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Oesterreichische PATENTSCHRIFT Ni. 7664.
CLASSE 37 : HOCHBAUWESEN. a) Tragende und raumabschliessende Constructionen.
ADOLF ACKERMANN IN DÖHREN B. HANNOVER.
Steindecke mit in der Mitte durch Eisen unterstützten Steinreihen und Verfahren zur
Herstellung solcher Decken.
Um bei geraden Gebäudedecken, welche aus einzelnen aneinander gereihten Steinen und diese unterstützenden, beiderseits von den Hauptträgern gehaltenen Trageisen bestehen, eine durchaus sichere, unabhängige Unterstützung jedes einzelnen Steines zu erzielen und der ganzen Decke einen innigen, tragfäbigen Zusammenhalt zu geben, werden nach vorliegender Erfindung Trageisen von eigenartiger Querschnittsform verwandt, welche sich in die in der Steinmitte vorgesehenen Nutheu der Steine hineinlegen und zur Erzielung eines
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wesentlichen U-förmig und nach unten offen sind, so können ihre Hohlräume das unmittelbare Auftragen und Festhalten einer Putzverkleidung der Decke vermitteln.
Die Ernndung bezieht sich aber auch ferner auf eine Anordnung zur Benutzung der vorgenannten Trageisen als Festhaltemittel für einen besonderen Putzträger für die Mörtel- bekleidung der Decke. Ausserdem ist noch ein spezielles Verfahren zur Herstellung der neuen Steindecke Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Zwecks näherer Erläuterung sei auf die beiliegenden Zeichnungen Bezug genommen, in denen in Fig. 1 ein Querschnitt durch die Trageisen und eine darauf ruhende Steinreihe, in Fig. 2 die Längsansicht einer solchen Steinschicht mit Trageisen veranschaulicht ist. Fig. 3 stellt einen Querschnitt durch das Trageisen und die Nuth des Deckensteines in vergrössertem Massstabe dar, während in Fig. 4 die Anwendung des Putzträgers in Seitenansicht und Querschnitt in vergrössertem Massstabc angedeutet ist. a sind die hohlen, unten offenen Trageisen von ungefähr U-förmigem Querschnitt und mit seitlichen Wülsten versehen. In der Mitte der Steine ist eine entsprechende, ge-
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besitzt, um eine genaue Auflagefläche zu erzielen.
Der Zwischenraum zwischen Steinnuthe und Trageisen-Aussenfläche ist mit Mörtel ausgefüllt, so dass eine innige Verbindung zwischen Eisen und Stein erreicht wird.
Ausserdem ist durch geeignete, aus Fig. 1 ersichtliche Profilierung der zu den Trag-
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geeignetes Aufeinanderlagern der Steine stattfindet.
Die Trageisen a legen sich mit ihren Enden auf die Flanschen der Hauptgeschoss- träger oder auf das umgebende Mauerwerk auf.
Die an den Trageisen a vorgesehenen seitlichen Wulste (Fig. 3 und 4), welche zur
Versteifung des Eisens nicht unwesentlich beitragen, erfüllen insofern einen Doppelzweck, als beim Aufsetzen eines Deckensteines der in der Nuth d befindliche Mörtel unter dem Einfluss der vorspringfnden Wulste des Eisens sich fest in den zwischen Nuth und Eisen @ befindlichen Zwischenraum hineinpresst. Ein nachträgliches Emporheben des Steines ist
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nach dem Erhärten des MÖrtels ausgeschlossen, Andererseits erfüllen aber auch die eisenwulste den wichtigen Zweck, das sichere Festhaften der unter der Decke anzubriungae Putzbekleidung unmittelbar zu ermöglichen.
Der Putz dringt beim Bewerfen in die Fuge und in die seitlichen Ausbuchtungen der Trageisen ein und wird auch ohne Anwendung besonderer Mittel sicher festgehalten.,
Will man noch einen besonderen Patzträgor, z. B. zur haltbaren, feuersicheren Unterkleidung der freiliegenden unteren Flanschen der Hauptdeckenträger, anwenden, so können, wie in Fig. 4 angegeben, federnde Haltebügel i vorgesehen werden, welche sich in den Ausbuchtungen des Trageisens festklemmen und ein Drahtgeflecht oder dgl. f tragen, welches als Putzträger dient.
Will man die im Vorstehenden geschilderte Decke sicher und ohne umständliche Vorkehrungen mit der nöthigen Genauigkeit verlegen, so geschieht dies nach folgendem, in den Bereich der vorliegenden Erfindung gehörigen Verfahren : Um zunächst die Trageisen in gleicher Entfernung, entsprechend den jeweiligen Dimensionen der Deckensteine, zu verlegen, benutzt man einen mit Stiften c versehenen Stützbalken b (Fig. 1 bis 3),
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Balkan b besonders bei grossen Spannweiten dem zu verlegenden Trageisen a die erforderliche Unterstützung gegen Durchbiegen, anderentheils geht das Verlegen der auf die Stifte c aufzusetzenden Trageisen genau und schnell von statten, da diese Stifte die richtige Entfernung angeben.
Um nun nach dem so erfolgten Verlegen der Trageisen ein gleichmässiges Aufsetzen der einzelnen Deckensteine zu ermöglichen, so dass die Flächen der Steine genau aneinander passen, ist in der in der Stein mitte angebrachten Nuth d eine besondere Stütz-oder Auf- legeleiste g vorgesehen (vergl. Fig. 3). Diese Stützleisten in den Stpinnuthon hilden gewisser-
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Der vor dem Aufsetzen des Steines in die Nuth eingebrachte Mörtel presst sich beim Aufsetzen in die Zwischenräume zwischen Trageisen und Nuth, so dass dieser Zwischenraum vollständig ausgefüllt wird und der Mörtel die innige Verbindung von Trageiscn und Steinen vermittelt.
Würde man die Stützleiste y in der Steinnuth nicht vorsehen, so würde man ohne Zweifel diese Steine nicht in der genau gleichen Höhenlage verlegen können, indem je nach der Beschaffenheit und Menge des Mörtels der eine Stein tiefer als der andere sich auf dem Trageisen festsetzte.
Es können natürlich mehrere der in der Zeichnung dargestellten Stützl) alken Anwendung finden. Sie können ausser der beiderseitigen Unterstützung noch beliebige weitere Unterstützung an anderer Stelle erhalten, wie in der Zeichnung bei h angedeutet.
Nachdem der auch in die Seitenfugen der Steine eingebrachte Mörtel abgebunden hat, kann man den Stützbalken b entfernen und erhält eine Decke, welche eine zusammenhängende, äusserst tragfähige Platte bildet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Eine Steindecke, dadurch gekennzeichnet, dass die bekannte, in der Steinmitte erfolgende Unterstützung durch hohle, unten offene Einlage-Trageisen mit seitlichen Wulsten bewirkt wird, welche nicht allein jeden Stein einzeln und unabhängig in seiner Lage sichern, sondern gleichzeitig das Festhalten von unmittelbar aufgetragener Mörtel-od. dgl.
Beckleidung vermitteln und die Tragfähigkeit wesentlich erhöhen.