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Die Erfindung betrifft eine Flachwirkmaschine zur Herstellung von Kettenspitzen mit einer Reihe durch- lochter Stangen zum Führen von Kettfäden, die voneinander unabhängig, parallel zu den in einer Reihe lie- genden Wirknadelspitzen in zyklischer, vorprogrammierter Weise, z. B. über einen Jacquardmechanismus, ge- geneinander längsverstellbar sind, um die zwischen den Stangen und Nadeln gespannten Kettäden entsprechend zu verkreuzen, und mit Maschenlegenadeln, die quer zu den vorübergehend ruhenden Stangen Maschenfäden durch die verkreuzten Kettfäden hindurchstossen und anschliessend um die Wirknadeln legen.
Eine Spitze wird ganz allgemein nach der Reichhaltigkeit ihres Motivs beurteilt, u. zw. ist dafür mass- gebend einerseits die Grösse des Motivs und anderseits die Anzahl der darin vorkommenden, seine Freiheit'be- dingenden Varianten, wie z. B. Schattierungen, durch stellenweise in bezug auf die Kettfädenrichtung mehr oder weniger dichtes Verlegen von Schussfäden und Hervorheben gewisser Umrisse durch Stickfäden, Netzgrund und darin enthaltene, mehr oder weniger verschiedenartige Durchbrechungen.
Auf ein und derselben Wirkmaschine können natürlich Spitzen mit praktisch unbegrenzt verschiedenen
Motiven hergestellt werden, jedoch ist der Reichhaltigkeit dieser verschiedenen Motive je nach Bauart der
Maschine eine Höchstgrenze gesetzt.
Tatsächlich müssen die die Reichhaltigkeit des Motivs bedingenden einzelnen, auf der Maschine beweg- lichen, die verschiedenen Fäden führenden und miteinander verbindenden Maschinenelemente in einem ver- hältnismässig eng begrenzten Raum untergebracht werden, da oberhalb einer gewissen Entfernung von der Linie, an der sich die Spitze bildet (z. B. der zuletzt gewirkten, noch in den Nadeln hängenden Maschenreihe), diese
Elemente nicht mehr funktionsfähig wären.
Grundsätzlich ist es zwar möglich, mit einer Maschine, auf der eine Spitze hergestellt wurde, deren
Motiv diese Höchstgrenze an Reichhaltigkeit erreicht hat, auch noch eine Spitze mit einem noch grösseren
Motiv herzustellen ; aber man muss dann in diesem Motiv auf entsprechende Varianten in Blume und Grund ver- zichten, so dass die Spitze dabei schliesslich nicht reichhaltiger wird.
Umgekehrt kann mit derselben Maschine auch eine Spitze hergestellt werden, deren Blume und Grund durch noch weitere Varianten verfeinert sind, wobei jedoch eine entsprechende Verkleinerung des Motivs in
Kauf genommen werden muss, so dass auch in diesem Fall die Spitze nicht reichhaltiger wird.
Die Spitzen mit den weitaus reichhaltigsten und allerschönsten Motiven werden nach dem Webverfahren auf dem in der Industrie wohlbekannten Leavers-Spitzenwebstuhl hergestellt. Die Arbeitsweise der Laever-Maschine ist allseits als besonders unwirtschaftlich und auch als sehr schmutzig bekannt.
Wesentlich wirtschaftlicher und sauberer kann man Spitzen auf den in der Industrie ebenfalls bekannten Rachelmaschinen nicht durch Weben, sondern durch Wirken herstellen.
Nun ist aber eine gewirkte Spitze so sehr viel weniger reichhaltig in ihrem Motiv, dass ein Fachmann es ohne weiteres jeder Spitze beim Betrachten ihres Motivs ansieht, ob sie nur auf einer Leavers-Maschine als gewebte Spitze oder auch auf einer Rachelmaschine als gewirkte Spitze herstellbar ist.
Es wurde auch schon eine Spitzenwirkmaschine mit gewissen, dem Leavers-Spitzenwebstuhl verwandten Bestandteilen vorgeschlagen. Diese Spitzenwirkmaschine, auf der die erfindungsgemässe Maschine aufbaut, vereinigt im wesentlichen folgende Bestandteile : ein Bündel durchlochter, geradlinig paralleler, zueinander längsverstellbarer, itnfolgenden als Stangen be- zeichneter Stahlbänder, eine zu dem Stangenbündel parallele Nadelreihe, wobei an die Nadeln Fäden führen, die durch die Löcher der Stangen hindurch, zwischen dem Stangenbündel und der Nadelreihe ein Fadenvlies spannen, dessen Fäden, je nach ihrer Bestimmung in der herzustellenden Spitze, als Kett-, Schuss- oder Stickfäden zu bezeichnen sind, eine zu demselben Stangenbündel parallele Reihe flacher Legenadeln,
die zur Achse des Stangenbündels senkrecht und zu den einzelnen Nadeln parallel verlaufend in die zur Nadelreihe führenden Fadenscharen hineinund herausschwingbar gelagert sind, von denen jede einer der Nadeln zugeordnet ist und hinter einer vorderen, zu den Fadenscharen schräg verlaufenden Kämmkante einQuerloch für den Durchtritt eines zu der zugeordneten Nadel führenden Maschenfadens aufweist, wobei dieses Querloch als ein hinter der betreffenden Kämmkante entlang gezogener, zwischen seinen beiden Enden quer ausgeweiteter Schlitz ist, und einen Antrieb, der zyklisch während jedes eine Maschenreihe erzeugenden Arbeitsschrittes der Maschine zuerst die Stangen gegeneinanderlängsverstelltund so in den Fadenscharen die verschiedenen Fäden gemäss dem erstrebten Spitzenmotiv verkreuzt,
während die Legenadeln sich ausserhalb dieser Fadenscharen befinden, anschliessend die Legenadeln, bei ruhenden Stangen, durch die Fadenscharen stösst und dabei mit deren Kämmkanten in den betreffenden Fadenscharen die Fadenverkreuzungen von den Stangen weg zu den Nadeln hinkämmt und den durch die Legenadeln laufenden Maschenfaden durch'die Fadenscharen hinter den Fadenverkreuzungen mitzieht, um ihn in den Bereich der Nadeln zu stossen, und schliesslich die Legenadeln in ihre Ausgangsstellung zurückbringt.
Bei dieser bekannten Maschine, bei der dieLegenadeInkeinesogenannteFadentrennspitze aufweisen, durchkämmen die Legenadeln die Fadenscharen auf einem Weg, der sie fortwährend von den aneinanderliegenden Kanten der Stangen entfernt, wobei sie die durch diese Stangen führenden Fäden der Scharen immer weiter weg
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von den Stangenkanten begegnen, so dass die Selektivität der Legenadeln gegenüber den Fäden der Scharen unbestimmt ist und vor der ersten Stange bis zur letzten des Stangenbündels dauernd und unbestimmt abnimmt.
Unter diesen Umständen ist auf dieser bekannten Maschine keine Spritze mit vorprogrammiertem Motiv herstellbar.
Aber auch selbst wenn auf dieser Maschine eine Spitze hergestellt werden könnte, würde auch ihr Motiv, infolge der fehlenden Selektivität der Legenadeln im hinteren Bereich der Fadenscharen, weniger reichhaltig ausfallen als das einer auf einer Rachelmaschine herstellbaren Spitze.
Da ferner bei den von den Legenadeln im hinteren Bereich der Fadenscharen zuletzt erreichten Fadenver- kreuzungen die verkreuzten Fäden einander sehr nahe liegen, kann nicht einmal erwartet werden, dass ein zu- erst von der Maschine hergestelltes Muster auch fortwährend auf der weiterrückenden Spitzenbahn treu wieder- holt wird, zumal, wie schon erwähnt, die Trennung der Fäden nicht etwa durch eine scharfe Trennspitze, son- dern durch ein mehr oder weniger frontales Vorstossen der gesamten Kämmkante der Legenadeln in die Faden- scharen bewirkt werden soll.
Demgegenüber kennzeichnet sich gemäss der Erfindung die Wirkmaschine dadurch, dass die Legenadeln der
Maschenfäden in an sich bekannter Weise auch noch als Niederdrückplatinen für die Kettfadenverkreuzungen von den Stangen weg zu den Wirknadeln hin ausgebildet und mit ihren Fadentrennspitzen knapp unterhalb der Stan- gen vorüberstreichend beweglich sind, und dass das in an sich bekannter Weise im wesentlichen in der Bewe- gungsrichtung der Legenadeln länglich gehaltene Loch, in dem der jeweilige Maschenfaden in der ihm zuge- ordneten Legenadel geführt ist, zum Leerlauf der Legenadeln gegenüber den zugehörigen Maschenfäden über mindestens einen Teil, insbesondere den grössten Teil, ihrer gesamten Wegstrecke durch die verkreuzten Kett- fäden, zwischen den Stangen und den Wirknadeln reicht.
Vorzugsweise ist die vordere Niederdrückkante der Legenadel konvex gekrümmt, wobei die Steigung dieser
Kante von der Trennspitze weg, eventuell nach einer gegebenenfalls anfänglich konkaven Krümmung, gegen- über der Vorschubrichtung der Legenadel fortlaufend abnimmt.
Bei einer bevorzugten Ausführung der Flachwirkmaschine weist der den Wirknadeln zugekehrte Rand der
Legenadel hinter ihrer Vorderkante und dem dahinter liegenden Längsloch eine Ausnehmung für den Querdurch- tritt der Nadelspitzen bei vorgestossener Legenadel auf. Um zu verhindern, dass der die Kettfadenscharen ein- schliessende Winkel einen unzulässig grossen Wert annimmt, wenn eine grosse Zahl von Kettfaden-Führungsstan- gen angeordnet werden, ist es vorteilhaft, dass der Abstand der Unterkanten der Stangen zum Führen der Kett- fäden von der Abschlagebene für die Maschen ein Vielfaches des Abstandes der Köpfe der Wirknadeln von der- selben in der Hochstellung der Wirknadeln beträgt.
Die Unterbringung einer grossen Anzahl der genannten Stangen ist für die Erzielung einer reichhaltigen
Spitze, d. h. einer Spitze mit im weiten Umfang veränderlichen Motiven und verhältnismässig grossem Umfang, wesentlich.
Die mit der erfindungsgemässen Flachwirkmaschine herstellbare Spitze unterscheidet sich als Kettenwirkware von bisher gewirkten Kettenspitzen durch eine grössere Grösse des Motivs und/oder eine grössere Anzahl darin auftretender, seine Feinheit bestimmender Varianten gebundener Fadenverkreuzungen, d. h. durch ein Motiv, das maschinell bisher nur in einer insbesondere auf dem wohlbekannten Leavers-Spitzenwebstuhl hergestellten, gewebten Spitze darstellbar war.
Eine besondere Ausgestaltung der mit der vorangeführten Flachwirkmaschine herstellbaren Spitzebesteht erfindungsgemäss darin, dass sie benachbarte Maschenstäbchen aufweist, die in verschiedenen, über das ganze Spitzenmotiv frei wählbaren Abständen in Stäbchenrichtung durch Kett-, Schuss- und eventuell Stickfäden unter Bildung eines Tüllgrundes mit Durchbrechungen, die von der Grösse der Mascheneinheit verschiedene Grössen haben, untereinander verbunden sind.
Es können also zum ersten Mal in einer maschinell gewirkten Spitze im Netzgrund gegenüber der allgemeinen Netzmaschengrösse grössere, das Spitzenmotiv reichhaltiger bzw. anziehender gestaltende Durchbrechungen erhalten werden.
Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert, wobei noch weitere Merkmale und Vorteile des Erfindungsgedankens zum Ausdruck kommen.
Fig. 1 zeigt schematisch und im Querschnitt bestimmte Teile einer erfindungsgemässen Wirkmaschine zum Herstellen von Spitze. Fig. 2 und 3 zeigen schematisch im Querschnitt und im Aufriss bestimmte Teile einer abgewandelten Ausführungsform der erfindungsgemässen Wirkmaschine. Fig. 4 bis 7 zeigen in ähnlicher Weise wie die Fig. 2 und 3 die gleiche Wirkmaschine während zweier anderer aufeinanderfolgender Arbeitsschritte.
Fig. 8 zeigt schematisch im Querschnitt bestimmte kennzeichnende Teile einer weiteren erfindungsgemässen Ausführungsform der Wirkmaschine zum Herstellen von Spitze. Fig. 9 zeigt eine Maschenspitze, wie sie mittels einer herkömmlichen Wirkmaschine erhalten wird. Fig. 10 zeigt eine Spitze, wie sie erfindungsgemäss als Wirkware erhalten werden kann.
Die Wirkmaschine weist in an sich bekannter Weise wenigstens einen Satz nebeneinander angeordneter geradliniger Stahlbänder auf, die im folgenden als Stangen-l-bezeichnet werden, von denen jede eine Reihe Löcher --3-- aufweist, durch die jeweils ein Kett-, Schuss-oder Stickfaden-f--hindurchtritt, der an eine
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der Nadeln --2-- führt, und die von einem nicht dargestellten Jacquardmechanismus, z.
B. mittels Lochkarten, aneinander entlang parallel zu der Linie 0-0 der Abschlagkante für die Maschenreihe an den Nadeln-2-- (Zungennadeln, Hakennadeln usw. ) in Übereinstimmung mit einem vorbestimmten Programm verstellt werden, zum jeweiligen Überkreuzen der Fäden der Fadenscharen während jedes der Ausbildung einer Maschenreihe entsprechenden Arbeitszyklus der Wirkmaschine, gemäss dem Muster der herzustellenden Spitze. Vor den
Scharen der Fäden-f-, die zwischen den Stangen --1-- und der Reihe der Nadeln --2-- gespannt gehalten
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Quer durch jede Legenadel--, hinter der Kante-5-, führt eine Öffnung, in die ein Maschenfaden - eingefädelt ist, der von der Legenadel --4-- durch die Fadenscharen über die miteinander gekreuzten Fäden -f-- gedrUckt und am Ende der Vorwärtsbewegung der Legenadel-4-- durch eine Querverstellung derselben in Richtung 0-0 an den Haken der entsprechenden Nadel --2-- eingehängt wird, die anschliessend mit dem die verkreuzten Fäden --f-- unschlingenden Fäden --F-- eine Masche bildet. Durch die während jedes Arbeitszyklus gebildeten Maschen werden die Fäden-f-- zu einer Bahn vereinigt, welche die Spitze bildet.
Es wurde schon vorgeschlagen, die in der Legenadel vorgesehene Öffnung für das Einfädeln des Maschenfadens --F-- durch ein Loch-T-zu bilden, das in dem unteren Teil der Legenadel angeordnet ist.
In diesem Falle stösst bzw. zieht die Legenadel--während der gesamten Hin- und Herbewegung, die das Loch --T-- während eines Arbeitszyklus der Wirkmaschine zwischen-C und A- (s. Fig. l) beschreibt, an
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länge aus der Vorratsspule herauszieht als dies für die Herstellung der nächsten Masche erforderlich wäre, d. h. dazu, den Faden --F-- um die entsprechende Nadel-2-zu schlingen.
Bei dem Herausziehen dieser Fadenlänge reibt der Faden-F-am Rand des Loches-T-desto stärker, als einerseits dieser Rand auf den Faden eine grössere Zugkraft ausübt und anderseits der Faden von der Legenadel aus seiner geradlinig verlaufenden Ruhelage unter einem spitzeren Winkel herausgehoben wird.
Die zur Maschenbildung nicht benutzte Fadenlänge muss nach Bildung der Maschen von der Fadenführung - wieder rückwärts durch das Loch-T-gezogen werden, damit der Faden-F-ständig gespannt bleibt. Von dieser gesamten, infolge des Hin- und Herziehens durch die Legenadel--dem Verschleiss ausgesetzten Fadenlänge wird jedoch zur Bildung der Masche nur ein kleiner Bruchteil benötigt, so dass sich die nicht verwendete herausgezogene Fadenlänge während der sich anschliessenden Arbeitszyklen, bei denen die darauffolgenden Maschen ausgebildet werden, am Lochrand der Legenadel noch mehrmals abwetzt.
Das Abwetzen der gleichen Länge des Fadens-F-während aufeinanderfolgender Arbeitszyklen der Wirkmaschine wiederholt sich umso öfter, je grösser die während des Arbeitszyklus von der Legenadel herausgezogene, nicht für die Maschenbildung benutzte Länge des Fadens-F-ist.
Diese wiederholt auf den gleichen Fadenteil ausgeübten Reibungen führen zu einem Zerreissen desselben.
Um nun die Vielfalt und die Abmessungen der Spitzenmotive zu vergrössern, ist es erforderlich, die Anzahl der Stangen --1-- und somit den Arbeitshub-AC-der Legenadeln zu vergrössern.
Bei den bekannten Wirkmaschinen steigt die bei jedem Arbeitszyklus herausgezogene Länge des Maschen-
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samthubes der hin-und hergehenden Bewegung-CA-, den die Legenadel --4-- während jedes Arbeitszyklus ausführt, verwendet, um die Maschenfäden --F-- aus ihrer gemeinsamen Ebene, in der sie in ihrer Ruhestellung zwischen der Fadenführung -8- und den Nadeln -2-- gespannt gehalten sind, herauszudrücken und sie durch die zwischen den gleichen Nadeln-2-und den Stagen --1-- gespannten Fadenscharen --f-- zu stossen.
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als auch während der Bewegung von --B nach C-während des Rücklaufes der Legenadel von --A-- zurück in ihre Ausgangsstellung --C--.
Zu diesem Zweck wird dem Loch --7--, das in der Legenadel --4-- hinter deren Niederdruckkante-5für den Durchtritt des Maschenfadens--F-vorgesehen ist, in bekannter Weise eine längliche Form verliehen, so dass sich dieses Loch im wesentlichen entlang dieser Kante-5-bis nahe zu der an der Legenadel ausgebildeten Trennspitze --6-- dieser Kante --5-- erstreckt,
Bei dem hier wiedergegebenen Fall, in dem die Legenadel einen geradlinigen Arbeitshub von --C nach A-ausführt, erstreckt sich das Loch-7-in einem Winkel, unter dem der Maschenfaden-F-die Richtung dieses
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Arbeitshubes schneidet.
Sofern an der Wirkmaschine die Lage der Stangen-l-und anderseits die Lage der Grenzlinie, die die
Spitzen der Nadeln --2-- während des Arbeitszyklus unter Verschieben derselben in Richtung auf die Stangen hin erreichen können, sowie die Richtung des Arbeitshubes der Legenadeln bestimmt ist, kann die Richtung be- i stimmt werden, in der zweckmässigerweise der Maschenfaden --F-- gegenüber der Richtung des Arbeitshubes der Legenadeln verlaufen soll, ebenso wie die Länge und Richtung des Längsloches --7-- in der Legenadel für den Durchtritt des Maschenfadens --F--, damit dieser Maschenfaden während des Arbeitens der Wirkmaschine bestens geschont wird.
Angenommen, der Faden --F-- sei in das Loch --T-- eingefädelt, das in bekannter
Weise am unteren Teil der Legenadel --4-- vorgesehen ist, u. zw. in nächster Nähe der Linie, welche die
Nadelspitzen in ihrer Hochstellung gegenüber der Linie 0-0 erreichen können, wird zunächst der Extrempunkt - bestimmt, den das Loch --T-- zu Ende des Arbeitshubes der Legenadel erreichen muss, damit der Faden - durch eine seitliche Verstellung der Legenadel in Richtung 0-0 zur Herstellung einer neuen Masche um die Nadeln --2- geschlungen werden kann.
Vom Punkt --A-- aus wird der Faden --F-- so gespannt, dass er nahe an dem Bündel der Stangen-l- vorbeiläuft ; er wird so auf einer Wippe abgestützt (d. h. auf einer Fadenführung, die auf den Faden --F-- eine elastische Rückzugkraft ausübt und so ein freies Spiel der Legenadeln ermöglicht, während der Faden-F-unter
Spannung bleibt), dass er die betreffende Richtung beibehält.
Sodann wird die Legenadel-4-- bis zu einer Stelle zurückgeführt, bei welcher der Faden --F-- zwischen
0 und 6 geradlinig gespannt ist, d. h. wo das Loch --T-- mit der Fadenführung --8-- und der um die Nadel - herum gebildeten Maschen auf einer geraden Linie liegt.
In diesem Falle befindet sich das Loch --T-- an der Stelle-B-, und die Legenadel hat den Teil --AB-- der Rückbewegung des Arbeitshubes-ausgeführt, welcher der kleinsten Verschiebung entspricht, die der Maschen- faden --F-- ausführen muss, um die Fadenscharen --f-- zu durchdringen und um die Nadel --2-- geschlungen zu werden.
Der Faden-F-wird sodann durch das Loch --T-- gezogen und die Legenadel so weit zurückgezogen, bis ihre Trennspitze --6-- aus den Fadenscharen --f-- ausgetreten ist. Das Loch --T-- der Legenadel befindet sich dann im Punkt --C--.
Man hat somit die kleinste Länge-A C-des hin-und hergehenden Arbeitshubes bestimmt, den die Lege- nadel während jedes Arbeitszyklus der Wirkmaschine ausführen muss.
Wenn sich das Loch-T-an der Stelle-C-befindet, genügt es, um die Form des Längslochs-* ?- zu erhalten, einfach das Loch-T-von-C-aus bis zu der Höhe des Fadens-F-, der zwischen -0- und der
Fadenführung --8-- geradlining gespannt ist, d. h. bis zu dem Punkt-D-, zu verlängern.
Um die Reibung an dem Faden-F-zu verringern, erweitert man vorteilhafterweise querseitig dieses Längsloch-7-zwischen-C und D--, so weit die Konstruktion der Lagenadel dies zulässt, da diese Lege- nadel ja einerseits den auftretenden Biegekräften widerstehen muss, die die Fäden -f-- auf sie ausüben, und anderseits eine möglichst geringe Trägheit aufweisen soll.
Das Längsloch kann insbesondere die durch das Bezugszeichen -7 -- in der Fig. 1 oder die durch das Be- zugszeichen-7a-in den Fig. 2,4, 6 gezeigte Form annehmen.
Unter diesen Bedingungen ergibt sich, dass in dem Augenblick, wo die Legenadel --4-- sich zu Beginn ihres hin-und hergehenden Arbeitshubes befindet, der in das Längsloch --7-- eingefädelte Faden --F-- unter Spannung zwischen der Linie 0-0 und der Fadenführung --8-- (die in Fig. 1 gestrichelt wiedergegebene Lage) gehalten wird, bis die Legenadel den grössten Teil-CB-des hingehenden Arbeitshubes-CA-ausgeführt hat.
Somit ist die Reibung, die der Faden-F-an der Legenadel --4-- während der Bewegung derselben zwischen-C und B-- erfährt, praktisch vernachlässigbar, da ja der Faden-F-praktisch geradlinig und unbeweglich bleibt und somit keinen querseitigen Druck auf die Legenadel ausübt.
Die Reibung, die der Faden-F-an der Legenadel -4-- erfährt, vergrössert sich mit der Abwinkelung, die die Legenadel --4-- dem Faden --F-- bei der Bewegung von-B nach A-aufzwingt, sowie mit der Zugkraft, die die Legenadel --4-- gleichzeitig auf den Faden-F-bei seiner Anspannung zwischen den Stellen - 0 und 8-- ausübt.
Der Faden --F--, der zwischen der FadenfUhrung -8- und der Stelle -0-- dauernd im gespannten Zustand ist, reibt zweimal in umgekehrter Richtung an der Legenadel, sobald dieselbe von --B nach A-bewegt wird. Die Länge des Fadens --F-- zwischen der Stelle-0-, an der dieser an einer Masche befestigt ist, und der Legenadel --4--, in der er gleiten kann, erreicht ihren geringsten Wert an einer Stelle-M-, die sich
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einen Punkt-M-F--, die sich quer an der Legenadel wenigstens zum Teil bis viermal aufeinander während eines einzigen Arbeitszyklus der Wirkmaschine (d. h. während eines einzigen hin-und hergehenden Arbeitshubes zwischen-B und A--) abgewetzt hat, der Entfernung zwischen M, und B entspricht.
Wäre der Faden--F-durch ein Loch-T-durch die Legenadel --4-- geführt, würde er sich an den Rän-
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--Cwürde.
Da der am Ende des Arbeitshubes der Legenadel dem Faden-F-aufgezwungene Winkel wesentlich spitzer wäre als in dem erfindungsgemässen Fall, würde somit auch die auf den Faden ausgeübte Reibung und der damit verbundene Fadenverschleiss wesentlich grösser sein.
Ähnlich wie zuvor kann man auch im Falle eines Lochs --T-- in der Legenadel die Fadenlänge bestimmen, die während eines einzigen Arbeitszyklus der Wirkmaschine zum Teil bis viermal am Lochrande hin-und her- gerieben werden würde, indem man auf-OC-einen Punkt-M-, einträgt, so dass OM = OM = OM ist.
Die Länge des Fadens-F-, die an der Legenadel einer wiederholten Abwetzung unter Spannung während eines einzigen Arbeitszyklus der Wirkmaschine widerstehen muss, konnte somit, bei Verwendung des Längs- schlitzes-7-, im Verhältnis CM/BM vermindert werden, was bei dem in Fig. 1 wiedergegebenen Fall einem
Wert von etwa 1400% entspricht.
Der Verschleiss einer gleichen Länge des Fadens-F-unter Spannung während eines gleichen Arbeitshubes der Legenadel ist bei Anwendung der erfindungsgemässen Legenadel wesentlich geringer, nicht nur weil der
Faden unter geringerer Spannung und dauernd unter einem stumpferen Winkel durch die Legenadel --4-- hin- durchtritt, sondern auch deshalb, weil die Legenadel --4-- den Faden wesentlich progressiver unter Spannung setzt und wieder lockert.
Die Geschwindigkeit der Legenadel zwischen-C und A-- ist ja nicht konstant und erreicht ihren höchsten
Wert in der Mitte des Hubes (Exzenter-oder Nockenantrieb).
Da gemäss der Erfindung die Legenadel -4-lediglich zu Ende ihres Arbeitshubes auf den Maschenfaden - einwirkt, findet eine langsamere, d. h. sanftere, Reibung des Fadens --F-- an der Platine --4-- statt.
Unter Berücksichtigung dieser veränderlichen Lineargeschwindigkeit der Legenadel während des Arbeits- hubes derselben zwischen --C und A-kann erfindungsgemäss das Arbeiten der Legenadel gegenüber vorbe- kannten Legenadeln mit geradlinigen Niederdrückkanten dadurch verbessert werden, dass man dieser Kante --5- eine veränderliche Krümmung verleiht, deren Steigung in unmittelbarer Nähe der Trennspitze--6-- vorzugsweise zuerst gering ist, um die Selektivität dieser Spitze-6-zu verbessern, wobei die Neigung der
Kante --5-- dann rasch zunimmt, um dann wieder über den grössten Teil, bis zu der Basis der Legenadel, pro- gressiv abzunehmen.
Die obere Kurve mit umgekehrter Krümmung der Niederdückkante --5-- der Legenadel wird, sofern sie überhaupt vorliegt, jedenfalls wesentlich kürzer gehalten als die untere Kurve. Diese gekrümmte Form der
Kante-S-der Legenadel schont die Fäden-f-- dadurch, dass die Geschwindigkeit des Kämmens der Faden- verkreuzungen von den Stangen-l-weg nach den Nadeln -2-- zu, trotz veränderlicher Lineargeschwindig- keit der Legenadel, ausgeglichen und der zunehmenden Fadenspannung angepasst werden kann.
Die obere Kurve der Kante --5-- umgekehrter Krümmung kann auch wegfallen. In diesem Fall weist die
Kante --5-- dann eine kontinuierliche Krümmung auf, deren Steigung von ihrem zugespitzten Ende aus bis zu ihrem andern Ende progressiv abnimmt.
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deren Arbeitshub nach vorne von-C nach A-- und vor ihrem Rücklauf von --A nach C-- seitlich über der sich in ihrer höchsten Lage befindenden Nadel-2-, in Richtung 0-0 vorbeiwandern muss, um den Maschen- faden-F-an der Nadel -2-- einzuhängen.
Anstatt die Stangen-l-wie bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform nur auf einer Seite einer senkrechten Ebene durch 0-0 anzuordnen, ist es, wie im weiteren noch erläutert werden wird, zweckmässiger, die Stangen-la-in gleicher Anzahl auf jeder Seite dieser Ebene anzuordnen, wie dies schematisch in den Fig. 2, 4 und 6 gezeigt ist.
Die aus einer nicht dargestellten, als "Sly Platte" bekannten Lochplatte austretenden Fäden-fa-durch- queren das Stangenbündel bevor sie an der Linie 0-0 konvergieren.
Um ein gutes Arbeiten der Stangen zu erzielen und weitestgehend die Reibung der Fäden gegen die Kanten der Stangen zu verringern, werden die Stangen entsprechend der Richtung der zugehörigen Fäden orientiert, d. h. in Ebenen angeordnet, die an der Linie 0-0 konvergieren.
Bei der erfindungsgemässen Ausführungsform nach den Fig. 2, 4 und 6 sind die Scharen der Fäden --fa-- zwischen den Stangen-la-und der Linie 0-0 von der senkrechten Entfernung-h-, die die Linie 0-0 von den unteren Kanten der Stangen-la-trennt, in zwei Hälften geteilt. Jede dieser Hälften bildet ein rechtwinkeliges Dreieck, dessen beide Katheten --h und b-sind, wobei b, d. h. die Hälfte der Dicke des Stangenbündels, Gegenkathete zum Winkel ct ist, dessen Scheitel im Punkt -0-- liegt.
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Die Stangen arbeiten zufriedenstellend, wenn der Winkel ex gleich oder kleiner als 200 ist.
Nach Fig. 2 besteht das Verhältnis h b = cotcx, b
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h È ; 2, 75 b.
Die Leistung der Wirkmaschine ist desto grösser, je kürzer die Zeitdauer ihres Arbeitszyklus ist. Es ist daher zweckmässig, einerseits Legenadeln--4-mit möglichst geringerer Trägheit zu verwenden und anderseits den Laufweg dieser Legenadeln möglichst zu verkürzen.
Da die Trägheit der Legenadeln --4a-- mit h abnimmt, ergibt sich sofort die Überlegenheit der erfindungsgemässen Bauart einer Wirkmaschine nach Fig. 2, 4 und 6, in der im Vergleich zu der Wirkmaschine nach Fig. 1 bei einem gleichen Wert von h die doppelte Anzahl Stangen angeordnet werden kann.
Der Winkel von mindestens 100, unter dem die Nadeln --2-- jedenfalls von der äusseren Grenzfläche der Fadenscharen abstehen müssen, und der bei der Ausführungsform nach Fig. 1 den Winkel a um den gleichen Wert verringert, beeinflusst in keiner Weise den Wert des Winkels ct in dem Falle der Bauart nach Fig. 2, 4 und 6.
Ferner können ohne Veränderung der Neigung der äusseren Stangen zweimal mehr Stangen angeordnet werden, sofern man diese in gleicher Anzahl auf beiden Seiten der zur Schwingrichtung der Legenadeln --4-senkrechten, durch 0-0 gehenden Ebene verteilt, wie dies in den Fig. 2, 4 und 6 gezeigt ist.
Wenn die Bewegung der Legenadeln geradlinig und in diesem Falle parallel zur unteren Kante der Stangen erfolgt, wie dies bei den dargestellten Ausführungsformen der Fall ist, ist auch der Laufweg für einen gleichen Wert von h in dem Falle der Ausführungsform nach den Fig. 2, 4 und 6, in der h senkrecht zu dem Laufweg der Legenadeln die Strecke --2b-- halbiert, kürzer als im Falle der Ausführungsform nach Fig. 1.
Der Wert von h hängt nicht nur von der Anzahl der Stangen ab, die man an der Wirkmaschine anordnen will, sondern auch von der höchsten Breite c, über die man mit einer Legenadel-4a-- einen Schussfaden --fa-- längs der Linie 0-0 der Maschenreihe (s. Fig. 3, 5 und 7) zur einen oder andern Seite der zuvor gebildeten Masche herunterziehen können will.
Die Fähigkeit einer Wirkmaschine, möglichst grosse Motive in der Spitze herzustellen, hängt sowohl von der Anzahl der Stangen ab, die auf der Wirkmaschine angeordnet werden können, d. h. von der Länge b, als auch von der höchsten Amplitude--c-, über die dieFäden --fa-- in der fertigen Spitze in Richtung des Schussgarns hin-und herlaufen.
Wenn z. B. die grösste Breite eines durch die Schussfäden zu bildenden Musters im Sinne des Schussgarns - 6c- beträgt, müssen 6 Schussfäden --fa-- vorgesehen werden, die durch sechs Stangen --la-- gesteuert werden.
Falls auf Grund der Bauart der Wirkmaschine die Amplitude der Laufwege, über die die Schussfäden bei der
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der angegebenen sechs Fäden und sechs Stangen nunmehr zwölf Fäden und zwölf Stangen anzuwenden.
Bei der erfindungsgemässen Wirkmaschine wird c als Funktion von h in folgender Weise bestimmt :
Es sei angenommen, dass das Auge --3a--, durch das der Faden-fa-durch die Stange --la-- (s. Fig. 3) hindurchtritt, sich in einer Entfernung von 1 mm von der unteren Kante der Stange befindet, und dass die Bewegungsbahn der Spitze --6a-- der Legenadel-4a-- in einer Entfernung von 1 mm unter diesen Stangen vorbeiführt ; dass der Durchmesser der Spitze --6-- der Legenadel, unter Berücksichtigung der Montagetoleranzen, der Justierung, der Vibrationen während des Arbeitens der Wirkmaschine usw., 40/100 mm beträgt ; dass sich der Durchmesser der Fäden --fa-- auf 10/100 mm beläuft (dies ist z.
B. der Fall für einen Polyamidfaden von 65 den) ; dann ergibt sich, dass der Höchstwinkel B, unter dem dieStangen-la--die Fäden-fa-mitBezugauf die Senkrechte h neigen können, 100 nicht überschreiten darf, sofern man in den Fadenscharen-fa-zwischen den Stangen-la-und der Linie 0-0 ein einwandfreies Trennen der Fäden --fa-- durch die Spitze --6a-- der Legenadel --4a-- sicherstellen will.
An Hand der Fig. 3 liest man folgendes ab :
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Wenn 0100, dann ist cot ssS, 67, und als Folge davon gilt : h5, 67c. i Die oben angegebene Amplitude -c-- kann als Anzahl der Nadeln --n-- im Verhältnis zu dem ange- wandten Massgauge ausgedrückt werden. Das englische Massgauge j, das allgemein in Anwendung kommt bezeichnet die Anzahl der Nadeln-n-, die längs der Linie 0-0 auf einer Länge von 2 Zoll, d. h. 50, 8 mm, vorliegen.
Es lässt sich dann folgendes schreiben : c (in mm) = 50, 8 so dass h (in mm) 288 S. ist.
Beispiel : Angenommen, man wolle eine Wirkmaschine herstellen, die mit einem englischen Mass von
36 arbeiten soll, d. h. auf der 36 Nadeln pro 50, 8 mm längs der Linie 0-0 liegen, und mit der eine Spitze hergestellt werden soll, in der der grösstmögliche Ausschlag des Schussgarns von 10 Nadeln erzielt werden soll, dann müssen folgende Bedingungen erfüllt sein :
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Wenn man nun einen Wert von h ausgewählt hat, kennt man, wie weiter oben gezeigt, den grössten Wert von b.
Es gilt :
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Unter Berücksichtigung des erforderlichen Spiels muss man für jede Stange --la--, wenn dieselbe z. B. die übliche Dicke von 0,15 mm aufweist, einen Durchlass für ihre freie Längsbewegung mit einer Breite von etwa 0, 30 mm vorsehen.
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garns eines Motivs, in dem keine Wiederholungen auftreten, entspricht etwa derjenigen, oder übersteigt vielleicht noch diejenige der Spitzenwebstühle, die zur Zeit die grössten Möglichkeiten in dieser Hinsicht bieten, d. h. der wohlbekannten Leavers-Maschinen, die nicht nach dem Prinzip der Maschenverbindung, sondern nach dem der Torsionsverbindung arbeiten (d. h. die die Spitze weben statt stricken).
Auf den vollkommensten Leavers-Spitzenwebstühlen können bis zu 200 Stangen angeordnet werden, jedoch ist die Amplitude des Ausschlags der Schussfäden lediglich etwa ein Drittel der entsprechenden Amplitude-c-der erfindungsgemässen Wirkmaschine.
Die Möglichkeit, auf einer erfindungsgemässen Wirkmaschine eine Stangenanzahl anzuordnen, die derjenigen der am meisten vervollkommneten Leavers-Maschinen entspricht, erlaubt es zum ersten Mal, mit einer Wirkmaschine Spitzen herzustellen, deren Motive so grosse Dimensionen und eine solche Vielfalt der Muster aufweisen, wie man diese bisher nur mit Leavers-Spitzenwebstühlen erhalten konnte, jedoch nach einem viel langsamer arbeitenden Textilverfahren, nämlich nicht durch Stricken, sondern durch eine Torsionsverbindung.
Bei den oben beschriebenen erfindungsgemässen Wirkmaschinen arbeiten die Legenadeln unter den Stangen und über den Nadeln.
Es ist aber auch möglich, eine umgekehrte Anordnung zu wählen, wie sie z. B. in Fig. 8 gezeigt ist, indem man bei jedem Arbeitszyklus der Wirkmaschine die Legenadeln --4b- über den Stangen-Ib-hin-und herschwingen lässt, wobei ihre nach vorne gerichteten Fadentrennspitzen-6b-nach unten und nach den Stangen hin gerichtet sind. In dieser Anordnung schwingen die Auswählplatinen über den Nadeln --2b-, die dann entsprechend von oben nach unten gerichtet sind.
Eine Wirkmaschine mit dieser umgekehrten Anordnung weist eine bestimmte Anzahl Vorteile auf.
Der obere Teil der Wirkmaschine wird leichter und stabiler, da die schweren, Raum beanspruchenden Spulen für die Kett-, Schuss-, Stick- und Maschenfäden in dem unteren Teil des Wirkmaschinengestells ange-
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ordnet sind, wobei der obere Teil des Gestells lediglich die Abzugswalzen -10-- tragen muss, die die Bahn der bereits hergestellten Spitze aufnehmen. Man kann an dieser Wirkmaschine die an den Nadeln --2b- aus- gebildete Spitzenbahn besser sichtbar machen, so dass es möglich ist, jeden durch ein fehlerhaftes Arbeiten bestimmter Bauelemente der Wirkmaschine verursachten Fehler sofort festzustellen.
Mit dieser umgekehrten Anordnung gemäss der Erfindung ist es nun auch möglich, Leavers-Maschinen so umzubauen, dass sie nunmehr eine Spitze wirken können, deren Motive in ihren Abmessungen und deren Muster in ihrer Vielfalt derjenigen entspricht, die bisher nur mittels des viel weniger wirtschaftlichen Leavers-Verfahrens ohne Maschenbildung er- halten werden konnte.
Die erfindungsgemässe Wirkmaschine erfordert nur ein geringes Umlernen des Personals, das mit Leavers- - Maschinen vertraut ist.
Bei den vorbekannten Wirkmaschinen für das Wirken von Spitze war es bisher nicht möglich, mehr als
36 Stangen anzuwenden.
Bei solchen Wirkmaschinen werden üblicherweise 3 Stangen für das Herstellen des einheitlich durch- brochenen Netz- bzw. Tüllgrundes verwendet.
Es verbleiben dann 33 Stangen, deren seitlicher Ausschlag bis über 10 Nadeln in einer einzigen Maschen- reihe greifen kann. Dadurch kann in der fertigen Spitze mit dem Schussgam ein und derselben Maschenreihe eine Gesamtlänge abgedeckt werden, die 33 x 10 = 330 Nadeln entspricht. Falls die Wirkmaschine mit dem englischen Mass 36 arbeitet, entspricht diesen 330 Nadeln eine Länge des Motivs von 470 mm.
Bei der erfindungsgemässen Wirkmaschine können unter den gleichen Voraussetzungen vom Schussgam in einer Maschenreihe 190 x 10 = 1900 Nadeln übersprungen werden, so dass ein 2700 mm langes Motiv erhalten werden kann. Selbstverständlich können gewisse auf der Wirkmaschine angeordnete Stangen statt zur Führung von Schussfäden auch nach Belieben für die Führung von Kett- und Stickfäden verwendet werden, wodurch sich natürlich die Motivlänge im entsprechenden Verhältnis verkleinert, das Muster dagegen aber feiner ausgebildet werden kann.
Die erfindungsgemässe Wirkmaschine kann mit Bodenstangen ausgerüstet sein, die über oder unter den
Stangen-la-entsprechend der Lage der Legenadeln anzuordnen sind, damit, wie bei den Leavers-Spitzen- webmaschinen, eine erhebliche Bereicherung bezüglich der Einzelheiten im Muster der Spitze, durch Durch- brechungen verschiedener Dimensionen und Umrisse im Grundnetz und durch eine Vergrösserung der Motivlänge in der Richtung 0-0 (d. h. in der Richtung des Schussgarns) erhalten wird.
Diese Durchbrechungen verschiedener
Dimensionen im Grundnetz werden dadurch erzielt, dass der Masche mittels der betreffenden Bodenstangen be- stimmte Kettfäden und/oder Schussfäden und/oder Stickfäden entzogen werden, so dass in der fertigen Spitze diese Fäden untereinander die benachbarten Maschenketten in ungleichen Entfernungen verbinden, die diese nicht gleichförmigen Durchbrechungen in der Spitze bilden.
Die erfindungsgemässewirkmaschine benutzt vorteilhafterweise die bei den Leavers-Spitzenwebstühlen be- kannte Verstellung der Stangen in ihrer Bewegungsrichtung 0-0 um eine halbe Lücke zweier benachbarter
Nadeln, so dass die Legenadeln --4-- mit ihrer Spitze sechs Fäden trennen bzw. wählen können, selbst wenn die Amplitude auf derselben Wirkmaschine von c auf 2 c vergrössert wird.
Somit kann der grösste Seitenausschlag eines Schussfadens --la-- in der Richtung 0-0 ohne weiteres von
10 Nadeln auf 20 Nadeln erhöht werden.
Verschiedene Arbeitsschnitte der erfindungsgemässen Wirkmaschine sind schematisch in den Fig. 2 bis 7 dar- gestellt. Die Fig. 2 und 3 zeigen die Bauelemente der Wirkmaschine während des ersten bzw. zu Beginn des zweiten Arbeitsschrittes des Arbeitszyklus.
Die Legenadel --4a--, in deren Loch --7 a-- der Maschenfaden --Fa- eingefädelt ist, befindet sich vor den Fadenscharen, in denen die Fäden --fa-- vom unteren Rand der Stangen --la-- in Richtung zur Maschenreihe 0-0 konvergieren, die während des vorausgegangenen Arbeitszyklus an den Nadeln --2a- ausgebildet worden sind.
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langten Weise untereinander verkreuzt.
Sobald sich die Stangen --la-- dann in der Ruhelage befinden, stösst die Legenadel-la-durch die Fadenscharen-fa-- von rechts nach links, indem sie während der letzten Strecke ihres Laufweges den Maschenfaden-Fa-durch dieselben mitnimmt, wobei sie die in Fig. 4 und 5 gezeigte Lage erreicht, die dem Ende des hingehenden Arbeitshubes der Legenadel --4a-- entspricht.
Die Legenadel-4a-erfährt sodann eine Querverstellung in Richtung 0-0, d. h. senkrecht zur Zeichenebene, u. zw. mit einer Amplitude, die einem Intervall zwischen zwei Nadeln entspricht. Durch diese Querverstellung schlingt die Legenadel-4a-den Faden-Fa-um die entsprechende Nadel --2a--, die in ihre höchste Stellung aus der Maschenreihe 0-0 herausgerückt, in die Aussparung --9a-- des unteren Randes der Legenadel, hinter dem Längsloch-7-ragt. Die Nadel --2a-- bildet anschliessend mit dem Faden-Fa-eine neue Masche um die verschiedenen Kett-, Schuss- und Stickfäden --fa--, deren Verkreuzung zuvor von der Legenadel vom unteren Rand der Stangen --la-- bis zu den genannten Nadeln --2a- heruntergekämmt wurde,
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während die Legenadel --4a- aus den Fadenscharen --fa-- von links nach rechts wieder herausgezogen wird (Fig. 4).
Die verschiedenen Maschenteile kehren dann in ihre Ursprungslage zurück (in Fig. 2 gezeigt und können wieder einen weiteren Arbeitszyklus durchführen, zwecks Bildung einer neuen Maschenreihe an den Nadeln-2-.
Fig. 9 zeigt eine Spitze, wie sie an Hand einer bekannten, sogenannten Rachel-Wirkmaschine hergestellt werden kann. Diese Spitze, die Stickfäden aufweist, hat, wenn man berücksichtigt, dass sie nicht etwa auf einem Spitzenwebstuhl (Leavers-Maschinen), sondern auf einer Wirkmaschine hergestellt wurde, schon ein sehr reichhaltiges Muster man stellt aber auch ohne weiteres fest, dass die Durchbrechungen-A-im Netzgrund einen gleichbleibenden Querschnitt aufweisen, also einen Tüll bilden, an dem das Muster sozusagen angewirkt ist, und dass in dieser Spitze das Motiv-M--ein bescheidenes Ausmass aufweist.
Man stellt sofort die Bescheidenheit der in Fig. 9 gezeigten Spitze fest, wenn man sie mit der in Fig. 10 dargestellten Spitze vergleicht, die nunmehr zum ersten Mal erfindungsgemäss durch Wirken auf einer Wirkmaschine herstellbar ist, deren Arbeitsgeschwindigkeit wesentlich höher ist als die des Leavers-Spitzenwebstuhls, und die nicht wie der letztgenannte häufig stillgesetzt werden muss, damit die Spulen, die nur ein sehr geringes Fassungsvermögen besitzen, wieder gefüllt werden. Man stellt fest, dass der Grund der Spitze nach Fig. 10 Ausbrechungen-, A" A, A 4 und A 5-verschiedener Querschnitte aufweist. Man sieht auch, dass das Motiv-M-dieser Spitze wesentlich grösser als das Motiv-M-ist, obgleich die Spitze nach Fig. 10 auch Stickfäden aufweist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Flachwirkmaschine zur Herstellung von Kettenspitzen mit einer Reihe durchlochter Stangen zum Führen von Kettfäden, die voneinander unabhängig, parallel zu den in einer Reihe liegenden Wirknadelspitzen in zyklischer, vorprogrammierter Weise, z. B. über einen Jaquardmechanismus, gegeneinander'längsverstellbar sind, um die zwischen den Stangen und Nadeln gespannten Kettfäden entsprechend zu verkreuzen, und mit Maschenlegenadeln, die quer zu den vorübergehend ruhenden Stangen Maschenfäden durch dieverkrenzten Kettfäden hindurchstossen und anschliessend um die Wirknadeln legen, dadurch gekennzeichnet, dass die Legenadeln (4) der Maschenfäden (F) in an sich bekannter Weise auch noch als Niederdrückplatinen für die Kettfadenverkreuzungen von den Stangen (1) weg zu den Wirknadeln (2)
hin ausgebildet und mit ihren Fadentrennspitzen (6) kanpp unterhalb der Kanten der Stangen (1) vorüberstreichend beweglich sind, und dass das in an sich bekannter Weise im wesentlichen in der Bewegungsrichtung (A-C) der Legenadeln (4) länglich gehaltene Loch, in dem der jeweilige Maschenfäden (F) in der ihm zugeordneten Legenadel (4) geführt ist, zum Leerlauf der Legenadeln (4) gegenüber den zugehörigen Maschenfäden (F) über mindestens einen Teil, insbesondere den grössten Teil (B-C) ihrer gesamtenwegstrecke (A-C) durch die verkreuzten Kettfäden (f), zwischen den Stangen (1) und den Wirknadeln reicht.
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kante (5) der Legenadel (4) konvex gekrümmt ist, wobei die Steigung dieser Kante (5) von der Trennspitze (6) weg, eventuell nach einer gegebenenfalls anfänglich konkaven Krümmung, gegenüber der Vorschubrichtung (A-Q der Legenadel (4) fortlaufend abnimmt.