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Schleifenleiter für Nähmaschinen mit schwingendem oder kreisendem Schleifenfänger.
Die Erfindung betrifft Nähmaschinen, wie sie in den Patentschriften Nr. 56530 und 84442 erläutert sind. Bei den Nähmaschinen dieser Bauart wird der Nadelfaden durch einen schwingenden oder kreisenden Schleifenfänger beim Beginn jedes Nadelhubes erfasst und zu einer Schleife ausgezogen, die, bevor ihr Scheitel eine halbe Kreisbewegung vollführt hat, über den sogenannten Schleifenleiter hinweggleiten, zu Stichen verknotet wird. Während bei der Ausführung nach der erstgenannten Patentschrift der Schleifenleiter am Umfange der Schleifenfängerscheibe angeordnet war, sitzt der Schleifenleiter bei der Nähmaschine nach Patent Nr. 84442 in der Achsenrichtung auf einer Seitenfläche des Schleifenfängers.
Bei beiden Konstruktionen ist der Schleifenleiter mit Fanghaken und Schaltgliedern ausgerüstet, welche die über ihn hinweggleitenden Fadenschleifen auffangen oder durchschlüpfen lassen und so entweder eine Hauptschleife oder eine Nebenschleife bilden, je nach der Art des zu bildenden Stiches. Hierbei hat sich der Nachteil ergeben, dass die Fanghaken nicht immer mit der erwünschten Zuverlässigkeit arbeiten und häufig Schleifen, die frei über sie hinweggehen sollten, * aufgehalten oder ordnungsgemäss aufgefangene Schleifen nicht zur gegebenen Zeit freigegeben wurden.
Die Erfindung bezweckt nun, den Schleifenleiter so einzurichten, dass er mit grösserer Genauigkeit arbeiten kann als bisher und dass er insbesondere nur die Schleifen festhält, die aufgehalten werden sollen und die Schleifen in der erforderlichen Weise wieder freigibt, ohne das Eingreifen einer Aushängevorrichtung-notwendig zu machen. Es soll also der
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gang diese Fähigkeit verliert, unter Beibehaltung der Fähigkeit, die vorher aufgefangene Schleife festhalten zu können, um schliesslich in eine Lage übergeführt zu werden, in der er auch die zuvor aufgefangene Schleife nicht mehr festhalten kann. Ein Fanghaken, der diese Eigenschaften besitzt. ist beispielsweise eine passend geformte Zange, die, geöffnet, eine Schleife abfängt und geschlossen dieselbe festhält, ohne eine weitere Schleife aufnehmen zu können.
In der Zeichnung ist ein Schleifenleiter dieser Art, und zwar in seiner Anwendung auf eine Nähmaschine nach Patent Nr. 84442, in zwei verschiedenen Ausführungsformen veranschaulicht. Die Fig. i, 1 a, 1 bund 2 beziehen sich auf die erste Ausführungsform des Schleifenleiters, und zwar ist Fig. 1 eine Draufsicht des Schleifenleiters von der dem Schleifenfänger zugewandten Seite gesehen, nach Abnahme des Deckels. Fig. 2 ist eine Seitenansicht dieser Darstellung von links gesehen. Fig. 1 a und 1 b veranschaulichen in Einzeldarstellung'die beiden Glieder, welche die Zange bilden, und die Einwirkung eines von aussen in den Schleifenleiter eingreifenden Schalthebels auf die Schenkel der Zange.
Fig. 3 veranschaulicht die Anordnung des Schleifenfängers und des von aussen auf den Schleifenleiter einwirkenden Schalthebels. Fig. 3 a ist eine ähnliche Darstellung, wobei die Schleifenfängerscheibe abgenommen ist, so dass darunter der Schleifenleiter sowie die Vorrichtung zum Festhalten des Schleifenleiters auf dem Schleifenfänger und der Hebel zur
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des Schleifenleiters, und zwar ist Fig. 4 eine Aussenansicht, während Fig. 5 und 6 entsprechende Darstellungen nach Abnahme des Deckels veranschaulichen, wobei in Fig. 5 noch die Daumenscheibe dargestellt ist, welche die Aufgabe des Schalthebels S1 bei der Ausführungsform nach Fig. 1 übernimmt.
Hiernach ist bei der Ausführungsform nach Fig. i und 2 in einer zylindrischen Aussparung des Schleifenleitergehäuses ein Glied Q drehbar gelagert, dessen Finger q wie bei den bekannten Konstruktionen in die Bahn der über den Schleifenleiter hinweggleitenden Fadenschleife ragt. An einem Schwanzstück q1 dieses Gliedes Q sitzt ein zweites Glied R in Form eines Doppelhebels, der um die Achse r drehbar ist und dessen einer Arm r1 sich in seiner Form ungefähr mit dem Schwanzstück q1 deckt, während der andere Arm r2 so geformt ist, dass er den Finger q überdecken kann ; die Teile ql, r1 bilden so gewissermassen die Schenkel und die Teile q, r2 in geschlossener Lage das Maul einer Zange.
Eine Schraubenfeder S, die mit dem einen Ende am Gehäuse befestigt, mit dem anderen an den Arm r2 des Gliedes R angeschlossen ist, sucht das Maul der Zange geschlossen, die Glieder Q, R aber gemeinsam in solcher Lage zu halten, dass die Enden der Teile ql, r1 in
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Ausserhalb des Schleifenleiters ist ein Hebel S1 mittels eines Zapfens s an einem festen Teil der Maschine drehbar gelagert und mit einem Hebelarm S1 verbunden oder aus einem Stück hergestellt, der einen Zapfen'S2 trägt, mit dem er in eine Kurvennut s3 an der Aussenseite des Schleifenfängers g : eift (Fig. 3 und 3 a). Auf diese Weise wird der Hebel S1 durch die Kurvennut gesteuert.
Das freie Ende des Hebels S1 trägt einen besonders gestalteten Kopf, und zwar ist seine eine Hälfte verjüngt, wie es in Fig. 1 a veranschaulicht ist, so dass er, wenn er durch die Kurvennut s3 und den Hebelarm S1 gedreht wird, mit diesem verjüngten Teil unter das Ende'des Schwanzstückes q1 sich schieben und damit das Glied Q verriegeln kann. Die andere Hälfte des Kopfes an dem Hebel S1 ist keilförmig ausgebildet, wie aus Fig. ib ersichtlich ist ; mit diesem keilförmigen Teil kann der Hebel S1 unter das Ende des Hebelarmes r1 greifen und auf diese Weise das Öffnen der Zange bzw. das Abheben des den Teil q überdeckenden Teiles r2 veranlassen, so dass der Finger q frei liegt.
Die Wirkungsweise dieser Einrichtung ist folgende : Vor dem Zeitpunkt, in dem eine Fadenschleife von dem den Fanghaken ersetzenden Finger q aufgehalten werden soll, tritt der Kopf des Hebels S1 durch die Öffnung So in dab Schleifenleitergehäuse und verriegelt zunächst das Glied Q in seiner Stellung, während das Glied R so weit gedreht wird, dass
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Der Finger fängt nun die über den Schleifenleiter gezogene Fadenschleife auf und wenn die Schleife vollkommen über den Finger q gezogen ist, geht der Hebel S1 in seine Ruhe-
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zukehren und das Maul der Zange zu schliessen.
Die beiden Glieder Q und R bewegen sich dann unter dem Zug der Fadenschleife Stich für Stich entgegen der Spannung der Feder S in Fig. i nach abwärts und die Schleife oder Schleifen, welche nicht aufgehalten werden sollen, können über die Rundung des Armes r2 hinwegschlüpfen, ohne dass der Finger sie aufhalten kann. Wenn der Finger q nahezu senkrecht unter dem Loch in der Stichplatte steht, greift das Schwanzstück qu hunter das Ende q2 der Sperrklinke q3 und ist auf diese
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des Schleifenfängers ist ein unter Federdruck stehender Daumen Sxx bei s= drehbar gelagert (Fig. 3 a).
Sobald dieser Daumen in die Öffnung Sx des Schleifenleiters greift und in Eingriff mit dem Arm rl kommt, bewegt er das Glied R, und zwar in dem Sinne, dass die Zange sich öffnet, d. h. der überdeckende Arm r2 sich von dem Finger q abhebt, der nun die bisher festgehaltene Schleife abgleiten lässt, wobei der Finger q bzw. das Glied Q noch immer gesperrt ist, damit, ehe die Schleife tatsächlich abschlüpft. keine Spannung auf dieselbe ausgeübt wird. Unmittelbar darnach kommt der. Daumen Sxx in Eingriff mit einem Zahn q4 der Klinke q3 und schiebt diese entgegen der Wirkung ihrer Feder q5 zurück, so
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Fig i veranschaulichte Ruhestellung zurückführen kann.
Bei der in Fig. 4, 5 und 6 dargestellten Ausführungsform wird das Maul der Zange wieder durch zwei Teile q, r2 gebildet, die aber an zwei sich überdeckenden konzentrischen Scheiben angeordnet sind. Der Finger q sitzt an einer Scheibe qx, die in der zylindrischen Aussparung des Schleifenleitergehäuses gelagert ist und von einer darunter liegenden Spiralfeder derart beeinflusst wird, dass sie in der normalen Stellung die in Fig. 5 gezeigte Lage einnimmt. Der überdeckende Teil r3 sitzt an einer Scheibe rX, die, wie erwähnt, konzentrisch zu der Scheibe qx drehbar ist (Fig. 6). Die Scheibe r-, r steht ebenfalls unter der Einwirkung einer darunter liegenden Spiralfeder, die das-Bestreben hat, den Teil r2 mit. dem Finger q
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anschaulicht ist.
In dem Schleifenleitergehäuse ist nun eine Klinke T auf einem Zapfen t drehbar gelagert und mit einem Sperrzahn t1 versehen, mit dem sie mit dem einen oder dem anderen zweier Einschnitte t2 und t2x der Scheibe q in Eingriff kommen kann. Der Zahn t1 besitzt einen nach oben ragenden Vorsprung t3, der eine abgeschrägte Ob ei Sache hat, mit dem er in einen Einschnitt der darüber liegenden Scheibe ru eingreifen kann. Eine Feder drückt die Klinke T gegen die Scheiben qx, rx.
Die Klinke T besitzt ausserdem einen Ansatz tO, der durch eine Öffnung der Gehäusewand nach aussen ragt und mit Rillen oder Vorsprüngen , t7 einer umlaufenden Nockenscheibe t9 in Eingriff kommen kann. Über der Klinke T liegt eine zweite Klinke T, die um den Zapfen txx drehbar ist (Fig. 6). Die Klinke T'besitzt einen Fortsatz tlx, der mit einer Nase der Scheibe r-in Einsriff kommen kann. Die Klinke T1 steht ebenfalls unter Federdruck und hat auch einen Ansatz, mit dem sie in die Bahn des an der Nockenscheibe t9 sitzenden Daumens t8 ragt.
Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist dieselbe wie bei der zuerst beschriebenen, nur werden die Aufgaben der Teile ql. und r1 sowie der Klinke q3 und des Hebels 51 von den zuletzt beschriebenen Klinken T und T'usw. ausgeführt. Die Scheibe qx ist in der Ruhestellung durch den Zahn il verriegelt und die Scheibe rx wird durch den Druck der schrägen Fläche an dem Vorsprung t3 auf die Kerbe t4 entgegen der Federwirkung zurück-
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wird álso abgefangen und über den Finger q gezogen. Hiernach kommt der Nocken t6 auf der Scheibe t9 in Eingriff mit dem Ansatz tO der Klinke T und zieht diese mit ihrem Zahn t'aus dem Einschnitt t2, wodurch der Finger q etwas vorrücken kann.
Gleichzeitig wird der Vorsprung t3 mit dem Einschnitt t4 der Scheibe rx ausser Eingriff gebracht und gestattet dieser Scheibe, sich zu drehen und mit dem Teil r2 den Finger q zu überdecken, d. h. die Zange zu schliessen. Die Scheibe qx gibt dann unter dem Zug der Fadenschleife Stich für Stich nach, wabei ihr die Scheibe rx folgt.. Wenn der Finger q sich ungefähr in senkrechter Lage unter dem Loch der Stichplatte befindet, kommt der Zahn tl der Klinke T in Eingriff mit dem Einschnitt t2x und verriegelt die Scheibe qx.
Der Nocken auf der Scheibe t9 drückt nun die Klinke T1 etwas nach oben und veranlasst hierdurch den Fortsatz t1x dieser Klinke, gegen die Nase t4x der Scheibe rx zu drücken und diese zurückzudrehen, wodurch die Zange geöffnet und der Schleife die Möglichkeit gegeben wird, von dem Finger abzuschlüpfen, ohne dass sie irgendwelche Spannung erleidet, da die Scheibe qx noch verriegelt ist. Alsdann kommt der Nocken t7 in Eingriff mit dem Ansatz t0 der Klinke T und dreht diese so weit zurück, dass die Scheibe qx wieder freigegeben wird und sofort in die Ruhelage zurückspringt, wobei sie die Scheibe rx mitnimmt.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Schleifenleiter für Nähmaschinen mit schwingendem oder kreisendem Schleifenfänger, bei welchen der Schleifenfänger bei Beginn jedes Nadelhubes den Nadelfaden erfasst, zu einer Schleife auszieht und diese, bevor ihr Scheitel eine halbe Kreisbewegung vollführt hat, an den mit einem Fanghaken versehenen Schleifenleiter abgibt, dadurch gekennzeichnet, dass der Fanghaken aus zwei Gliedern (Q, R) besteht, von denen das eine (Q) bestimmte Schleifen abfängt und zurückhält, während das zweite (R) durch Überdecken des ersten die aufgefangenen Schleifen verriegelt und das Zurückhalten unrichtiger Schleifen verhindert, zu welchem Zwecke beide Glied. er sich wie das Maul einer Zange öffnen und schliessen.