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Glockenläutwerk mit elektromotorischem Antrieb.
Gegenstand der Erfindung ist ein Tumglockeniäutwerk mit elektromotorischem Antrieb, bei welchem im Gegensatz zu den bekannten Läutwerken mit zwangläufiger Verbindung zwischen Elektromotor und Glockenantriebsscheibe der Antrieb in der Weise erfolgt. dass der Motor mit der Glocke nur innerhalb eines bestimmten Schwingungsbogens gekuppelt ist, bie Erreichtung eines bestimmten Schwingungswinkels aber automatisch entkuppelt wird. so dass die Glocke frei
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richtung umkehren kann, worauf der Motor, um der Glocke einen neuen Impuls zu verleihen. umgeschaltet werden kann oder aber ausgeschaltet wird, um solange ausgeschaltet zu bleiben. bis die Glocke in die alte Schwingungslage zurückkehrt, worauf er nach Umschaltung der Glocke einen neuen Impuls in der alten Richtung erteilt.
Durch diese Anordnung wird erreicht, dass die Glocke 1. frei ausschwingen kann. was für die Qualität des erzeugten Tones wesentlich ist ; 2. dass eine Sicherung gegen zu hohes Ausschwingen ohne besondere Reguliervorrichtungen von vornherein vorliegt ; 3. dass der Antriebsmotor für die Ausschaltung oder aber für die Umschaltung in die entgegengesetzte Richtung freigegeben
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Stromstösse beim Umschalten andererseits vermieden werden.
Die kraftschlüssige und in bestimmten Winkellagen selbsttätig auslösende Verbindung zwischen Motor und Glocke erfolgt durch exzentrische Anordnung der Antriebsscheibe der Glocke auf der Glockenachse.
Die Schaltvorrichtung für den elektromotorischen Antrieb ist so eingerichtet. dass die Einschaltung des Elektromotors bei grösseren Schwingungen nicht unmittelbar nach Giockenumkehr erfolgt. sondern erst. nachdem die Glocke einen gewissen Teil ihres Weges zurückgelegt hat. um hiedurch den Nachteil der bekannten Schalteinrichtungen für Turmglockenläutwerke, welcher darin besteht, dass mit wachsenden Glockenausschlägen auch die Giockenantriebe wachsen,
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hindern.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 in Ansicht eine von einem Elektromotor aus angetriebene Glocke gemäss der vorliegenden Erfindung. Fig. 2 schematisch den Schaltvorgang durch ein die Glockenschwingungen darstellendes Diagramm, Fig. 3 im senkrechten Schnitt, Fig. 4 im Grundriss die Schaltvorrichtung selbst, Fig. 5 schemutisch verschiedene Schalterstellungen, Fig. 6 schematisch die Dauer des Antriebes in bezug auf die höchste Glockenlage.
Gemäss Fig. l ist 1 die anzutreibende Glocke, auf deren Achse 2 die Antriebsscheibe (Riemen-,
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mit den Elektromotor 5 gekuppelt.
Wird der Elektromotor 5 eingeschaltet, so dreht er die Glocke um einen gewissen Betrag um die Achse 2. Vermöge der exzentrischen Aufkeilung der Riemenscheibe. 3 auf der Achse 2 wird aber in einer gewissen Winkelstellung die Spannung des Riemens oder Seiles soweit nachlassen. dass ein Drehmoment vom Motor 5 auf die Glockenachse. i ? nicht mehr übertragen werden kann. sondern vielmehr der Riemen lose auf der Scheibe gleitet. Von diesem Augenblick an ist also
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Die Umschaltung des Motors bei Glockenumkehr (falls der Glocke ein Antrieb nach beiden Richtungen erteilt werden soll) erfolgt etwa durch einen als Kippschalter ausgebildeten Schalter 6, dessen Kontaktarm 7 etwa durch von der Glockenachse 2 aus angetriebenen Riementrieb 8 im Tempo der Glockenschwingungen umgelegt wird, in der nachfolgend näher beschiebenen Weise : Gemäss Fig. 2 setzt, solange die Glockenschwingungen noch klein sind, der Antrieb des Motors unmittelbar nach den umkehrpunkten a der Glockenschwingung ein und endigt in der Glockenmittellage (im Diagramm durch b bezeichnet).
Bei grösseren Schwingungen erfolgt jedoch der Antrieb nicht in den Umkehrpunkten a, sondern erst später in den Punkten c, die stets der gleichen Glockenlage entsprechen, so dass der Antrieb trotz grösser werdender Glockenschwingung konstant bleibt, wodurch ein Überschwingen der Glocke ausgeschlossen ist.
Der in der Zeichnung Fig. 3 und 4 beispielsweise dargestellte Schalter besteht aus einem Schaltergestell 9. in dessen Lagern 10 die von der Glockenachse aus mittels Kettenrades 11 angetriebene Schalterwelle 12 drehbar gelagert ist. Auf der Schalterwelle 12 ist der die Schaltkontakte 7J tragende Arm 14 kraftschlüssig in der folgenden Weise befestigt. Die Nabe 15 des Armes74 wird von zwei auf der mit Gewinde versehenen Schalterwelle 12 aufgeschraubten Muffen 16 und 77 umfasst, von denen die Muffe 16 achsial feststeht, die Muffe 17 dagegen achsial verschiebbar ist und unter der Einwirkung einer durch Schraubenmuffe 18 achsial nachspannbaren Feder 19 steht. Arm 14 ist auf diese Weise also durch Reibung mit der Welle 12 gekuppelt, derart, dass er, solange er nicht auf Hindernisse trifft, die : Schwingbewegung der Welle 72 mitmachen muss.
Statt der beschriebenen Reibungskupplung kann selbstverständlich irgend eine andere Klemm- oder Riebungskupplung zwischen Arm 14 und Welle 12 mit der gleichen Wirkung vorgesehen werden.
Auf der Grundplatte des Gestelles 9 ist nun eine Platte 20 aus Isoliermaterial aufgeschraubt,
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bzw. 25, 26 gelagert.
Es ist ersichtlich, dass, wenn die Welle 12 nach links schwingt, der Kontaktarm 14 nach
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wodurch Stromschtuss erfolgt und der Motor nach der einen Richtung eingeschaltet wird, während, sobald die Glocke umkehrt, die Schalterwelle 12 also nach der entgegengesetzten Richtung sich zu drehen beginnt, das Kontaktstück 13 von den Kontaktstücken 22 abgehoben wird und sich gegen die Kontaktstücke 21 legt, wodurch Umsteuerung des Motors erfolgt.
Selbstverständlich können auch statt eines Kontaktstückes und eines Satzes von festen Kontakten mehrere Kontaktstücke und mehrere Sätze fester Kontakte zwecks Umschaltung angeordnet sein.
Bei dem dargestellten Schalter ist nun eine weitere Einrichtung getroffen, durch die bewirkt wird. dass die Abschaltung des Motors in der tiefsten Glockenlage (in derjenigen Stellung, wo die Glockengesch windigkeit ein Maximum ist) erfolgt, um eben den Antrieb nur solange wirken zu lassen, als die Glockengeschwindigkeit wächst.
Ferner wird durch diese Einrichtung ermöglicht, die umschaltung bei grösseren Glockenschwingungen nicht sofort nach Glockenumkehr zu bewirken, sondern erst nachdem die Glocke einen gewissen Schwingungswinkel zurückgelegt hat, so dass also der Antrieb immer erst von einem bestimmten Glockenausschlag ab bis zur Glockenmittellage hin stattfindet, wodurch ein Cberschwingen der Glocke ohne besondere Vorrichtungen, die man bisher zur Verhinderung des überschwingen vorschlug, vermieden wird.
Diese Einrichtung besteht aus einem am Kipparm 7-7. und zwar zweckmässig oberhalb der Schalterwelle 12 befestigten, mit profilierten Steuerschlitzen 27 versehenen horizontalen Arm 28, in dessen Steuerschlitz ein Anschlagstift 29 spielt, der auf einer in das Schraubengewinde 3 (J der Steuerwelle 12 eingreifenden Mutter 31 befestigt ist. Diese Mutter. 31 ist gegen Mit, drehung durch
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Nun macht aber der Steuerschlitz 27 die Schwingbewegung des Armes 14 mit, bewegt sich atsn m bezug auf den in Richtung der Pieile 34 bzw. 35 wandernder Stift 29 seinerseits in ! htung der Pfeile 36 bzw. 37. Denkt man sich, wie beispielsweise in der schematischen Fig. 5 dargestellt, den beweglichen Kontakt 7.
3 anliegend an die Kontakte 22, so wandert der Stift 29 zunächst in der Pfeilrichtung 34 an der Kante 38 des Steuerschlitzes entlang, trifft dann in der Mittelstellung der Glocke auf die schräge Kante 39 dieses Steuerschlitzes, wodurch der Steuerschlitz und der Arm 28 in der Pfeilrichtung 40" abgedrückt wird, so dass der Kontakt zwischen
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bemessen, dass sie dem mittleren Ausschlag der Glockenschwingung entsprechen. An die Schlitzkante 39 des SteuersolMitzes setzt sich dann ein horizontaler Schlitz dz dessen Breite dem Durchmesser des Stiftes 29 entspricht, an, in welchen der Stift 29 bei grossen Ausschlagen, die iiber den
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wandert, eine Bewegung des Armes 14 und daher eine Kontaktgebung nicht stattfinden kann.
Wenn der Stift 29 nach Glockenumkehr, wie in Fig. 4 punktiert angedeutet, in Richtung des Pfeiles 315 wandernd aus dem schmalen Schlitz 40 ausgetreten ist, kann nun infolge der Zurückschaltung der Glocke das Kippen des Armes 14 stattfinden, derart, dass sich die punktiert gezeichnete Schlitzkante 38', die das Spiegelbild der Schlitzkante 38 ist, gegen den Stift 29 legt, so dass dieser nun längs der Schlitzkante 38 bis zur Mittellage der Glocke wandert, alsdann auf die schräge Schlitzkante 39', die das Spiegelbild der Schlitzkante 39 ist, trifft, wodurch die Abschaltung Aes Kontaktes 13 wieder stattfindet, so dass sich das Spiel wiederholt.
Der dem schmalen Schlitz 40 entsprechende Schlitzteil 40'verhindert dadurch, dass sich der Stift 29 wieder in ihn fängt, die Umschaltung unmittelbar nach Glockenumkehr.
Gemäss der schematischen Fig. 6, welche die verschiedenen Schwingungslagen der Glocke darstellt, stellt das Bogenstück 41 den Teil der Glockenschwingung dar, während welchem der Antrieb nach der einen Richtung und das Bogenstück 41'jenen, in welchem der Antrieb nach der entgegengesetzten Richtung vermöge der beschriebenen Schalterkonstruktion stattfindet ;.
PATENT ANSPRÜCHE : l. Glockenläutwerk mit elektromotorischem Antrieb, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zwecke, in bestimmten Winkelstellungen der Glocke selbsttätig ohne besonders zu schaltende Kupplungen eine Entkupplung des Antriebs herbeizuführen, die Glockenantriebsscheibe auf der Glockenachse exzentrisch angeordnet ist.