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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Weinrebenholz, wobei der Weinrebenstock zugeschnitten und von der Rinde befreit und gegebenenfalls anschliessend durch Bemalen,
Beizen, Lackieren od. dgl. oberflächenbehandelt wird.
Bei den bekannten derartigen Verfahren zur Behandlung von Weinrebenholz, mit denen Geschenksartikeln aller Art, Ausstattungsartikel, Souvenirartikel usw. hergestellt werden, wird die Rinde dadurch entfernt, dass die
Weinrebenstockstücke durch Wassereinfluss weichgemacht und anschliessend die Rinde mit einem Messer bzw. einer Bürste entfernt wird. Die völlige Rindenentfernung ist auf diese Weise nur mit grosser Mühe möglich.
Zumeist bleiben Rindenreste zurück, die das Aussehen des Endproduktes beeinträchtigen. Vor allem aber ergibt sich der Nachteil, dass sich das Holz nach dem Trocknen verzieht bzw. dass Fäulnisstellen auftreten, welche die als
Endprodukt hergestellte Ware unverkäuflich machen.
Die Erfindung setzt sich zur Aufgabe, ein Verfahren der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass nicht nur die Entfernung der Rinde leichter und vollständig möglich ist, sondern auch das Aussehen des
Endproduktes verbessert und ein Verziehen bzw. Faulen der Ware vermieden wird. Die Erfindung löst diese
Aufgabe durch die Kombination der Massnahmen, dass das Weinrebenholz im trockenen Zustand einer zum
Entrinden an sich bekannten Sandstrahlbehandlung mit Druckluft und trockenem Sand unterworfen wird. Als trockener Zustand des Weinrebenholzes ist hiebei zu verstehen, dass das Holz nicht einer künstlichen Befeuchtung unterworfen wird, sondern maximal die natürliche Feuchtigkeit von etwa 20 bis 30% aufweist, die nach der
Rindenentfernung zum Grossteil verschwindet.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird nicht nur der bisher übliche Befeuchtungsarbeitsgang eingespart, sondern auch vor allem die Entfernung der am Weinrebenstock anhaftenden Erdreste und der Rinde erleichtert, auch aus den ansonsten schwer zugänglichen unregelmässigen Vertiefungen des Holzes. Die für die
Entfernung der Rinde nötige Arbeitszeit wird daher erheblich verkürzt, was sich auf den Endpreis der Ware vorteilhaft auswirkt, zumal auch jeglicher Ausschluss, welcher auf ein nachträgliches Verziehen bzw. Faulen des Endproduktes zurückzuführen ist, ausgeschlossen ist, da ja keine Befeuchtung der Ware auftritt.
Die Sandstrahlbehandlung kann mittels handelsüblicher Sandstrahlgeräte von Hand leicht durchgeführt werden. Die Rindenentfernung vom Holz durch einen feste Teile mitführende Druckmittelstrahl ist an sich bekannt (deutsche Patentschriften Nr. 271492, Nr. 877947 und Nr. 912014). Hiebei wird aber das Holz vorher durch ein Erweichungsbad hindurchgehen gelassen oder als Druckmittel Wasser verwendet. Die Sandstrahlbehandlung erfolgt bei diesen bekannten Verfahren zumeist maschinell durch Hindurchleiten der Holzstämme durch ein die Sandstrahleinrichtung umschliessendes Gehäuse. Derartige Verfahren sind aber für die Weinrebenstockholzbearbeitung nicht anwendbar, da ja die Befeuchtung des Weinrebenstockholzes vermieden werden soll und sich der Weinrebenstock infolge seiner unregelmässigen, stark verkrüppelten Form einer maschinellen Behandlung entzieht.
Es ist auch bekannt (österr. Patentschriften Nr. 9174 und Nr. 9175), weiches Holz dadurch mit einer plastischen Profilierung zu versehen, dass eine Schablone auf das geebnete und geglättete Holz aufgelegt und anschliessend ein Sandstrahl gegen das Holz gerichtet wird, der aus Holz an den nicht durch die Schablone abgedeckten Stellen entfernt und aufrauh. Auch ein solches Verfahren eignet sich nicht zur Behandlung von Weinrebenstockholz, welches ja sehr hart ist und infolge seiner unregelmässigen Form und Verkrüppelung durch Schablonen kaum abdeckbar ist.
Es ist auch bekannt (USA-Patentschrift Nr. 2, 345, 942), auf eine bereits vorbehandelte geglättete Holzoberfläche einen Sandstrahl unter einem vorbestimmten Auftreffwinkel zu richten, um plastische Effekte auf der Holzoberfläche hervorzurufen. Auch dieses Verfahren ist aus den bereits erwähnten Gründen für Weinrebenstockholz nicht anwendbar.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren ergeben sich besonders reizvolle Effekte auf dem fertigen Endprodukt, da die verwitterten bzw. nicht verwitterten Holzteile als dunkle bzw. helle Flecken deutlich und in besonders schöner Weise sichtbar werden, wodurch das Aussehen des Endproduktes besonders gefällig gestaltet wird. Durch die anschliessende Oberflächenbehandlung durch Bemalen, Beizen, Lackieren od. dgl. lassen sich diese Effekte noch steigern bzw. künstlerisch auswerten. Als Beizmittel können hiebei die aus der Holzbearbeitung
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Die Lackierung erfolgt mit farblosen Lacken im allgemeinen mehrmals.
Hiebei ist von Vorteil, dass die durch die Sandstrahlbehandlung erzielte glatte Oberfläche die Bemalung und Lackierung erleichtert und die völlige Entfernung der Erdreste und der Rinde einen gleichmässigen Angriff der Beize an allen Holzstellen sicherstellt.
Dadurch, dass die Sandstrahlbehandlung trocken auf trockenes Weinrebenholz angewendet wird, sind die Weinrebenstockstücke nach der Sandstrahlbehandlung sofort bereit für die erwähnte Oberflächenbehandlung durch Bemalen, Beizen, Lackieren od. dgl., ohne dass zuvor eine Trocknung des Holzes abgewartet werden muss.
Auch bleibt der vor der Sandstrahlbehandlung durchgeführte Zuschnitt des Weinrebenstockes unverändert erhalten, da ja kein Verziehen durch Feuchtigkeitseinfluss erfolgen kann.
Bei s piel : Weinrebenstöcke, wie sie von den Weingärten her anfallen, werden gesammelt, von überschüssiger Feuchtigkeit befreit und vorerst grob zugeschnitten, wobei auch die verhältnismässig kleinen Stücke für die Verarbeitung zu Korkziehergriffen, Kapselhebergriffen, Schlüsselanhängern usw. verwendet werden
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können. Von den grösseren Stockteilen werden die Knollen abgeschnitten, die für Flaschenstoppelgriffe, Wanderstockgriffe usw. verwendet werden können. Danach werden die grösseren und kleineren Holzstücke, deren Feuchtigkeit maximal etwa 20 bis 30% beträgt, in diesem trockenen Zustand einer Sandstrahlbehandlung mit Druckluft und trockenem Sand unterworfen, so dass sie von der Rinde sowie von gegebenenfalls am Holz anhaftenden Erdresten völlig befreit werden.
Anschliessend werden die Holzstücke fein auf die gewünschte Form zugeschnitten und gegebenenfalls (z. B. an Standflächen od. dgl. zwecks besserer Auflage des Stockes) geschliffen.
Hierauf werden die Holzstücke je nach dem ins Auge gefassten Verwendungszweck gebeizt oder 2 bis 3mal mit farblosem Lack lackiert. Anschliessend werden die Holzstücke, falls erwünscht, bemalt und hierauf zu den gewünschten Endprodukten, z. B. Kerzenständern, Flaschenhaltern, Lampenfüssen usw. weiterverarbeitet.