AT48671B - Verfahren zur Herstellung farbenplastischer Darstellungen, insbesondere Karten (Flugkarten). - Google Patents

Verfahren zur Herstellung farbenplastischer Darstellungen, insbesondere Karten (Flugkarten).

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 nebeneinander stellen als :
1. Skulpturelle odor Reliefplastik ;
2.   8wreoskopischo   oder Zweibilderplastik ;
3. chromatische oder malerische Plastik. 



   Plastik 3 lässt sich in eine Schattenplastik und eine Farbenplastik sondern. Um letztgenannte 
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 das freie Auge, mit der stereoskopischen dagegen die Wirkung lediglich durch das Organ der Anschauung, durch das Auge. Plastik 2 und 3 sind demnach von vornherein optisch verwandt. 



  Die Raumanschaulichkeit wird bei beiden erzeugt durch Bildmittel, die in der zweidimensionalen Bildebene gegeben sind, dort durch   lineare Umrisszeichnung,   hier durch Farbenflächen. Die raumbildende, rechtwinkelig zur Bildebene verlaufende dritte Dimension tritt dort in Erscheinung, indem die abzubildenden   Körperformen   auf jedem der beiden Bilder von einem anderen   Projektionszentrum aus zentralperspektivisch   aufgenommen erscheinen und jede der koordinierten Perspektiven von einem Auge eben als dem zugehörigen   Projektionsmittelpunkt   aus betrachtet wird. Der bekannte   (Stereoskop-)   Apparat erzwingt hierbei die optische Zusammenfassung der beiden ungleichen zweidimensionalen Bilder zu einem einzigen dreidimensionalen, also räumlichen. 



   Bei der Farbenplastik liegt die anschauliche Verwirklichung der raumbildenden (dritten) Dimension in der Natur jener   Farbenreihen,   deren Glieder, auf der Bildebene flächenhaft auf- 
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 lösen. Zur Konstruktion solcher Raumbilder lassen sich Elemente aus drei naturgegebenen Farbenreihen benutzen. Die drei raumbildenden Farbenrcihen elementarer Natur sind die folgenden :
1. Die farblose   Helligkeitsreihe   ;
2. die einfarbige Sättigungsreihe ;
3. die spektrale Farbenreihe. 



   1. Die reine Helligkeitsreihe entwickelt sich innerhalb der farblosen Übergänge von Schwarz zu   Weiss als   farblose Grenzwerte der Farben ; die Bildung von Koordinaten der dritten Dimension   (nämlich     Flächen   ungleicher Bildtiefe) geht dabei auf folgendem Weg vor sich. Beim Blick ins   Dunkle,   also auch auf dunkle Flächen, erweitert sich bekanntlich die Pupille selbsttätig (um 
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   an     dunkleren Flächen.   Die Vorrichtung der Blende an   photographischen Apparaten zeigt ent-     sprechende Wirkungen.

   Gleichzeitig sieht das Auge aber im Naturraume die Umrisse der Dinge     um   so deutlicher, je näher sie liegen und   tatsächlich ist auch hier ein \crenern   für die Nähte ein Erweitern des Sehloches für die Ferne wirksam. Helle Formen und Linien auf hellem   Grund'*   
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   so. dass   der Begriff der Abbildung sich vollendet durch rein anschauliche Verwirklichung innerhalb der geometrisch exakten Linien. 
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 Mittelgrund: schon geschilderte Farbenwirkung:

   Hintergrund : entfärbt. alles in Wirkung der   Luftperspektive.   Das Auge muss also dazu   neigen, Farbennächen.   die sich auf der Bildebene im   Sinne von Sättiungsreihen   je einer Einzelfarbe   abwandeln,     räumlich   aufzufassen nach dem   gesetz   einer   Annäherung   an das Auge mit steigender Sättigung (luftperspektivische Plastik). 



    Auch hier   ist die Wirkung   monokular.   



   Beziehungenzwischen den Reihen 1 und 2. Auch unter den Farben unterscheidet man helle 
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   Sättigunggreille   aufgefasst, nach dem Gesetz : je   weisslicher,   desto ferner dem Auge, als HellDunkel-Reihe genommen, umgekehrt: je weisslicher, desto näher dem Auge. Daraus ergibt sich notwendig   ein l, Wideratreit   der Empfindungen", für eine exakte Theorie eindeutiger Raumabbildung mithin die Aufgabe : Jede Möglichkeit des Eintrittes eines solchen Widerstreites ist zu unterbinden. 



   Das nächstliegende Mittel hierzu enthalten die   natürlichen   Urbilder der elementaren Reihe   2.   die Netzhautbildchen der landschaftlichen Natur um uns. Entnimmt man ihnen die spezifischen Naturfarben, wie das Dunkelgrün der Wälder, das lichte der Wiesen, das Blau der   Gewässer.   die braunen Farben des Bodens, das Weiss des Schnees   u.   a. m. und verbindet sie, z. B. auf einer Landkarte, mit den in Grund gelegten Umrissbildern der betreffenden Dinge, so wirkt das Gewicht dieser Landschaftsfarben in dem Sinne, dass ihre Entsättigung unwillkürlich aufgefasst wird,   *ie   das   Verdämmern hinein   in die Ferne des natürlichen Landschaftsbildes.

   Die Gefahr einer optischen   Umstülpung   im Sinne einer mit zunehmender Farbenansättigung absinkenden Verdunklung ist damit ausgeschlossen. 



   Ein anderes Mittel, die optische Umstülpung auszuschliessen, also die Abbildung in der dritten Dimension eindeutig zu machen, ist das Vermeiden schwer dunkler Farbenflächen. Jedenfalls auf Landkarten sind solche Farben ganz den linearen Bildelementen und der Beschreibung zu überlassen, welche letztere ja durchwegs eine Folie braucht, auf der sie scharf oder doch noch hinreichend deutlich lesbar ist. Benutzt man also die Hell-Dunkel-Reihe zur Erzielung einer Plastik, so darf diese immer nur-bis zu hchtschwachen, aber nie bis zu   schwärzlichen   Tiefen gehen, und zwar wird sie sich diesen um so ferner halten, je ausgedehnter die Flächen sind. Gibt man der   Helligkeitsreihe   den Ton einer spezifisch dunkeln Farbe, verwendet man also z. B.

   Graugrün. so träte bei Auswertung der Reihe bis zur Vollkraft des Farbentones zweifellos die Gefahr der   Umstülpung   ein, indem das Auge die   kräftig graugrüne   Fläche leicht auch als Vordergrund. 
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 Die   chromatische   Koordinatenreihe der absinkenden Verdunklung geht eindeutig nur bis zu lichtschwach matten oder glanzols stumpfen Farbentönen ; sie ist also kürzer als die Koordinaten- 
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Es gibt noch andere Mittel, die Eindeutigkeit des   chromatischen   Ausdruckes der   Raum-   tiefe zu sichern. Hierunter aber ist an dieser Stelle nur noch wesentlich : 
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 von   einem   roten Punkte derselben Ebene vergrössert.

   Nun fasst das Auge die   Aussendinge bekannt-   lielh auf. indem es den auf die Netzhaut treffenden Strahl geradlinig zurückverfolgt ; man denke an das verkehrte Netzhautbildchen der Landschaft. Der grüne Punkt muss also in   Verfolgung   der Schenkel des verengten Winkels weiter, der rote in Verfolgung des erweiterten   näher   liegend   erscheinen als   die   Bildebene. So erklärt sich nach Hering-Einthofen   das schon den Alten bekannt 
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 schichtenkarten mittleren und grösseren Massstabes verwendete brauchen keineswegs weniger.

   Hier kann nun aber das Prinzip    der Steigerung platzgreifen.   Es ist in den beigegebenen Teil- 
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 bis 11 gesteigert durch Hebung von Stufe 11. ebenfalls durch Sättigung und Senkung von 5 durch Trübung (Mischung mit Grau), endlich die obere Teilskala 8 bis 15'allein durch Senkung, von Stufe 8 durch   Entlichtung   (Mischung mit Grau). Durch diese Hebungen und Senkungen können die Stufen durchwegs eine grössere Sprunghöhe bekommen, derart, dass z. B. in den niederen gemeinhin breiter entwickelten Landstufen Zwischenschaltungen vorgenommen werden können. 



  Das wäre eine gesetzmässige Detaillierung. 



   Nur die Farbentöne bleiben durchwegs dieselben wie in der Totalskala, wonach trotz soweit ausgenützter Vorteile die Einheit des   vielblätterigen   Kartenwerkes gewahrt bleibt. Auch diese Teilslalen zeigen die für den farbenplastischen Aufbau bezeichnende Caesur in der Mitte, die hier derjenigen zwischen den Vierteln der Totalskala entspricht. Für Übersichtskarten   (Schulkarten)   oder Banknoten etc. käme auch eine gesetzmässige Generalisierung in Betracht. Diese besteht darin, dass immer eine Farbstufe übersprungen wird, also etwa Stufen 1,   3,   5, 7,9, 11,13, 15 oder deren Zwischenstufen oder nur Teile derselben. 



   Es ist leicht ersichtlich, dass man auch die spektral-adaptive Farbenreihe in einen Zahlenausdruck bringen kann. Die Glieder der Reihe, welche die   grünlichen   Stufen beziffern, werden darin mit der Tiefe an Wert zunehmen und erhalten negative Vorzeichen ; der Nullpunkt liegt auf der Stufe, über welcher die bräunlichen Stufen (also hier mit Stufe 8) sich erheben und wachsen mit positiven Vorzeichen bis zur Kulmination der oberen Endpunkte in Rot.

   Definitive Werte für die Glieder der Reihe festzulegen, muss man der spektroskopischen Untersuchung, die mit der fortschreitenden Technik hierin in Hand in Hand gehen muss, überlassen. 
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   fine Pigmentfarbennäche   stets nachgebildet bezw. definiert werden als Zusammensetzung   aus   den drei Komponenten Spektralfarbe, Weiss und Schwarz, je in   bestimmten   Anteilen. Was zunächst die Zerlegung einer gegebenen   Pigmentfarbenfläche   in ihre   Komponenten   betritt, gibt A. v. Hübl hiefür eine Reihe von Verfahren an. Sie gründen sich zunächst auf das Bild, das das Spektrum gewährt, wenn ihm im Spektroskop eine solche zu prüfende Farbenfläche vorgeschaltet wird.

   Die   Komplementärfarbe   des spektralen Farbentones, welcher der vorliegenden Nuance zugrunde liegt, erscheint hier durch ein Schattenband überdeckt. Eine gleichzeitig sichtbare Skala gestattet es, Lage und Breite   dieses"Absorptionsbandes"genau   in Wellenlängen   abzulesen und eben   aus jener Lage (nach Einheitlichkeit oder Gespaltensein in getrennte Teile) und Breite ist der Anteil von Schwarz und Weiss bezw. von Grau einer bestimmten Helligkeitsstufe ersichtlich. Das Nähere ist bekannt aus   Hübl"Die Dreifarbenphotographie"   (in Knapp's   enzyklopädie   der Photographie", Heft 26,2.

   Auflage 1902, Seite 37 ff., 44 ff., 52 bis 61). 
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 individuell verschieden ausfällt, also objektiv festzustellen, ob eine gegebene Reilie von solchen   Pigmentfarbenfächen   auf Grundlage der hier   angeführten "elementaren Gesetze   der farbenplastischen Darstellung"bezw. im Sinne der unter   A   (auf Seite 4)   und B und nach dem   
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 gestellt ist oder nicht, so ist jede einzelne Farbenfläche in der eben angedeuteten Weise (spektroskopisch) zu analysieren.

   Einer jeden ist damit ausreichend bezifferbar nach ihrer Zusammensetzung aus einem Farbentone von bestimmter Wellenlänge (bezw. einigen, die sich aber durch   die Bestimmbarkeit einer #mittleren A bsorption" - nach Hübl, Seite   44 bis   48-   auf einen einzigen charakteristischen Farbenton zurückführen lassen), aus einem bestimmten Anteil   von Weiss   und von Schwarz, ihre Stelle im gesamten   Farbensystem   exakt angewiesen. 



   Wenn man nun das chromatische Koordinatensystem der farbenplastischen Bildtiefe in ein geometrisches transformiert, so kann man absolut auch für jede dieser Stufen direkt jene 
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 auf folgende Weise (Fig.   V)   :
Man setzt von den Kanten eines dreiseitigen Pyramidenstumpfes die eine Kante   U R dem   Verlaufe der spektralen Farben gleich, eine zweite Kante   Wl,   W2 dem Weiss der vollen Reflexion, die dritte   81,     82   dem Schwarz der vollen Absorption.

   Diesen Pyramidenstumpf legt man nun auf die Seite und stellt ihn dann auf der Bildebene in perspektivischer Zeichnung so dar, dass er auf der schwarzen Kante S1, 82 steht, dass die weisse W1, W2 dem Beschauer zugewendet erscheint und die spektrale Farbenkante U, R, von links nach rechts ansteigend, als oberste Kante verläuft. Alle äusseren und inneren Ebenen (Seitenflächen und Schnittflächen)   zwischen   den Kanten sollten nun die Übergänge von der reinen Farben zu Weiss und zu Schwarz und von Weiss zu Schwarz enthalten. In der oberen vorderen Seitenfläche   U,   R, W2, W1 verläuft dann die   Sättigungsreihe   aller Spektralfarben, von Weiss ansteigend, bis zum Volltone einer jeden reinen Farbe.

   Der Übergang wird der Anschaulichkeit wegen durchweg stufenförmig gedacht und ist als solcher durch die Grenzlinien der angenommenen zehn Stufen bezeichnet. (In beiliegender   Zeichnung auf fünf Stufen vereinfacht. ) In der unteren vorderen Seitenfläche W1, W2, 82, ,   verläuft die farblose Helligkeitsreihe von Weiss zu Schwarz (in zehn Stufen, also mit acht Ab- 
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 Farben durch stufenweise Mischung mit Schwarz, also durch Absorption. In der oberen Vorderseite des Stumpfes   entsättigen   sie sich durch Mischung mit Weiss, also durch Reflexion.

   Der Innenraum muss nun alle   Farbenmischungen   mit Grau aller Helligkeitsstufen enthalten, alle also 
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 Dem inneren Wesen dieses Farbenraumes nach findet nun   natürlich   eine   Veränderung   der Nuance von Punkt zu Punkt statt. Der Anschaulichkeit wegen aber ist die Fünfteilung der   Seitenflächen   im Sinne von Schnitten durch den Körper des Stumpfes fortgesetzt gedacht. Jedes Farbenton- dreieck zerfällt dadurch in 21 Teile   (20   Trapeze und ein Dreieck an der Spitze, nicht fünf,   weil   hier die Spaltung keine Varianten ergäbe). 



   Man kann also den Pyramidenstumpf des Farbenraumes auch stereometrisch darstellen, etwa aus farbigem   Glas : die Teile wurden   dann kleine vierseitige Pyramidenstümpfe ovn ungleicher Färbung bilden. Die farbenplastischen Kurven liessen sich hier blosslegen und würden. da sie farbig wären, ihre rein   chromatischen   Koordinaten mit deren geometrischen Ausdruck verbunden zeigen. 



   Man kann aber die einzelnen Schnittdreiecke auch blattweise in Farbendruck darstellen. 
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Claims (1)

  1. <Desc/Clms Page number 9>
    3. Verfahren der Herstellung farbenplastischer Darstellungen jeder Art, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildtiefen entweder durch eine Stufenfolge der beiden Farben Grau und Gelb in Sättigungsgraden (Fig. I) oder durch Kombination dieser adaptiven Reihe mit denjenigen der Ansprüche 1 und 2 (z. B. Grau-Gelb-Rot) massanschaulich gemacht werden.
AT48671D 1909-12-29 1909-12-29 Verfahren zur Herstellung farbenplastischer Darstellungen, insbesondere Karten (Flugkarten). AT48671B (de)

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