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Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsskibindung mit einer ein Festhaltesystem für den Skischuh tragenden Platte, welche gegen die Kraft mindestens einer Feder relativ zum Ski bewegbar ist, wobei das
Festhaltesystem sich nach Erreichen des Auslösepunktes öffnet.
Die meisten bekannten Ausführungen von Sicherheitsbindungen besitzen einen Vorder- und einen
Fersenbacken, die direkt auf dem Ski befestigt sind und zwischen die die Schuhsohle eingespannt wird.
Diese Bindungen öffnen sich alle bei Erreichen einer bestimmten Kraft, die direkt über den Schuh am jeweiligen Backen angreift und der Festhaltekraft des Backens entgegenwirkt bzw. diese aufhebt.
Ein Nachteil dieser Bindungsarten besteht darin, dass die Auslösung sehr stark von den Reibungs- verhältnissen und Anpresskräften zwischen Schuh und Ski bzw. Bindung abhängt. Dies bedeutet wieder, dass die Auslösung von der Haltung des Skifahrers (mehr Fersen- oder Ballenbelastung), von der richtigen Montage der getrennten Backen relativ zueinander, von Schnee- und Eisresten zwischen den
Bindungsteilen, von dem Verformungszustand des Skis (Verklemmen zwischen den Backen) und vom
Zustand, vom Material und von der Oberflächenbeschaffenheit des Skischuhs beeinflusst wird.
Bei andern bekannten Bindungen wird eine Metallplatte verwendet, die am Schuh befestigt wird und sich bei der Sicherheitsauslösung zusammen mit dem Schuh vom Ski trennt. Diese Ausführung kann jedoch nur die Beeinflussung der Auslösewerte durch den letztgenannten Faktor (Schuh) vermeiden. Dies gilt auch für weitere bekannte Ausführungen der Plattenbindungen, bei denen Vorder- und Fersenbacken durch Kupplungsglieder unterhalb der Platte ersetzt sind, welche der Wirkungsweise der Backen entsprechen. Die Platte wird in jedem Fall durch direktes Einwirken auf das Festhaltesystem zusammen mit dem Schuh vom Ski getrennt. Dies trifft auch für eine weitere Variante zu, bei der nach der Trennung noch eine allseitig gelenkige Verbindung zwischen Schuh und Ski besteht, die jedoch lediglich den Fangriemen ersetzt.
Bekannt ist ferner eine weitere Gruppe von Bindungen, deren Festhalte-und Auslösemechanismus direkt im Schuh eingebaut ist, wobei die Schuhsohle in zwei Hälften unterteilt ist, die sich bei der
Sicherheitsauslösung voneinander trennen. Nachteilig ist bei dieser Art jedoch, dass der Skifahrer an einen bestimmten Schuh gebunden ist.
Es ist auch schon bekannt, Bindungen über ein elektrisches Signal auszulösen, welches durch einen Beschleunigungsmessgeber erzeugt sein kann ; hiedurch ist jedoch eine eindeutige Zuordnung zu den Beanspruchungen des Beins nicht möglich. Die Bindung funktioniert auch nicht bei einem Sturz im Stand.
Bei einer andern Ausführung wird der Auslösemechanismus durch einen Schalter betätigt, der auf bestimmte Kräfte an der Schuhspitze anspricht.
Bis auf eine Ausnahme haben alle beschriebenen Ausführungen ein gemeinsames Merkmal : die Sicherheitsauslösung bei Längsstürzen (in Skilängsrichtung nach vorne oder hinten) und bei Drehstürzen erfolgt getrennt und unabhängig voneinander oder zumindest weitgehend unbestimmt bei Diagonalstürzen.
Diese Nachteile und die erhöhte Verletzungsgefahr sind in der DE-OS 1920484 erstmalig dargestellt. Die darin beschriebene Bindung überlagert die Biege- und Torsionsbeanspruchungen des Beins im Vorderbacken und bringt somit eine Verminderung des Verletzungsrisikos bei diagonalen Stürzen.
Nachteilig ist jedoch hier, dass die Überlagerung nach einem mathematischen Gesetz nur linear erfolgt, was sicher nicht der Bruchhypothese bei Knochen entspricht. Ausserdem besitzt diese Bindung auch die eingangs erwähnten Nachteile.
Es ist auch schon eine Skibindung vorgeschlagen worden (AT-PS Nr. 302126), bei der der Schuh an einer Sohlenplatte befestigt ist, die entgegen der Kraft einer Feder bewegbar ist. Von einer bestimmten Beanspruchung der Platte ab wird der an der Platte angeordnete Sohlenhalter freigegeben. Diese bekannte Bindung ermöglicht jedoch nur eine reine Seitenauslösung.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Sicherheitsskibindung der eingangs genannten Gattung zu schaffen, bei welcher die Auslösung bei Belastungen aus Stürzen nach vorne, hinten und nach der Seite erfolgen soll, wobei ein einziges Auslösesignal die Biege- und Torsionsmomentenanteile um die verschiedenen Beinachsen enthalten soll. Die Auslösung soll vor allem von Reibungskräften, Schuhanpresskräften, Verkantungen, ungenauer Montage, Schnee- und Eisresten, Art und Beschaffenheit der Skischuhe und von den Verformungen des Skis beim Belasten unabhängig sein.
Das Festhaltesystem soll sich bei jeder Art von Stürzen vollständig öffnen, es sollen sich jedoch keine Teile der Bindung, wie eine Platte od. dgl. mit dem Schuh lösen. Die Auslösung muss auch bei Stürzen aus
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dem Stand heraus gewährleistet sein und darf nicht vom Kraftangriffspunkt am Ski abhängen. Es soll schliesslich eine gewisse Stossenergieaufnahme gegeben sein.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, dass die Platte an einer skifesten weiteren Platte um eine zur Skioberseite vertikale Achse und um eine quer zur Skilängsrichtung und parallel zur Skiober- seite verlaufenden Achse schwenkbar gelagert ist, wobei das im Auslösepunkt sich öffnende Festhalte- system durch Bewegen eines Messfühlers gesteuert ist, der an einer der beiden Platten gelagert ist und dem eine Steuerfläche der andern Platte zugeordnet ist, so dass der Messfühler bei einem Verschwenken der den Schuh tragenden Platte gegenüber der skifesten Platte bewegt bzw. verschoben wird.
Auf diese Weise wird unabhängig von den Reibungs- und Einspannverhältnissen zwischen Schuh und
Ski bzw. Bindung ein Auslösesignal erzeugt, das bei Erreichen eines kritischen Wertes den Befehl zum plötzlichen und vollständigen Öffnen der Einspannvorrichtung erteilt, wodurch der Schuh freigegeben wird. Die Auslösung erfolgt dabei sowohl beim Vorwärts-, als auch beim Rückwärts- oder Torsionssturz, wobei auch alle kombinierten Sturzarten erfasst sind. Das Auslösesignal wird nahezu kraft- und damit reibungsfrei erzeugt, so dass unabhängig von der Art und Beschaffenheit des Schuhs eine zuverlässige
Sicherheitsöffnung gewährleistet ist. Verformung des Skis bei Belastung übt ebenfalls keinen nachteiligen
Einfluss auf die Auslösung aus, da die skiseitige Platte entsprechend steif ausgebildet sein kann, so dass keine Plattenverformung entsteht.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform kennzeichnet sich dadurch, dass die Platten ausser um die vertikale und die Querachse auch um die horizontale Längsachse gelenkig miteinander verbunden sind, wobei sich die Drehachsen in einem Punkt schneiden. Hiedurch wird eine Freigabe des Skischuhs auch bei kritischen Biegemomenten um die Längsachse gewährleistet.
Der Erfindungsgedanke kann z. B. dadurch praktisch verwirklicht werden, dass zwischen schuh- und skiseitiger Platte in mindestens zwei Richtungen ein federelastisches Glied wirksam ist, welches den Drehbewegungen der schuhseitigen Platte einen vorbestimmten Widerstand entgegengesetzt, der den unterschiedlichen Drehmomenten um die einzelnen Achsen angepasst ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform kennzeichnet sich dadurch, dass der Auslösepunkt bei gleichzeitigen Torsions- und Biege-Beanspruchungen um die vertikale Achse bzw. um die Querachse auf einer Ellipse liegt, deren Achsen durch das maximal zulässige Torsionsmoment bei fehlender Biegebeanspruchung und das maximal zulässige Biegemoment bei fehlender Torsionsbeanspruchung bestimmt sind.
Dies bedeutet, dass bei sogenannten gemischten Beanspruchungen ein Auslösesignal bei nidrigeren Torsions-bzw. Biege-Beanspruchungen erzielt wird, als es bei der reinen Torsions- oder Biege-Beanspruchung der Fall wäre. Die Ellipsenkurve trägt dabei einerseits der Forderung nach einer sicheren Auslösung bei allen denkbaren Sturzarten und anderseits einer sicheren Halterung des Schuhs am Ski bei allen Fahrzuständen Rechnung.
Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise an Hand der Zeichnungen beschrieben ; in diesen zeigt : Fig. l eine schematische perspektivische Darstellung des Skis mit Bezeichnung der Achsen, Momente und Kräfte, Fig. 2 eine schematische schaubildliche Darstellung der wesentlichen Teile der erfindungsgemässen Skibindung, Fig. 3 eine graphische Darstellung einer bevorzugten Auslösekurve, Fig. 4 die erfindungsgemässe Sicherheitsbindung im mittleren Längsschnitt gemäss der Linie IV-IV in Fig. 5, Fig. 5 eine teilweise geschnittene Draufsicht auf die Bindung ohne Ski und Schuh, Fig. 6 einen Schnitt gemäss der Linie VI-VI in Fig. 5, Fig. 7 einen Horizontalschnitt durch den vorderen Teil der Bindung entlang der Linie VII-VII in Fig. 8, Fig. 8 einen Schnitt gemäss der Linie VIII-VIII in Fig. 7, Fig.
9 einen Schnitt gemäss der Linie IX-IX in Fig. 7, Fig. 10 einen Schnitt gemäss der Linie X-X in Fig. 4 und Fig. 11 einen Schnitt gemäss der Linie XI-XI in Fig. 5.
Fig. 2 zeigt schematisch zwei Platten --1, 3--, von denen die untere --1-- am Ski, die obere --3-lösbar am Skischuh befestigt zu denken ist. Zur Erzielung lastabhängiger Verschiebungen der beiden gemäss Fig. 2 parallel zueinander angeordneten Platten --1, 3-- gegeneinander können diese z. B. allein über federelastische Elemente verbunden werden, die alle Translations- und Dreh-Freiheitsgrade zulassen und die den bei verschiedenen Sturzarten auftretenden Kräften entsprechend dimensioniert sind. In einer
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1- und Längsachse-x-- (Biegung) beschränkt. Alle drei Drehachsen müssen sich in einem Drehpunkt schneiden, wobei die vertikale Achse --z-- durch die Schienbeinachse verläuft, was durch ein
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kombiniertes Lager (z. B.
Kugellager) zwischen beiden Platten --1, 3-- verwirklicht wird. Damit entsprechen die Momente um den Drehpunkt immer den in das Bein eingeleiteten Biege- bzw. Torsionsmomenten, unabhängig davon, an welcher Stelle des Skis die Störkraft S angreift.
Die folgenden Ausführungen behandeln an Hand von Fig. 2 eine noch weiter vereinfachte Ausführung, die nur die in der Praxis wichtigsten Freiheitsgrade aufweist, nämlich Drehung um die vertikale Achse - und um die horizontale Querachse --y--.
Zwischen den Platten --1, 3-- ist neben dem Drehlager --D-- eine weitere Verbindung in Form von zwei in Skilängsrichtung verlaufenden, nicht dargestellten Biegefedern eingebaut, die den Drehmomenten um die Achsen --y, z-- einen solchen Widerstand entgegensetzen, dass die Relativbewegung zwischen den
Platten --1, 3-- gering bleibt und gerade zur Ableitung eines Steuersignals zum Öffnen der auf der Platte --3-- angeordneten, nicht dargestellten Vorder- und/oder Fersenbacken ausreicht. Die Verwendung von zwei Federn mit bestimmtem Abstand in y-Richtung erlaubt z.
B. auch die Erzeugung eines Drehwider- standes um die hier nicht mehr betrachtete horizontale Längsachse --x--. Die Federsteifigkeiten der Biegefedern in horizontaler Querrichtung (y) und in vertikaler Richtung (z) sind so ausgelegt, dass sie dem Verhältnis von bei fehlender Biegebeanspruchung maximal zulässigem Torsionsmoment MT zu bei fehlender Torsionsbeanspruchung maximal zulässigem Biegemoment MB des Unterschenkels entsprechen.
Betrachtet man in Fig. 2 an der oberen Platte --3-- einen Punkt P mit dem Abstand l vom Drehpunkt D, so verschiebt sich dieser Punkt in y-bzw. z-Richtung bei Aufbringung von Torsionsbzw. Biegemomenten. Fordert man, dass die Bindung bei allen Verschiebungen des Punktes P nach Erreichen eines gestrichelt dargestellten Kreises mit dem Radius r auslöst, so bekommt man eine vektorielle Überlagerung der Auslösemoment (in beiden Drehrichtungen), welche in Fig. 3 graphisch wiedergegeben ist und den Verhältnissen des menschlichen Knochenbaus in guter Annäherung Rechnung trägt. Die elliptische Auslösekurve bedeutet praktisch, dass das Torsionsmoment, bei dem die Bindung auslöst, mit zunehmender Biegebeanspruchung abnimmt und umgekehrt.
Nach den Fig. 4 und 5 besteht die dargestellte Sicherheitsbindung aus der an dem Ski --2-befestigten Grundplatte --1-- und der schuhseitigen Platte --3--, auf der ein Vorderbacken --4-- und ein Fersenbacken --5-- befestigt sind, zwischen denen der Schuh --6-- eingespannt wird. Die beiden Platten --1, 3--sind gemäss Fig. 9 zur Versteifung ringsherum mit Rippen --7-- versehen. Der Raum zwischen den Platten wird durch eine dehnbare Manschette --8-- gegen Umwelteinflüsse geschützt. Die Verbindung der Platten wird durch ein Lager --9-- hergestellt, das eine vertikale, durch die Schienbeinachse verlaufende Drehachse-10- (Fig. 4) und eine horizontale, in einer Ebene mit der vertikalen Achse - liegende Drehachse --11-- quer zur Skilängsrichtung aufweist.
Die Drehlagerung um die vertikale Achse --10-- ist zur Reibungsminderung durch ein Kugellager --12-- gewährleistet, wogegen die Drehlagerung um die horizontale Querachse --11-- durch Gleitlager aus Bolzen --13-- und Teflonbüchsen - verwirklicht ist. In der Mitte des Lagers --9-- ist ein Raum --15-- zur Durchführung eines Gestänges --16-- ausgespart (Fig. 6).
Eine weitere Verbindung zwischen den Platten --1 und 3-- bilden zwei Biegefedern --17-- (Fig. 7, 8,9), deren verdickte vordere Enden --19-- durch Schrauben --18-- an der Platte-l- befestigt sind. Das andere Ende der Biegefedern --17-- ist über eine aus Schrauben --20--, einem Klotz --21-- und Formstücken-22-- bestehende Klemmeinrichtung mit der Platte --3-- verbunden. Damit ist um die Achsen --10 und 11-- eine drehelastische Lagerung geschaffen, die jeweils in beiden Drehrichtungen wirksam ist. Das bedeutet, dass die obere Platte --3-- sich unter Einwirkung von Momenten nach oben und unten sowie nach beiden Seiten drehen kann.
Die Länge der Biegefeder --17-- und ihr Querschnitt sind so abgestimmt, dass bei Erreichen des zulässigen Torsionsmomentes im Schienbein ein vorbestimmter Ausschlag der Feder in horizontaler Richtung und bei Erreichen des zulässigen Biegemoments der gleiche Ausschlag in vertikaler Richtung vorliegt. Beim Auftreten beider Momente gleichzeitig ergibt sich ein diagonaler Ausschlag definierter Grösse.
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dient ein Schieber --23--, mit dem über Laschen --24-- die Formstücke --22-- verschoben werden können, nachdem die Schrauben --20-- gelöst worden sind. Eine Skala --24a-- gibt die Auslösehärte an ;
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sie kann beim Hersteller exakt auf Momente abgestellt werden, wodurch eine Einstellung mit Messgeräten beim Verkauf entfallen kann.
Zur Bildung des Auslösesignal ist gemäss Fig. 4 ein Taststift --25-- vorgesehen, der an dem Punkt P der Platte --3-- (Fig. 2) in Längsrichtung (x) verschieblich angebracht zu denken ist. Bei Bewegungen der oberen Platte --3-- gleitet er dann auf einer mit der unteren Platte --1-- verbundenen Kegelfläche - -27--, wodurch die y-und z-Verschiebungen kombiniert werden und ein Wegsignal in x-Richtung (Skilängsrichtung) erzeugt wird. Mit diesem Signal wird das noch zu beschreibende Festhaltesystem beaufschlagt, welches bei Erreichen einer bestimmten Signalgrösse den Schuh plötzlich und vollständig freigibt, unabhängig davon, ob nur reine Torsions- oder Biegemomente oder kombinierte Beanspruchungen vorliegen. Die Auslösemoment sind hiebei durch Längenänderung der Biegefedern--17-- (Fig. 7) einstellbar.
Weiter ist durch keilförmige Ausbildung der Biegefedern --17-- das Verhältnis von zulässigem
Torsions- zu Biegemoment mit der Längenänderung einstellbar.
Die Kegelfläche --27-- ist in Längsrichtung (x) ebenfalls verschieblich gestaltet, so dass die Bindung hierüber durch Handbetätigung zu öffnen ist.
Zusätzlich ist es möglich, durch eine Schraubenfläche, die mit der Drehung um die x-Achse gekoppelt wird, die Kegelfläche --27-- in x-Richtung zu verschieben und somit das zweite Biege- moment MBx zu überlagern.
Der Taststift --25-- ist in der mittleren Vertikal-Längsebene der Bindung angeordnet und in mit der
Platte --3-- fest verbundenen Lagerböcken --26-- längsbeweglich geführt. Der Taststift --25-- macht also die Bewegungen der oberen Platte --3-- bei Drehbewegungen um die vertikale Achse --10-- und die Querachse --11-- mit. Er gleitet hiebei auf der an der Grundplatte-l-gelagerten Kreiskegelfläche - und wird somit in Skilängsrichtung nach hinten verschoben. Diese Verschiebung wird als
Steuersignal ausgenutzt, indem sie über das bei --251-- mit dem Taststift --25-- gekuppelte Gestänge - auf einen im Fersenbacken --5-- vorgesehenen Sohlenfreigabemechanismus übertragen wird.
Die
Auslösung, d. h. die Sohlenfreigabe erfolgt, wenn der Taststift --25-- eine vorbestimmte Höhe auf der Kreiskegelfläche --27-- erreicht hat. Die Auslegung der Biegefedern --17-- und die Ausbildung der Kreiskegelfläche --27-- sind so getroffen, dass eine Überlagerung der Biege- und Torsionsmomentenanteile stattfindet. Die Auslösung der Bindung erfolgt also immer dann, wenn die kombinierte Beanspruchung des
Unterschenkels einen kritischen Wert erreicht hat, gleichgültig ob dieser aus Torsion oder Biegung oder einer kombinierten Torsions-Biegebeanspruchung herrührt.
Die Auslösung kann auch von Hand vorgenommen werden, indem die Kegelfläche --27-- über einen fest mit ihr verbundenen, nach vorne durchgeführten Bolzen --28-- nach hinten bewegt wird, der in mit
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--1-- festSpannhebel --35--. Im Innern des Gehäuses --33-- befindet sich ein an sich bekanntes Kniehebelsystem, das aus Hebeln --36, 37-- und zwei Laschen --38-- besteht. Das System ist in der mittleren VertikalLängsebene angeordnet und wird von zwei seitlich angeordneten, sich axial erstreckenden Federn --39-beaufschlagt. Hiedurch wird die Genauigkeit der Kinematik erhöht.
Der Hebel --36-- ist mittels eines Querbolzens --40-- unten am Gehäuse --33-- gelagert, wogegen sein oberes Ende durch einen Querbolzen --41-- mit dem Hebel--37--verbunden, t weelcher wieder über einen Querbolzen --42-- in den Laschen --38- fixiert ist. Die Laschen --38-- sind mit ihrem unteren Ende über Querbolzen --43-- am Gehäuse - drehbar gelagert. Die sich auf der Grundplatte --31-- abstützenden Druckfedern --39-- beaufschlagen über den Bolzen --41-- das Knie des Kniehebelsystems. Dadurch wird im gezeichneten Zustand eine schliessende Kraft über den Hebel --36-- auf das Gehäuse-33-ausgeübt, d. h. es wirkt auf das Gehäuse --33-- ein gegen den Uhrzeigersinn wirkendes Moment um die Achse --32--.
Die Sicherheitsauslösung erfolgt nun folgendermassen : Bei einer Schwenkung der Platte --3-- um die vertikale Achse --10-- und/oder die Querachse --11-- wird der Taststift --25-- durch Hochgleiten an der Kreiskegelfläche --27-- nach hinten gedrückt. Diese das Steuersignal bildende Verschiebung des Taststiftes --25-- wird über das Gestänge --16-- auf einen um eine Querachse --45-- schwenkbar an der
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Grundplatte --31-- gelagerten Steuerhebel --44-- übertragen.
Bei dessen Drehung um die Achse --45-- entgegen dem Uhrzeigersinn gleitet der Bolzen --42-- des Hebels --37-- in dem senkrechten Teil eines gemäss Fig. 4 ausgebildeten Steuerschlitzes --46--, welcher so dimensioniert und geformt ist, dass bei
Erreichen einer vorbestimmten Verschiebung des Gestänges --16-- der Bolzen --42-- an einen etwa 450 betragenden Knick des Steuerschlitzes --46-- gelangt, wodurch der Kniehebel in seine gestreckte
Totpunktlage kommt und unter Einwirkung der Federn --39-- in seine Öffnungslage schnappt. Der untere
Teil des Steuerschlitzes --46-- verläuft etwa in Richtung der Tangente an eine Kreisbahn um die Querachse-45-.
Die beim Strecken des Kniehebels auf den Bolzen --42-- ausgeübte Kraft erzeugt im Steuerhebel - ein zusätzliches, gegen den Uhrzeigersinn drehendes Moment, aus dem eine nach hinten gerichtete
Kraft im Gestänge --16-- resultiert, welche zur Entriegelung des Vorderbackens herangezogen wird. Die
Funktion des Vorderbackens wird weiter unten beschrieben.
Nach der Streckung schlägt der Kniehebel also in die zweite, in Fig. 4 nicht dargestellte Übertot- punktlage durch, wodurch eine Kraftrichtungsumkehr im Hebel --36-- und damit das Öffnen des Backens erreicht wird. Im geöffneten Zustand hält ein sich von oben an den Steuerhebel --44-- legender Bolzen --47-- des oberen Hebels --37-- den Steuerhebel --44-- in der erreichten Endstellung, um zum einen das sichere Öffnen des Vorderbackens zu gewährleisten und zum andern das erneute Schliessen des
Fersenbackens zu ermöglichen.
Das Schliessen erfolgt zunächst durch Aufklappen des Spannhebels --35-- um die Achse --32-- im Uhrzeigersinn. An dem Hebel --35-- sind die Federn --39-- mittels eines Bolzens --48-- so angelenkt, dass sie dabei entspannt werden. Durch die entspannten Federn wird auch das Kniehebelsystem über die
Streckstellung hinweg in die Ausgangsstellung zurückgezogen. Dabei hebt sich der Bolzen --47-- von dem
Steuerhebel --44-- ab, so dass dessen Sperre aufgehoben wird und er durch eine sich an der Grundplatte - abstützende Feder-49-- in seine Ausgangslage zurückgedrückt werden kann. Anschliessend wird der Spannhebel --35-- wieder geschlossen, wodurch die Federn --39-- erneut gespannt werden und das Gehäuse --33-- bzw. der Niederhalter --34-- gegen den Schuh --6-- gedrückt wird.
Schneereste zwischen dem Schuh --6-- und der Platte --3-- haben hiebei keinen Einfluss auf den automatischen Öffnungsvorgang. Es wird lediglich die Festhaltekraft des Backens durch den grösseren Knick im Kniehebelsystem etwas geringer.
Der Vorderbacken besteht aus einer Grundplatte --50-- und zwei Gehäusehälften --51 und 52--, an denen Niederhalter --53 und 54-- höhenverstellbar angebracht sind und die je um eine schräge, zirka 45 zur Vertikalen nach innen geneigte Achse --55-- geöffnet werden können. Das Öffnen der beiden Backenhälften erfolgt gleichzeitig über eine Zwangsführung, die aus Hebeln --56, 57 und 58-- besteht.
Der Hebel --56-- ist über einen Bolzen --59-- schwenkbar an der Grundplatte --50-- gelagert, wogegen die Hebel --57 und 58-- über Kugelpfannen-60-- jeweils mit dem Hebel --56-- und den Gehäusehälften - 51 bzw. 52-- verbunden sind. Die Niederhalter --53, 54-- besitzen eine unter einem bestimmten Winkel zur Querrichtung verlaufende Fläche --61--, die unter Berücksichtigung der Reibung bei vom Schuh ausgeübtem Längsdruck ein öffnendes Moment erzeugt. Das Öffnen wird durch eine eingebaute Querfeder - unterstützt, was vor allem dann wichtig ist, wenn der Axialdruck auf den Backen fehlt.
Zugehalten wird der Backen durch einen an der Grundplatte --50-- gelagerten Rasthebel --63--, der in einen Bolzen --64-- des Hebels --56-- eingreift und durch eine Blattfeder --65-- vorbelastet ist, Der Rasthebel --63-- wird bei der Sicherheitsauslösung vom Gestänge --16-- bzw, Taststift --25-- über darauf angeordnete einstellbare Kontermuttern --66, 67-- beaufschlagt. Der Abstand zwischen der Kontermutter - und dem Rasthebel --63-- ist zweckmässigerweise grösser als der maximale Weg des Taststiftes - -25--, so dass der Vorderbacken nur über das Gestänge --16-- von der Federkraft des Fersenbackens geöffnet wird. Dadurch wird während der Auslösung des Fersenbackens --5-- keine Rückstellkraft vom Vorderbacken auf den Taststift --25-- übertragen, was zur Erhöhung der Auslösegenauigkeit beiträgt.
Das Schliessen des Vorderbackens --4-- erfolgt, nachdem der Spannhebel-35-des Fersenbackens-5- geöffnet wurde, durch einfaches Niederdrücken, wobei der Rasthebel --63-- automatisch einrastet.
Bei der an Hand der Fig. l bis 11 erläuterten Ausführungsform wird das Festhaltesystem vom Messfühler auf mechanische Weise gesteuert. Die Übertragung des Auslösesignals vom Messfühler auf das Festhaltesystem kann aber auch auf elektrischem, magnetischem, pneumatischem oder hydraulischem Wege erfolgen.
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Den bis hieher beschriebenen Teil der Sicherheitsbindung kann man als Auslösesystem bezeichnen.
Bei allen vorkommenden Sturzarten (seitlich, nach vorne und hinten oder kombiniert) wird nur ein
Auslösesignal erzeugt, das immer dann seinen kritischen Wert erreicht, wenn die maximal zulässige
Beanspruchung des Schienbeins erreicht ist. Dies gilt unabhängig von äusseren Einflüssen und vor allem auch dann, wenn der Skifahrer im Stehen oder bei langsamer Fahrt stürzt. In diesen Fällen ist bekanntlich die Gefahr einer Verletzung bei bekannten Bindungen besonders hoch, weil die Reibungskräfte (insbesondere bei Torsion) die Auslösung in unübersichtlicher Weise beeinflussen.
Die Kopplung der Biege- und Torsionsmomentenanteile führt nach Fig. 3 zu einer Ellipse. Die schraffierte Fläche stellt die Gefahrenzone dar im Vergleich mit den bekannten ungekoppelten Bindungen, wie sie z. B. in der DE-OS 1920484 beschrieben sind.
Das Festhaltesystem für den Schuh --6-- an der oberen Platte --3-- kann auch anders als an Hand der Fig. 4 bis 10 beschrieben ausgebildet sein. Die Einspannung des Schuhs --6-- kann z. B. über Backen erfolgen, die mechanisch über Federn oder pneumatisch/hydraulisch geschlossen werden. Anderseits kann die Verbindung Platte/Schuh auch magnetisch hergestellt werden. Alle Ausführungsformen - gleichgültig, ob ein-oder mehrteilig-müssen jedoch erfindungsgemäss folgende Eigenschaften besitzen : die Festhaltekräfte müssen grösser als die Bruchwerte des Unterschenkels sein ; sie müssen und dürfen nur von einem Auslösesignal aufgehoben werden können, wobei das komplette Festhaltesystem entriegelt wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Sicherheitsskibindung mit einer ein Festhaltesystem für den Skischuh tragenden Platte, welche gegen die Kraft mindestens einer Feder relativ zum Ski bewegbar ist, wobei das Festhaltesystem sich nach Erreichen des Auslösepunktes öffnet, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (3) an einer skifesten weiteren Platte (1) um eine zur Skioberseite vertikale Achse (z) und um eine quer zur Skilängsrichtung und parallel zur Skioberseite verlaufende Achse (Querachse y) schwenkbar gelagert ist, wobei das im Auslösepunkt sich öffnende Festhaltesystem (4,5) durch Bewegen eines Messfühlers (25) gesteuert ist, der an einer der beiden Platten gelagert ist und dem eine Steuerfläche (27) der andern Platte zugeordnet ist, do dass der Messfühler (25)
bei einem Verschwenken der den Schuh tragenden Platte
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