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Die Erfindung bezieht sich auf einen Sarg mit einem Unterteil und einem Deckel, wobei der Unterteil von einer gegebenenfalls mit Füssen versehenen hölzernen Bodenplatte und einem Mantel gebildet ist.
Särge werden üblicherweise aus Holz hergestellt, was nicht nur ein vergleichsweise hohes Gewicht, sondern auch eine Verrottungszeit von mehreren Jahren bedingt. Ausserdem ergeben sich Schwierigkeiten beim Verschliessen des Sarges, weil der Deckel verkittet und zugenagelt werden muss. Schliesslich ist auch die Herstellung solcher Holzsärge als arbeitsaufwendig anzusehen. Es wurde daher bereits vorgeschlagen, neben Holz auch noch andere, für das Verrotten günstigere Werkstoffe zu verwenden. Zu diesem Zweck wurde beispielsweise der Mantel des Sarges aus Holzrahmen hergestellt, der dünne Wände aus Karton od. dgl. trägt. Mit einer solchen Konstruktion konnte jedoch der Herstellungsaufwand keineswegs verringert werden, obwohl natürlich hinsichtlich der Verrottungszeit Verbesserungen erzielt werden.
Das
Eindrücken des Sarges zufolge der aufruhenden Erdlast erfolgt jedoch wegen der Holzrahmenkonstruktion nach einer durchaus mit den Vollholzsärgen vergleichbaren Zeitspanne.
Um einen Sarg zu schaffen, der durch wenige einfache Handgriffe in die gewünschte Form gebracht werden kann und ähnlich starr wie übliche Holzsärge ist, ist es bereits bekannt (DE-OS 2402470), die
Wand- und Bodenteile des Sarges aus biegesteifen Platten zu bilden, die durch eine gemeinsame
Aussenhaut verbunden und zusammengehalten werden. Diese Aussenhaut soll biegsam und sehr zugfest sein, damit beim Aufbiegen der ein Netz bildenden Wandteile sich zwischen dem Bodenteil und den Wandteilen wegen der Aussenhaut Zugspannungen ergeben. Nachteilig bei diesem bekannten Sarg ist einerseits, dass auf Grund der mechanischen Anforderungen an die Aussenhaut diese nicht einfach verrotten kann, und anderseits eine Festigkeit erreicht wird, die der Festigkeit eines Holzsarges entspricht. Dadurch wird der gewünschte Zerfall des eingegrabenen Sarges in kurzer Zeit weitgehend verhindert.
Ausserdem ergibt sich ein vergleichsweise komplizierter Aufbau, der die Herstellung solcher
Särge teuer und aufwendig macht.
Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden und einen Sarg zu schaffen, der mit einem geringen Arbeitsaufwand in einfacher Weise hergestellt werden kann, vergleichsweise geringes Gewicht besitzt, trotz einer ausreichenden Stabilität für den Leichentransport in kurzer Zeit verrottet und mit einfachen Mitteln einen dichten Verschluss zwischen Deckel und Sargunterteil ermöglicht.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Deckel und der Mantel aus je einem schachtelartig gefalteten, mit Randlappen zum Verbinden der gegeneinander aufgefalteten Teile versehenen Zuschnitt aus Wellkarton bestehen und an der Aussenseite eine Beschichtung aus auf einer Leimschicht aufgebrachten Textilflocken od. dg1. aufweisen.
Da sowohl der Deckel als auch der Mantel des Sarges aus einem einfachen Zuschnitt hergestellt werden, ergeben sich besonders rationelle Arbeitsweisen. Der Zuschnitt kann nämlich mit den Randlappen und den Faltlinien in einem Arbeitsgang aus einem entsprechenden Wellkarton ausgestanzt werden, so dass die einzelnen Teile des Deckels bzw. des Mantels lediglich aufgefaltet und über die angeformten Randlappen nach Art einer Schachtel verbunden werden müssen. Der Mantel braucht dann nur mit der hölzernen Bodenplatte verbunden zu werden, um einen fertigen Sarg zu erhalten. Die hölzerne Bodenplatte verleiht einem solchen Sarg eine ausreichende Festigkeit für die Handhabung des Sarges, ohne die Möglichkeit eines sofortigen Eindrückens des Deckels bzw. des Sargunterteiles durch die aufgebrachte Erdlast in nachteiliger Weise beeinflussen zu können.
Damit sich der Sarg nicht vorzeitig durch Feuchtigkeitszutritt, beispielsweise beim Aufstellen unter freiem Himmel, zersetzen kann, trägt er aussen eine Beschichtung. Diese Beschichtung muss für eine gewisse Zeit wasserabweisend sein, dann aber verrotten. Zu diesem Zweck werden die Aussenseiten des Deckels und des Mantels mit Textilflocken od. dgl. beschichtet, die auf einer Leimschicht aufgebracht sind. Die Leimschicht bildet dabei eine kurzfristige Wassersperre, wobei die aufgebrachten Textilflocken, die zusätzlich für eine entsprechende Wasserableitung sorgen können, dem Sarg ein gefälliges Aussehen verleihen. Das leichte Eindrücken des Sargaufbaues gewährleistet trotz der Leimschicht eine besonders rasche Verrottung von Deckel und Mantel, weil die beim Eindrücken entstehenden Abkantungen und Risse das Eindringen der Erdfeuchtigkeit in das Sarginnere erleichtern.
Ausserdem braucht der aufgeworfene Grabhügel nicht nachträglich wegen des Einbrechens des Sarges neuerlich bearbeitet zu werden.
Um insbesondere bei vergleichsweise dünnen Zuschnitten eine ausreichende Festigkeit des Sargaufbaues zu erreichen, kann in weiterer Ausbilding der Erfindung der obere Rand des Mantels durch eine aus einer einwärtsgebogenen Randleiste gebildeten Verdoppelung verstärkt sein.
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Auf Grund der Herstellung eines erfindungsgemässen Sarges aus einem Zuschnitt kann auch für eine einfache, dichte Verbindung zwischen Sargunterteil und Deckel gesorgt werden, dann nämlich, wenn gemäss der Erfindung der Deckel im Bereich jedes Wandteiles eine entlang einer Faltlinie einwärtsbiegbare, den oberen Rand des Mantels übergreifende Randleiste besitzt, die auf der Innenseite eine Klebeschicht trägt. Durch das Einwärtsbiegen der vorgesehenen Randleiste gegen die Mantelwände werden die Randleisten durch die Klebeschicht dicht mit den Mantelwänden verbunden, so dass zum Verschliessen des Sarges keinerlei Werkzeuge notwendig sind. Besonders einfache Verhältnisse ergeben sich, wenn die Klebeschicht aus einem auf die Randleisten aufgebrachten Klebeband besteht, das mit einer beziehbaren Schutzfolie versehen sein kann.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 den Zuschnitt für den Mantel eines erfindungsgemässen Sargunterteiles, Fig. 2 den Zuschnitt für den Sargdeckel, Fig. 3 einen erfindungsgemässen Sarg in Draufsicht, Fig. 4 den Sarg nach Fig. 3 in Seitenansicht, Fig. 5 einen solchen Sarg im Querschnitt und Fig. 6 einen Querschnitt im Verbindungsbereich von Deckel und Unterteil im grösseren Massstab.
Wie aus den Fig. 1 und 2 deutlich entnommen werden kann, wird der Mantel --1-- und der Deckel - eines Sarges jeweils aus einem entsprechenden Zuschnitt--3 bzw. 4--hergestellt, der aus einem Wellkarton ausgestanzt oder ausgeschnitten wird. Die Wände des Mantels --1-- und des Deckels --2-- werden durch Auffalten der entsprechenden Wandteile --5-- entlang von Faltlinien --6-- gebildet, die über angeformte Randlappen --7-- miteinander verbunden werden. Sowohl der Sargmantel --1-- als auch
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auf die Bodenplatte --8-- aufzusetzen, wie dies in Fig. 5 ersichtlich ist. Ausserdem brauchen nicht Verbindungsrandleisten--9--in Form von Ansätzen vorgesehen zu werden, es könnte vielmehr der Mantel
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--5-- ergibt.Fig. 6 veranschaulicht ist.
Sind an den Rändern der Deckelwände--5--entlang Faltlinien--11--einwärts biegbare Randleisten --12-- vorgesehen, die den oberen Rand des Mantels --1-- übergreifen, so kann mit besonders einfachen Mitteln eine dichte Verbindung zwischen dem Sargunterteil und dem Deckel hergestellt werden, wenn auf
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Verbindung zwischen Unterteil und Deckel herstellt.
Der Deckel --2-- ist im dargestellten Ausführungsbeispiel mit einem Sichtfenster --14-- versehen, das durch einen entsprechenden Ausschnitt --15-- im Zuschnitt --4-- gebildet wird, wobei der Ausschnitt mit einer eingeklebten Klarsichtfolie od. dgl. verschlossen werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Sarg mit einem Unterteil und einem Deckel, wobei der Unterteil von einer gegebenenfalls mit Füssen versehenen, hölzernen Bodenplatte von einem Mantel gebildet ist, d a d u r c h g e k e n n - zeichnet, dass der Deckel (2) und der Mantel (1) aus je einem schachtelartig gefalteten, mit Randlappen (7) zum Verbinden der gegeneinander aufgefalteten Teile (5) versehenen Zuschnitt (3 bzw. 4) aus Wellkarton bestehen und an der Aussenseite eine Beschichtung aus auf einer Leimschicht aufgebrachten Textilflocken od. dg1. aufweisen.
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