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Entladungsröhren mit beweglichen Elektroden.
Die neueren Hochvakuum-Glühkathodenröntgenröhren haben einen mit den älteren Typen, den gaserfüllten Röntgenröhren gemeinsamen Nachteil, nämlich den, dass trotz aller bisherigen Kühlvorrichtungen (durch kaltes oder glühendes Metall, kaltes oder siedendes Wasser, Eis, Luft usw. ) bei scharfer Fokussierung und hoher Belastung an der Brennfleckstelle der Anti- kathode infolge zu intensiver lokaler Erhitzung ein schädlicher Schmelz-und Verdampfungsprozess einsetzt, welcher nicht nur die zeitliche Konstanz der Intensität und Härte beeinträchtigt, sondern auch infolge Herabsetzung des Röhrenwiderstandes im Dauergebrauch die Antikathode "ansticht und die Röhre binnen kurzem zum Selbstruin führt.
Um die bei hoher Belastung zu intensive lokale Erhitzung der Brennfleckstelle an der Antikathode zu vermeiden, muss man die Lage des durch das Kathodenstrahlbündel hervorgerufenen Brennfleckes auf dem wirksamen Antikathodenspiegel verändern, so dass nicht mehr eine bestimmte eng abgegrenzte Stelle auf der Antikathode überaus stark erhitzt wird, sondern dass bei derselben Konzentration der Kathodenstrahlen im Bündel dieselbe Wärmeentwicklung auf einer grösseren Fläche verteilt wird, wodurch die Wärme leichter abgeleitet wird.
Nun ist durch das D. R. P. Nr. 284445 wohl bekannt, dass man diese Relativbewegung der Kathodenstrahlauftreffstelle gegenüber dem Antikathodenspiegel durch Bewegung des Kathodenstrahlbündels bei fixer Antikathode erzielen kann. Röhren dieser Anordnung sind jedoch bloss für therapeutische, keineswegs aber für diagnostische und photographische Zwecke geeignet, da der Brennpunkt eine mehr oder weniger grössere Ausdehnung gegenüber dem umgebenden Raum hat.
Es ist nun das Ziel vorliegender Erfindung, das Prinzip der Relativbewegung der Kathodenstrahlauftreffstelle gegenüber dem Antikathodenspiegel auch zum Zwecke der Erzielung von Höchstleistungen auf dem Gebiete der Röntgendurchleuchtung,-photographie und-physikalischen Forschung verwertbar zu machen. Da auf diesen Anwendungsgebieten zugleich mit der Forderung nach Intensitätssteigerung (z. B. bei Momentaufnahmen) grosse Bildschärfe erwünscht wird, so ist eine fast punktförmige Röntgenlichtquelle mit fixer Lage im Raum notwendig, d. i. praktisch ein möglichst kleiner gegenüber dem umgebenden Raum fixer Brennfleck.
Daher wird die
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Röhre dadurch bewirkt, dass bei fixer Lage des Kathodenstrahlbündels im Raum die Antikathode eine derartige Bewegung ausführt, dass die Bremsstelle (der Brennfleck) gegenüber dem umgebenden Raum eine konstante Lage hat, auf dem Antikathodenspiegel aber variiert. Röhren solcher Anordnung sind nicht ausschliesslich für diagnostische, photographische u. dgl. Zwecke, sondern ebensogut für therapeutische Zwecke verwendbar.
Die Bewegung der wirksamen Elektrodenendflächen von Antikathode und eventuellen anderen Auftreffelektroden erfolgt in bekannter Weise mit Hilfe eines beweglichen Teiles der betreffenden Elektrode, der von innen oder aussen durch beliebige, an sich bekannte Wirkungen in Bewegung versetzt wird.
Die Figuren der Zeichnung zeigen ein Beispiel für eine Röntgenröhrenanordnung und bewegliche Antikathoden im Sinne der Erfindung. Fig. i stellt von einer'solchen Röntgen- röhrenanordnung einen Durchschnitt längs des Kathodenstrahlbündels dar ; Fig. 2 und 3 zeigen Antikathoden mit und ohne Kühlrohr, auf denen der wirksame Antikathodenspiegel beweglich ist.
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In Fig. i ist Ro das Röntgenröhre K die Kathode, A die Antikathode, etwaige zusätzliche Elektroden sind nicht eingezeichnet ; F ist die Brennfleckstelle. Die wirksame Antikathodenfläche, die dem beweglichen Antikathodenteil A b angehört, wird mit Hilfe eines an diesem angebrachten, auch längs der Antikathode magnetisch verschiebbaren magnetisierbaren Körpers E durch ein variables magnetisches Feld (z. B. ein Drehfeld, entstanden durch die um die Rollenpaare R entsprechend geleiteten Mehrphasenströme) um den festen Antikathodenteil Af, d. i. um die Achse von A, gedreht.
Analog geschieht die Bewegung von eventuellen anderen Auftreffelektroden.
In Fig. 2 und 3 ist der äussere, mit den magnetisierbaren Stücken E versehene Teil Ab der bewegliche, der innere Af der feste Teil der Antikathode.