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Die nachstehend beschriebene Kupplung, welche sich ganz besonders für Ein-oder Mehrphasen-Kurzschlussmotoren eignet, im übrigen aber eine beliebige Verwendung zulässt, verdankt ihre Entstehung dem Bestreben, ein stossfreies Anlassen bei verhältnismässig kleinem Anlassstrom zu erzielen und gleichzeitig eine Überlastung der Maschinen zu verhindern.
Ihre Wirkungsweise beruht auf der Verwendung von elastischen oder halbelastisehen Materialien als Übertragungsmittel, welche durch die Fliehkraft gegen die anzutreibende Scheibe gedrückt werden und infolge der Reibung ein Mitnehmen derselben zur Folge haben.
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deuten l'und G die beiden Kupplungshälften, deren Kränze konzentrisch zueinander angeordnet sind, u. zw. stellt T die treibende, und G die getriebene Scheibe vor. Als Übertragungsmittel dienen hier die Riemen R aus Leder oder dgl., deren eines Ende am Kranze der treibenden Kupplungshälfte T'befestigt ist, während das andere sich frei bewegen kann. Dreht sich nun der Motor in der gezeichneten Drehrichtung, so werden diese Riemen durch die Fliehkraft an den Kranz G angelegt und angedrückt, den sie alsdann infolge der Reibung mitnehmen.
Da der Druck vom Gewichte des Riemens abhangt und proportional dem Quadrate der Geschwindigkeit wächst, hat man es in der Hand, die Verhältnisse so zu wählen, dass das Mitnehmen bei einer bestimmten Geschwindigkeit eintritt. So z. B. wird man es bei Einphasen- oder Drehstrommotoren mit Kurzschlussanker so einrichten, dass diese kritische Geschwindigkeit nur wenig unter der normalen liegt. Der Motor läuft dann nahezu unbelastet an und wird erst belastet, wenn er schon über dem Knie der Zugkraftkurve angelangt ist.
Im allgemeinen genügt für einigermassen grössere Geschwindigkeiten, wie sie bei Elektromotoren in der Regel vorkommen, schon das Gewicht eines einfachen Riemens von 5-6 M) H Dicke, um den nötigen Adhäsionsdruck zu erzeugen : bei langsamlaufenden
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kann don einfachen Riemen auf der inneren Seite mit einem Metallbeschlag beschweren.
Zur besseren Erklärung mag ein Zahlenbeispiel angeführt werden. Es handle sich um dii,
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Durchmesser der Scheibe ==-400 mm (Radius R = 0'2 11'1) Riemenbreite B = 100 mm Umfangsgeschwindigkeit v = 21 m Reibungskoeffizient/== 0, 35.
Wir bestimmen zunächst den tangentialen Zug :
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und hieraus die zur Erzielung der Reibung erforderliche Fliehkraft :
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Aus der Fliehkraft ergibt sich dann das Kicmengewicht :
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Wenn man forner das Verhältnis der gesamten Riementange zum Sdheibonumfang = 0.
8 und das spezifische Gewicht des Leders = 1#03 setzt, so erhält man schliesslich die Riemen- dicke d = 9 mm, wofür man am besten zwei Riemen von je 5-6 mm Dicke übereinander annimmt.
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Einfachheit, Solidität und Billigkeit, ferner in der Unempfindlichkeit gegen Ungenauigkeiten der Montage, indem die beiden Achsen ziemlich gegeneinander verschoben und sogar unter einem gewissen Winkel stehen können, ohne dass dadurch der ruhige Gang beeinflusst wird.
Dies beruht auf der Fähigkeit der Riemenstucke, sich wie ein unterteilter Körper an die Innenfläche des zu treibenden Kupplungsteils anzuschmiegen. Maschinenaggregate, welche mit dieser Kupplung versehen sind, brauchen daher nicht auf einer gemeinsamen Grundplatte montiert zu werden, sondern können direkt auf einen Zementsockel gestellt werden. Ferner wird die Maschine von momentanen Überlastungen verschont, weil der Riemen nur für einen ganz bestimmten maximalen Zug ausreicht und bei Überlastungen zu gleiten beginnt.
Die Erfindung lässt sich auch mit Vorteil auf Riemscheiben, Zahnräder, Schwung- rador, Kurbelscheiben 11. dgl. übertragen. Beispiele dieser Art zeigen die Fig. 3 und 4.
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treibenden liupplungshälfte T gesteelit und wird'durch eine Scheibe S gegen eine achsiale Verschiebung gesichert. Die Anordnung nach Fig. 3 empfiehlt sich in allen Fällen, wo ein besonders sanftes Anlassen Hauptbedingung ist ; so z. B. beim Antrieb von Ringspinnmaschinen.
Für Kupplungen, welche nach beiden Richtungen laufen sollen, wird der Riemen /. wssckmässig beiderseitig gehalten, wie Fig. 5 zeigt. Es kann aber auch die gleiche Anordnung wie in Fig. 1 und 2 beibehalten werden, indem auch die einseitig gehaltenen Riemenstück die zu übertragende Umfangskraft statt durch Zug durch Druck oder Stoss zu übertragen vermögen, sofern nur durch geeignete Verengung des von den Riemenstücken eingenommenen Ringraums die Aufstauchung oder Überstülpl1ng verhindert wird, etwa so, wie es aus Fig. 1 und 2 ersichtlich ist.
Eine andere, auf dem gleichen Grundsatz beruhende, der Ausführung nach aber ver- schiedene Bauart zeigen die Fig. 6 und 7 ; nach dieser werden gestanzte Scheiben aus
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die Zentrifugalkraft an dbu Kranz der anderen Kupplungshälfte angepresst werden. Als Mit- nehmer dienen hier die Bolzen D, die mit. Rücksicht auf die Beweglichkeit der Scheibe und die im Laufe der Zeit möglicherweise eintretende Abnutzung etwas Spielraum haben müssen.
Zum Zwecke der Vermehrung der Reibung können die Reibungsnäcben durch be- kannte Mittel. wie Rillen, oder durch Zuführung von Adbäsionsmitteln wirksamer gemacht
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nicht ein Gleiten zulassen, sondern eine Umfangskraft permanent übertragen sollen. Bei Kupplungen, von denen in erster Linie ein leichtes Gleiten und ein allmähliches Mitnehmen veHangt wird, können die Reibungsflächen geschmiert werden oder aus selbstschmierenden Stoffen, wie präparierte Rohhaut, gebildet werden.