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Die Erfindung bezieht sich auf eine mehr- bis vielfädige Fadenvorlage in Form eines Gewirkes aus elastischen Fäden.
Bei verschiedenen der zur Zeit angewendeten Strick-, Wirk- und Webeverfahren ist es erforderlich, einer Textilmaschine, etwa einer üblichen Rundstrickmaschine, gleichzeitig eine Vielzahl von Fäden vorzulegen. Hiezu werden üblicherweise grosse Kreuzspulengestelle nahe der Textilmaschine angeordnet, um Fäden von einer Anzahl einzelner, auf dem Gestell befestigter Spulen zu liefern. Hiebei ist jeder Faden auf eine eigene Halterung
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nicht miteinander verwirrt werden, wenn der Strick- bzw. Wirk- oder Webvorgang durchgeführt oder verbrauchte Garnvorräte ersetzt werden. Um diese Gefahr zu verringern, wurden die Spulengestelle im allgemeinen so aufgebaut, dass zwischen den einzelnen Garnspulen grosse Abstände vorhanden waren, die dem Bedienungspersonal eine leichtere Überwachung und ein leichteres Ersetzen der Spulen am Rahmen ermöglichten.
Um den für die den Garnvorrat tragende Anordnung benötigten Raum zu verringern, wurden bereits schlauchförmige, gewirkte oder gestrickte Fadenvorlagen vorgeschlagen, die der Maschine einen einzelnen oder mehrere Fäden zuführten und die sich während des Abziehens des Fadens auflösten. Hiezu sei beispielsweise auf die USA-Patentschriften Nr. 3, 540, 084 und Nr. 3, 542, 084 verwiesen.
Neben dem Vorteil des geringeren Raumbedarfes wird durch die gestrickten bzw. gewirkten Fadenvorlagen dieser Art der Transport des Garns wesentlich erleichtert, da eine grössere Garnmenge je Volumeneinheit untergebracht werden kann und da das Gesamtgewicht durch das Fehlen der Spulenkörper erheblich verringert wird.
Bisher hatten jedoch die gestrickten oder gewirkten Fadenvorlagen entweder die Form eines einzelnen flachen Streifens oder Bandes oder die Form eines gestrickten oder gewirkten Schlauches. Während die Streifen oder Bänder für einige Arten von Garnen ganz zufriedenstellend waren, ergaben sich dann Schwierigkeiten, wenn hochelastisches Material, etwa Polyurethanfäden, einem derartigen streifenformigen Fadenbiindel gleichformig zugeführt und entsprechend auch gleichförmig abgenommen werden sollte, um zur Textilmaschine zu gelangen.
Diese Schwierigkeiten ergeben sich zumindest teilweise dadurch, dass das elastische, zusammendrückbare Gewirke die Neigung hat, sich in sich selbst zu kräuseln. Ferner ist es klar, dass bei Hochgeschwindigkeitsmaschinen eine gleichmässige Zuführung des Garns sichergestellt werden muss, um teure Verzögerungen infolge von Fadenbruch oder Fadenverflechtungen zu vermeiden. Es war daher erforderlich, besonders aufgebaute Einrichtungen zu verwenden, um dieses Material richtig zuzuführen und die Fäden abzuziehen, wodurch zumindest teilweise die vorstehend erwähnten wirtschaftlichen Vorzüge, Kompaktheit und geringes Gewicht, wieder ausgeglichen wurden.
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richtig von dem Schlauch trennten oder von ihm frei kamen, da die Reihen dicht nebeneinander gelöst werden mussten, was häufig zu einer Verflechtung der Fäden führte.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, diese Schwierigkeiten zu vermeiden und einen Garnvorrat für eine Vielzahl von Fäden eines elastischen Garns zu schaffen, der für den Transport einen kompakten Aufbau hat und eine leichte Zufuhr zu unterschiedlichsten Textilmaschinen ermöglicht.
Die erfindungsgemässe Fadenvorlage wird insbesondere dadurch erhalten, dass das Gewirke aus einem zweifonturigen Kettengewirke besteht, bei welchem zwei Fadenscharen in gegensinniger Trikotbindung verlegt sind, wobei zwischen zwei aufeinanderfolgenden Maschen ein Faden der einen Fadenschar sich jeweils mit einem Faden der andern Fadenschar kreuzt.
Das Doppelstricken in gegensinniger Bindung dient zur Verringerung oder Ausschaltung der Neigung des sehr elastischen Garns, sich in sich selbst zu verdrehen. Es hat sich gezeigt, dass beim erfindungsgemässen Verfahren, anders als bei einem einfachen Kettengewirk, das gleichförmige Trennen oder Freigeben der Vielzahl von Fäden möglich wird. Erfindungsgemäss ist auch vorgesehen, dass das Gewirke an seinem der Textilmaschine vorzulegenden Ende frei abstehende Fadenenden zum Erfassen durch die Maschine aufweist.
Die doppeltgewirkte flache Bahn wird z. B. dadurch hergestellt, dass jeder Faden in zwei benachbarten Maschenstäbchen der Bahn verstrickt wird. Ein Stäbchen aus Schlingen jedes Fadens befindet sich an einer Seite der Bahn und bildet einen Teil von dieser, während das benachbarte Stäbchen aus Schlingen an der gegenüberliegenden Seite der Bahn vorgesehen ist und einen Teil von dieser bildet. Es ist selbstverständlich klar, dass die Breite der Bahn im wesentlichen durch die Anzahl der sie bildenden Fäden bestimmt wird und dass irgendeine gewünschte Anzahl zwischen sehr wenigen und hunderten von Fäden in dem erfindungsgemässen Bündel untergebracht werden kann.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine Seite des Gewirkes gemäss der Erfindung. Fig. 2 zeigt stark vergrössert den gestrichelt in Fig. l umrandeten Bereich, Fig. 3 zeigt schematisch das Muster eines Teiles eines Fadens aus dem Bereich der Fig. 2. Fig. 4 zeigt schematisch eine Art der Stapelung des Fadenbündels.
Das in Fig. 1 dargestellte flache Gestricke oder Gewirke --10-- hat an einem Ende-12-eine
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Vielzahl von lockeren Faden-14--. Das Gewirke --10-- kann in Form eines Streifens oder Bandes auf einer Kettenwirkmaschine, etwa einer Raschelmaschine mit zwei Nadelbetten zur Herstellung von Raschelware erzeugt werden.
Durch Verwendung einer vorstehend erwähnten Doppel-Nadelbettmaschine erhält man ein ausgeglichenes Gewirke, bei dem die Seiten-16 und 17--verhältnismässig stabil sind und sich nicht kräuseln oder nach innen zur Mitte des Gewirkes--10--rollen. Man erhält also ein flachliegendes Gewirke. Die verwendete,
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dem Gewirke, das gleichzeitig zwischen Druckrollen oder durch geeignete Gewichte zurückgehalten wird.
Die im bevorzugten Ausführungsbeispiel verwendete Wirkart ist stark vergrössert in Fig. 2 gezeigt, die z. B. den gestrichelt umrandeten Bereich --18-- des Gewirkes --10-- aus Fig.1 darstellt. Man erkennt, dass das
Gewirke in Fig. 2 in Länge und Breite gestreckt dargestellt ist, um den Aufbau deutlicher erkennbar zu machen.
Fig. 2 zeigt eine Anzahl von Stäbchen, von denen zwei bei--20 und 21--dargestellt sind. Ist das Gewirke nicht gedehnt, so verlaufen die Schlingen in jedem Stäbchen an den beiden Flächen des Gewirkes im allgemeinen parallel und nicht versetzt, wie dies zur besseren Klarheit in Fig. 2 angedeutet ist. Um das Muster noch deutlicher zu machen, ist in Fig. 3 ein einzelner Faden --24-- dargestellt, während die andern Fäden weggelassen sind.
Das Muster ähnelt dem der Trikotware und besteht aus jeweils von einem Stäbchen zum benachbarten Stäbchen abwechselnden Schlingen für jeden Faden, wobei die Schlingen im fertigen Streifen--10--an gegenüberliegenden Seiten oder Flächen dieses Streifens liegen. Dies ist in den Fig. 2 und 3 für den Faden - -24-- zu erkennen, der eine Schlinge --26-- im Stäbchen --21-- und die nachfolgende Schlinge --28-- im Stäbchen --20-- bildet.
Man erkennt auch für den Faden-22-, daB er Schlingen, etwa 30 im Stäbchen --20-- an einer Seite des Streifens --10-- bildet, die der in Fig. 1 gezeigten Seite gegenüberliegt, während seine Schlingen im Stäbchen--21--, etwa die Schlinge --32-- an der in Fig. 1 erkennbaren Seite oder Fläche des Streifens --10-- liegen.
Dieser Aufbau des Streifens --10-- wird durch Zusammenfassung der Schlingen verschiedener Fäden im gleichen Stäbchen erreicht. So werden beispielsweise die Schlingen --34-- des Fadens --24-- im Stäbchen --20-- an einer Seite des Streifens-10- (Fig. 2) mit den Schlingen --36-- des Fadens --38-- zusammengefasst. Im Stäbchen --20-- sind die entsprechenden Schlingen des Fadens--24--und des Fadens - selbstverständlich auf der Seite des Streifens --10-- zusammengefasst, die in Fig. 1 gezeigt ist, während im Stäbchen-21-die Schlingen-26-des Fadens-24-mit einem andern Faden--39-- zusammengefasst sind.
Bei Anwendung dieses textilen Aufbaues mit hochelastischen Garnen erhält man ein stabiles Gewirke, d. h. ein solches, das nur geringe Dralleigenschaften aufweist, wenn es überhaupt eine Drallneigung zeigt, was sonst an einem Kräuseln oder Verwinden zu erkennen ist. Ferner wird eine gleichförmige Freigabe und ein gleichförmiges Zerfasern möglich, da die hochelastischen Fäden gestreckt werden, so dass die
Schlingen durch eine Schlinge in einer benachbarten Reihe leichter herausgezogen werden können, als dies bei andern Garnarten der Fall ist.
Das streifenförmige Gewirke--10--kann sehr kompakt in Behältern gestapelt werden, wie dies in Fig. 4 angedeutet ist, wobei eine Befestigung mit Festonstich ein unmittelbares Herausnehmen des Gewebes--10-- aus dem Behälter und die Beförderung durch eine geeignete Zuführeinrichtung, etwa ein Paar angetriebener Druckrollen, zu einer Textilmaschine ermöglicht.
Das Trennen der Fäden --14-- vom Gewebe --10-- erfolgt selbstverständlich zwischen der Zuführeinrichtung und der Textilmaschine, wobei die Ablegevorrichtung der Textilmaschine in einer Richtung die Zugkraft auf die Fäden --14-- erzeugt und die Trenneinrichtung eine Haltekraft auf den gestrickten Teil des Gestrickes oder Gewirkes --10-- ausübt. Man erkennt, dass die Grösse der zum Trennen erforderlichen Kraft durch Steuerung der Lockerheit, mit der das Gewirke erzeugt wird, reguliert werden kann.
Das Ende--12--des Gestrickes oder Gewirkes --10-- besteht selbstverständlich aus einer Reihe von Schlingen und den Fadenenden-14--, die die Schlingenreihe durch die vorhergehende Schlinge in der vorhergehenden Reihe zunächst des einen Stäbchens und dann des andern Stäbchens gleiten lassen, wenn auf sie Zug ausgeübt wird. Wird beispielsweise am Ende --40-- des Fadens (Fig. 3) gezogen, so rutscht die Schlinge --42-- im Stäbchen --20-- durch die vorhergehende Schlinge--44--und bei weiterem Zug am Ende --40--löst sich die Schlinge --46-- im Stäbchen --21-- von der vorhergehenden Schlinge--48--.
In dieser Weise wird von Stäbchen zu Stäbchen gewechselt, bis das gesamte Gestricke oder Gewirke --10-- verbraucht ist.
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