AT72655B - Webstuhl zur Herstellung gemusterter Plüsch-, Samt- und Schlingengewebe. - Google Patents

Webstuhl zur Herstellung gemusterter Plüsch-, Samt- und Schlingengewebe.

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  Webstuhl zur Herstellung gemusterter Plusch-, Samt- und Schlingengewebe. 



   Zur Herstellung gemusterter Plüsch-, Samt-und Schlingengewebe werden Schaftund Jacquardwebstühle verwendet, welchen eine Spulenleiter beigegeben ist, die die Spulen der   Polkettenfäden   trägt. Da die gebräuchlichen   Kettcnspulen viel   Raum einnehmen urd jede Spule mit einem Gegengewicht zur Spannung des Fadens ausgestattet ist und da eine sehr grosse Anzahl von Spulen erforderlich ist, wird die Spulenleiter sehr gross und kann daher nicht im Webstuhl untergebracht, sondern muss   rückwärts   ausserhalb des Stuhles aufgestellt werden, wodurch sehr viel Raum erforderlich ist. 



   Zur Vermeidung dieses Nachteiles ist bereits vorgeschlagen worden, die Polkettenfäden auf   Kötzerspuien   (Warpkops oder   dgl.)   aufzuspulen und diese, was infolge ihres geringen Raumbedarfes möglich ist, auf einem unmittelbar im Webstuhl angeordneten   Spulenträger   unterzubringen. 



   Die Verwendung von   Kötzerspulen   für die Polkettenfäden wurde aber für Webstühle zur Herstellung gemusterter plüsch-, samt-und schlingenartiger Gewebe erst wirklich möglich, als an Stelle des bei den üblichen Spulen die Fadenspannung regelnden Gewichtes, welches bei Kötzerspulen nicht verwendbar ist, die Spannvorrichtung nach der Erfindung gefunden sowie eine Einrichtung geschaffen wurde, welche es ermöglichte, beim Auftrennen des Polgewebes zur   Berichtigung   von   Webfehlern, jede   einzelne Fadenschleife 
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 gewebt werden. Bisher wurde dies durch die an den Spulen angeordneten Gewichte erreicht, die, wie erwähnt, bei Anwendung von Kötzerspulen entfallen mussten. 



   Erst die Erfindung dieser beiden Vorrichtungen ermöglichte eine   zweckmässige   Benutzung der   Kotzerspulen lum Aufspulen   der Polkettenfaden und die Erreichung der mit der Auwendung dieser Spulen verbundenen Vorteile. Die Spannvorrichtung wird nach der   Gründung durch   in   Reihen   angeordnete Spannrollen gebildet, deren jede Reihe von RoHen lose auf einer gemeinsamen Welle sitzt. Die Fäden werden über die Spannrollen mit in regelmässiger Folge wechselnder Umlaufsrichtung geführt, wodurch die erforderliche   Spannung   und Selbstregulierung der Spannung jedes einzelnen Fadens gewährleistet ist Jeder Polkettenfaden trägt eine zweckmässig in Führungen bewegliche Belastungslamelle, die   heim Auftrennen   des Polgewebes die Fadenschleife gespannt hält.

   Die Lamellen belasten die Fäden aber nur, wenn Webfehler beseitigt werden sollen, während beim   normalen   Gang des   Webstuhles   die Lamellen so weit emporgehoben sind, dass sie die Fäden nicht beanspruchen. 



   Die Zeichnung veranschaulicht den Erfindungsgegenstand in beispielsweiser Ausführungsform in Fig. 1 teilweise in Ansicht und teilweise im Schnitt. Fig. 2 zeigt einen Teil des Spulenträgers mit Spulen in grösserem Massstabe und Fig. 3 bis 7 geben Einzelheiten wieder. 



   Die Ausbildung des   Jacqaardwebstubles   ist bis auf den Träger der Spulen der Polkettenfäden die übliche. Die Grundkette a wird vom Kettenbaum b über den Streich- 
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 welchen die Polkettenfäden in einfachen oder in Kreuzwindnngen aufgespult sind. Die Spulen sind nicht in der Richtung zum Webstuhl, sondern entgegengesetzt aufgesteckt,   was den Vorteil hat, dass der Weber die Spulen auch während des Laufes des Stuhles ohneweiters umstecken und leere durch volle Spulen ersetzen kann, was nicht möglich   ist, wenn die Spulen umgekehrt angeordnet sind und die Zugänglichkeit zu den Spulen durch den vorgelegten Harnisch gehindert ist.

   Vor den Spulenspitzen sind Führungsschienen, und zwar für jede Spulenreihe eine Schiene 1, angeordnet (Fig. 2 und 3), welche Führungsaugen   m   für die Fäden enthalten. Die Schienen l sind schwingbar gelagert und sind in Hochkantstellung, wenn sie die Polfäden führen, können aber flach umgelegt werden, um das Aufstecken der Spulen k auf die Spindeln zu erleichtern. Nachdem die Polkettenfäden durch die Augen m der Führungsschienen l bindurchgegangen sind, passieren sie die Bohrungen   n   im   Spinnbrett i, gehen zwischen   vor denselben angeordneten mit Plüsch überzogenen, aufklappbaren Führungsleisten o hindurch und gelangen über Spannrollen p. Für jede Spulenreihe ist eine Reihe Spannrollen p vorgesehen, die lose auf einer gemeinsamen Welle r sitzen (Fig. 2 und 4).

   Die Fäden sind mit in regelmässiger Folge wechselnder Umlaufsrichtung über die Spannrollen p geführt ; wenn also der 1, 3,5, 7 usw. Faden der Reihe in der Richtung der   Uhrzeigerbewegung     tiber   die zugehörige Spannrolle läuft, ist der 2,   4,   6, 8 usw. Faden der Reihe über die zugehörige
Spannrolle in umgekehrter Richtung, also entgegen der Richtung der Uhrzeigerbewegung, geführt. Hiedurch ist es möglich, trotz der von den einzelnen Spulen abgewickelten ver-   schiedenen   Fadenlängen und der Vermeidung von Gewichten zur Fadenspannung, allen
Fäden die entsprechende Spannung zu erteilen und diese stets aufrecht zu erhalten, da sich die Fadenspannungen infolge der wechselnden Umlaufsrichtung der Fäden über die
Spannrollen p immer selbsttätig regulieren. 



   Von den Spannrollen p werden die Polkettenfäden über die Stäbe s durch ein horizontal angeordnetes Blatt t über Stangen   i", v zu drin   Schäften bzw. zum Harnisch geführt (Fig. 1). 



   Um beim Auftrennen des Polgewebes zur Berichtigung von Webfehlern die Spannung der vom Gewebe abgetrennten Fadenschleifen aufrecht zu erhalten, ist eine Ausgleichs- oinrichtung vorgesehen. Jeder Faden ist durch ein Auge einer Belastungslamelle w geführt (Fig. 5,6 und 7), welche verschiebbar in Führungsnuten x von Führungsschienen y angeordnet ist. Bei normalem Gang des Webstuhles werden alle Belastungslamellen u mittels eines (in der Zeichnung nicht veranschaulichten) Schiebers emporgehoben, so dass 
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