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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Behandlung von textilen Warenbahnen mit Polfäden aus unter der Einwirkung von Wärme weicher werdendem Material, insbesondere von Schlingen oder Flor aus thermoplastischen Kunststoffen aufweisenden Teppichen, bei dem die Warenbahn an der Polseite berührungslos durch sehr heisses Wasser gefahren wird und auf der Polseite berührungsfrei aus dem
Wasser heraus und dann flach weitergeführt wird.
'Aus der NL-OS 7103492 ist ein Verfahren zur Vorbereitung einer Färbung bekannt, bei dem eine
Ware mit thermoplastischem Flor in heisses Wasser gefahren wird, wodurch der Flor erweicht und quillt.
Die Färbung wird dann an dem gequollenen Material vorgenommen.
Die Erfindung befasst sich mit dem Problem, dass beim Färben von Teppichen mit aus thermoplasti- schen Fasern bestehenden Polfäden sich häufig ein unschönes Erscheinungsbild einstellt, weil die Polfäden des gefärbten Teppichs, also die Schlingen oder der Flor, nicht gleichmässig von der Fläche des Teppichs emporragen, sondern zum Teil schräg stehen und schuppenartig übereinanderliegen. Dies verleiht dem
Teppich ein ungleichmässiges verkratertes Aussehen. Besonders augenfällig ist der Effekt bei den heute vielfach verbreiteten dicken, also langhaarigen Waren. Besonders empfindlich sind Waren mit einem Pol aus
Polyacrylnitril.
Dieses Problem liegt auch der DE-OS 2002144 zugrunde. Zur Vermeidung der üblichen Verschlussein- richtungen an Dämpfern, die einen mechanischen Angriff an dem Flor mit sich bringen, erstreckt sich bei der aus der DE-OS 2002144 bekannten Ausführungform die Stirnwand am Warenauslauf des Dämpfers bis in den Bereich des Wassersumpfes am Boden des Dämpfers frei hängend und bildet in der Nähe des Bodens einen Warenauslaufschlitz, durch den die Warenbahn berührungsfrei austritt worauf sie frei schwebend aufwärts zu einer Umlenkrolle geführt ist. In diesem Bereich kann auch noch eine auf der Florseite angreifende Absaugvorrichtung angeordnet sein, die die erkaltenden Florfäden aufrichten soll.
Die
Warenbahn wird hiebei zwar auf der Polseite berührungsfrei geführt, doch ist ein Warenauslaufschlitz am
Boden eines mit Wasser gefüllten Behälters naturgemäss nicht anbringbar.
Die Erfindung hat die Aufgabe, bei einem Verfahren der eingangs genannten Art, bei dem also die Warenbahn durch einen Behälter mit sehr heissem Wasser gefahren wird, dem Pol von Teppichen der in
Rede stehenden Art eine besonders dichte und gleichmässige Struktur zu verleihen.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, dass das Herausführen im flachen Winkel zur Wasseroberfläche erfolgt und die flache Weiterführung bis zur Abkühlung sich unmittelbar anschliesst.
Durch das heisse Wasser erweichen die Polfäden und werden besonders schmiegsam. Gleichzeitig verlieren sie in dem Wasser durch den Auftrieb ihr Gewicht, so dass sie in dem Wasser schweben und ganz locker nur unter der Wirkung der gegenseitigen Beeinflussung benachbarter Polfäden, nicht aber unter der Wirkung der Schwere, sich gegenseitig gleichmässig ausrichten können. Die Verweilstrecke in dem heissen Wasser muss natürlich lang genug sein, um eine ausreichende Erwärmung und Durchweichung der Fasern zu ermöglichen und einen Effekt zu ergeben. Diese durch das heisse Wasser bewirkte Auflockerung und Vergleichmässigung muss nun bis zur Abkühlung aufrechterhalten werden, in der die Fasern ihre Steifigkeit wiedergewinnen, so dass die einmal eingenommene Struktur gefestigt ist.
Wenn nun die Warenbahn vertikal aus dem heissen Wasser herausgefahren würde, würden die erweichten Polfäden in Querrichtung der Schwerewirkung ausgesetzt und um ihre Wurzel nach unten umklappen, so dass sie sogleich wieder die unerwünschte verschuppte Lage einnehmen.
Wenn dann die Warenbahn im flachen Winkel zur Wasseroberfläche aus dieser herausgeführt wird, stehen die Fasern bei Wegfall der Tragwirkung des Wassers schon fast aufrecht, in welcher Stellung sie die auf sie wirkende Schwere leichter ertragen können, ohne umzukippen. Die Fäden eines Flors stehen stabartig aufrecht, die Schlingen einer Schlingenware kippen zwar leicht um ihre Wurzel um, werden aber bei im wesentlichen aufrechter Anordnung als Schlinge durch die Schwere nicht wesentlich flachgedrückt, so dass ein durch das heisse Wasser erzielter besonderer Bausch nicht verlorengeht und dann durch die flache Weiterführung der Bahn bis zur Abkühlung erhalten werden kann.
In der Zeichnung ist ein Vertikalschnitt durch ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Die in der Zeichnung dargestellte und als Ganzes mit-l-bezeichnete Vorrichtung umfasst einen Standbehälter --2-- von etwa 2 bis 4 m Höhe, der mit sehr heissem, d. h. etwa 90 bis 95 C aufweisendem Wasser bis fast obenhin gefüllt ist. Die Bauform als hoher Standbehälter dient dazu, der durchlaufenden Warenbahn --3-- bei möglichst geringem horizontalem Platzbedarf der Vorrichtung eine ausreichende Verweilzeit in dem heissen Wasser zu sichern.
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Unter dem Standbehälter --2-- ist ein Durchlass --4-- vorgesehen, durch den die Warenbahn --3-von der gemäss der Zeichnung rechten Seite zur andern Seite des Standbehälters --2-- hindurchlaufen kann, um dann über Leitrollen --5, 6, 7-- an der Einlass- und Auslassöffnung --8-- oben an der Seite des Standbehälters --2- in diesen und in das heisse Wasser einzulaufen. Nach dem Passieren der Leitrolle - bewegt sich die Warenbahn --3-- in einer hängenden Schleife durch das heisse Wasser, wobei im Grund der hängenden Schleife eine Leitrolle --9-- angeordnet ist, die die ordnungsgemässe Führung der Warenbahn --3-- bewirken solle.
An der Oberfläche des heissen Wassers ist mit Abstand parallel zur Leitrolle --7-- eine Leitrolle - vorgesehen, über die die Warenbahn --3-- aus der Wasseroberfläche austritt. Die Leitrolle --10-ist bis über die Achse in das heisse Wasser eingetaucht, so dass die Warenbahn --3-- an der Austrittsstelle - bereits ziemlich flach, d. h. in einem flachen Winkel zur Wasseroberfläche --12-- aus dem heissen Wasser auftaucht. Ausserhalb des Standgefäes --2-- ist eine Leitrolle --13-- so angeordnet, dass die
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die durch die Striche --14-- angedeuteten Polfäden, die sowohl Florfäden als auch Schlingen sein können, keine Neigung haben umzufallen.
Die Warenbahn --3-- verlässt nach dem Passieren der Leitrolle --10-- das Standgefäss --2-- oberhalb des zwischen den Leitrollen --6 und 7-- einlaufenden Teiles an der Einlass-und Auslassöffnung --8--. Vom Eintritt in das heisse Wasser nach Passieren der Leitrolle --7-- bis zum Verlassen des Standgefässes --2-- erfolgt kein Angriff an der Warenbahn --3-- von der Polseite. Diese ist sowohl beim Einlauf als auch beim Auslauf nach oben gerichtet.
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eine Saugschlitzdüse --15-- angeordnet, die sich quer über die Bahnbreite erstreckt und von der Rückseite her an dieser angreift. Die Saugschlitzdüse --15-- saugt das der Warenbahn --3-- noch anhaftende heisse Wasser ab und kühlt die Warenbahn --3-- gleichzeitig soweit ab, dass die Polfäden wieder eine höhere Standfestigkeit bekommen.
Das durch die Saugschlitzdüse --15-- abgesaugte heisse Wasser wird wieder in das Standgefäss --2--
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