AT61177B - Panzergranatenzünder mit selbsttätig verzögerter Sprengladungsentzündung. - Google Patents

Panzergranatenzünder mit selbsttätig verzögerter Sprengladungsentzündung.

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AT61177B
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Hans Schier
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Hans Schier
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    Panzergranatenzünder   mit selbsttätig verzögerter Sprengladungsentzündung. 



   Die Erfindung verfolgt, den Zweck, bei Panzergranaten die Zündung der Sprengladung derart zu verzögern, dass diese erst unmittelbar nach dem Hervortreten des Geschosses aus dem Rücken der durchdrungenen Panzerplatte zur Explosion gebracht wird. Um diese Wirkung zu erzielen, ist bei der Erfindung die Einrichtung so getroffen, dass durch einen   gewöhnlichen   Auf-   schlagzünder   im Augenblicke des Geschossaufschlages ein entsprechend bemessener Zündsatz in einer gasdicht abgeschlossenen Kammer zur   Entflammung   gebracht wird, der dadurch erzeugte Gasdruck jedoch erst im Augenblicke, als die beim Durchdringen des Widerstandes auftretende Geschossverzögerung verschwindet, die   Sprengladungszündung   einleiten kann, und zwar dadurch, dass er einen   achsial geführten Geschossteil,

     z. B.   die Geschossspitze,   mittels eines Treibkolbens oder Treibzylinders verschiebt, wodurch die Zündkammergase freigegeben werden bzw. Kanäle geöffnet werden, durch welche diese Gase in die Sprengladung einschlagen können oder Schlagzünder in Tätigkeit setzen, welche die unmittelbare Zündung der Sprengladung veranlassen. 



   In den Zeichnungen sind drei Ausführungsformen der Zündereinrichtung in je zwei Varianten dargestellt, und zwar zeigt im Längenschnitt Fig. I einen Kopfzünder mit Treibzylinder, zur Hälfte   (a) mit   einfacher, zur Hälfte (b) mit doppelter Gasabdichtung, Fig. II einen KopfZändet ait Treibkolben, zur Hälfte (a) mit einfacher, zur Hälfte (b) mit doppelter Gasabdichtung und Hilfsschlagzündung, Fig. III einen Bodenzünder mit Hilfsschlagzündung. zur Hiilfe (a) mit Treibzylinder und einfacher Gasabdichtung, zur Hälfte b mit Treibkolben und dreifacher Gasabdichtung. 



   In die   Geschossspitze   1 (Fig. I und II) ist ein kräftiger Bolzen 2, der Stossbolzen, eingeschraubt und mit einer achsialen Bohrung 3 zur Aufnahme eines Zündsatzes, in geeigneter Ladedichte. versehen. In diese Bohrung ist ein mit Radialrippen versehener Ring 4 eingeschraubt, in dem eine   Zündkapsel   eingesetzt ist.

   Der Stossbolzen, der hinten eine hohlzylindrische Erweiterung 5 hat, wird in dem mit Aussengewinde versehenen Verschlussring 6 achsial geführt, und durch eine Druckfeder 7 derartig gespannt, dass sich die   Geschossspitze mit   ihrer Basis fest gegen die Stirnfläche des   Verschlussringes   auflegt, wobei diese Auflagerfläche eben sein   kann (Fig,   oder zur besseren Zentrierung der Geschossspitze kegelförmig mit   vor-oder rückgelegter Kegetspitze     (Fig. II h bzw. II a).   Der   Vcrschlussring   ist in den Geschossmantel 8 eingeschraubt, wodurch gleichzeitig die Zündkammerbodenscheibe 9   festgeklemmt   wird.

   In letztere ist die Führungsbüchse 10 für den Schlagbolzen 11 eingeschraubt, der vorne eine   Zündnadel-trägt und durch   
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   büchse mit einem hohlzylindrischen Fortsatz 75   in die Bohrung   der     13 der Stossbolzenerweiterung,   5 eingepasst, so dass letztere als Treibzylinder wirkt, und die Schlagbolzenführungsbüchse, als Kolben, die Zündkammer 13 gasdicht gegen die hinten gelegene Kammer   14   abschliesst, die mit dem Sprengladullgsraum 15 entweder unmittelbar durch mehrere in die Bodenscheibe ein-   gebohrte Zündkanäle M (Fig.

   la)   in Verbindung steht, oder aber durch Kanäle 17 und 18 
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 EMI2.1 
 und 19 (letzterer im   Verschlussring   6 eingearbeitet) die Verbindung zwischen Zündkammer und   Sprengladungaraum   herstellen. Zum Zwecke einer besseren Zerlegung des Geschosses bei seiner Explosion kann der Sprengladungsraum auch auf das Innere des   Verschlussringes   ausgedehnt werden, dadurch, dass durch eine in diesen eingeschraubte Hülse 20 ein ringförmiger Raum 21 in unmittelbarer Verbindung mit den Kanälen 19 abgegrenzt und mit Sprengladung gefüllt 
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 kleine, nach aussen öffnende Tellerventile ersetzt sein könnten, werden beim relativen Vorlauf des Stossbolzens dem Gasdruck der Zündkammer ausgesetz und nach aussen getrieben,

   wodurch erst die in den Sprengladungsraum einmündenden   Kanäle   18 freigelegt werden, die den Zündgasen den Zutritt zur Sprengladung gestatten. Diese Kolbchen bzw. Ventilchen können gleich- 
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 schlussring 6 eingeschraubten Zündpatronen anstechen, deren Feuerstrahl die in den Zündkanälen 19 befindliche Detonatormasse entzündet und dadurch die Sprengladung in den Räumen 15 und 21 mit zur Explosion bringt. 



   Infolge der Reibung beim Eindringen des Geschosses wird dessen verdrehbare Spitze ihre Drehung einbüssen. Sollte in diesem Umstande eine geringere Durchschlagswirkung des Geschosses begründet sein, so kann das Weiterdrehen der   Geschassspitze während ihres   Eindringens in den   Widerstand durch Radialkeile oder zylindrische Dübel 24 (Fig. II b), die in der Basis der Geschossspitze und in der Stirnfläche des Verschlussringes eingelegt sind, gesichert werden.   
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 links die ogivale   Geschossform   durch den   Ka1iberzylinder,   und die Geschossspitze 1 durch eine massige zylindrische Platte, den Geschossboden, ersetzt wird, wie in Fig. I durch gestrichelte Linien dargestellt ist.

   Da in diesem Falle wegen der nunmehr entgegengesetzten Flugrichtung der eingezeichnete Zünder nicht beim Aufschlag. sondern schon beim Abgang des Geschosses zünden würde, so müsste er als Aufschlagzünder entsprechend eingesetzt werden, nämlich der Schlagbolzen mit der nach rechts gerichteten Zündnadel müsste in die Bohrung   3,   die Zündkapsel in die   Mündung   der Büchse 10 verlegt werden ; es kann aber auch, wie   F) g.   III zeigt, der Stossbolzen 2 in eine durchlochte Querwand des mit der Geschossspitze ein Stück bildenden Geschossmantels eingeschraubt werden und bildet - in der bereits beschriebenen Weise ausgestattet-mit der Zündkammerbodenscheibe 9 die besagte Zündkammer.

   Zur Erzielung einer achsialen Relativbewegung beim Aufhören des   Verzögerungsdruckes   ist hier die Zündkammer bodenscheibe im   Geschossmantel   und an der   Stossbolzenerweiterung   geführt, und wird durch eine 
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 In dieser Figur, deren Hälfte   a die Ausführungsform   mit einfacher Gasabdichtung. die Hälfte b mit dreifacher Gasabdichtung (nämlich die Abdichtung durch die Wandungen der Kolben   12, 5   und 22) zeigt, ist ausser der Zündkanalleitung noch die Anordnung von   sekundären Schlagzündern   ersichtlich gemacht, deren Betätigung und Wirkung sich nach dem bereits Gesagten ohne weitere Erklärung aus der Zeichnung ergibt. 
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 freizuhalten. 



   Die Wirkungsweise des Zünders lässt sich nun folgenderweise leicht erklären. 



   Durch das Auftreffen des Geschosses auf ein widerstandsfähiges Mittel wird durch den   Aufschlagzünder   der in der Stossbolzenbohrung 3 und allenfalls auch in der Zündkammer 13 befindliche Zündsatz von mässiger Ladedichte zur Entflammung gebracht. Der dadurch erzeugte Gasdruck hat das Bestreben, einerseits die vordere Querwand der Zündkammer mit der   Geschoss-   spitze und allen anderen damit verbundenen Massen nach vorwärts, andererseits die hintere Querwand der Zündkammer mit allen damit   zusammenhängenden Massen nach rückwärts,   in bezug auf die Lage des gemeinsamen Schwerpunktes, zu verschieben.

   Der Vorwärtabewegung der Geschossspitze setzt sich deren   Eindringungswiderstand   entgegen, der Rückwärtsbewegung   der letzterwähnten Geschossmassen aber deren Verzögerungsdruck, so dass bei richtiger Bemessung des Zündkammergasdruckes während der Gcschosseindringung in den Widerstand keine achsiale Relativverschiebung im Innern des Geschosses eintreten kann.

   Verschwindet aber der Ein-   

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 dringungswiderstand und damit auch der Verzögerungsdruck des Geschosses dadurch, dass letzteres entweder aus dem Rücken des durchdrungenen Panzers hervortritt oder während des 
 EMI3.1 
 zufolge bei Überlauf der gasdichtenden Kolben-und Zylinderkanten die Verbindung zwischen Zündkammer und Sprengladungsraum hergestellt wird bzw. die sekundären Schlagzünder in Tätigkeit gesetzt werden, welche die   Sprengladungszündl1ng   unmittelbar veranlassen. Bei Anwendung solcher Schlagzünder lässt sich die Sprengladung von den Zündkammergasen vollständig isolieren, wenn die Betätigung der ersteren durch den Stossbolzenvortrieb selbst erfolgt, etwa wie in Fig. II a dargestellt ; denn es können hier die Kanäle 17 entfallen, so dass den Gasen jeder Austritt aus der Zündkammer verwehrt, ist.

   Die vorzeitige Zündung durch den Rückstoss der Zündkammerbodenscheibe beim Abgang des    Geschosses ïi. sst   sich leicht vermeiden durch eine entsprechend grosse Bohrung im   Geschossbodenverschluss   25, die den Treibgasen im Geschützrohr gestattet, durch Druck auf die   Rückfläche   der Zündkammerbodenscheibe diese nach vorwärts zu pressen. 



    PATENT-ANSPRÜCHE :  
1. Panzergranatenzünder mit selbsttätig   verzögerter Sprengladungazündung,   bei dem durch einen Aufschlagzünder ein Zündsatz in geeigneter Zusammensetzung, Menge und Ladedichte in einer gasdichten Kammer zur Entflammung gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Druck der so erzeugten   Zündkamnergase   beim Verschwinden des Eindringungswiderstandes bzw. des Verzögerungsdruckes des eingedrungenen Geschosses ein achsial geführter

Claims (1)

  1. EMI3.2 dass die Geschossspitze mit einem Zylinder oder Kolben in Verbindung steht, der bei seinem zur Zündkammerbodenacheibe relativen Vorlauf die Zündkammergase freigibt bzw. Zündkanäle öffnet, durch welche diese Gase unmittelbar oder erst nach Öffnen weiterer gasdichter Organe in die Sprengladung einschlagen können.
    3. Ausführungsform des Panzergranatenzünders nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Geschossboden mit einem Zylinder oder Kolben in Verbindung steht, der durch seinen zur Zündkammerbodenscheibe relativen Rücklauf die Zündkammergase freigibt bzw. Zündkanäle öffnet, durch welche diese Gase unmittelbar oder erst nach Öffnen weiterer gasdichter Organe in die Sprengladung einschlagen können.
    4. Ausführungsform des Panzerpranatenzündprs nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Spitze oder der Boden des Geschosses nut einem Zylinder oder Kolben in Verbindung steht, der durch seine zur Zündkammerbodenscheibe relative Achsialverschiebung Schlagzünder EMI3.3
AT61177D 1912-04-11 1912-04-11 Panzergranatenzünder mit selbsttätig verzögerter Sprengladungsentzündung. AT61177B (de)

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