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Die Erfindung betrifft eine Portioniervorrichtung für in Flaschen abgefüllte Flüssigkeiten mit einer Dosierkammer gewünschter Grösse zwischen einem stromaufwärts gelegenen Zufuhrventil und einem stromabwärts gelegenen Auslaufventil, wobei eine die Dosierkammer durchsetzende und die beiden Ventilteller tragende Stange nach oben bewegbar ist um das flaschennähere Zufuhrven- til zu schliessen und das Auslaufventil zu öffnen, wobei die genannten Bauteile in einem Adapter vorgesehen sind, der auf einer Flasche dicht anbringbar ist.
Derartige Vorrichtungen mit Handbetrieb sind länger bekannt und arbeiten nach dem folgen- den Prinzip : Über den Hals der geöffneten Flasche wird eine Portioniervorrichtung gestülpt, die im wesentlichen aus einer Dosierkammer gewünschter Grösse und je einem stromaufwärts und strom- abwärts davon gelegenen Ventil besteht. Nach dem dichten Aufsetzen dieser Vorrichtung wird die
Flasche mit dem Boden nach oben in eine Haltevorrichtung eingesetzt und gesichert und ist nun- mehr betriebsbereit. Bei der Flüssigkeitsentnahme wird manuell oder mittels Elektromagneten ein die Dosierkammer durchsetzender und die beiden Ventilteller tragende Stange nach oben bewegt, wobei das flaschennähere Zufuhrventil geschlossen und das Auslaufventil geöffnet wird. Die zwi- schen den beiden Ventilen befindliche Flüssigkeitsmenge rinnt dadurch in ein bereitgestelltes
Glas.
Es sind Mittel vorgesehen, die den Luftzutritt ermöglichen, um die Bildung eines den Auslauf der Flüssigkeit verhindernden Vakuums zu vermeiden.
Eine modernere Ausführungsform mit Zählwerk ist aus der US-PS Nr. 3, 411, 329 bekannt. Zum
Antrieb der Ventilstange wird elektrische Energie verwendet, die über einen Elektromagneten und ein Gestänge auf die Ventilstange wirkt. Der Magnet ist dabei im Adapter vorgesehen, was diesen teuer, schwer und unhandlich macht.
Es ist aus der CH-PS Nr. 398, 351, der FR-PS Nr. 2. 136. 029, den US-PS Nr. l, 983, 381 und Nr. 2, 568, 632 sowie auch aus der GB-PS Nr. 2, 153, 008 die Verwendung von Druckluft und Druckgasen zur Entnahme von Flüssigkeiten aus Flaschen oder Fässern bekannt, wobei die Flüssigkeiten durch das Druckgas gefördert und/oder Ventile durch das Druckgas betätigt werden. Dabei betreffen diese Vorrichtungen jedoch entweder keine Portioniervorrichtungen oder keine Adapter für in Flaschen abgefüllte Getränke.
Bei Vorrichtungen der eingangs erwähnten Art sind eine ganze Reihe von Ausgestaltungen und Verbesserungen bekannt. So kann die, Anlage an einen Minicomputer angeschlossen sein, der automatisch die Verrechnung und Überwachung übernimmt. Die Vorrichtung kann an der Flasche gesichert angebracht sein, um eine Manipulation mit der Flasche oder deren Inhalt zu verhindern u. dgl. mehr.
Trotzdem weisen derartige Anlagen auch eine Reihe von Nachteilen auf. So ist es zum Betrieb derselben notwendig, die Flaschen in einer Reihe anzuordnen, wodurch die übliche Anordnung in mehreren Reihen hintereinander nicht möglich ist, was erhöhten Platzbedarf zur Folge hat. Weiters ist die Auslaufgeschwindigkeit aus der Dosierkammer zufolge der geringen Höhe der anstehenden Flüssigkeit gering, was bei häufiger Verwendung im gewerblichen Massstab ein Nachteil ist. Schliesslich neigen die Vorrichtungen bei der Verwendung im Zusammenhang mit zuckerhaltigen Getränken zum Verstopfen oder Verkleben besonders dann, wenn es sich um Getränke handelt, die nur selten gefragt sind.
Darüber hinaus hat es sich als nahezu unmöglich erwiesen, die gesamten Getränkevorräte auf dieses System umzustellen, da in Lokalen auch äusserst selten verlangte Getränke auf Lager gehalten werden, bei denen es nicht ökonomisch wäre, den beträchtlichen Investitionsaufwand zu bestreiten und solchen Getränken den Raum, den die bisher bekannten Anlagen benötigen, zu opfern.
Die Erfindung hat es sich zum Ziel gemacht, diese Nachteile zu vermeiden, und eine Portioniervorrichtung zu schaffen, die es ermöglicht, alle zum Verkauf angebotenen in Flaschen abgefüllten Getränke mit einer Portioniervorrichtung auszuschenken, ohne die oben genannten Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
Erfindungsgemäss geschieht dies dadurch, dass die Ventilstange pneumatisch betätigbar ist und dass der Adapter luftdicht in eine Entnahmestation einsteckbar ist, die eine Verbindung von einer Druckluftquelle zum Antriebselement der Ventilstange und gegebenenfalls zur Dosierkammer im Adapter herstellt.
Bevorzugt wird dabei zur Betätigung der Ventilstange ein vom Luftdruck in einer Druckkam-
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mer beaufschlagbarer Druckkolben und ein Mitnehmer zur Übertragung der Bewegung des Druckkolbens auf die Ventilstange vorgesehen. Dies ermöglicht eine saubere und zuverlässige Trennung von Druckluft und Getränk und eine sichere Betätigung der Ventilstange bei minimalem Dich- tungsaufwand.
In einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Druckkolben gleichzeitig als ein bei Betätigen der Portioniervorrichtung eine Verbindung von der mit Druckluft beaufschlagten Kammer zur Dosierkammer herstellendes Steuerorgan ausgestaltet ist. Dadurch wird die Ausbringung der Flüssigkeit wesentlich beschleunigt, da nicht nur die hydrostatische Höhe, sondern darüber hinaus der Druck der Druckluft zur Verfügung steht. Es verhindert diese Massnahme auch das Verkleben der Vorrichtung bei der Portionierung der zuckerhältigen Getränke.
Eine bevorzugte Variante dieser Ausgestaltung sieht vor, dass der Mitnehmer eine Dichtung trägt, die sich gemeinsam mit dem Mitnehmer in einem zylindrischen, von der Druckkammer zur Dosierkammer führenden Durchlass bewegt, der an seiner oberen Einmündung in die Druckkammer eine konusförmige Erweiterung aufweist, da diese Ausgestaltung billig und zuverlässig ist.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Fig. l zeigt einen Schnitt im betriebsbereiten Zustand durch einen in eine Entnahmestation eingesteckten Adapter im geschlossenen Zustand, Fig. 2 analog im Auslaufzustand, mit auf kleinstes Volumen eingestellter Dosierkammer.
Ein Adapter --1-- ist mittels einer versperrbaren, dichten Schelle --2-- am Hals einer
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Die Stange --4-- wird über einen Mitnehmer --7-- vertikal bewegt. Der Mitnehmer --7-wieder wird von einem kreisringförmigen Pneumatikkolben --8-- betätigt. Eine ebenfalls kreisringförmige Kammer --9-- ist mit Druckluft beaufschlagbar, und hebt den Pneumatikkolben--8-gegen die Kraft einer Feder --10-- nach oben.
Die Druckluft wird der Kammer --9-- von der Ent- nahmestation --11-- zugeführt. Adapter und Entnahmestation sind mittels kreisringförmiger Dich- tungen --12, 12'-- abgedichtet, so dass ein kreisringförmiger Spalt entsteht, in dem die Druckluft von der Entnahmestation zum Adapter strömen kann. Der Lufteintritt in den Adapter ist beim Ausführungsbeispiel durch einen Überwurf--13, 13'--vor Beschädigungen und vor Missbrauch geschützt.
Die Funktionsweise der Vorrichtung ist folgende : Beim Betätigen der nicht dargestellten Druckluftzufuhr strömt Druckluft von der Entnahmestation --11-- in den kreisringförmigen Spalt zwischen den Dichtungen--12, 12'--und durch den Überwurf --13, 13'-- in die Kammer --9--. Der Kolben--8--, der die Kammer --9-- dicht verschliesst, wird gegen die Kraft der Feder nach oben bewegt und nimmt dabei den Mitnehmer --7-- mit. Dadurch bewegt sich die Stange --4-- mit den beiden Ventilen--5 und 6--nach oben und öffnet das Ausströmventil--6--und schliesst praktisch gleichzeitig das Einlaufventil --5--. Die zwischen den beiden Ventilen im Dosierraum --1'-- befindliche Flüssigkeitsmenge strömt aus.
Beim Ausführungsbeispiel ist als Ausgestaltung folgendes vorgesehen : Der Mitnehmer --7-ist gegenüber der Druckkammer --9-- durch eine Dichtung --14-- abgedichtet. Diese Dichtung bewegt sich gemeinsam mit dem Mitnehmer --7-- in einer zylindrischen Öffnung. Diese Öffnung weist an ihrem oberen Ende eine konusförmige Erweiterung --15-- auf.
Diese Ausgestaltung bewirkt, dass beim Betätigen der Portioniervorrichtung Druckluft von der Kammer --9-- in die Dosierkammer-- !'-- strömen kann, sobald der Mitnehmer --7-- soweit nach oben verschoben ist, dass die Dichtung --14-- in den Bereich des Konus --15-- gelangt, in dem sie nicht mehr dichtet. Dadurch wird eine wesentlich raschere Entleerung der Dosierkammer erreicht und darüber hinaus die Gefahr des Verklebens beim Portionieren zuckerhaltiger Getränke vermieden, da die Flüssigkeit zur Gänze aus der Dosierkammer ausgeblasen wird.
In Fig. 2 ist die Vorrichtung im Entnahmezustand dargestellt, wobei die Entnahmestation nicht gezeichnet ist. Das Ventil --5, 5'-- ist geschlossen, das Ventil--6, 6'--geöffnet und die Dichtung --14-- ist in den Bereich des Konus --15-- gehoben, so dass Druckluft von der
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Kammer --9-- in die Dosierkammer strömen kann.
Die Ventilstange --4-- ist gegen eine missbräuchliche Verschiebung von der Auslauföffnung - her durch eine Sicherungsnase --17--. So ist sichergestellt, dass die Vorrichtung nur durch Betätigen der Entnahmestation --11-- bei eingestecktem Adapter-l--betrieben werden kann. Die Grösse der Dosierkammer zwischen Ventil --5 und 6-- kann in Abhängigkeit vom zu por- tionierenden Getränk durch Gegeneinanderschieben der Überwurf teile --13 und 13'-gewählt wer- den, ohne dass es notwendig ist, eine andere Entnahmestation --11-- auszubilden. Es können somit mit einer Entnahmestation die verschiedensten Getränketypen und Mengen portioniert werden. Dies ist besonders wichtig, da die teuren Verrechnungs-, Überwachungs- und Kontrollvorrichtungen nur einmal vorgesehen werden müssen.
Die Erfindung kann mit allen bei bisher bekannten Portioniervorrichtungen verwendeten Zu- sätzen ausgestattet und verwendet werden. Darüber hinaus ist es beispielsweise möglich, am zy- lindrischen Umfang --16-- des Adapters Informationen über das Getränk im internationalen Strei- fencode anzubringen und über ein Lesegerät in der Entnahmestation abzulesen. Die Verbindung mit der Flasche kann so gesichert werden, dass eine unbefugte Abnahme des Adapters von der
Flasche kenntlich ist. Damit ist jedes unbefugte Manipulieren unmöglich. Durch die Verwendung von Druckluft und die Anordnung des Überwurfes --13, 13'-- ist eine missbräuchliche Betätigung der Vorrichtung ausgeschlossen.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern kann abgewandelt und verändert werden. So ist es möglich, die Druckluftzufuhr anders zu gestalten, die Befestigung des Adapters an der Flasche auf jede beliebige Weise auszuführen oder auch auf die Anbringung des Konus --15-- zu verzichten, ohne die grundlegenden Vorteile der Erfindung aufzugeben. Wesentlich ist, dass die Ventilstange --4-- so angeordnet und ausgebildet ist, dass sie nur durch Betätigen der Entnahmestation bewegt werden kann und dass die Bauteile so auf den Adapter und die Entnahmestation verteilt sind, dass die kostenintensiven Teile in der Ent- nahmestation und die billigeren getränkeabhängigen Teile im Adapter vorgesehen sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Portioniervorrichtung für in Flaschen abgefüllte Flüssigkeiten mit einer Dosierkammer ge- wünschter Grösse zwischen einem stromaufwärts gelegenen Zufuhrventil und einem stromabwärts ge- legenen Auslaufventil, wobei eine die Dosierkammer durchsetzende und die beiden Ventilteller tra- gende Stange nach oben bewegbar ist um das flaschennähere Zufuhrventil zu schliessen und das
Auslaufventil zu öffnen, wobei die genannten Bauteile in einem Adapter vorgesehen sind, der auf einer Flasche dicht anbringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilstange (4) pneumatisch betätigbar ist und dass der Adapter luftdicht in eine Entnahmestation (11) einsteckbar ist, die eine Verbindung von einer Druckluftquelle zum Antriebselement der Ventilstange (4) und gegebe- nenfalls zur Dosierkammer (r) im Adapter herstellt.
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