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Lenkbarer Ballon.
Gegenstand vorliegender Erfindung betrifft ein lenkbares Luftschiff aus zwei oder mehreren starr miteinander verbundenen Ballons mit starrer Metallhülle. Die Erfindung besteht insbesondere in der Schaffung zweier Kammern in den Ballonspitzen von veränderlichem Volumen, sowie in der Ausgestaltung der starren Ballonhülle und dei Einrichtung zum Austreiben der atmosphärischen Luft und zu deren Ersatz durch ein spezifisch leichteres Gas, z. B. Wasserstoff, nach dem bekannten Verfahren, welches darin besteht, dass zuerst ein Sack oder Schlauch im Ballon aufgeblasen und hiedurch die Luft aus dem Ballon ausgetrieben wird, wonach unter gleichzeitiger Entleerung und eventueller Entfernung des Sackes oder Schlauches das Gas in den Ballon eingeleitet wird.
Auf der Zeichnung ist das Luftschiff in einer Ausführungsform als Doppelballon dargestellt.
Fig. 1 ist eine Draufsicht, Fig. 2 eine Seitenansicht, Fig. 3 eine Draufsicht auf den mittleren Teil der beiden gekuppelten Ballons, in vergrössertem Massstabe, nebst Plattform und ihren Verbindungsteilen mit den Ballons, Fig. 4 ist ein Schnitt nach Linie A-A von Fig. 3, Fig. 5 ein Schnitt nach Linie B-B von Fig. 3, Fig. 6 ein Schnitt nach Linie C-C von Fig. 1, Fig. 7 ist eine Draufsicht auf eine der Endplattformen und ihrer Verbindung mit den Ballonkörpern, Fig. 8 ist ein senkrechter Schmtt nach Linie D-D.
Die Fig. 9 und 10 sind seitliche Ansichten der Enden der beiden Ballons, Fig. 11 ist eine Stirnansicht, Fig. 12 eine Oberansicht und Fig. 13 eine Unteransicht eines abnehmbaren Luftverdrängungsbeutels in der Ruhelage ; Fig. 14 ist eine Unteransicht desselben, Fig. 15 ist ein Querschnitt durch eine der starren Ballonhüllen in vergrössertem Massstabe, woraus gleichzeitig der Vorgang der Verdrängung der atmosphärischen Luft ersichtlich ist. Fig. 16 zeigt im Schnitt eine AustrittsöSnung nebst Verschluss an der Unterseite des Ballonkörpers, Fig. 17 ist ein senkrechter Schnitt durch das zugespitzte Ende eines der beiden Ballons. Die Fig. 18 und 19 sind Querschnitte entsprechend Linien E-E und F-F von Fig. 17.
Fig. 20 ist ein senkrechter Schnitt durch das vordere Ende des Diaphragmas mit Vorrichtung zum Eintritt des Wasserstoffes in den Ballon. Fig. 21 ist ein senkrechter Schnitt durch das Heck oder das Hinterteil des Ballons und zeigt den Luftverdrängungsbeutel in aufgeblasenem
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Verschiedene von den dargestellten Einzelheiten können auch bei anderen ärostatischen Luftschifien Anwendung finden, sodass die Erfindung diesbezüglich nicht auf deren Verwendung bei solchen mit zwei oder mehreren Ballons beschränkt ist.
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Der dargestellte Appamt besteht aus zwei Ballons gleicher Ausgestaltung (Fig. l und 2), welche starr miteinander verbunden sind. Zwischen beiden sil d drei Plattformen angebracht zur Aufnahme der Betriebsvorrichtungen und der Personen. Jeder der beiden Ballons besteht aus einer starren Hülle 2 aus dünnem Metallblech, z. B. Aluminium, welches sich wegen seines geringen spezifischen Gewichtes am besten eignet. Die Hülle Lt im wesentlichen die bekannte Zigarrenform, einen zylindrischen Körper mit beiderseits bogenförmig in eine Spitze auslaufenden Enden. Der zylindrische Körper der Ballons 2 ist aus einer Reihe von Ringsegmenten 3 zusammengesetzt, die nach aussen konvex sind.
Dieselben besitzen, wie aus Fig. 29 ersichtlich ist, nach innen umgebogene Kanten oder Flansche 4, mittelst deren je zwei aufeinanderfolgende Segmente 3 vereinigt werden. Die Ballonhülle ist daher an der Oberfläche gerippt, wodurch der Ballon einen möglichst grossen Widerstand gegenüber äusserem Druck erhält. Die spitz zulaufenden geschweiften Enden 5 des Ballons entstehen durch Segmentstiicke abnehmenden Durchmessers, die sich an den zylindrischen Körper des Ballons anschliessen und durch eine abnehmbare konische Haube 6 mit glatter Oberfläche. Die äussere Kante der letzten Ringsegmente 7 (Fig. 25) ist nicht nach innen umgebogen, sondern verläuft gestreckt. Auf dieselbe legt sich dicht ein äusserer Flansch 8 ; auch auf der inneren Kante jedes konischen abnehmbaren Teile 6 sitzt eine Flanschen platte 9.
Diese Flanschen 8 und 9 werden unter Zwischenfügung einer Kautschukpackung. 10 miteinander verbolzt, zum Zwecke einer absoluten Luftabdichtung. In der Spitze oder dem Schnabel der abnehmbaren Haube 6 ist ein konischer Flansch 11 (Fig. 17) dicht eingesetzt. Dieser Flansch bildet einen Teil von 12, welcher mit einer Verlängerung 13 durch die abnehmbare Haube 6 hindurch tritt. Auf das äussere Ende dieser Verlängerung 13 ist eine Kappe 14 fest aufgesetzt. Das Verlängerungsstück 13 ist hohl und bildet eine innere Kammer 15, die am äusseren Ende geschlossen, jedoch innerhalb der abnehmbaren Haube 6 offen ist und in eine zeitliche Ausbuchtung 16 mündet, an welche die Leitungsröhren 17 für Pressluft angeschlossen sind.
Das Ansatzstück 73 trägt in der Nähe seines Endes einen umlaufenden Flansch 18 mit halbkreisförmigen Ausschnitten 19 (Fig. 18), in welchen die Enden der Längslippen 20 des Ballongerüstes 21 befestigt werden, indem sie durch ein Metallband 22 gehalten werden, welches auf deren enden und auf das Endstück 12 aufgeschraubt wird, wie aus den Fig. 17,18 ersichtlich ist. Auf die Enden der Läugsrippen 20 des Rahmens 21 sind ausserdem mittelst Schrauben 23 die Abschluss- hauben 74 aufgesetzt, welche die darunterliegenden Teile verdecken, dem Ganzen zum Abschlusse dienen und den Luftwiderstand herabzusetzen bezwecken.
An der Unterseite jeder metallischen Ballonhülle 2 und ungefähr in der Mitte derselben ist eine Oitnung 24 angebracht (Fig. 15 und 16), welche gewöhnlich durch einen ScLraubendeckel geschlossen gehalten wird ; an der Oberseite sind eine Reihe schmaler Luken 26 in der Längsrichtung vorgesehen, die ebenfalls durch Scharnierdeckel dicht, abgeschlossen werden.
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Alumilliurn, die unter sich die parallelen Reifen des Ballongerippes bilden. Diese Metallreifen umschliessen die Ballonhülle und legen sich dicht in eine der Vertiefungen zwischen je zwei zusammenstossenden Segmenten 3 des gerippten Teiles der Metullhülle 2.
Als Verbindungsmittci für die Meridian-wnd Parallelrohre dienen auf den Zeichnungen nicht dargestellte Platten. Beide Rohr-oder Rippensysteme zusammen bilden in ihrer festen Vereinigung das eigentliche Ske] ett oder Gerippe des Ballons. Die Röhren sind mit der starren Metallhülle des Ballons fest verbunden
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vollkommene Stabilität entsteht. Wenn demmach die Längsachsen der beiden Ballons in derselben Horizontalebene liegen, wird der Schwerpunkt in dieselbe Ebene fallen, jedoch unterhalb der erwähnten Widerstandslängsachse.
Es ist dies eine wesentliche Bedingung für die Stabilität des Apparates ohne Rücksicht auf die jeweilige Stellung desselben und ohne Rücksicht darauf, ob er im Auf-oder Abtrieb sich befindet oder wagrecht sich fortbewegt. In der Mitte zwischen den Enden der beiden Ballons und der Propeller ist eine Plattform 35 angebracht zur Aufnahme der Personen, der Maschinen und Instrumente und dgl. Auch diese Plattform ist in geeigneter Weise am Skelettrahmen der beiden Ballons befestigt. Obschon von leichtem Bau, muss die Platt- form doch genügend Festigkeit besitzen, um den Krafterzeuger, den Luftkompressor 36 und den Druckluftsammler 37 aufzunehmen. Letzterer versorgt die Rohre 17 (Fig. 3) mit Druckluft.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, sind in jedes der vier Rohre 17 Ventile 39 eingesetzt, die nach Bedarf Kompressionsluft in die Endkammern der Ballonkörper ein-oder austreten lassen. Man kann Dreiweghähne anwenden, um jede Endkammer entweder mit dem Kompressionluftbehälter oder mit der atmosphärischen Luft in Verbindung zu bringen oder aber gegen beide abzuschliessen. Die Ventile können einzeln oder sämtlich gleichzeitig von Hand oder mechanisch gesteuert werden.
In der Nähe der Enden jedes Ballons 2 ist im Innern eine Diaphragmamembran 40 befestigt,
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Pressluft zwischen dieser und der inneren Oberfläche des Ballonendes ist, dicht an diese anschmiegt.
Dieses Futter oder Diaphragma ist beutelförmig gestaltet, der Rand des Beutels, d. h. sein breiterer Teil, der durch einen Ring oder dgl. versteift ist, ist luftdicht mit der Wandung des
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baren Kammer ist, den im Mittelteil des Ballens eingeschlossenen Wasserstoff zurückzudrängen und ihn zu verdichten und gleichzeitig an dem einen Ende des Ballons im Bedarfsfalle einen Pressluftraum zu schaffen.
Wenn die Endkammer mit Pressluft gefüllt wird, bewegt sich das Diaphragma nach dem Inneren des Ballonraumes aus und presst das darin befindliche Hubmedium zusammen. Als Stoss zu den Beuteln 40 nimmt man übereinander gelegte Seide mit dazwischen gebetteter Kautschukschicht oder dgl., um grösstmögliche Festigkeit mit Biegsamkeit, Dichtheit und Leichtigkeit zu vereinigen. Die dauernde Verbindung des Randes des Beutels 40 mit der Ballonhülle kann
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ein Beispiel hierfür dargestellt. Es geschieht hier in der Weise, dass der Rand des Diaphragma umgefaltet wird, in die Falte ein Drahtring 43 aus Aluminium eingelegt wird und zwischen zwei
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Eines der Diaphragmen (Fig. 19 und 20) z-. B. das vordere, ist mit einer mittleren Scheihe 48 ans Leder oder dgl. ausgestattet, in welche eine Röhre 49 eingesetzt ist, die gewöhnlich durch eine tx'.lhraubellkappe verschlossen ist. Beide Diaphragmen, das hintere und vordere, bestehen aus zwei Teilen (Fig. 28), das eine dauernd mit der Ballonwandung verbundene setzt
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aus gefimistet Seide oder einem anderen undurchlässigen Material befestigt, die in Gestalt und Grösse der Ringplatte 59 des abgestumpften Endes des Schlauches 57 entspricht.
Das Füllen des Ballons erfolgt in nachstehender weise. Man nimmt die Endhauben der Ballonhülle mit den zugehörigen Rahmenteil ab, löst desgleichen die Haube 50 von dem ab-
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nun das abgestumpfte Ende 59 des Beutels 57 und die Abschlussscheibe 63 an dem abgestumpften Ende des hinteren Diaphragma anstelle der Haube befestigt, wodurch der Beutel allseitig geschlossen ist bis auf das Röhrchen 65, welches an dem Presslufteinführungsrohr 66 befestigt wird.
Ein biegsames Metallkabel 67 oder Kette wird durch eine der Luken 26 am Ende der Ballonhülle hindurchgeführt und über den leeren Beutel durch dessen Ösen 68 (Fig. 12) gezogen. Diese Ösen liegen in einer mittleren Längsreihe des Beutels 57. Das Ende des Kabels wird endlich durch eine Luke 26 am anderen Ballonende wieder herausgezogen. Durch das Rohr 66 wild nun Druckluft in den Beutel eingeleitet, der sich infolgedessen füllt, hierbei lastet das Kabel 67 auf der Mitte des Beutelrückens und bewirkt ein beiderseitig symetrisches gleichmässiges Dehnen des Schlauches, wie dies durch die gestrichelten Linien in Fig. 15 anzudeuten versucht wurde. Der Schlauch verteilt sich gleichmässig und legt sich dicht an die innere Oberfläche des Ballons an, ohne dass Falten entstehen können.
Hierdurch wird vermieden, dass ein ungleichmässiges Anlegen des Schlauches an den Ballon stattfindet und dass Luft zurückbleibt ; letztere entweicht vielmehr vollständig durch die Luken 26. Wenn das Aufblasen nahezu beendet ist, wird das Kabel 67 durch die Luken herausgezogen und entfernt und sobald die Füllung mit Pressluft eine voll-
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Oberfläche fest angelegt hat, wird das biegsame Röhrchen geschlossen oder abgebunden und in das Metallrohr 24 zurückgeschoben und dieses mit dem Schraubendeckel 25 verschlossen.
Man schliesst dann ebenfalls die oberen Luken 26 und befestigt die Haube 50 auf dem vorderen Diaphragma. Man öffnet das Rohr 49 der Lederscheibe des vorderen Diaphragma 40 und schraubt das Rohr 69 in den Rohrstutzen 49, wodurch die Verbindung mit dem Wasserstoff oder einem anderen Hubmittel hergestellt ist. Nun wird die Scheibe 63, welche das abgestumpfte Ende des Schlauches abschliesst, aufgeschlitzt und das freie Ende des Kabels 60 wird durch die Öffnung hindurchgezogen und an einer Winde oder dgl. befestigt, mittelst welcher der Schlauch 57 in sich selbst umgestülpt wird.
Demnach wird der Hülfsschlauch langsam und mit Gewalt durch das abgestumpfte Ende des hinteren Diaphragma herausgezogen, wodurch die Luft, die sich inzwischen entspannt hat, infolge des Aufschneidens der Scheibe 63 mit entfernt wird, während gleichzeitig Wasserstoff oder ein anderes leichtes Gas durch das Rohr 69 in das Balloninnere übertritt und den von dem Schlauch und der Luft befreiten Ballon anfüllt.
Wenn der Schlauch 57 vollständig aus dem Ballongehäuse entfernt und von dem Ende des hinteren Diaphragma abgenommen ist, so ist letzteres durch das Drosselband 58, welches in der in Fig. 27 dargestellten Weise geknüpft ist, luftdicht verschlossen und sämtliche Verbindungen zwischen dem Innern des Ballons und dem Schlauch 57 sind unterbunden. Infolgedessen kann der Schlauch ohne Gefahr von dem abgestumpften Ende des Diaphragma abgenommen werden, worauf die Haube 50 des letzteren aufgesetzt, die Drosselungsschnur gelöst und das Drosselband abgenommen wird.
Das Rohr 69 (Fig. 20) wird von dem Ansatzstutzen 49 des vorderen Diaphragma abgeschraubt und durch den zugehörigen Schraubendeckel ersetzt ; dann werden die abnehmbaren Teile des Ballongehäuses und des Rahmens wieder aufgesetzt und auf beiden Enden der Ballonhülle befestigt.
Die in den hohlen Ansatz 12 an den beiden Enden des Ballons einmündenden Druckluftleitungen 17 (Fig. 17) können, wenn sie aus biegsamen Material hergestellt sind, ohne weiteres
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