AT84652B - Verfahren zur Herstellung von, zur Behandlung von Gespinstfasern dienendem Schaum. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von, zur Behandlung von Gespinstfasern dienendem Schaum.

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  Verfahren zur Herstellung von, zur Behandlung von Gespinstfasern dienendem Schaum. 



   Nach früheren Verfahren wurden Gespinstfasern, wie Seide, Baumwolle, Wolle usw., roh oder bearbeitet, mit Schaum behandelt, welcher durch Sieden schaumbildender Lösungen erhalten wurde. Hierbei wurde die infolge des Siedens stattfindende Schaumbildung eventuell durch Einblasen von Luft durch ein durchlochtes Rohr gefördert. Spätere Verfahren suchten mit niederen Temperaturen zu arbeiten, indem sie Schaum durch verminderten Luftdruck erzeugten, wodurch empfindliche Fasern, namentlich Seide, wesentlich geschont werden konnten. 



   Alle diese Verfahren sind abhängig von starker Wärme oder Dampfzuführungen oder von'Vakuumwirkungen, womit der hohen Temperatur wegen rasch gearbeitet oder geschlossene
Gefässe für verminderten Luftdruck verwendet werden müssen. 



   Nach vorliegendem Verfahren können die gegen höhere Temperaturen empfindlichsten Gespinstfasern behandelt werden, weil die Schaumerzeugung von der Temperatur der Schaumbäder völlig unabhängig ist. Die Schaumbildung geschieht durch Hineinpressen von Luft, Sauerstoff oder anderen oxydierenden oder reduzierenden oder indifferenten Gasen unter Druck in die betreffenden Lösungen, aus feinporigen Körpern, wie z. B. Röhren oder Platten aus gebranntem Ton, aus Graphit usw., in ähnlicher Weise wie dies bereits für die Einführung von Luft in die Flüssigkeit von   Fischbehältern   durch die freie Schnittfläche von in der Längsrichtung gespaltenen spanische Röhren vorgeschlagen wurde. 



   Hierdurch sättigen sich die zur Schaumbildung befähigten Flüssigkeiten oder Lösungen weniger zur Schaumbildung geneigter Körper mit Luft oder dem anderen angewandten Gas und geraten, mit Luft oder mit anderem Gas emulsioniert, in Schaumzustand. Der erhaltene Schaum ist von äusserst regelmässiger Feinheit und kann vom Gefrierpunkte der Lösung ab bis zu ihrem Siedepunkte erhalten werden. Das lebhafte Schäumen der Flüssigkeiten und die ausserordentliche Feinheit ihrer Bläschen bewirkt eine stete Zirkulation und Berührung der Schaumbläschen mit der Faser, so dass für eine stete Bewegung des Textilgutes nicht gesorgt werden muss, was einer Schonung desselben gleichkommt.

   Da die Schaumbildung unabhängig von der Wärme ist, so behalten die Schaumbläschen nahezu ihre anfängliche Grösse bei, welche nur abhängig ist von der Porengrösse des Luftzuführungsmaterials und dem Gasdrucke auf die porösen Körper. Infolgedessen kann die Feinheit des Schaumes beliebig gewählt werden. Der so erhaltene Schaum ist von langer Dauer und kann nach-Wunsch vermehrt werden ; auch ist die gesamte Schaumbadmenge der beim Sieden unvermeidlichen Temperaturschwankungen nicht unterworfen ; endlich können gewollte Temperaturen und Schaumhöhen nach Bedarf leicht eingehalten werden. 



   Zur Entbastung der Seide wird vorteilhaft bei 75 bis   950   C gearbeitet. Die mit dem Schaume in grosser Menge innig emulsionierte Luft begünstigt durch ihre oxydierende und mechanische Wirkung derart die Entbastung, dass diese in kürzerer Zeit vor sich geht, als bei dem nur durch Sieden oder durch Vakuumwirkung entstandenen Schaum. Gleichzeitig ist der Verlust der Badflüssigkeit unbedeutend, da unter den Siedetemperaturen gearbeitet wird. 



   Durch Emulsionieren von oxydierenden Gasen, wie Luft, Sauerstoff oder sauerstoffhaltigen Gasen, kann die Entbastungszeit infolge der oxydierenden Wirkungen dieser Gase um mehr als die Hälfte ihrer gewöhnlichen Schaumabkochungsdauer verkürzt werden und umgekehrt 

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 kann die Entschälung durch Emulsionieren von reduzierenden Gasen weit über die übliche Entbastungszeit verlängert werden. 



   Wie bekannt, findet bei der Entstehung des Seidenfadens Bildung von Sericin statt, welche auf die oxydierende Wirkung von Luft zurückzuführen ist. Voraussichtlich werden bei diesem Vorgang nur die äusseren Schichten zu Sericin fertig gebildet, während die inneren Teile   unvoll-   ständig in Reaktion treten, so dass ein allmählicher Übergang von Sericin nach Fibroin zu erwarten ist. 



   Wenn z. B. während des Abkochen für reichliche Sauerstoffzufuhr gesorgt wird, so kann die völlige Umwandlung in Sericin bzw. dessen Ablösung vom Fibroin rascher stattfinden, d. h. eine kürzere Entbastungszeit erzielt werden. 



   Diese Wirkung ist auch zu erreichen durch Zufügen von Salzen, welche Sauerstoff im Entstehungszustande abgeben. Die Fasern werden dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen. 



   Zur Erschwerung von Seide besteht ein weiterer Vorteil des Verfahrens darin, dass die Seide bei niederer Temperatur mit beliebigem Erschwerungsschaum behandelt werden kann. Wie bekannt, soll für Phosphatbäder die Badflüssigkeit 750 C und für Silikatbäder 60  C nicht- übersteigen, da durch die alkalischen Wirkungen dieser Erschwerungssalze bei höheren Temperaturen die Seide stark angegriffen wird. Der technische Fortschritt liegt hier namentlich darin, dass die Seide genügend lange im Schaum behandelt werden kann, d. h. so lange, bis eine ganz gleichmässige Durchdringung und Fixierung stattgefunden hat, welche zur Vollendung der chemischen Erschwerungsaktion unbedingt erforderlich ist. 



   Die Vorteile beim Entbasten und Erschweren sind : geringe Badmengen, sofortige Schaumbildung, stark gekürzte Arbeitszeit, namentlich beim Entbasten, bei welchem Vorgang die Seide einen ausserordentlichen Glanz erhält. Ferner Schonung der Gespinstfasern sowie gleichmässiger Erschwerungsvorgang, bedingt durch lebhafte Bewegungen der fein emulsionierten Reaktions- bäder. 



   Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei dem Entfetten, Reinigen von rohen und bearbeiteten Gespinstfasern, z. B. beim Entfetten von Wolle darin, dass mit Emulsionen von fettlösenden Körpern, wie Kohlenwasserstoffen, auch geschwefelte, chlorierten usw., von Schwefelkohlenstoff, verschiedenen   Chlorkohlenstoffen,   gesättigten und ungesättigten oder alkoholischen Körpern, im   Gasschaumzustande   gearbeitet werden kann,   wÏbei     die Bläschen   mit den betreffenden Dämpfen oder Gasen inniger extrahieren, somit rascher und vollkommener auf die Ptodukte einwirken. 



   Ferner eignet sich das Verfahren zum Färben, Seifen, Entfetten, Fixieren, Beizen, auch Küpenfärben oder Entwickeln von Farben bei beliebiger Temperatur, mit indifferenten, oxydierenden, reduzierenden oder sonst chemisch wirkenden Gasen, Dämpfen oder deren Mischungen für Gespinstfasern in jeder Form, als Strang, Gewebe, roh, gebleicht und bedruckt.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur--Herstellung von, zur Behandlung von Gespinstfasern dienendem Schaum, dadurch gekennzeichnet, dass durch Austretenlassen von indifferenten, oxydierenden, reduzierenden oder sonstwie chemisch wirkenden, unter Druck stehenden Gasen oder Dämpfen aus porösen Körpern bei einer Temperatur von o bis 950 C in die Behandlungsflüssigkeit Schaumbläschen erzeugt werden, welche diese Gase oder Dämpfe emulsioniert enthalten und verdünnend, oxydierend, reduzierend oder sonstwie chemisch und gleichzeitig auch mechanisch vorteilhaft wirken.
AT84652D 1915-12-06 1916-09-28 Verfahren zur Herstellung von, zur Behandlung von Gespinstfasern dienendem Schaum. AT84652B (de)

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