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Verfahren zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen aus faserartigem Material.
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Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Gebrauchagegenständen aus einem Material, das sich durch ausserordentliche Biegungsfestigkeit und Elastizität auszeichnet, so dass ein Zerbrechen desselben und der aus demselben hergestellten Gcbrauchsgegenstände ohne Anwendung von Gewalt ausgeschlossen ist. Solche Gebrauchsgegenstände sind z. B. Zollstöcke, Kämme für Damen, als Ersatz für Schildpatt, Ejfenbeinkämme. ferner Gegenstände, welche heute aus Zelluloid hergestellt werden. Das zur Herstellung der Gebrauchsgegenstände verwendete Material besteht aus Fasern, z.
B. aus Zellstoff, Baumwollstoff oder Vulkanfiber und ist in bekannter Weise mit solchen chemischen Stoffen behandelt, welche ihm eine dauernde Elastizität, Biegsamkeit und Weichheit verleihen, ausserdem es nicht hygroskopisch machen und ein vollständiges Verfilzen desselben bewirken. Da aber diese Eigenschaften des Fasermateriales für viele technische Zwecke nicht ausreichen und dasselbe in der Regel in grossen Platten gewonnen wird, die eine körnige und rauhe Oberfläche aufweisen, so ist es für die Mehrheit der technischen Verwendungsart. en in dieser Form nicht verwendbar.
Nach der vorliegenden Erfindung wird nun dem tiber-oder faserartigen Material eine voll- ständig glatte Oberfläche erteilt, so dass es für alle technischen oder sonstigen Zwecke lackiert und beliebig dekoriert werden kann. Zu diesem Zwecke wird das mittels geeigneter Metallsalze (Zinnchlorid usw.) behandelte faserartige Material, nachdem es getrocknet wurde, mittels nasser Schleifmittel, z. B. mittels eines nassen Sandsteines, geschliffen oder poliert. Es ist dabei zu beachten, dass das Verfahren in der Weise durchgeführt wird, dass das zu schk-ifendf Material trotz der Verwendung des feuchten Poliermittels (feuchten Sandsteines) selbst stets noch trocken bleibt.
Dieses wird z. B. dadurch bewirkt, dass der zum Polieren verwendete rotierende Sandstein nur mit seinem unteren Teile durch Wasser geführt wird, und an jenen Stellen, mit welchen er zur
Bearbeitung des zu polierenden Fibermaterials auf dasselbe einwirkt, wohl die zur Herstellung
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Feuchtigkeit enthält, als ohne Gefährdung des erzielten Effektes vorhanden sein muss. Die richtige Feuchtigkeit des Schleifmittels wird beispielsweise dadurch erreicht, dass man auf das Schleif-
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warmen Luftstrom auftreffen lässt. Hiedurch wird gleichzeitig eine Kühlung des Schleifmittels bewirkt und eine Gefährdung der Qualität des zu erzeugenden polierten Fibermaterials durch die beim Polieren auftretende Wärme vermieden.
Beim Durchführen des Verfahrens ist ferner darauf zu achten, dass nur langsamlaufende (rotierende oder hin und her gehende) Schleifmittel ver- wendet werden, um ein Zerreissen oder Aufrauhen der Faser zu verhüten. Nach erfolgtem Schleifen ist das Fibermatcrial zur weiteren Bearbeitung durch Lackieren usw., Bedrucken, Dekorieren usw. geeignet.
@ Wichtige Gebrauchsgegenstände, welche aus dem so bearbeiteten Material hergestellt werden können, sind z. B. Massstäbe und Zollstöcke. Während nämlich die bis jetzt aus Holz hergestellten
Zollstöcke ausserordentlich zerbrechlich sind, so dass man gezwungen ist, aus Stahl oder Elfenbein teure Stöcke herzustellen, hat ein aus dem vorliegenden Material hergestellter Zollstock eine unbegrenzte Lebensdauer, weil das Material bei entsprechender Stärke wie ein Ring gebogen, ) oder zur Spirale gewunden werden kann.
Das neue Material stellt ferner einen ausserordentlich bitligen Handelsartikel dar, und Handwerker, welche mit Zollstöcken aus diesem Material arbeiten, brauchen nicht zu befürchten, dass der Zollstock mitten in der Arbeit durch Zufälligkeit zerbricht. Ein wichtiger Vorteil dieser Gebrauchsgegenstände besteht noch darin, dass dieselben
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an den Stellen, an welchen sie der grössten Beanspruchung ausgesetzt sind, wie z. B. an Drehstellen, an den Scharnierverbindungen, gegen Verdrehungen einen grossen Widerstand aufweisen, und daher ein Brechen an diesen Stellen auch bei den nach der vorliegenden Erfindung hergestellten Zollstöcken ausgeschlossen ist.
Auf der Zeichnung ist eine Vorrichtung zum Schleifen und Polieren des Fasermaterials und zum Kühlen des Schleifmittels schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Schleifvorrichtung für das neue Material mit hin und her gehendem Schleifmittel, welches von einer Kurbelscheibe seinen Antrieb erhält. a ist das zu schleifende Material, b das Schleifmittel, welches von der Kurbelscheibe e vermittelst der Gelenkstangen c, d eine langsam hin und her gehende Bewegung erhält.
In Fig. 2 ist eine Schleifvorrichtung dargestellt, bei welcher das Schleifen des Materials a durch einen runden Schleifstein f erfolgt. Dieser wird z. B. durch einen Riemen in langsame Umdrehung versetzt und taucht in einen Wasserbehälter 9 ein, wodurch seine Oberfläche angefeuchtet wird. Um aber zu verhindern, dass die Feuchtigkeit des Sandsteines auf das Material übertragen wird, ist noch ein Gebläse A vorgesehen, welches seinen Luftstrahl auf den Sandsteinf richtet und den letzteren trocknet. Die Achse k des Sandsteines f ist auf Spindeln l gelagert, welche mittels Führungen in Ständern beliebig eingestellt werden können ; i ist eine Rolle, die bestimmt ist, den Druck des Schleifrades aufzunehmen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen aus faserartigem Material, wie Zellstoff, Baumwollpapier, weiches durch Behandlung mit Metallsalzen eine dauernde Elastizität und grosse Widerstandsfähigkeit gegen Biegebeanspruchung erhalten hat, dadurch gekennzeichnet, dass das in langsame Bewegung versetzte Schleifmittel angefeuchtet und bevor es mit dem zu schleifenden Gegenstande in Berührung kommt, der Einwirkung eines warmen oder kalten Luftstromes ausgesetzt wird, zum Zwecke, das Feuchtwerden und das Aufrauhen des zu schleifenden Gutes zu vermeiden.