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Anordnung der Regelfeder des Laufwerkes bei mechanischen Zeitzündern für Artilleriegeschosse.
Der mechanische Zeitzünder erfordert einerseits sehr genaue Regelung und damit eine besondere Empfindlichkeit des Mechanismus mit Rücksicht auf die geforderte Genauigkeit, andrerseits soll er den überaus starken Beanspruchungen im Gebrauch - nämlich dem Anfangsstoss beim Abfeuern und den Einwirkungen der Fliehkraft während des Geschossfluges-widerstehen. Beiden Anforderungen, grosse Empfindlichkeit und zugleich grosse Widerstandsfähig- keit, gerecht zu werden, bietet fast unübo windliche Schwierigkeiten ; auch bei relativ vollkommenen Konstruktionen der letzten Jahre ist es immer noch vorgekommen, dass eine grosse Reihe guter Schüsse wieder durch einzelne Blindgänger oder Aufschläger unterbrochen wird, ohne dass die Quelle dieser Fehler aufgefunden werden konnte.
Es erscheint daher manchem Fachmann schon zweifelhaft, ob eine unbedingte Vollkommenheit bei mechanischen Zeitzündern mit Uhrwerk überhaupt erreichbar ist.
Der Erfinder hat es nun unternommen/die heim mechanischen Zünder möglichen Fehler dadurch planmässig zu ermittem* dass die Zünder in von ihm konstruierten maschinellen Versuchseinrichtungen ähnlichen Einwirkungen, insbesondere gleich hohen - Kräften, - wie sie beim Schuss auftreten, nämlich dem Anfangsstoss und der Fliehkraft. unterworfen und hierbei genaueste Beobachtungen hinsichtlich des Ursprungs der Unregelmässigkeiten und Unstimmigkeiten angestellt wurden. Zunächst wurde auf diesem Wege festgestellt, dass es hauptsächlich die etwa infolge einer ungenauen Ausbalancierung auftretende Exzentrizität des Geschgsses das Laufwerk ausserordentlich stark beeinflusst.
Zu einer Feststellung dieser wichtigen Tatsache war man aber bisher auf theoretischem Wege nicht gekommen, während eine praktische Nachprüfung nach dem Schuss deshalb nichts ergeben konnte, weil das Werk dann immer deformiert ist. Es zeigte sich insbesondere, dass selbst, wenn die Unruhe des Uhrwerkes mit Rücksicht auf die Wirkungen der Fliehkraft genau in der Drehachse des Geschosses sitzt, trotz solcher zentrischer Anordnung der Unruhe die geringste Exzentrizität des Geschosses (beispielsweise von Bruchteilen eines Millimeters) schon genügt, das Stehenbleiben des Uhrwerkes oder wenigstens eine Verzögerung des Ganges herbeizuführen. Es ergab sich aus dieser bewussten Erkenntnis die Aufgabe für den Erfinder, diese Möglichkeit der störenden Beeinflussung des Laufwerkes durch entsprechende Massnahmen in der Regelung des Werkes selbst auszuschalten.
Zu diesem Zwecke wurden in den maschinellen Prüfeinrichtungen verschiedene Arten von Regelfedern. verschiedene Arten von Hemmungen und verschiedene Anordnungen der einzelnen Teile der Hemmung durchgeprüft. Als Ergebnis dieser Prüfungen hat der Erfinder gefunden, dass durch' eine verbesserte Anordnung der Regelfeder das Uhrwerk des Zünders unabhängig von den Einwirkungen der Exzentrizität des Geschosses gemacht werden kann. In erster Linie kommt hier eine Verbesserung in Betracht, welche die Lage der Feder mit Bezug auf die Unruhewelle betrifft, und zwar soll die Anordnung so getroffen werden, dass nicht nur die Unruhe selbst genau in der Mitte sitzt, sondern auch deren Regelfeder vollständig genau durch die Mitte der Unruhewelle geführt ist.
In zweiter Linie handelt es sich um die Regelung der Feder selbst, welche gemäss der Erfindung durch symmetrisch von beiden Seiten wirkende Vorrichtungen erfolgt, dass der für die Regelung der Uhrfeder in Betracht kommende Teil der Feder auf beiden Seiten der Unruhachse immer gleich lang bleibt.
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Was den ersten Punkt anbelangt. so wurde bisher ganz seihstvcrständii'h.-'rhon um besondere Vorrichtungen zu ersparen, das Loch zur Durchführung oder Befestigung der Feder durch die Mitte der Unruhewelle gebohrt. wodurch aber die Feder bei ihrer Verstiftung auf eine Seite der Durchbohrung, also ausserhalb der Achse, zu liegen kam. Von diesem Fehler ist
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die kleinste exzentrische Bewegung des Geschosses Störungen im Gange des Uhrwerkes hervorrufen muss.
Einer klaren Erkenntnis stand auch der Umstand im Wege, dass nur relativ wenige Geschosse nicht richtig ausbalanciert sind, und ferner auch beim Vorhandensein einer Exzentrizität
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sich gegenseitig wieder ausgleichen, so dass trotz der fehlerhaften Anordnung das Uhrwerk in der Regel richtig arbeitete, Blindgänger und Aufschläger daher nur in einzelnen Fällen auftraten, dann aber um so unerklärlicher, schienen und allen Beseitigungsversuchen spotteten.
Darin also, dass die Quelle dieser Fehler in ihrer grundsätzlichen Bedeutung erkannt und ihnen dadurch abgeholfen wird, dass die Unruhfeder tunlichst genau durch die Mitte der Unruhe-
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Das Einsetzen der Feder gemäss der Erfindung genau in der Wellenmitte wird nun entweder dadurch erreicht, dass das Loch um so viel seitlich in die Unruhwelle gebohrt wird, als erforderlich ist, die in ihr einseitig verstiftete Feder in die Mittelachse zu bringen, oder in anderer Weise dadurch, dass die Feder in der in der Mitte wie bisher angeordneten Bohrung von beiden Seiten durch konische Stifte oder andere Vorrichtungen zentrisch gehalten wird. Selbstver-
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Was das zweite erfinderische Moment, die Regelung der Feder in symmetrischer Weise zur Welle, anbelangt, so liegt diesem die Erkenntnis zugrunde, dass die bisherige Regelung nur an einem.
Ende der Feder (indem das andere Ende der Feder durch zwei ortsfeste Stifte gehalten ist), gleichfalls von nachteiligem Einfluss ist und sein musste, da die auf beiden Seiten der Unruh- achsen ungleich langen Stücke der Federn erfahrungsgemäss auch einer verschiedenen Beeinflussung durch die Fliehkraft unterworfei sind. Deshalb wird gemäss der Erfindung die Unruh- feder in ihrer Länge durch eine solche Vorrichtung geregelt, welche es ermöglicht, die Regelung auf beiden Seiten vorzunehmen, derart, dass, welche Schwingungszahl oder Federlänge auch immer eingestellt werde, die auf beiden Seiten der Unruhachse liegenden, frei schwingenden Enden der Feder stets gleich bleiben.
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