AT55761B - Verfahren zur Behandlung von rohen und verarbeiteten Jute-, Hanf-, Flachs- und anderen Gespinstfasern. - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von rohen und verarbeiteten Jute-, Hanf-, Flachs- und anderen Gespinstfasern.Info
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Description
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Verfahren zur Behandlung von rohen und verarbeiteten Jute-, Hanf-, Flachs- und anderen
Gespinstfasern. die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von rohen Fasern und Geweben aus Ramie, Flachs, Jute, Hanf und anderen Gespinstfasern. Das neue Verfahren bezweckt, die so behandelten Stoffe weicher und geschmeidiger zu machen. insbesondere aber durch Erhöhung der Teilbarkeit der Faser die Verspinnung zu höheren, feineren Garnnummern zu ermöglichen.
Das Wesen des neuen Verfahrens besteht darin, dass man die betreffenden Stoffe
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werden, und zwar in Bezug auf Jute.
Zur Behandlung von etwa 50 bis 60 kg Jute wird diese einem Garbade von 100 l weichem Wasser ausgesetzt, dem 5 Pfund Zucker und 3 Pfund beste Branntweinhefe sowie noch # bis 1 Pfund Glyzerin zugesetzt wird. Dieses Bad wird auf einer Temperatur von 25 bis 28 C gehalten. Nach der erfolgten Gärung kann man die Fasern, wenn sie den erwünschten Grad von Weichheit noch nicht erlangt haben. nochmals dem oben genannten G1 rbade aussetzen, das dann zur Verstärkung der Wirkung einen wotercn Zusatz von 5 Pfund Zucker und # Pfund Glyzerin erhä) t. Nachdem die Stoffe aus diesem Bade herausgenommen sind, erfolgt das Spülen in weichem Wasser und erforderlichenfalls das Trocknen.
Das Wesen dieses gambades und seine Unterscheidung gegenüber anderen, bekannten Gärungsprozessen besteht in der Beigabe von Glyzerin, das als Nährmittc ! für den hier zu erzeugenden Gärpilz dient. Dieser besondere Gärpilz hat die Wirkung, dass er die gumminösen Stoffe der Faser auslöst und die Zellenbündel lockert, den Zellenkern selbst
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Faser erzielt, die sich zum Verspinnen bis zu Nr. Go und höher vorzugsweise eignet.
Hiedurch unterscheidet sich das neue Verfahren von ähnlichen, bereits bekannten Verfahren, die teils eine wollartige Beschaffenheit der behandelten Faser erzielen wollen, andererseits den Zellenkern absichtlich vollkommen zerstören. Bei allen diesen bekannten Verfahren wird nicht der mit der vorliegenden Erfindung erstrebte und tatsächlich erreichte Erfolg gewonnen, dass nämlich bei nverminderter Reisswiderstandsfähigkeit eine glatte, schlanke Faser erzielt wird.
Diese Eigenschaften müssen aber vereint vorhanden sein. wenn man ein schönes Garn herstellen will
Die oben beschriebene Jutebehandlung hat gegenüber den bisher bekannten Verfahren den Vorteil, dass die so lästige Beifügung von Fischtran und ähnlichen Fetten oder Ö ! en fortfallen kann Diese Beifügungen sind bisher erforderlich gewesen, da es auf andere Weise nicht gelingen wollte, der Faser die erforderliche Weichheit mitzuteilen. Hierin liegt auch der Grund dafür. dass infolge des tranigen Geruches. den die fertigen Fabrikate
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bisher hatten, dieselben von der Verwendung für ihnen sonst zugängliche Anwendungs- gebiete ausgeschlossen waren.
Wie bereits oben erwähnt, kann man die nach dem neuen Verfahren behandelte Jutefaser in denjenigen Fällen, wo es sich um die Erzielung einer ganz besonderen Teilbarkeit der Faser, also etwa zur Verarbeitung der Jutefaser zur Kunstseide, die dann bis zu Nr. 300 und höher versponnen werden kann, handelt, nach dem Ausspülen einem Bade aus höchstens 3%piger, wässriger Lösung von Natriumsuperoxyd aussetzen. Die Fasern bleiben drei Tage lang in diesem Bade, werden dann nochmals gespült und in beliebiger Weise weiter verarbeitet. Derartig behandelte Fasern ähneln an Glanz, Weichheit, Geschmeidigkeit und dem Grade ihrer Teilbarkeit nach durchaus der besten Seide.
Es sei hiezu noch bemerkt, dass an sich die Verwendung von Natriumsuperoxyd als Bleichmittel bekannt ist, nicht aber als Mittel zur Erzielung einer erhöhten Teilbarkeit.
Diese letztere Wirkung durch den Zusatz von Natriumsuperoxyd konnte auch bei den bekannten Verfahren nicht eintreten, weil sie abhängig ist von der Auflockerung der Zellenbündel, die bisher mangels eines dahin wirkenden Gärprozesses nicht möglich war. Aber erst durch die Auflockerung des Zellenbündels, wie sie das neue Verfahren erzielt, wird d''m Natriumsuperoxyd Gelegenheit gegeben, die Fasern derart zu durchdringen, dass dadurch eine bis ins Feinste gehende Teilbarkeit der Fasern hervorgerufen wird. Das zugesetzte Natriumsuperoxyd wird natürlich auch beim neuen Verfahren eine bleichende Wirkung aus- üben, doch soll diese nebenher gehende Wirkung keinen Gegenstand der vorliegenden Er- findung bilden.
Es versteht sich, dass das oben angegebene Verfahren, dessen Verwendung beispiels- weise bei Jute näher beschrieben worden ist, auch für alle anderen Faserstoffe, Flachs,
Hanf, Ramiefasern und dgl., sich eignet.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Verfahren zur Behandlung von rohen und verarbeiteten Jute-, Hanf-, Flachs-und anderen Gespinstfasern, dadurch gekennzeichnet, dass die rohen Fasern bxw. die Garne und Gewebe aus diesen Faserstoffen einem Gärbade ausgesetzt werden, dem als Xährmittel des wirksamen Gärpilzes Glyzerin zugesetzt wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1 zur Erzielung einer noch höheren Teilbarkeit der Fasern, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern nach dem Gambade in ein Bad einer wässrigen Lösung von Natriumsuperoxyd gebracht werden.
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