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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum schrittweisen Ausziehen von langgestreckten
Werkstücken, beispielsweise von Strängen aus der Kokille einer Stranggiessanlage, bestehend aus einem
Gehäuse, das für periodisch aufeinanderfolgende Arbeits- und Rückstellhübe mit einem Antrieb, z. B. einem Hydraulikzylinder, gekuppelt ist, das weiters an seiner Innenseite mit Keilflächen versehen ist und in dem Klemmbacken angeordnet sind, welche über Rollen od. dgl. an den Keilflächen abgestützt sind und durch Druckfedern oder Druckmittelzylinder in die Schliessstellung gedrückt werden. Bei einer bekanntge- wordenen Vorrichtung dieser Art (US-PS Nr. 2, 633, 233), die zur Anwendung in Ziehbänken zum
Kaltverformen von Stäben bestimmt ist, sind die Druckfedern in das Gehäuse eingebaut.
Diesem Umstand kommt keine Bedeutung zu, denn die gesamte Vorrichtung und damit auch ihre Druckfedern befinden sich auf Umgebungstemperatur. Anders liegen die Verhältnisse beim Ausziehen von warmen Werkstücken, wozu die bekannte Vorrichtung weder bestimmt noch geeignet ist, denn die von aus dem Werkstück über- tragener Wärme aufgeheizten Druckfedern würden sehr bald unzulässig hohe Temperaturen annehmen, weil eine Kühlung nicht möglich oder nur mit grossen Komplikationen durchführbar wäre.
Ziel der Erfindung ist eine möglichst einfache Ausziehvorrichtung, deren Druckfedern bzw.
Druckmittelzylinder auch beim Ausziehen warmer Werkstücke dauernd auf einer Temperatur verbleiben, welche ein unzulässiges Absinken der Federkraft bzw. eine unzulässige Erwärmung des im Zylinder enthaltenen Druckmittel ausschliesst.
Dieses Ziel ist mit einer Vorrichtung des eingangs umrissenen Aufbaues erreichbar, bei welcher erfindungsgemäss die Druckfedern bzw. Druckmittelzylinder ausserhalb des Gehäuses angeordnet und über Zugorgane, welche Ausnehmungen im Gehäuse mit Spiel durchsetzen, mit den Klemmbacken verbunden sind. Die Anordnung der Druckfedern oder Druckmittelzylinder verhindert nicht nur eine unzulässige Erwärmung, sondern gestattet eine bequeme Überwachung dieser Teile, das Nachspannen von Federn während des Betriebes und ein Auswechseln ohne Zerlegen des Gehäuses. Eine verstärkte Kühlung z. B. durch Anblasen mit Luft, erweist sich als überflüssig, wäre aber ohne Schwierigkeiten durchführbar.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist jedes Zugorgan als ein vorzugsweise mit einem Gewinde versehener Bolzen ausgebildet, der an der zugeordneten Klemmbacke angelenkt und an dem aus dem Gehäuse hervorragenden Abschnitt von der Feder umgeben ist, welche sich einerseits am Gehäuse und anderseits am Kopf des Bolzens bzw. an einer Mutter abstützt. Zufolge der gelenkigen Verbindung des Bolzens mit der Klemmbacke kann diese sich an Unregelmässigkeiten der Oberfläche des auszuziehenden Werkstückes anpassen und über die Unregelmässigkeiten während des Rückstellhubes hinweggleiten.
Vorteilhaft ist es, wenn die an den Klemmbacken angeordneten Auflagerflächen für die Rollen parallel zur Strangachse verlaufen, weil die Herstellung der Klemmbacken vereinfacht wird.
Die Erfindung ist im folgenden an Hand der Zeichnungen an einer beispielsweisen Ausführungsform näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung teils im Längsschnitt, teils in Seitenansicht und Fig. 2 eine Ansicht der Vorrichtung von vorne.
Die dargestellte Vorrichtung-l-weist ein quaderförmig gestaltetes Gehäuse --4-- mit in einander gegenüberliegenden Seitenwänden angeordneten, beispielsweise quadratischen Fenstern auf. Das Gehäuse - ist von einem Strang --2-- durchsetzt, der aus einer Kokille --3-- ausgezogen werden soll, und mit einer Antriebsvorrichtung verbunden, die ihm eine hin-und hergehende Bewegung aufprägt. Diese Antriebsvorrichtung kann, wie gezeigt, als Hydraulikzylinder --15-- ausgebildet sein, der an einem Fundament od. dgl. angelenkt und über einen zweiarmigen Gelenkhebel mit dem Gehäuse --4-- verbunden ist. Innerhalb des Gehäuses --4-- sind zwei Klemmbacken --5-- untergebracht, deren dem Strang --2-zugewendete Klemmflächen dem Strangprofil angepasst und aufgerauht, z.
B. gezahnt oder geriffelt sind (Fig. 2). Etwa in ihrer Mitte ist in den aus hitzebeständigem Material, z. B. einem wärmefesten Stahl oder einem metallkeramischen Werkstoff gefertigten Klemmbacken je eine normal zur Strang- bzw. Gehäuseachse verlaufende Ausnehmung --6-- vorgesehen, der ein an der zugekehrten Gehäusewand befestigter Keil - gegenüberliegt. Zwischen den Böden der Ausnehmungen --6-- oder auf diese aufgesetzten Platten - und den in Richtung gegen die Kokille konvergierenden Schrägflächen der Keile --10-- ist je eine Rolle --7-- angeordnet und jede Rolle ist in den sich verjüngenden Spalt gedrückt, der von dem Boden einer Ausnehmung und der schrägen Fläche eines Keiles begrenzt ist.
Zu diesem Zweck ist in dem von der Kokille abgelegenen Ende jeder Klemmbacke --5-- eine gegen die Ausnehmung --6-- offene Sackbohrung --8-- vorgesehen, in der eine Schraubenfeder --9-- untergebracht ist, die einen Stift
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od. dgl. gegen die Rolle --7-- drückt. An dem kokillenseitigen Ende jedes Klemmbackens --5-- ist ein Bolzen --11-- angelenkt, der eine Öffnung der kokillenseitigen Gehäusestirnwand mit Spiel durchsetzt.
Dieser Bolzen --11-- kann als Schraubenbolzen ausgebildet sein und ist von einer Schraubenfeder - umgeben, deren eines Ende gegen die Gehäusestirnwand und deren anderes Ende gegen eine aufgeschraubte Mutter --13-- abgestützt ist.
Die Wirkung der Schraubenfedern kann auch hydraulisch erreicht werden, nämlich mit an der Aussenseite der Gehäusestirnwand angeordneten Druckmittelzylindern, deren Kolbenstange mit den Klemmbacken gelenkig verbunden ist.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung ist wie folgt : Während des von der Kokille --3-- weg erfolgenden Antriebshubes des Gehäuses --4-- werden die Klemmbacken --5-- gegen den Strang --2--
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auch die zwischen den Backen und dem Strang wirksamen Druckkräfte abgeleitet sind. Als vorteilhaft haben sich Keilwinkel erwiesen, denen zufolge die Gesamtdruckkraft einer Klemmbacke etwa zehnmal grösser ist, als die Kraft der diese Backe belastenden Feder --12--. Soll beispielsweise die Gesamtdruckkraft 2-104 N betragen, dann kann diese mit einer Federkraft von 1500 bis 2500 N erreicht werden.
Während des anschliessenden Gehäuserückhubes wird die Klemmverbindung zwischen Klemmbacken und Strang gelöst, so dass die gesamte Vorrichtung bei ruhendem Strang in ihre kokillenseitige Endstellung zurückgelangt.
Die Oberfläche von aus einer Kokille ausgetretenen Strängen ist nicht geometrisch genau gestaltet, sie kann vielmehr örtlich Buckel, Grate od. dgl. aufweisen. Die gelenkige Verbindung der Bolzen --11-mit dem Klemmbacken --5-- legt deren Lage nicht unveränderlich fest, sondern gestattet eine Anpassung an die jeweilige Gestalt der Strangoberfläche. Die Federn --12-- oder Druckmittelzylinder liegen ausserhalb des Gehäuses --4-- und sind deshalb nicht nur ausreichend gekühlt, sondern auch bequem überwachbar. Insbesondere Federn können während des Betriebes ohne Schwierigkeiten nachgespannt bzw. miteinander abgeglichen werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum schrittweisen Ausziehen von langgestreckten Werkstücken, beispielsweise von Strängen aus der Kokille einer Stranggiessanlage, bestehend aus einem Gehäuse, das für periodisch aufeinanderfolgende Arbeits-und Rückstellhübe mit einem Antrieb, z. B. einem Hydraulikzylinder, gekuppelt ist, das weiters an seiner Innenseite mit Keilflächen versehen ist und in dem Klemmbacken angeordnet sind, welche über Rollen od. dgl. an den Keilflächen abgestützt sind und durch Druckfedern oder Druckmittelzylinder in die Schliessstellung gedrückt werden, d a d u r c h g e k e n n z e i c h - net, dass die Druckfedern (12) bzw.
Druckmittelzylinder ausserhalb des Gehäuses (4) angeordnet und über Zugorgane (11), welche Ausnehmungen im Gehäuse mit Spiel durchsetzen, mit den Klemmbacken (5) verbunden sind.