DE231986C - - Google Patents

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DE231986C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B64AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
    • B64BLIGHTER-THAN AIR AIRCRAFT
    • B64B1/00Lighter-than-air aircraft
    • B64B1/58Arrangements or construction of gas-bags; Filling arrangements
    • B64B1/60Gas-bags surrounded by separate containers of inert gas

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
  • Toys (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Λ»231986-KLASSE 77 h. GRUPPE
MARIO SCHIAVONE in FERRANDINA, Ital.
Starres Luftschiff. Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. Juli 1907 ab.
Gegenstand vorliegender Erfindung betrifft ein Luftschiff aus zwei oder mehreren unter sich gekuppelten gleichen Ballons mit starrer Metallhülle.
Das Luftschiff wird mit einem Gase gefüllt, das leichter ist als die umgebende Luft. Der wesentlichste Teil der Erfindung besteht in einer Steuervorrichtung durch Preßluft, sowie in Einrichtungen zum Heben und Senken ohne Anwendung von Schrauben, Motoren oder von Ballast, lediglich wieder durch Preßluft.
Auf den Zeichnungen und in der nachfolgenden Beschreibung ist das Luftschiff in einer Ausführungsform dargestellt.
Fig. ι ist eine Draufsicht, Fig. 2 eine Seitenansicht, Fig. 3 eine Draufsicht auf den mittleren Teil der beiden gekuppelten Ballons, in vergrößertem Maßstabe, nebst Plattform und ihren Verbindungsteilen-mit den Ballons. Fig. 4 zeigt den biegsamen Hilfsschlauch. Fig. 5 ist ein Querschnitt durch eine der starren Ballonhüllen in vergrößertem Maßstabe. Fig. 6 zeigt im Schnitt eine Austrittsöffnung nebst Verschluß an der Unterseite des Ballonkörpers.
Fig. 7 ist ein senkrechter Schnitt durch das zugespitzte Ende ,eines der beiden Ballons. Die Fig. 8 und 9 sind Querschnitte entsprechend den Linien A-A und B-B von Fig. 7. Fig. 10 ist ein senkrechter Schnitt durch das vordere Ende des Ballonets mit Vorrichtung zum Eintritt des Wasserstoffes in den Ballon. Fig. 11 ist ein senkrechter Schnitt durch das Heck oder das Hinterteil des Ballons und zeigt den Luftverdrängungsbeutel in aufgeblasenem Zustande sowie die Verschlußvorrichtung desselben während des Aufblasens. Fig. 12 zeigt die Verbindung des Verschlußstückes mit dem umlaufenden Rande des Ballonets. Fig. 13 ist eine Teilansicht der Ballonhülle, aus der das hintere Ende mit der abgestumpften Spitze des Ballonets in Verbindung mit einem Teil des abnehmbaren Luftverdrängungsbeutels ersichtlich ist, und gleichzeitig der Anfang des Vorganges veranschaulicht wird, wie der Beutel aus der Ballonhülle durch die aufgeschlitzte Verschlußscheibe entfernt wird. Fig. 14 ist eine Ansicht des abgebundenen Ballonets nach Entfernung des abnehmbaren Beutels. Fig. 15 ist ein senkrechter Schnitt durch das Ende eines Ballonkörpers mit durch Preßluft vollständig aufgeblasenem Beutel. Fig. 16 zeigt in vergrößertem Maßstabe einen Teilschnitt durch die starre Ballonhülle.
Das Luftschiff entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht aus zwei gleichen Ballons (Fig. 1 und 2), welche starr miteinander verbunden sind. Zwischen beiden sind drei Plattformen angebracht zur Aufnahme der Betriebsvorrichtungen und der Personen. Jeder der beiden Ballons besteht aus einer starren Hülle 2 aus dünnem Metallblech, Aluminium z. B., welches sich wegen seines geringen spezifischen Gewichts am besten eignet. Die Hülle hat im wesentlichen die bekannte Zigarrenform, einen zylindrischen Körper mit beiderseits bogenförmig in eine Spitze auslaufenden Enden, eine Form, die beim Durchgang durch die Luft den geringsten Widerstand bietet.
Der zylindrische Körper der Ballons 2 ist aus einer Reihe von Ringsegmenten 3 zusammengesetzt, die nach außen im Querschnitt konvex sind. Dieselben besitzen, wie aus Fig. 16
i.
ersichtlich ist, nach innen umgebogene Flansche 4, mittels deren je zwei aufeinanderfolgende Segmente 3 vereinigt werden können. Der Körper ist in seinem Gesamtverlauf gerippt, wodurch er einen möglichst großen Widerstand gegenüber äußerem Druck erhält. Die spitz zulaufenden geschweiften Enden 5 des Ballons entstehen durch Segmentstücke abnehmenden Durchmessers 3, die sich an den zylindrischen Körper des Ballons anschließen, und durch eine abnehmbare konische Haube 6 von glatter Oberfläche. Zum Zwecke einer geeigneten Verbindung mit der mit einem für eine solche Verbindung passenden Rand versehenen Haube 6 ist die äußere Kante des letzten Ringsegmentes (Fig. 11) mit einem Flansche 7 versehen. In der Spitze oder dem Schnabel der abnehmbaren Haube 6 ist ein Rohr 8 (Fig. 7) befestigt. Dieses bildet einen Teil von 9, welches mit einer Verlängerung 10 durch die abnehmbare Haube 6 hindurch tritt. Auf das äußere Ende dieser Verlängerung 10 ist eine Kappe 11 fest aufgesetzt. Das Verlängerungsstück 10 ist hohl und bildet eine innere Kammer 12, die am äußeren Ende geschlossen, jedoch innerhalb der abnehmbaren Haube 6 offen ist und in eine seitliche Ausbuchtung 13 mündet, an welche die Leitungsrohre 14 für die Preßluft angeschlossen ist. Das Ansatzstück 10 trägt in Nähe seines Endes einen umlaufenden Flansch 15 mit Ausschnitten, in welchen die Enden der Längsrippen 17 des Ballongerüstes befestigt werden, indem sie durch ein Metallband 19 (Fig. 8) gehalten werden welches auf deren Enden und auf das Endstück 9 aufgeschraubt wird, wie aus den Fig. 7 und 8 ersichtlich ist. Auf die Enden der Längsrippen 17 des Rahmens 18 ist außerdem die Abschlußhaube 11 aufgesetzt, welche die darunterliegenden Teile verdeckt, dem Ganzen zum Abschlüsse dient und den Luftwiderstand herabzusetzen bezweckt.
An der Unterseite jeder metallischen Ballonhülle 2 und ungefähr in der Mitte derselben ist eine Öffnung 20 angebracht (Fig. 5 und 6), welche gewöhnlich durch einen Schraubendeckel 21 geschlossen gehalten wird; an . der Oberseite sind eine Reihe schmaler Luken 22 in der Längsrichtung vorgesehen, die ebenfalls durch Scharnierdeckel dicht abgeschlossen werden.
Die Längsrippen 17 (Fig. 1) des Ballongerippes bestehen aus Aluminiumröhren und legen sich dicht an die äußere Oberfläche der Metallhülle 2.
Andere Röhren 23, ebenfalls aus Aluminium, bilden die Reifen des Ballongerippes. Diese Metallreifen umschließen die Ballonhülle und legen sich dicht in eine der Vertiefungen zwischen je zwei zusammenstoßenden Segmenten 3 des gerippten Teiles der Metallhülle 2. Beide Rohr- oder Rippensysteme zusammen bilden in ihrer festen Vereinigung das eigentliche Skelett oder Gerippe des' Ballons.
Die beiden Ballonkörper 2-2 werden starr und dauernd miteinander gekuppelt, wobei die Verbindungsstangen auch als Träger für die Plattr formen, die Propeller, die Maschinerie usw. dienen.
Die Propeller 24 sind auf den Wellen 25 angebracht, und jede Welle wird durch einen besonderen Motor 26 in Umdrehung versetzt, der auf einer Plattform 27 aufruht.
Die Motore 26 zum Betrieb der Propeller — es können Motore jeder geeigneten Art Verwendung finden — sind auf den Zeichnungen sehematisch dargestellt, und zwar je einer an jedem Ende des Apparates. .
In der Mitte des Apparates ist eine Plattform 28 angebracht zur Aufnahme der Personen, der Maschinen und Instrumente u. dgl., und besonders auch zur Aufnahme eines Luftkompressors 29, und eines Druckluftsammlers 30, welch letzterer die Enden der Hüllen 2 vermittels der Rohre 14 (Fig. 7) mit Druckluft versorgt.
In jedes der vier Rohre 14 sind Ventile 32 eingesetzt, die nach Bedarf Kompressionsluft in die Endkammern der Ballonkörper ein- oder austreten lassen. Man kann Dreiweghähne anwenden, um jede Endkammer entweder mit dem Kompressionsluftbehälter oder mit der atmosphärischen Luft in Verbindung zu bringen oder aber gegen beide abzuschließen. Die Ventile können einzeln oder sämtlich gleichzeitig von Hand oder mechanisch gesteuert werden.
Es wird auffallen, daß anscheinend keine Mittel vorgesehen sind zum Lenken der Vorrichtung noch auch zum Heben und Senken. Es hat dies darin seinen Grund, daß diese Bewegungen sämtlich durch Preßluft hervorgerufen werden, welche in die Endkammern der Ballonkörper eingeleitet wird.
In der Nähe der Enden jedes Ballons 2 ist im Innern mit geeigneten Mitteln ein Ballonet 33 (Fig. 15) befestigt, welches aus biegsamem, undurchlässigem Stoff besteht und so gestaltet und angeordnet ist, daß es sich dicht an die innere Oberfläche des Ballonendes anlegt, sie in gewissem Sinne ausfüttert, wenn keine Preßluft zwischen dieser inneren Oberfläche und dem Ballonet selbst vorhanden ist.
Dieses Ballonet 33 ist beuteiförmig gestaltet, · der Rand des Beutels, d. h. sein breiterer Teil, ist luftdicht mit der Ballonhülle verbunden und bildet auf diese Weise eine Endkammer 34. Zweck dieser dehnbaren Kammer ist, den im Mittelteil des Ballons eingeschlossenen- Wasserstoff zurückzudrängen und ihn zu verdichten und gleichzeitig im Bedarfsfalle an dem einen oder an beiden Enden des Ballons einen Preßluftraum zu schaffen.
In der Ruhe legt -sich der Beutel 33 dicht an die innere Wandung der Ballonspitze nach Art
eines Futters, wenn dagegen der Beutel sich mit Preßluft füllt, dehnt er sich nach dem Innern des Ballonraumes aus und preßt das darin befindliche Gas in bekannter Weise zusammen.
Wenn im folgenden von Vorder- und Hinterende gesprochen wird, so ist dies im eigentlichen Sinne unzutreffend, da bei der vollkommenen Symmetrie des Ballons beide Enden vollkommen identisch sind und sie nach Belieben in der einen
ίο oder anderen Richtung gesteuert werden können. Nur zur Füllung haben die Enden eine verschiedene Bestimmung. Auf dem einen Ende wird das Hubgas eingeführt, auf dem anderen wird der Hilfsschlauch eingeführt oder entfernt.
Eines der Ballonets 33 (Fig. 9 und 10), z. B. das vordere, ist mit einer mittleren Scheibe 35 aus Leder 0. dgl. ausgestattet, in welche eine kleine Röhre 36 eingesetzt ist, die gewöhnlich durch eine Schraubenkappe verschlossen, unter Benutzung des mit dem Hubgasbehälter in Verbindung stehenden Rohres zur Einführung des Hubgases in den Ballon dient.
Beide Ballonets, das hintere und vordere, bestehen aus zwei Teilen (Fig. 15); das eine, dauernd mit der Ballonwandung verbundene setzt sich an das konische Ringstück 7 an, das andere 38 dagegen ist abnehmbar und bildet die Beutelhaube.
Um den kegelstumpfförmigen, dauernd befestigten Teil des hinteren Ballonets ist außen ein Band 39 oder ein Ring aufgenäht (Fig. 13 und 14), welches in passenden Abständen Ringe oder Führungsaugen 40 trägt, durch welche eine feste Seidenschnur durchgeführt ist, mittels welcher dieser Beutelteil abgeschnürt und verschlossen werden kann.
Das hintere Ballonet 33 wird zu dem Zwecke mit einer abnehmbaren Haube 38 versehen, um in den Ballon einen Schlauch 42 (Fig. 13 und 14) einführen und wieder entfernen zu können. Dieser Schlauch dient zum Austreiben der Luft aus dem Ballon und zum Füllen mit Wasserstoff oder einem anderen Gase.
Der nur zum Zwecke des Füllens in den Ballon eingesetzte Schlauch 42 (Fig. 4) besteht aus dünnem, biegsamem, undurchlässigem Stoff und entspricht in seiner Gestalt fast dem Innern des Ballons1, gegen dessen Wandungen er sich dicht anlegen muß. Das eine Ende desselben, und zwar das vordere (Fig. 4), läuft spitz aus, entsprechend der Form des Ballonets 33 am vorderen Ende des Ballons, wenn es sich an dieses dicht angelegt hat. Das andere Ende des Beutels dagegen ist abgestumpft und wird von einer Ringplatte 43 aus Aluminium begrenzt. (Fig. 11 und 12), mittels deren es an dem entsprechenden hinteren Ballonet 33 nach Abnahme seiner Haube 38 befestigt wird.
An dem vorderen geschlossenen Ende des Schlauches 42 (Fig. 7) ist eine Leine 44 befestigt, die durch die ganze Länge des Schlauches und des Ballons hindurchgeht. Als Befestigungsmittel für die Leine ist auf der Zeichnung ein Ringauge 45 angegeben, welches an einer Lederscheibe 46 befestigt ist, die ihrerseits an der Kappe des Beutels fest angebracht ist.
47 bezeichnet' eine Scheibe aus gefirnißter Seide oder einem anderen undurchlässigen Material, deren Rand an einer Ringscheibe 48 befestigt ist, die in Gestalt und Größe der Ringplatte 43 des abgestumpften Endes des Schlauches 42 entspricht.
Das Füllen des Ballons erfolgt in nachstehender Weise. Man nimmt die Endhauben der Ballonhülle mit den zugehörigen Rahmenteilen ab, löst desgleichen die Haube 38 von dem abgestumpften Teil des Ballonets.
Hierauf werden die Deckel 49 der Luken 22 (Fig. 5) an der Oberseite des Ballonkörpers geöffnet (Fig. 1) und ebenso der Schraubendeckel 21 (Fig. 6) der Öffnung 20 an der Unterseite das Ballons. Man führt nun den Schlauch 42 in das Balloninnere ein und breitet ihn auf dessen unterer Hälfte aus, wobei die äußere Oberfläche der unteren Hälfte vorteilhaft zeitweise an der gegenüberstehenden unteren Hälfte der Ballonhülle befestigt wird, so daß der Beutel halbzylindrisch ausgebreitet ist, wie Fig. 5 zeigt. Ein biegsames Röhrchen 50 an der Unterseite des Schlauches ist vorher durch die Öffnung 20 hindurchgesteckt worden. Es wird nun die Ringplatte 43 des abgestumpften Endes des Beutels 42 und die Ringplatte 48 der Abschlußscheibe 47 an dem abgestumpften Ende des hinteren Ballonets an Stelle der Haube 38 befestigt, wodurch der Beutel allseitig geschlossen ist, bis auf das Röhrchen 50, welches an dem Preßlufteinführungsrohr 51 befestigt wird.
Ein biegsames Metallkabel 52 oder Kette wird durch eine der Luken 22 am Ende der Ballonhülle hindurchgeführt und längs über den leeren Beutel durch dessen Ösen 53 (Fig. 4) gezogen. Diese ösen liegen in einer mittleren Längsreihe des Beutels. Das Ende des Kabels wird endlich durch eine Luke 22 am anderen Ballonende wieder herausgezogen. Durch das Rohr 51 wird nun Druckluft in den Beutel eingeleitet, der sich infolgedessen füllt; hierbei lastet Kabel 52 auf der Mitte des Beutelrückens und bewirkt ein beiderseitig symmetrisches gleichmäßiges Dehnen des Schlauches, wie dies durch gestrichelte Linien in Fig. 5 anzudeuten versucht wurde. Der Schlauch verteilt sich gleichmäßig und legt sich dicht an die innere Oberfläche des Ballons an, ohne daß Falten entstehen können. Hierdurch wird vermieden, daß ein ungleichmäßiges Anlegen des Schlauches an den Ballon stattfinden kann und daß Luft zurückbleibt; letztere entweicht vielmehr vollständig durch die Luken 22. Wenn das Aufblasen annähernd beendet ist, wird das Kabel 52 durch die Luken herausgezogen und entfernt,
und sobald die Füllung mit Preßluft eine vollständige ist, d. h. wenn der Schlauch sich in alle Vertiefungen der konkav geriffelten inneren Oberfläche fest angelegt hat, wird das biegsame Röhrchen geschlossen oder abgebunden und in das Metallrohr 20 zurückgeschoben und dieses mit dem Schraubendeckel 21 verschlossen. Man schließt dann ebenfalls die oberen Luken 22 und öffnet das Rohr 36 der Lederscheibe
ίο des vorderen Ballonets 33 und schraubt das Rohr 37 in den Rohrstutzen 36, wodurch die Verbindung mit dem Wasserstoff oder einem anderen Hubmittel hergestellt ist. Nun wird die Scheibe 47, welche das abgestumpfte Ende des Schlauches abschließt, aufgeschlitzt, und das freie Ende des Kabels 44 wird durch die Öffnung hindurchgezogen und an einer Winde o. dgl. be-. festigt, mittels welcher der Schlauch 42 in sich selbst umgestülpt wird. In anderen Worten, der Hilfsschläuch wird langsam und mit Gewalt durch das abgestumpfte Ende des hinteren Ballonets herausgezogen, wobei die Luft infolge des Aufschneidens der Scheibe 47 entweicht, während gleichzeitig Wasserstoff oder ein anderes leichtes Gas durch das Rohr 37 in das Balloninnere übertritt und den von dem Schlauch und der Luft befreiten Ballon anfüllt.
Wenn der Schlauch 42 vollständig aus dem Ballongehäuse entfernt und von dem Ende des hinteren Ballonets abgenommen ist, so ist letzteres durch das Drosselband 39, welches in der in Fig. 14 dargestellten Weise geknüpft ist, luftdicht verschlossen, und sämtliche Verbindungen zwischen dem Innern des Ballons und dem Schlauch 42 sind unterbunden. Infolgedessen kann der Schlauch ohne Gefahr von dem abgestumpften Ende des Ballonets abgenommen werden, worauf die Haube 38 des letzteren aufgesetzt, die Drosselungsschnur gelöst und das Drosselband abgenommen wird.
Das Rohr 37 (Fig. 10) wird von dem Ansatzstutzen 36 des vorderen Ballonets abgeschraubt und durch den zugehörigen Schraubendeckel ersetzt; dann werden die abnehmbaren Teile des Ballongehäuses und des Rahmens wieder aufgesetzt und auf beiden Enden der Ballonhülle befestigt.
Die in den hohlen Ansatz 9 an den beiden Enden des Ballons einmündenden Druckluftleitungen 14 (Fig. 7), wenn sie aus biegsamem Material hergestellt sind, können ohne weiteres an die abnehmbaren Teile 6 (Fig. 7) der Ballonhülle angeschlossen werden, andernfalls aber werden sie mit Ventilen 54 versehen, die in der Nähe der abnehmbaren Haube 6 angeordnet sind. Die Teile der Leitungsrohren 14 zwischen den Ventilen 54 und dem Sammelbassin 30 werden während des Füllens der Ballons, wie oben ausgeführt wurde, von dem Apparat entfernt und nach dem Füllen mittels mit doppelten umgekehrten Gängen versehenen Schrauben wieder eingesetzt.
Der wesentliche Zweck, den der Schlauch 42 zu erfüllen hat, besteht in dem Austreiben der Luft aus der starren Metallhülle 2. Es ist deshalb selbstverständlich, daß, wenn der Schlauch mit dem Hubmittel statt mit Preßluft gefüllt wird, er dauernd an Ort und Stelle bleiben kann. Allerdings könnte mit Recht entgegengehalten werden, daß dadurch das Luftschiff in übermäßiger Weise belastet würde, und aus diesem Grunde ist der Schlauch bei dem hier erläuterten Ausführungsbeispiel abnehmbar. Sollten aber Gründe vorliegen, denselben dauernd beizubehalten, so steht nichts im Wege, ihn so einzurichten, daß er keinen besonderen Nachteil auf die gesamte Einrichtung ausübt
Da beide Ballonkörper 2-2 starr miteinander verbunden und beide mit Wasserstoff oder einem anderen leichten Gase gefüllt sind, wodurch deren Gewicht geringer ist als das der durch sie verdrängten Luft, und andererseits das Preßluftreservoir 30 mit den Endkammern 34 der Ballons in Verbindung steht, so kann die Dichte des Hubmittels und damit des spezifischen Gewichts des Gesamtapparates dadurch geregelt werden, daß man Preßluft in die genannten Endkammern 34 ein- bzw. sie aus denselben austreten läßt. Das Einlassen und Auslassen ge- go schieht mittels der Dreiweghähne 32 und der Preßluftleitungen 14.
Es darf nicht übersehen werden, daß die Kompressionsluft direkt nach Bedarf atmosphärischer Luft gewonnen wird und das Reservoir 30 mit dem Luftkompressor 29 verbunden ist, der nur dann in Tätigkeit tritt, wenn es erforderlich ist, da die Aufspeicherung einer größeren Menge von Kompressionsluft nicht notwendig ist. Da das spezifische Gewicht der Kompressionsluft größer ist als das der atmosphärischen Luft, aus der sie hergestellt wird, so kann dieselbe sowohl als Ballast durch Einleitung derselben in die Kammer 34 verwendet werden als auch gleichzeitig zum Regulieren der spezifischen Dichte des im Innern des Ballons eingeschlossenen Wasserstoffes oder eines beliebigen anderen Hubmittels. Die Kammern 34 können von der mittleren Abteilung des Ballons, welche das Hubmedium enthält, auch durch starre Wände statt durch bewegliche Ballonets abgesondert sein. In diesem Falle wird natürlich keinerlei Änderung in der Dichte des Hubmittels durch den Einlaß der Kompressionsluft in die Endkammern 34 erreicht, jedoch wird die Korn-. pressionsluft in den Kammern 34 als Ballast wirken und so das spezifische Gewicht des Gesamtapparates erhöhen bzw. herabsetzen. Auf diese Weise ist man imstande, durch geeignete Verwendung des Luftkompressors und dessen Verbindungen mit den Kammern 34 die äußere Luft nicht zur Veränderung der Dichte des Hub-
mittels zu verwerten, sondern gleichzeitig auch als unerschöpflicher Ballast, indem man ohne Schwierigkeit so viel Druckluft, Ballast, an Bord aufnehmen und wieder abgeben kann, als man will.
Verwendet man biegsame Ballonets 33, welche beim Entleeren sich dicht an die Endoberflächen der Ballongehäuse 2 anlegen, so hängt die Kompression des Hubmediums von der Größe der Ausstülpung ab und folglich die Höhe, die man mittels des Luftschiffes erreichen kann, von der Fassung dieser Endkammern 34.
Die Kompressionsluft dient zum Richten des Schiffes und zum Einstellen der Längsachsen beider Ballons in gleicher Horizontalebene. Die kleinste Änderung in der Lage des Schwerpunktes kann sofort wieder ausgeglichen werden dadurch, daß man Kompressionsluft in die eine oder andere Endkammer 34 des einen oder beider Ballons einleitet, um so das Gleichgewicht wieder herzustellen und den Apparat genau ausgerichtet zu halten, sowohl während des Auf- und Abstieges als auch während der Vorwärtsbewegung und beim Wenden in der Horizontalebene. Zum Steuern des Luftschiffes in beliebiger seitlicher Richtung wird Kompressionsluft in denjenigen Ballon übergeleitet, auf dessen entsprechender Seite das Schiff die Wendung ausführen soll. Infolge dieser Preßluftzuleitung wird das Schwerpunktszentrum zeitweise auf die betreffende Seite verlegt, j und dadurch soll das Schiff in horizontaler ' Richtung seitlich lenkbar werden. Die Bewegung in vertikaler Richtung erfolgt durch Einlaß oder Auslaß gleicher Mengen Kompressionsluft aus sämtlichen Kammern 34 gleichzeitig.
Will man das Schiff in schräger Richtung nach unten oder oben lenken, so genügt es, Kompressionsluft entweder in die vorderen oder hinteren Kammern einzuführen.
Wie aus obigem hervorgeht, ist man in der Lage, sämtliche Richtungen in horizontaler Ebene geradlinig oder im Bogen auszuführen ohne Verwendung irgendwelcher besonderen mechanischen Mittel zum Heben und Steuern, einzig und allein durch Einlaß und Auslaß von Preßluft in eine oder mehrere der Kam-
( mern 34.
Die Geschwindigkeit der betreffenden Bewegung wird geregelt durch mehr oder minder rasche Ein- und Ausfuhr der Preßluft.
Ein Luftschiff nach vorliegender Erfindung weist in der Praxis wesentliche Vorteile auf. Das Lenken und Überwachen des Schiffes er- - folgt von der mittleren Plattform aus, und da dieselbe nach oben frei liegt, können astronomische Beobachtungen zur Feststellung der
j Länge und Breite sowie der Richtung der Fahrt vorgenommen werden. Da. der Wasserstoff oder jedes andere Hubmittel vollkommen eingeschlossen innerhalb der Metallhülle liegt, so bleibt das Volumen stets das gleiche. Unglücksfälle durch Explosion und durch Inbrandgehen der Ballonhülle können nicht mehr eintreten. Aus demselben Grunde ist das Gas dem Wechsel der Temperatur, des Klimas sowie der umgebenden Luft nicht mehr ausgesetzt.
Bezüglich des Baues der Ballongerippe und der Verbindungsvorrichtungen ist es selbstverständlich, daß jede zweckmäßige Änderung zulässig ist, ohne daß dadurch das Wesen der Erfindung getroffen wird.
Zwar ist die Verwendung nur zweier unter sich fest gekuppelter Ballonkörper die vorteilhafteste Ausführungsform, doch können auch eine größere Anzahl Ballons, z. B. drei oder vier, Verwendung finden, die in gleicher Ebene oder zu zweien übereinanderliegend verwendet werden. Wesentlich ist nur, daß die geeignete starre Verbindung zwischen sämtlichen Ballons vorhanden ist.

Claims (5)

Pa te nt-Ansprüche:
1. Starres Luftschiff mit zwei oder mehreren miteinander verbundenen Ballonkörpern, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe der Ballonenden angeordnete Ballonets vorgesehen sind, welche unabhängig voneinander mit Preßluft unter verschiedenem Druck gefüllt werden können, wobei zur Erhöhung der Festigkeit der Ballonhülle diese aus Ringelementen krummlinigen Querschnitts zusammengesetzt ist.
2. Luftschiff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden die Endkammern bildenden Ballonenden abnehmbar sind, und daß an dieselben voneinander unabhängige Leitungen angeschlossen sind, die mit dem Druckbehälter in Verbindung stehen und mit einem Dreiweghahn versehen sind.
3. Luftschiff nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die biegsamen Balionetwandungen mit einer abnehmbaren Kappe versehen sind und die Spitze der einen biegsamen Ballonetwandung mit einem abnehmbaren Einlaßrohr für das Hubgas ausgestattet ist, während der Rand des anderen Ballonets mit ebenfalls abnehmbarer Kappe mit einem Fassungsring versehen ist zum Anschluß des entsprechend gestalteten Ansatzteiles des Luftverdrängungssackes (57) und mit einem Schnürband zum Abbinden des Ballonets vor Abnahme des Luftverdrängungssackes!
4. Luftschiff nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftverdrängungssack abnehmbar und mit einer ebenfalls abnehmbaren Anschlußscheibe versehen ist. iao
5. Luftschiff nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftsack auf seinem
Rücken mit einer Anzahl Ösen zum Durchziehen eines beschwerenden, die gleichmäßige Ausdehnung beim Füllen regelnden Taues versehen ist, und daß sein freies Ende mit einer Zugleine verbunden ist, mittels deren nach beendeter Füllung des Sackes und vollständiger Verdrängung der Luft aus dem Balloninnern der Sack aus dem Balloninnern durch die Anschlußscheibe herausgestülpt wird, die zu diesem Zwecke durchgestoßen ist, worauf nach vorherigem Abschnüren der entsprechenden biegsamen Ballonetwandung der Luftverdrängungssack von der Anschlußscheibe abgenommen und entfernt wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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