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Die Erfindung betrifft eine Zusatzschalteinrichtung für Nutzkraftfahrzeuge, die vom Fahrmotor in den üblichen Gängen unmittelbar über ein Schaltgetriebe und in einem extrem niedrigen Kriechgang mittelbar hydrostatisch angetrieben werden, wobei die mit einem handbetätigbaren Mengenregler versehene
Hydraulikanlage auch zum Antrieb von Arbeitsgeräten dient.
Unter Nutzkraftfahrzeugen sind beispielsweise Kommunalkraftfahrzeuge zu verstehen, die verschiedene Arbeiten, insbesondere zur Strassenpflege im Sommer und Winter, durchzuführen haben. Ausser dem Fahrantrieb ist daher auch ein Antrieb für Arbeitsgeräte vorgesehen, der vielfach aus einer vom Fahrmotor betriebenen Pumpe und einem von der Pumpe belieferten hydrostatischen Motor besteht, wobei es bereits bekannt ist, den Hydraulikantrieb auch für den Kriechgang heranzuziehen, zumal dadurch der Vorteil einer stufenlosen Regelung erreicht wird.
Bisher ist für das Zu- und Abschalten des hydrostatischen Kriechgangmotors bzw. für die Geschwindigkeitsregulierung ein eigener Handhebel erforderlich, was nicht nur den technischen Aufwand erhöht, sondern auch die Bedienung erschwert. Ein weiterer Nachteil bisheriger Ausführungen ist auch darin zu erblicken, dass keine Sicherheit dafür gewährleistet ist, dass der Kriechgang nur in der Leerlaufstellung des normalen Schaltgetriebes eingeschaltet wird. Schliesslich ist es auch nachteilig, wenn der abgeschaltete Kriechgangmotor während der Fahrt in den übrigen Gängen oder aber auch bei antriebslos rollendem Fahrzeug auf geneigter Fahrbahn mitläuft, weil sich dabei eine unerwünschte Erwärmung des hydraulischen Mittels und eine vorzeitige Abnutzung der bewegten Teile ergeben.
Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und eine Zusatzschalteinrichtung der eingangs geschilderten Art zu schaffen, bei der mit einem Handhebel bzw. mit dem ohnehin vorhandenen Handhebel für den Mengenregler der Hydraulikanlage auch zum Ein- und Ausschalten bzw. zur Drehzahlregelung des hydrostatischen Motors für den Kriechvorgang das Auslangen gefunden wird und gewährleistet ist, dass das Einschalten dieses hydrostatischen Motors nur in der Leerlaufstellung des Schaltgetriebes erfolgen kann, wobei überdies die Antriebsverbindung zwischen dem hydrostatischen Motor und den Triebrädern bei abgeschaltetem hydrostatischen Motor stets unterbrochen sein soll.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Handhebel des Mengenreglers über je ein Gestänge einerseits mit einem Ventil zum Ein- und Ausschalten des hydrostatischen Motors für den Kriechgang, anderseits mit einer diesem Motor nachgeordneten, gegen Federkraft einrückbaren Schaltkupplung in Verbindung steht und in der Nullstellung des Mengenreglers aus einer ersten Schwenkebene durch Niederdrücken oder Hochziehen und nachfolgendes Querbewegen in wenigstens eine weitere Schwenkebene überführbar ist, wobei dem Niederdrücken bzw. Hochziehen des Handhebels das Einrücken der Schaltkupplung und dem Querbewegen die Ventilverstellung in die Einschaltstellung zugeordnet ist.
Mit Hilfe des Handhebels des Mengenreglers wird also nicht nur letzterer zur Drehzahlregelung der Arbeitsgeräte verstellt, sondern auch durch entsprechende Ventilbetätigung fallweise der hydrostatische Motor für den Kriechgang ein- bzw. abgeschaltet und vorangehend eine Schaltkupplung zwischen diesem Motor und den Triebrädern ein- bzw. ausgerückt. Durch die Schaltkupplung ist die Antriebsverbindung zwischen den Triebrädern und dem hydrostatischen Motor im allgemeinen unterbrochen, so dass es nicht zu einem ungewollten Antreiben des Motors von den Triebrädern her kommen kann. In der ersten Schwenkebene wird bei der Betätigung des Handhebels lediglich der Mengenregler zur Änderung der Drehzahl für die Arbeitsgänge verstellt.
Soll nun auf den Kriechgang umgeschaltet werden, so muss zunächst der Handhebel niedergedrückt oder hochgezogen werden, was das Einrücken der Schaltkupplung zur Folge hat. Wird dann der Handhebel quer zu der ersten Schwenkebene bis zur zweiten Schwenkebene weiterbewegt, so ergibt sich die gewünschte Verstellung des Ventils in die Einschaltstellung für den hydrostatischen Motor des Kriechganges. Das Verschwenken des Handhebels in der zweiten Schwenkebene wirkt sich dann wieder auf den Mengenregler aus, so dass die Geschwindigkeit des hydrostatischen Kriechgangmotor stufenlos geregelt werden kann. Die Bedienung ist wesentlich vereinfacht, da der Fahrer nur mehr den Handhebel des Mengenreglers zu betätigen braucht.
In weiterer Ausbildung der Erfindung ist eine mit dem Schaltgestänge des Schaltgetriebes verbundene, nur in der Leerlaufstellung des Schaltgetriebes gelöste Sperre für das Niederdrücken bzw. Hochziehen des Mengenreglers-Handhebels vorgesehen. Befindet sich das Schaltgetriebe nicht in der Leerlaufstellung, so kann der Handhebel auch nicht niedergedrückt bzw. hochgezogen und damit wieder die Schaltkupplung eingerückt noch das Ventil in die Einschaltstellung gebracht werden, so dass völlige Sicherheit dafür geboten ist, dass es zu keinen Fehlbetätigungen des Handhebels, d. h. Einrücken bzw. Einschalten des Kriechganges bei eingelegtem sonstigem Getriebegang, kommt.
Erfindungsgemäss kann für den Handhebel des Mengenreglers eine durch weitere Querbewegung erreichbare dritte Schwenkebene vorgesehen sein, die der Einschaltstellung des Ventils für den Rückwärtslauf des hydrostatischen Kriechgangmotors entspricht, so dass mit geringfügigen Abänderungen eine Vor- und Rückwärtsfahrt im Kriechgang erreichbar ist.
Eine besonders zweckmässige Konstruktion der Zusatzschalteinrichtung ergibt sich, wenn in weiterer Ausbildung der Erfindung der, wie an sich bekannt, in einer im wesentlichen U- oder E-förmigen Führungskulisse gehaltene Handhebel des Mengenreglers mit zum U- bzw. E-Steg paralleler Achse gelenkig unterteilt ist und auf
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einem zu den U-Schenkeln bzw. E-Balken parallelen Schwenkzapfen sitzt, dessen Lagerhülse ihrerseits um eine zum U- bzw.
E-Steg parallele, von der Gelenkachse aber mit Abstand angeordnete Achse schwenkbar ist, wobei das Gestänge zum Mengenregler oberhalb, das Gestänge zum Ventil unterhalb des Gelenkes unmittelbar am
Handhebel und das Gestänge zur Schaltkupplung an einem mit der Lagerhülse starr verbundenen Querarm angreifen und wobei eine Vertikalführung begrenzter Länge für einen am Unterteil des Handhebels angeordneten
Zapfen od. dgl. vorgesehen ist. Diese Vertikalführung verhindert die Querbewegung des Handhebels, bevor er durch Niederdrücken oder Hochziehen mit seinem Zapfen die Führung verlassen hat.
Die mit dem Gestänge des Schaltgetriebes verbundene Sperre kann in diesem Fall aus einer mit einer
Seitenausnehmung versehenen, längs der Lagerhülse verschiebbaren Platte od. dgl. bestehen, und die Lagerhülse kann einen seitlichen, der Ausnehmung angepassten Vorsprung aufweisen, so dass die Lagerhülse nur in jener Schubstellung der Platte auf-und abverschwenkbar ist, in der sich die Seitenausnehmung der Platte und der Vorsprung der Lagerhülse in einer Flucht befinden.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 die Gesamtanordnung der Schalteinrichtung auf einem Nutzkraftfahrzezg schematisch in Draufsicht und Fig. 2 das schaubildliche Schema der Handhebellagerung.
Von einer über eine Gelenkwelle angetriebenen Pumpe--l--führt die Druckleitung über einen Mengenregler--2--und gabelt sich dann einerseits zu einer Anschlusskupplung-3--für ein Arbeitsgerät, anderseits zu einem Ventil--4--. Die zweite Anschlusskupplung--5--gehört zu einer in den Ölsumpf rückführenden Rücklaufleitung, in die auch die Rücklaufleitung vom Ventil-4-mündet. Das Ventil--4-ist einem hydrostatischen Motor--6--vorgeordnet, d. h. je nach Stellung des Ventils --4-- ist der Motor - 6-- vom Ölkreislauf der Pumpe --1-- abgeschaltet oder diesem Kreislauf in dem einen oder andern Drehsinn zugeschaltet.
Der Antrieb vom hydrostatischen Motor-6-zu den Triebrädern führt über ein Schieberad--7-, das als Schaltkupplung dient und durch eine Feder-8-in Ausrückstellung gehalten wird. Mit Hilfe eines Gestänges-9-kann das als Schaltkupplung dienende Schieberad-7-eingerückt werden.
Für den Mengenregler --2-- ist ein Handhebel --10-- vorgesehen, der in einer E-förmigen Kulisse -11-- geführt ist. Der Handhebel --10-- ist gelenkig unterteilt, wobei die Gelenkachse-a-parallel zum E-Steg verläuft. Der Unterteil des Handhebels-10--trägt einen Zapfen-12-, mit dem er in eine ortsfeste Vertialführung --13-- eingreift. Ferner sitzt der Handhebelunterteil auf einem zu den E-Balken parallelen Schwenkzapfen--14--. Die Lagerhülse--15--dieses Schwenkzapfens--14--besitzt eine zur Achse --a-- parallele Schwenkachse --6-- und trägt einen mit ihr starr verbundenen Querarm-16-, an
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dem Ventil--4--in gelenkiger Verbindung steht.
Die Lagerhülse --15-- besitzt einen seitlichen Vorsprung--20--, der einer Seitenausnehmung
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Stellung, wenn das Schaltgetriebe die Leerlaufstellung einnimmt.
Durch die E-förmige Führungskulisse --1-- werden drei Schaltebenen--G, V, R--bestimmt. Wird der Handhebel --10-- aus seiner dargestellten Grundstellung in der ersten Schaltebene--G--hin-und herbewegt, so schwenkt lediglich der Oberteil um die Achse--a--, wobei über das Gestänge--17--nur der Mengenregler --2-- zur Änderung der Drehzahl der Arbeitsgeräte verstellt wird. Eine Querbewegung des Handhebels --10-- ist nicht ohne weiteres möglich, da der Handhebelunterteil mit seinem Zapfen --12-- in der Vertikalführung --13-- festgehalten wird.
Soll nun der hydrostatische Motor --6-- eingeschaltet
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--12-- dieNiederdrückbewegung die Vertikalführung --13-- verlassen, so kann der ganze Handhebel --10-- mit seinem Schwenkzapfen --14-- in der Lagerhülse --15-- in Richtung des E-Steges der Kulisse-11verschwenkt werden, was über das Gestänge --18, 19-- ein Verstellen des Ventils --4-- zur Folge hat. Je nachdem, ob bei der Querbewegung die Schwenkebene-V oder R-erreicht wird, ergibt sich eine Ventilverstellung für die Vorwärts- oder Rückwärtsfahrt im Kriechgang.
Das weitere Verschwenken des Handhebels innerhalb der Schwenkebenen-V oder R--führt über das Gestänge --17-- wieder zu einer Verstellung des Mengenreglers.
Neben der Vertikalführung --13-- sind an der Unterseite Rasten--26--vorgesehen, die den
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und R-entsprechen.- -21-- der Sperrplatte --22-- und der seitliche Vorsprung --20-- in fluchtender Stellung befinden, wenn also die Sperrplatte --22-- bei in Leerlaufstellung befindlichem Schaltgetriebe --25-- die dargestellte Lage einnimmt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Zusatzschalteinrichtung für Nutzkraftfahrzeuge, die vom Fahrmotor in den üblichen Gängen unmittelbar über ein Schaltgetriebe und in einem extrem niedrigen Kriechgang mittelbar hydrostatisch angetrieben werden, wobei die mit einem handbetätigten Mengenregler versehene Hydraulikanlage auch zum Antrieb von
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je ein Gestänge (18,9) einerseits mit einem Ventil (4) zum Ein- und Ausschalten des hydrostatischen Motors (6) für den Kriechgang, anderseits mit einer diesem Motor nachgeordneten, gegen Federkraft einrückbaren Schaltkupplung (7) in Verbindung steht und in der Nullstellung des Mengenreglers aus einer ersten Schwenkebene (G) durch Niederdrücken oder Hochziehen und nachfolgendes Querbewegen in wenigstens eine weitere Schwenkebene (V ; R) überführbar ist, wobei dem Niederdrücken bzw.
Hochziehen des Handhebels das Einrücken der Schaltkupplung und dem Querbewegen die Ventilverstellung in die Einschaltstellung zugeordnet sind.
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