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Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zum Anreichern von Leuchtgas (Kohlengas) mit Öl- oder Kohlenwasserstoffgas. Das Verfahren bezweckt hauptsächlich, die gründliche und vollständige Verdampfung dos einer Retorte zugefthrton Öies oder Kohlenwasserstoffes und dessen Überführung in ein permanentes Gas zu bewirken, welches sich mit dem in derselben Retorte erzeugten Kohlengas v. ermischt und dieses anreichert.
Erreicht wird die Vergasung dadurch, das man das Öl oder den flüssigen Kohlenwasserstoff innerhalb der erhitzten Retoito, in der die Kohle destilliert wird. in Rohren mehrfach hin- und herführt, welche, der fortschreitenden Vergasung entsprechend, immer grösseren Druchmesser erhalten: schliesslich wird der vergaste Brennstoff in die mit Kohlengas erfüllte Retorte eintreten gelassen.
Vorrichtungen, bei welchen Öle oder flüssige Kohlenwasserstoffe durch ein Rohr in eine in einer Gasretorte erhitzte Kammer geleitet werden, sind bereits bei der Ölgaserzeugung angewendet worden, jedoch ist hier nicht Vorsorge getroffen, dass die Gase in der Verdampfkammer mehrmals hin-und hergeführt werden, noch auch dafür. dass den Gasen in der Vergaskammer nach und nach grössere Räume dargeboten werden. Eine Vorrichtung dieser Art ist in der deutschen Patentschrift Nr. 18955 beschrieben. Der Gegenstand dieser Patentschrift bezieht sich auf Einsatzstücke für Ölgasretorten; in der Retorte ist eine Patrone von solcher Form vorgesehen, dass ein Ringraum entsteht. welchen die Gase passieren müssen, so dass sie gezwungen sind. die glühende Wand der Retorte zu berühren.
Der zur Ausführung der vorliegenden Erfindung verwendete Apparat ist in bei-
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Erfindung auf eine von einer Reihe von Retorten. Fig. 2 ist ein Längsschnitt durch eine Retorte mit der Verdampfvorrichtung. Fig. 3 ist ein Querschnitt der Retorte..
5 ist die Stirnwand eines Ofens mit sechs Retorten 6, welche in einer Feuerung 7
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In der nach vorliegender Erfindung eingerichteten Retorte bonndet sich ein schmiede- eiserner Behälter 13, der an einem Ende durch eine aufgeschraubte Kappe 14 geschlossen ist. Der Behälter J. 5 zeigt in den Fig. 2 und 3 cy ! indrische Form, or kann jedoch auch andere Gestalt aufweisen. Dieser Behliter liegt in der Retorte 6 auf feuerfesten Steinen J/) und kehrt sein geschlossenes Ende der Vorderwand der Rotorte zu.
Die Kappe 14 ist in
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der Mitte mit einer Bohrung versehen, durch die ein verhältnismässig enges Rohr 16 hindurchtritt, welches bis nahe an das offene Ende des Cylinders 13 reicht, dann zurückgebogen ist und etwas vor der Kappe 14 endigt. Mit dem Rohr 16 ist ein anderes Rohr 17 verbunden, das durch den Retortenkopf 18 hindurchführt. Mit diesem Rohr 17 ist wiederum ein Rohr 19 verbunden, welches in einen Trichter 21 endigt, unterhalb dessen sich ein U-förmig gebogenes, einen Verschluss bildendes Rohr 20 befindet ; 22 bezeichnet ein höher stehendes Gefäss, das von den Retorten aus Sicherheitsgründen genügend weit entfernt und vorzugsweise mit flüssigen Kohlenwasserstoffen oder mit fetten Ölen gefüllt ist.
Von diesem Behälter 22 geht ein mit einem U-förmig gebogenen Verschluss versehenes Rohr 23 aus, dessen äusserstes Ende unmittelbar über dem Trichter 21 mündet
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Die Wirkungsweise dos Apparates ist die folgende : Nachdem die Retorten 6', deren eine mit der Vorrichtung nach vorliegender Erfindung ausgerüstet ist, mit Kohlen gefüllt sind, worden die Hähne 25 und 26 geöffnet, um Öl aus dem Behälter 22 durch das Rohr 23
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kehren und kann erst dort in die Retorte 6 und zwar an deren hinterem Ende eintreten.
Bevor nun das Öl oder der Dampf in das Steigrohr 9 und von dort in die Vorlage 8 gelangt, muss es erst nach der vorderen Wand der Retorte zurückgehen. Auf diese Weise muss also das Öl vom Augenblick seines Eintrittes in das Rohr 16 an den grössten Theil der Länge der Retorte viermal durchlaufen, bevor es diese verlassen kann. Bei seinem Durchgange durch das Rohr 16 wird das Öl theilweise verdampft und dehnt sich uniedeutend aus : treten der Öldampf und das noch nicht verdampfte Ö) nun aus dem Rohr 16 aus, so dehnt sich der erstere in dem grösseren Raum des Cylinders J3 aus und hier erfolgt eine theilweise Trennung des vollständiger verdampften Öles von den schweren Dämpfen und dem flüssigen Anthoil, indem der Öldampf emporsteigt und die schweren Dämpfe und die noch flüssigen Öltheile nach unten sinken.
Auf diese Weise kann das noch nicht verdampfte Öl nicht nur durch die strahlende Ilitze der Retorte leichter vorgeht werden, sondern es wird auch durch die Berührung mit der erhitzten Seite des Cylinders auf einen sehr hohen Grad erwärmt und verdampft.
Endlich gelangt das vollständig verdampfte Ol bei seinem Austritt aus dem Cylinder13 in den Raum der Retorte 6, in der os sich mit dem Kohlengase vermischt und nochmals die ganze Länge der Retorte durchstreichen muss, bevor es aus derselben entweichen kann.
Dadurch, dass man für die ausdehnung des Öles unmittelbar nach seiner Ver- dampfung sorgt und es zu gleicher Zeit durch die Retorte hin-und herführt, biete, man die günstigsten Bedingungen zum Übergänge des Öles aus dem flüssigen in den gasförmigen
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hohen Tonperatur sichert man ferner die gleichmässige Beschaffenheit des Gases.
Auch wird Ùèh t"llgas ùurch die beständige Circulation dos Öles und die aufeinanderfolgenden
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e@gentlichen Raum der Retorte eintritt, auf dieselbe hohe Temperatur gebracht, die das in der Retorte bonndtichc Kohtengas hat und zwar noch bevor es sich mit letzterem mischt; hieraus ergibt sich die Möglichkeit der äusserst leichten Vermischung beider Gase.
Das Hin- und Herfliessen zwingt das verdampfende 01, eine genügend lange Zeit in der Retorte zu verbleiben und dadurch, dass man dafür sorgt, dass der Öldampf sich in mehreren nacheinander erfolgenden Phasen ausdehnen kann, wird das Öl schnell in den gasförmigen Zustand übergeführt und durch die Ilitze der Retorte auf die gleiche Ausdehnung gebracht, wie das in derselben destillierte Kohlengas.
Pa Ölgas, welches in der mit der beschriebenen Vorrichtung ausgerüsteten Retorte ersziu, werden kann, wird nicht nur mit dem Kohlengase dieser einen Retorte gemischt,
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Es wurde beobachtet, dass das einer Retorte eines Satzes von sechs Retorten zugofthrte @ Ol vollständig genügend ist. um das in allen sechs Retorten erzeugte Gas anzureichern :
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Um von Zeit zu Zeit das Rohr 16 reinigen zu können, verbindet man mit dem
Rohr 17 oberhalb seiner Verbindung mit dem Rohre 19 ein Dampfrohr 27, das mit einem
Hahn 28 versehen ist. Durch Öffnen dieses Hahnes kann Dampf durch das Rohr 16 geblasen werden und dieser entfernt etwaige Unreinigkeiten oder Verstopfungen. In dem
Falle des Zuruckschlagens einer Flamme verhindern die Verschlüsse 20 und 24 den
Durchtritt der Flamme nach dem Behälter 22.