AT61819B - Verfahren zur Herstellung eines Klebemittels. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Klebemittels.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung eines Klebemittels.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Stoff zum Verbinden des Leders bei der Herstellung von Schuhwerk ohne Naht und besonders zur Vereinigung der Sohle mit dem Schaft sowie das Verfahren zur Herstellung dieses Klebstoffes. Da es sich hier nicht um einen gewöhnlichen Stoff zum Leimen, sondern um ein Klebemittel von'aussergewöhnlichen Eigenschaften handelt, das die Fähigkeit besitzt, die verbundenen Lederstücke sicherer zusammenzuhalten, als wenn sie genäht oder genagelt wären, und da das Verfahren der Anwendung des Klebestoffs vollkommen eigenartig ist, muss die in Frage stehende Substanz besondere Eigenschaften besitzen, zu deren Erklärung ihr Verhalten während der Anwendung vorher beschrieben werden soll.
Die beiden zu verbindenden Lederstücke werden an ihrer Oberfläche einer besonderen mechanischen Behandlung unterworfen, die die inneren Faserbündel des Leders freilegt, indem die einzelnen Fasern in der Weise ausgefranst und voneinander getrennt werden, dass das flüssige, besondere, unten beschriebene Klebemittel, das auf das so behandelte Leder aufgetragen und sich selbst überlassen wird, einen trockenen Rückstand ergibt, der sich zum Teil zwischen die Fasern auf eine gewisse Tiefe hinein erstreckt und zum Teil auf der Oberfläche eine sehr dünne glänzende Schichte bildet. Die Vereinigung von zwei in dieser Weise behandelten Stücken wird so ausgeführt, dass sie mit einem Lösungsmittel befeuchtet und unter Anwendung eines passenden Drucks aufeinandergelegt werden.
Eine solche Vereinigung gelingt jedoch nicht, wenn das vorher aufgetragene Klebemittel zu wenig flüssig war, so dass es nicht zwischen die Fasern dey leaders eindringen konnte ; sie gelingt auch nicht, wenn die betreffende Substanz einen zu niedrigen prozentualen Gehalt an festen Klebstoffen hatte, es sei denn, dass mehrere Auftragungen auf dem angefaserton Leder vorgenommen werden, oder dass eine übermässig starke Schicht aufgetragen worden ist. In beiden Fällen ergeben sich Verluste an Lösungsmittel und in bezug auf die Arbeitszeit.
Hieraus ist deutlicll zu orkenne : l, dass der Klebstoff, der dem oben erwähnen Zweck dienen soll, in sich zwei Eigenschaften vereinigen muss, und zwar muss er eine erhebliche Leichtflüssigkeit besitzen und ausserdem einen ziemlich reichlichen Gehalt von festem Klebstoff haben, derart, dass eine einzige dünne Schicht der Lösung genügt, um den gewünschton Erfolg herbeizuführen.
EMI1.1
Azeton enthält, da bei einer Erhöhung des Verhältnisses des Zelluloids die erhaltene Flüssigkeit nicht mehr imstande ist, zwischen die Fasern des Leders einzudringen ; alsdann gelingt die Ausführung der Verbindung nicht mit genügendem Erfolge. Auch der schon vorgeschlagene Zusatz von Säuren ergibt im allgemeinen keine befriedigenden Resultate.
Es wurde vielmehr gefunden, und dies macht die vorliegende Erfindung aus, dass eine sehr leicht flüssige Lösung von Zelluloid in Azeton mit einem Zusatz von Oxalsäure oder anderen festen organischen Säuren, wie z. B. Zitronensäure oder Weinsteinsäure, erhalten wird, die sich zu dem angegebenen Zwecke ganz besonders eignet. Essigsäure hat sich als nicht vorteilhaft erwiesen. Anorganische Säuren ergeben aber durchaus unbefriedigende Resultate in bezug auf din Leichtfüssigkeit der Lösung.
<Desc/Clms Page number 2>
Um also eine sehr l$ichtfl(isige Lösung, die zu dem gedachten Zweck geeignet ist jedoch einen grösseren prozentualen Gehalt an Zelluloid hat, herzustellen, wird folgendes Verfahren angewendet.
In einen eisernen, hermetisch verschliessbaren Behälter wird eingeführt :
EMI2.1
<tb>
<tb> chemisch <SEP> oder <SEP> technisch <SEP> reines <SEP> Azeton <SEP> 100 <SEP> kg
<tb> Zelluloid <SEP> ........... <SEP> 20 <SEP> bis <SEP> 30 <SEP> kg
<tb> Oxalsäure..... <SEP> 0'5 <SEP> bis <SEP> 2kg
<tb>
Nachdem der Behälter luftdicht verschlossen worden ist, werden die in ihm enthaltenen Stoffe bei gewöhnlicher Temperatur mittels Rührwerke ununterbrochen oder mit Ruhepausen während 12 bis 24 Stunden gemischt.
Das erhaltene Produkt kann sofort benutzt oder in luftdicht verschlossenen Gefässen beliebig lange aufbewahrt werden. Es entspricht vollkommen dem bestimmten Zweck und stellt einen bemerkenswerten Fortschritt gegenüber allen Klebstoffen mit Zelluloidbasis, die bisher angewendet worden sind, dar, nicht nur in bezug auf die Ersparnis an Zeit und an Material, die sich bei der Anwendung zeigen, sondern auch, weil es bei Gegenwart von Metallen und besonders von Messing nicht koaguliert, welche Eigenschaft durch alle anderen Herstellungsverfahren der Lösung von Zelluloid in Azeton noch nicht erzielt werden konnte.
Die Oxalsäure kann auch, wie bereits bemerkt, durch Zitronensäure, Weinsteinsäure oder dgl. mit ähnlichem Erfolge ersetzt werden, wobei ungefähr dieselben Verhältnisse eingehalten werden können. Die Oxalsäure hat jedoch den Vorzug, dass sie sich in Azeton unmittelbar auflöst und die erhaltene Lösung frei von tangsam verdunstenden Stossen ist.
PATENT-ANSPRtCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines Klebemittels, bestehend aus einer Lösung von Zelluloid in Azeton, dadurch gekennzeichnet, dass diesem Gemisch Oxalsäure unmittelbar oder in Azeton gelöst zugesetzt wird, zum Zwecke, bei grösserem Mengenverhältnis des Zelluloids eine leichtflüssige Lösung zu erhalten, wobei die festen Stoffe bei gewöhnlicher Temperatur lösbar sind und eine von langsam verdunstenden Stoffen freie Lörung erhalten wird.
Claims (1)
- 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass als Ersatz der Oxalsäure andere feste Säuren, mit Ausnahme der Essigsäure, wie z. B. Zitronensäure, Weinsteinsäure, als Zusatz benutzt werden können, durch den eine grössere Leichtflüssigkeit der Lösung herbeigeführt wird.3. Flüssiges Klebemittel, bestehend aus einem Gemisch von ungefähr 100 Gewichtsteilen Azeton, 20 bis 30 Gewichtsteilen Zelluloid und 0-5 bis 2 Gewichtstoilen OxaistLure, Zitronensäure, Weinsteinsäure oder dgl.
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