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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Aufgeben von zum Aufschwimmen neigendem Schüttgut auf ein Förderband mit einer oberhalb des Förderbandes vorgesehenen Aufgabeschurre.
Die Förderung von zum Aufschwimmen neigendem Schüttgut, z. B. Zementmehl od. dgl., mit Hilfe von Förderbändern ist schwierig, weil das Schüttgut aus der Aufgabeschurre durch das Förderband beschleunigt werden muss, wobei die Reibungskräfte zwischen den Schüttgutteilchen eine erhebliche Rolle spielen. Die unmittelbar auf dem Förderband aufliegende Schüttgutschicht muss nämlich die darüberliegende Schicht mitnehmen, was wegen der vergleichsweise geringen Reibung bei zum Aufschwimmen neigendem Schüttgut nur unvollständig eintritt. Zum Aufschwimmen neigendes Schüttgut staut sich folglich in der Aufgabe-Vorrichtung und wird lediglich bis zu etwa 40% der Auslegeleistung des Förderbandes weitergefördert, insbesondere bei ansteigenden Förderbändern.
Die vor allem durch Lufteinschlüsse bedingten Aufschwimmeigenschaften von beispielsweise pulverförmigem Schüttgut vermindern aber nicht nur die sonst möglichen Förderleistungen des Förderbandes, sondern bewirken auch, dass insbesondere bei spezifisch schwererem Schüttgut dieses gegen die seitlichen Abdichtungen zwischen Aufgabeschurre und Förderband "fliesst" und die Gefahr besteht, dass das Schüttgut wegen des wirksam werdenden hohen Anlagedruckes austritt.
Um Schüttgut unter einem grossen Steigungswinkel fördern zu können, wird das Schüttgut zwischen einem Tragband und einem Deckband gehalten. Zur Beschickung eines solchen Deckbandförderers ist es bekannt (DE-AS 1134628), dass das Deckband zusammen mit einer die Umlenktrommel des Deckbandes teilweise umschliessenden Umlenkwand einen Fülltrichter bildet, durch den das Fördergut zwischen das Tragband und das Deckband gefördert wird. Das durch diesen Fülltrichter zwischen Deckband und Tragband eingebrachte Fördergut wird dann innerhalb von Förderräumen weitergefördert, die sich zwischen dem Tragband, dem Deckband und am Deckband angeordneten Stauscheiben ergeben.
Die sichere Mitnahme des Fördergutes wird allerdings bei solchen Deckbandförderern mit einem vergleichsweise grossen Aufwand erkauft, weil eben nicht nur ein Tragband, sondern auch ein Deckband über die gesamte Förderstrecke geführt werden muss.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine solche aufwendige Konstruktion zu vermeiden und eine Vorrichtung zum Aufgeben von zum Aufschwimmen neigendem Schüttgut auf ein Förderband der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass einerseits die volle Förderleistung des Förderbandes ausgenutzt und anderseits ein hoher Druck auf das Förderband und auf die Abdichtung vermieden werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass zwischen der Aufgabeschurre und dem Förderband ein gegensinnig umlaufender Kastenbandförderer angeordnet ist, dessen Obertrum an die Austragsöffnung der Aufgabeschurre und dessen Untertrum in an sich bekannter Weise an das Obertrum des Förderbandes anschliessen, und dass im Bereich der förderseitigen Umlenkung des Kastenbandförderers, wie an sich ebenfalls bekannt, eine dessen Kasten abdeckende Umlenkwand vorgesehen ist.
Mit dem Kastenbandförderer zwischen der Aufgabeschurre und dem Förderband wird zunächst eine Austragung des Schüttgutes aus der Aufgabeschurre sichergestellt, weil durch die quer zur Förderrichtung angeordneten Kastenwände das Schüttgut weitgehend unabhängig von den inneren Reibungsverhältnissen mitgenommen wird. Die Beschleunigung des Schüttgutes auf die Fördergeschwindigkeit des Förderbandes wird ebenfalls durch den Kastenbandförderer erzwungen, so dass das vom Kastenbandförderer aus der Aufgabeschurre ausgetragene Schüttgut im Bereich des an das Förderband anschliessenden Untertrums problemlos an das Förderband übergeben und von diesem weitergefördert werden kann.
Bei der Umlenkung zwischen dem oberen und unteren Trum des Kastenbandförderers muss allerdings dafür gesorgt werden, dass das Schüttgut aus dem Kasten nicht unkontrolliert auf das Förderband geschüttet wird, was wieder zu einer notwendigen Beschleunigung des Schüttgutes durch das Förderband führt. Zu diesem Zweck ist im Bereich der förderseitigen Umlenkung des Kastenbandförderers eine dessen Kasten abdeckende Umlenkwand vorgesehen, entlang der das Schüttgut durch die Kastenquerwände auf das Förderband geschoben wird.
Das Verdrehen des Kastenbandförderers zwischen der Aufgabeschurre und dem Förderband bringt aber auch eine Entlastung der Abdichtung mit sich, weil das in der Aufgabeschurre befindliche Schüttgut mit seinem Gewicht nicht auf das Förderband und die ihm zugeordneten Abdichtungen einwirkt.
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Eine besonders einfache Konstruktion für den Antrieb des Kastenbandförderers ergibt sich in weiterer Ausbildung der Erfindung dadurch, dass der frei drehbar gelagerte Kastenbandförderer mit seinem Untertrum kraftschlüssig am Obertrum des Förderbandes anliegt. Der Kastenbandförderer wird deshalb über die Reibungskräfte vom Förderband selbst mitgenommen, wobei sich automatisch gleiche Umfangegeschwindigkeiten einstellen.
Der Kastenbandförderer braucht nicht zwangsläufig mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit wie das Förderband angetrieben zu werden. Mit einer gegenüber dem Förderband unterschiedlichen Antriebsgeschwindigkeit für den Kastenbandförderer kann ein Dosiereffekt erreicht werden, was einen steuerbaren Antrieb für den Kastenbandförderer notwendig macht.
Ist der Kastenbandförderer im Bereich seiner förderseitigen Umlenkung zusätzlich mit Schüttgut beschickbar, so kann die im Schüttgut eingeschlossene Luft aus dem Schüttgut herausgedrückt und damit die Neigung des Schüttgutes zum Aufschwimmen entscheidend verringert werden. Im allgemeinen bestehen die Kastenbandförderer nämlich nicht aus starren Kästen, sondern es werden die Kästen aus durchgehenden Seitenwänden mit dazwischen angeordneten Querwänden gebildet. Eine solche Konstruktion bedingt im Bereich zwischen dem Ober- und dem Untertrum eine Volumsvergrösserung der einzelnen Kasten, so dass in diesem Umlenkbereich zusätzliches Schüttgut eingefüllt werden kann.
Im Übergangsbereich zum Untertrum wird das Kastenvolumen wieder auf das ursprüngliche Mass verkleinert, wobei wegen der nunmehr grösseren Schüttgutmenge das Schüttgut verdichtet und die eingeschlossene Luft herausgedrückt wird.
Um die zusätzliche Beschickung des Kastenbandförderers einfach durchführen zu können, empfiehlt es sich, in der Umlenkwand im oberen Bereich eine Füllöggnung vorzusehen. Da die zusätzliche Füllmenge unter anderem vom jeweiligen Lufteinschluss abhängt, ist es vorteilhaft, diese zusätzliche Füllmenge an die jeweiligen Erfordernisse anzupassen. Zu diesem Zweck kann die Füllöffnung in der Umlenkwand mit einem Verschluss verschieden weit abgedeckt werden. Um die aus dem Schüttgut herausgedrückte Luft entsprechend abführen zu können, kann die Umlenkwand ausserdem im unteren Bereich an eine Luftabsaugeinrichtung angeschlossen sein, wobei selbstverständlich darauf zu achten ist, dass über die Luftabsaugeinrichtung nicht auch das Schüttgut abgesaugt wird.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
Es zeigen Fig. 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Aufgeben von zum Aufschwimmen neigendem Schüttgut auf ein Förderband in einem schematischen Querschnitt und Fig. 2 diese Vorrichtung im Schnitt nach der Linie 11-11 der Fig. 1.
Wie der Zeichnung deutlich entnommen werden kann, besteht die dargestellte Vorrichtung im wesentlichen aus einer Aufgabeschurre --1-- und einem gemuldeten Förderband --2--, wobei zwischen der Aufgabeschurre --1-- und dem Förderband --2-- ein Kastenbandförderer --3-- vorge- sehen ist. Dieser Kastenbandförderer --3-- schliesst mit seinem Obertrum --4-- an die Austrags- öffnung --5-- der Aufgabeschurre an, während das Untertrum --6-- kraftschlüssig am Förderband --2-- anliegt, so dass der frei drehbar gelagerte Kastenbandförderer --3--'vom Förderband - her durch Reibungsschluss angetrieben wird. Der Umlaufsinn des Kastenbandförderers --3-ist dabei gegensinnig zum Umlaufsinn des Förderbandes --2--.
Im Bereich der förderseitigen Umlenkung --7-- des Kastenbandförderers --3--, dessen Kasten aus zwei gewellten Seitenwänden --8-- und zwischen diesen vorgesehenen Querwänden --9-- ge-
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Gut unkontrolliert auf das Fördertrum des Förderbandes --2-- geschüttet wird. In dieser Umlenkwand --10-- ist eine Füllöffnung --11-- vorgesehen, die mit einem Verschluss --12-- verschieden weit abgelenkt werden kann. Da sich die äussere Umfangslänge der gewellten Seitenwände --8-im Bereich der Umlenkungen unter Streckung der Wellung vergrössert, ergibt sich im Bereich der Umlenkung --7-- eine Vergrösserung des Aufnahmevolumens des Kastenbandförderers.
Es kann demnach über die Füllöffnung --11-- eine zusätzliche Schüttgutmenge aufgenommen werden, die beim Verkleinern des Kastenvolumens im Übergangsbereich zum Untertrum --6-- des Kastenförderers - eine Schüttgutverdichtung unter einem gleichzeitigen Herausdrücken der im Schüttgut enthaltenen Luft bewirkt. Diese Luft aus dem Schüttgut wird über einen an eine nicht dargestellte Luft-
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absaugeinrichtung angeschlossenen Absaugstutzen --13-- abgesaugt. Das in dieser Weise auf das Förderband --2-- aufgebrachte Schüttgut braucht durch das Förderband --2-- nicht mehr beschleunigt zu werden, sondern wird dem Förderband --2-- vom Kastenbandförderer --3-- "schlupf- frei" übergeben so dass die volle Förderleistung des Förderbandes --2-- ausgenutzt werden kann.
Das Vorsehen des Kastenbandförderers --3-- zwischen der Aufgabeschurre --1-- und dem Förderband --2-- stellt aber nicht nur eine von den Aufschwimmeffekten weitgehend unabhängige Übergabe des Schüttgutes von der Aufgabeschurre --1-- auf das Fördèrband --2-- sicher, sondern entlastet auch die an das Förderband --2-- anschliessenden Abdichtungen --14-- vom
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--1--PATENTANSPRÜCHE :
1.
Vorrichtung zum Aufgeben von zum Aufschwimmen neigendem Schüttgut auf ein Förderband, mit einer oberhalb des Förderbandes vorgesehenen Aufgabeschurre, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Aufgabeschurre (1) und dem Förderband (2) ein gegensinnig umlaufender Kastenbandförderer (3) angeordnet ist, dessen Obertrum (4) an die Austragsöffnung (5) der Aufgabeschurre (1) und dessen Untertrum (6) in an sich bekannter Weise an das Obertrum des Förderbandes (2) anschliessen, und dass im Bereich der förderseitigen Umlenkung (7) des Kastenbandförderers (3), wie an sich ebenfalls bekannt, eine dessen Kasten abdeckende Umlenkwand (10) vorgesehen ist.