aufgeschoben. Die Wand, die weggeblieben ist, um die Aufstellung des Gusskörpers innerhalb der Wandbekleidung zu erleichtern, wird befestigt und die Türe an ihren Scharnieren befestigt.
Gewünschtenfalles kann auch eine innere Wandbekleidung vorgesehen sein, doch kann auch die Innenwand des Gusskörpers so ausgebildet sein, dass die Bekleidung überflüssig wird.
Sie kann auch bemalt, gemustert und mit Nuten zur Aufnahme von Brettern zur Bildung von Fächern oder für eine andere Inneneinrichtung versehen sein.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Hitzebeständiger Schrank für Urkunden, Wertpapiere u. dgl. in dessen Hohlwänden Massen vorgesehen sind, die bei Erhitzung des Schrankes über eine bestimmte Temperatur Dämpfe zum Schutz des Schrankinhaltes gegen Verbrennen entwickeln, dadurch gekennzeichnet, dass die den Dampf entwickelnde Masse einen als Gussstück hergestellten selbständigen Körper bildet der aussen von einem Metallmantel umschlossen st.