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Die Erfindung betrifft einen drehbaren Schmuckring mit minde- stens zwei konzentrisch gegeneinander verdrehbaren Ringteilen ge- mäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft insbe- sondere Fingerringe der genannten Art, Armreife, ringartige Schmuckelemente, die an Halsketten getragen werden, und dgl.
Drehbare Schmuckringe der genannten Art, insbesondere Ringe bei denen sich ein äusserer Ring auf einem inneren Ring ohne spe- ziellen Mechanismus dreht, sind bekannt. So zeigt beispielsweise die Design-Registrierung DM/043 126gemäss dem International Design Bulletin vom Februar 1998 einen aus drei Ringteilen bestehenden, mit eingelegten Edelsteinen verzierten, drehbaren Fingerring. Die einzelnen Ringteile sind konzentrisch gegeneinander verdrehbar.
Die gegenseitige Lagerung der Ringteile erfolgt über Gleitlager.
Schmuckringe dieser Art bestehen üblicherweise aus einem Edelmetall wie Gold, Silber, Platin, Palladium, Ruthenium, etc. oder auch geeigneten Edelmetallegierungen. Edelmetalle und Edelme- tallegierungen sind im allgemeinen relativ weich und gut verar- beitbar, haben aber auch den Nachteil, dass wegen deren Weichheit bei Gleitlagern im Laufe der Zeit ein zwar geringes, aber doch merkliches Abschleifen von Edelmetall gegen Edelmetall stattfin- det. Zu den Reibungswiderständen der Gleitlager treten also auch Abnützungserscheinungen.
Aus der DE-9402319-U ist ein Dekorsystem bekannt, das auch zum Tragen am Körper vorgesehen ist und bei dem ein Ringteil gegenüber einem anderen Ringteil konzentrisch über ein Kugellager drehbar ist. Es wird erwähnt, dass für die Walzelemente statt Kugeln auch Rollen vorgesehen sein können, wobei derartige Lösungen aber nicht näher beschrieben sind.
Ähnliche Schmuckringe mit gegenseitig verdrehbaren Ringteilen und Kugellagern sind beispielsweise auch aus der US-2 060 345 und aus der FR-824 527 bekannt.
Allen bisher zitierten Veröffentlichungen ist jedoch gemein- sam, dass die Walzelemente, zumeist Kugeln, im wesentlichen ledig- lich funktionellen Zwecken dienen.
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Es besteht zunehmend der Wunsch und das Bedürfnis, Schmuck- ringe an bieten zu können, die reibungsloser, leichter und schwungvoller verdrehbare Ringteile aufweisen, eine geringere Ab- nützung aufweisen und überdies Lagerelemente beinhalten, die über den funktionellen Zweck hinaus auch dekorativen Charakter haben und als Blickfang wirken. Wegen der Weichheit der zu verarbeiten- den Metalle können im allgemeinen herkömmliche Kugellagerlösungen nicht ohne weiteres übernommen werden.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Schmuckring der genannten Art zu schaffen der leicht verdrehbare Ringteile aufweist, geringe Abnützungserscheinungen zeigt und des- sen Lagerteile nicht nur funktionellen Zwecken dienen.
Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäss durch den kenn- zeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst. Die Lösung besteht darin, Massnahmen vorzusehen, mit denen Teile der Walzen dauernd oder zu- mindest zeitweise in auffälliger Weise sichtbar gemacht werden.
Kugellager bei Schmuckringen sind als gängige Lösung zwar einsetzbar, haben aber den Nachteil, dass wegen der Punktauflagen der Lagerkugeln örtlich wesentlich höhere Verformungskräfte auf- treten, was bei relativ weichen Metallen zu berücksichtigen ist und was im allgemeinen den Gebrauch von härteren Einsätzen zum Auffangen dieser Verformungskräfte erfordert. Walzenlager haben im Gegensatz zu Kugellagern Linienauflagen, so dass die entstehenden Verformungskräfte wesentlich besser verteilt sind und in vielen Fällen auf zusätzliche Einsätze bzw. Hartmetallteile verzichtet werden kann. Das heisst, dass alle Metallteile in Edelmetall gefer- tigt werden können. Weiters kann durch den Einsatz von Walzenla- gern der Abrieb, d. h. das Abschleifen von Edelmetall gegen Edel- metall stark vermindert werden.
Teile der Walzen können auf verschiedene Weise dauernd oder zumindest zeitweise in auffälliger Weise sichtbar gemacht werden.
Erfindungsgemäss können entweder überstehende Walzen vorgesehen sein oder es kann zumindest ein Aussenring mit dekorativen Ausneh- mungen versehen sein. Bei Ersterem sind die überstehenden Walzen-
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enden natürlich dauernd sichtbar. Bei Letzterem sind Teile der Walzen dauernd oder auch nur zeitweise sichtbar, abhängig natür- lich von der relativen Position (Verdrehungszustand) der dekorati- ven Ausnehmungen zu den jeweiligen, darunter liegenden Walzen.
Wird der Schmuckring in dieser Weise ausgestaltet, so können die Walzen oder Teile davon neben den funktionellen Aufgaben (La- gerung) auch ästhetische Funktionen übernehmen und somit zusätzli- che Wertbestandteile des Schmuckgegenstandes bilden. Dies kann beispielsweise zutreffen, wenn überstehende Walzen verwendet wer- den, weil dann die Möglichkeit besteht, Edelsteine besonders auf- fällig an den Stirnseiten der Walzen zu fassen. Dies wirkt ästhe- tisch besonders ansprechend, weil durch die gut sichtbare Drehung der Walzen bei der Verdrehung der Ringteile geschliffene Schmuck- steine durch die Brillanz des Facettenspiels besonders gut zur Geltung kommen.
Werden dekorative Ausnehmungen in den äusseren, drehbaren Ringteilen angebracht, so können die darunter sichtbar werdenden Walzen beispielsweise auch Edelsteine sein, was durch die Wahl der Steine und deren Farben wiederum sehr ansprechend sein kann und was natürlich ebenfalls die Möglichkeit eröffnet, Teile der Walzenkörper mit geeigneten Facetten zu versehen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand von Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen drehbaren Schmuckring mit dekorativen Ausnehmun- gen im Aussenring;
Fig. 2 einen drehbaren Schmuckring mit zwei Aussenringen mit dekorativen Ausnehmungen und je einem Walzenlager pro Aussenring;
Fig. 3 einen drehbaren Schmuckring mit überstehenden Walzen; und
Fig. 4 einen drehbaren Schmuckring mit überstehenden Walzen und mehreren Aussenringen.
Die Fig. 1 zeigt einen drehbaren Schmuckring mit einem als Aussenring 2 ausgebildeten zweiten Ringteil und eingelagerten Wal- zen 3. Der Innenring 1 und der Aussenring 2 sind mit ringförmig
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verlaufenden Ausnehmungen versehen, die zusammen mit den darin eingelagerten Walzen 3 ein Walzenlager bilden. Der Aussenring 2 ist mit dekorativen Ausnehmungen 4 versehen. Durch die Ausnehmungen 4 sind die Walzen 3 gut sichtbar. Die geometrischen Verhältnisse zwischen Innenring 1, Aussenring 2 und Walzen 3 können natürlich sehr unterschiedlich gewählt werden, beispielsweise aber so, wie in dieser Figur gezeigt, dass die Walzen 3 auch seitlich gut sicht- bar sind.
Beim dargestellten Beispiel gemäss Fig. 1 sind keine speziel- len Mittel zur gegenseitigen Positionierung der Walzen 3 entlang des Umfanges vorhanden. Das heisst, dass die Anzahl der einlegbaren Walzen allein durch die geometrischen Verhältnisse von Innenring 1 und Aussenring 2 gegeben ist und gerade so gewählt wird, dass genü- gend Spiel und leichte Drehbarkeit gewährleistet ist. Es können aber Mittel zur gegenseitigen Positionierung einer Anzahl von Wal- zen verwendet werden, beispielsweise Walzenlagerkäfige oder dgl.
Dadurch können die Walzen gleichmässig am Umfang verteilt werden.
Die verwendeten Walzen 3 sind als einfache zylinderförmige Körper mit entsprechend zylinderförmigen Walzflächen ausgeführt.
Es können aber auch kegelförmige Körper mit entsprechend kegelför- migen Walzflächen eingesetzt werden.
Die Walzen 3 bestehen vorzugsweise ebenfalls aus Edelmetall.
So können beispielsweise in einem 18K Goldring auch 18K Goldwalzen eingelagert sein. Natürlich können auch andere Materialien einge- setzt werden, beispielsweise aus Edelsteinen geschliffene Walzen.
Die Walzen können zudem seitlich mit Edelsteinen gefasst sein (nicht dargestellt).
Die Fig. 2 zeigt einen weiteren drehbaren Schmuckring mit einem als Innenring 11 ausgebildeten ersten Ringteil, einem als Aussenring 12 ausgebildeten zweiten Ringteil und einem als Aussen- ring 12' ausgebildeten dritten Ringteil. Jeder Ringteil ist gegen- über den anderen Ringteilen über eingelagerte Walzen 13,13' ver- drehbar. Der Innenring 11 und die Aussenringe 12 und 12' sind mit ringförmig verlaufenden Ausnehmungen versehen, die zusammen mit
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den darin eingelagerten Walzen 13 und 13' Walzenlager bilden. So- wohl der Aussenring 12 wie auch der Aussenring 12' sind bei diesem Ausführungsbeispiel mit dekorativen Ausnehmungen 14,14' versehen, durch die die darunterliegenden Walzen 13, 13' gut sichtbar sind.
In diesem Beispiel liegen der zweite und der dritte Ringteil nebeneinander, so dass beispielsweise deren Aussenflächen auch noch mit Edelsteinen gefasst sein können und korrespondierende Muster oder Gravierungen aufweisen können, die alle bei entsprechender gegenseitiger Stellung der Aussenringe 12 und 12' besonders gefäl- lige Erscheinungen bieten. Selbstverständlich können nach dem gleichen Prinzip auch noch weitere Ringteile vorhanden sein.
Die Fig. 3 zeigt einen weiteren drehbaren Schmuckring mit einem als Innenring 21 ausgebildeten ersten Ringteil, einem als Aussenring 22 ausgebildeten zweiten Ringteil und überstehenden Wal- zen 23. Die überstehenden Walzen 23 sind mit einer ringförmig ver- laufenden Ausnehmung versehen, die zusammen mit dem Innenring 21 und dem Aussenring 22 ein Walzenlager bildet.
Diese Ausführungsvariante ermöglicht ein besonders augenfäl- liges Anbringen von seitlich (an den Stirnseiten der Walzen 23) gefassten Edelsteinen 24. Beim Drehen des Innenrings 21 relativ zum Aussenring 22 drehen sich die Walzen 23 um die eigene Achse und so- mit auch die Edelsteine 24, wodurch deren Brillanz als Facetten- spiel besonders gut zur Geltung kommt.
Die Fig. 4 zeigt schliesslich einen weiteren drehbaren Schmuckring mit überstehenden Walzen 33. Bei dieser Ausführungs- variante dienen die Walzen 33 als gemeinsame Lagerteile für als Aussenringe 32,32' und 32" ausgebildete zweite, dritte und vierte Ringteile. Auch hier sind die überstehenden Walzen 33 sind mit einer ringförmig verlaufenden Ausnehmung versehen, die zusammen mit dem Innenring 21 und den Aussenringen 32, 32' und 32" ein Wal- zenlager bilden. Selbstverständlich können auch hier Mittel zur gegenseitigen Positionierung der Walzen 33 vorhanden sein.
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Des weiteren können natürlich auch Kombinationen der bisher genannten Ausführungsformen verwendet werden. So ist es beispiels- weise möglich, dass - Schmuckringe weitere Ringteile aufweisen, von denen nicht alle ein Walzenlager aufweisen, also beispielsweise zusätzliche Ringteile mit Gleitlagern oder anderen Lagern.
- Schmuckringe weitere Ringteile aufweisen, die nach aussen konzentrisch gelagert sind, beispielsweise in der Form eines inne- ren, eines mittleren und eines äusseren Ringes.
Für die Herstellung von Schmuckringen der beschriebenen Art eignen sich eine Vielzahl von unterschiedlichen Materialien, hauptsächlich natürlich die bereits erwähnten Metalle Gold, Sil- ber, Platin, aber auch weitere Metalle wie Palladium, Ruthenium, Titan sowie verschiedene Legierungen wie Gold 750,585 etc. Für die Walzen können neben Edelsteinen und Schmucksteinen auch Kera- mik-Materialien eingesetzt werden.
Die dekorativen Ausnehmungen 4,14, 14' in den Aussenringen 2, 12, 12' können regelmässig oder unregelmässig gestaltet sein, bei- spielsweise auch in der Form von abwechslungsweise aufrecht und kopfstehenden Herzformen etc.
Die Ausführungsform der Erfindung mit überstehenden Walzen und darin einseitig gefassten Schmuck- oder Edelsteinen kann nicht nur wie eingangs erwähnt an Fingerringen, Armreifen, ringartigen Schmuckelementen die an Halsketten getragen werden, und dgl. ver- wendet werden, sondern auch in Kombination mit der dekorativen Ge- staltung von Uhren.