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Vi8iervorrichtung zum Beschiessen hochgelegener Ziele.
Der Gegenstand der Erfindung ist eine Visiervorrichtung für Geschütze zum Beschiessen hochgelegener Ziele, z. B. Luftschiffe, bei der sich, nachdem die Aufsatzhöhe auf die Zielentfernung eingestellt ist, beim Einrichten der Visierlinie auf das Ziel, der dem Lagewinkel des Zieles entsprechende Schusswinkel mit einer für die Praxis vollkommen ausreichenden Genauigkeit von selbst einstellt.
Im nachstehenden soll zunächst die theoretische Grundlage, auf der die Erfindung beruht, erläutert werden.
Bezeichnet in Fig. 1 der Zeichnungen 0 den Mündungsmittelpunkt und die Linie O-X den Mündungshorizont, so muss man, um ein Ziel Z, welches sich in der Entfernung a ; im Mündungs- horizont befindet, zu treffen, der Rohrachse eine Neigung @ gegen den Mündungshorizont geben. Nimmt man der Einfachheit halber an, dass sich das Rohr bei Erteilung der Elevation im Punkte 0 dreht, so kommt die Rohrachse in die Lage 0 A. Die Strecke A Z gleich H, wird bekanntlich als die Endfallhöhe des Geschosses bezeichnet.
Man kann nun die Rohrachse dadurch in die Lage 0 A bringen, dass man das obere Ende z eines Aufsatzstabes, dessen unteres Ende a mit dem Rohre gelenkig verbunden ist, und der stets vertikal gehalten wird. über den Punkt 0 auf das Ziel Z einvisiert. Dabei muss die Höhe h des Aufsatzstabes proportional der Endfallhöhe H sein. da die beiden Visierdreiecke 0 Z A und 0 z a einander ähnlich sind.
Wenn man bei gleicher Aufsatzhöhe kl gleich li und stets vertikal gehaltenem Aufsatz das Geschütz auf ein erhöhtes Ziel Zl einrichtet, wobei die Rohrachse in die Lage a, 0 A, kommt und der Aufsatzvisierpunkt nach s so wird das Zie ! Z, nur dann getroffen, wenn es in einer
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nach abwärts aufträgt. Hiebei ist 0 AI gleich 0 A. Dabei bildet die Rohrachse mit der Linie 0 Zl einen Winkel al.
Die durch den Punkt Z, gehende Flugbahn erreicht ein erhöhtes Ziel Z2, das sich in einer Entfernung X2 gleich x von 0 befindet, wie aus der Figur ersichtlich ist, nur dann, wenn der Rohrachse eine um den Winkel A s grössere Neigung gegenüber der Visierlinie erteilt wird. Dies kann man nun dadurch erreichen, dass man den Aufsatzstab nicht vertikal, sondern nach rückwärts geneigt anordnet, so zwar. dass der Aufsatzvisierpunkt sich in Zg befindet. Wird der Aufsatzstab stets parallel zu der Lage al Z2 gehalten, so wird auch bei dieser Anordnung das Ziel im
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Aufsatzvisierpun1 : i in z'befindet und der Winkel z'z a ein rechter Winkel ist.
Man kann also mit einem entsprechend geneigten Aufsatzstab, dessen Neigung beim Erteilen
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treffen, wie wenn sich das Ziel Im Mündungshorizonte befindet.
Natürlich werden für Ziele, die sich in der Linie 0 Z2 auf einer grösseren oder kleineren Entfernung befinden, grössere oder geringere Verstellungen des Aufsatzvisierpunktes nach rückwärts erforderlich sein. Da aber gleichzeitig auch grössere bzw. geringere Aufsatzhöhen einzustellen sind. wird es mit grosser Annäherung möglich sein, mit einem nach rückwärts geneigten Aufsatzstab für alle Ziele mit dem gleichen Lagewinkel n das Auslangen zu finden. Ganz genau könnte man
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ausgestattet wird. Diese Kurve kann wieder mit grösster Annäherung durch einen Kreisbogen ersetzt werden.
Die Lage und Form dieser Kurve ist natürlich, genau genommen, für jeden Lagewinkel 11 eme andere. Erfahrungsgemäss lässt sich jedoch stets ein Kreisbogen oder eine gerade Linie finden. die mit für die Praxis vollkommen ausreichender Genauigkeit als Ersatz für alle diese Kurven dienen kann.
Die selbsttätige Veränderung des sschusswinkela beim Richten auf erhöhte Ziele wird also der Erfindung gemäss dadurch erreicht, dass man einen seine Neigung im Raume stets beibehaltende. nach rückwârt geneigten. geradlinigen oder nach rückwärts gekrümmten Aufsatzstab zur Anwendung bringt.
In Fig. 2 ist das Schema einer Ausführungsform einer Visiervorrichtung nach den eben erläuterten Grundgedanken in der Seitenansicht dargestellt. Fig. 3 zeigt dieselbe Ausführungsform von hinten gesehen. Die Fig. 4 und 5 zeigen in gleichen Ansichten die Ausführungsform einer Visiervorrichtung mit Visierfernrohr.
Das Geschützrohr. R ist auf einer Wiege W geführt. Die letztere ist mittels horizontaler
Schildzapfen Z in der Lafette L drehbar gelagert und kann mittels einer Höhenrichtmaschine beliebiger Bauart erhöht und gesenkt werden. S ist ein nach rückwärts gekrümmter Aufsatzstab von kreisbogenförmiger Gestalt, der an seiner Rückseite mit einer Entfernungseinteilung ver-
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sehen ist und an seinem oberen Ende eine Visierkimme V trägt. Der Aufsatzstab steht in einer kreisbogenförmigen Führung des Gehäuses G und kann darin durch ein Getriebe bekannter Art g verstellt werden. Das Gehäuse G ist mit der Lafette fest verbunden und derart angeordnet, dass bei ganz eingeschobenem Aufsatzstab der Visierpunkt an der Visierkimme V in die Schildzapfenachse 0 01 fällt.
Das Visierkorn K ist an der Wiege angebracht. Die Kornspitze k liegt in einer durch die
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entspricht ; der Aufsatzhöhe A == z a== Zl al in Fig. 1 entspricht die Aufsatzhöhe p o in Fig. 2 ; den Punkten und Z2 in Fig. 1 entspricht der Aufsatzvisierpunkt m in Fig. 2 ;
2.
Dass das Visierdreieck z'0 a in Fig. 1 dem Visierdreieck m k o in Fig. 2 entspricht und dass das Visierdreieck zeal in Fig. 1 dem Visierdreieck mO in Fig. 2 entspricht ; ferner entspricht dem Schuss winkel E in Fig. 1 der Schuss winkel : x in Fig. 2 und dem Schuss- winkel E- + s in Fig. 1 entspricht der Schusswinkel ai + A a in Fig. 2.
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Ausführungsform mit der theoretischen Erläuterung ersichtlich.
Bei der in den Fig. 4 und 5 dargestellten Ausführungsform ist ein Visierfernrohr V (mit seitlichem Einblick) auf einem stabförmigen Visiermittelträger T parallel zu dessen Längsachse gelagert. Der Visiermittelträger ist mit seinem hinteren Ende mit dem Aufsatzstab gelenkig verbunden und gleitet mit seinem vorderen Ende in einer Führungshülse H, die mittels eines zur Schildzapfenachse parallelen Zapfens z an der Wiege W drehbar gelagert ist. Das Gelenk q am Aufsatzstabe S ist derart angeordnet, dass dessen Drehachse bei ganz eingeschobenem Aufsatzstabe mit der Schildzapfenachse zusammenfällt. Die Drehachse des Zapfens z ist an der Wiege in einer solchen Lage angebracht, dass sie in einer durch die Sohildzapfenaohse gelagerten und zur Rohrachse parallelen Ebene liegt.
Durch diese Anordnung wird erreicht, dass sich die Längsachse des Visiermittelträgers T
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visierpunkt V in Fig. 2.
Bei fahrbaren Geschützen wird das Gehäuse G nicht fest mit der Lafette verbunden, sondern so angeordnet, dass es zwecks Ausschaltung des Einflusses der Neigungen des Geschützstandes in der Schussrichtung und senkrecht darauf entsprechend verstellt werden kann.
Der durch den Drall hervorgerufenen Seitenabweichung der Geschosse kann durch seitliche schiefstellung des Aufsatzstabes Rechnung getragen werden. PATENT-ANSPRÜCHE :
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Veränderung des Schusswinkeis durch das Anvisieren des Zieles selbsttätig erteilt wird, dadurch gekennzeichnet. dass ein zu seiner Grundstellung im Raume stets parallel bleibender, geradliniger oder gekrümmter Aufsatzstab angewendet wird, dessen Form und Neigung derart gewählt sind, class sie durch Einstellen der Aufsatzhöhe und Anvisieren des Zieles angenähert eine solche Verlegung des Aufsatzvisìerpunktes nach hinten ergibt, dass dadurch der Schusswinkei eine genügend genau entsprechende Veränderung erfährt.