<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine öffnungsvorrichtung für unter geringem Differenzdruck stehende Räume oder
Behälter, insbesondere für Schleusenanlagen bei Kernkraftwerken, umfassend einen Deckel und einen Schliessring.
Bei grösseren, mittels Bajonettverschlüssen verschlossenen Öffnungen spielt es eine grosse Rolle, genau den
Zeitpuntk zu wählen, bei dem Gleichgewicht zwischen dem Druck innerhalb und ausserhalb des Behälters herrscht. Für diesen Zweck werden daher eigene Umgehungsleitungen gebaut, die einen Druckausgleich bewirken sollen. Infolge des geringen Leitungsquerschnittes derartiger Umgehungsleitungen bedarf es jeweils einer längeren
Zeit, bis das Gleichgewicht hergestellt ist. Um diese Zeit abzukürzen, wird eine erfindungsgemässe öffnungsvorrichtung vorgeschlagen, mittels welcher der Deckel gegen den geringen Überdruck oder Unterdruck geöffnet werden kann.
Aus der DDR-Patentschrift Nr. 32127 ist eine Verschlusskonstruktion bekannt, bei der ein auf einem Sitz liegender Deckel eines Druckgefässes durch Keile gesichert wird. Diese Keile können durch Spanneinrichtungen wie z. B. Spindeln angezogen und auch gelöst werden. Derartige Verschlusskonstruktionen sind nicht zum öffnen von Behälterverschlüssen geeignet, so dass die erfindungsgemässen Vorteile nicht eintreten können.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass am Deckel bzw. am Schliessring ein oder mehrere, mit
Federn belastete Keile, die mit dem Deckel bzw. dem Schliessring direkt oder indirekt im Eingriff stehen, angeordnet sind. Gemäss einem weiteren Erfindungsmerkmal sind die Federn entsprechend dem zu überwindenden Unterdruck einstellbar ausgebildet. Vorzugsweise sind die Keile in Führungen, insbesondere in
Nuten des Schliessringes geführt. Gemäss einem weiteren wesentlichen Erfindungsmerkmal sind am Deckel bzw. am Schliessring ein oder mehrere Nocken angeordnet, die mit den Keilen während des Öffnungsvorganges in
Eingriff stehen. Insbesondere sind an den Nocken Rollen angeordnet, die mit den Keilen zusammenarbeiten.
Die Erfindung ist in den Fig. 1 bis 3 beispielsweise und schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt den
Verschlussdeckel in Ansicht. Fig. 2 zeigt einen SchnittSchnitt gemäss II-II in Fig. 1. Fig. 3 zeigt den Öffnungsmechanismus im Detail.
In den Zeichnungen ist eine Öffnungsvorrichtung für unter geringem Differenzdruck stehende Räume oder
Behälter, insbesondere für eine Schleusenanlage für Kernkraftwerke, dargestellt. In Fig. 1 ist der Deckel für die zu öffnende Öffnung bereits im entriegelten Zustand dargestellt. Die Fortsätze--9--des Deckels--l--sind hiebei in den Ausnehmungen--3--des drehbar gelagerten Schliessringes --2-- sichtbar. Der Verschluss wird jetzt noch durch den Unterdruck in der Kammer gewährleistet, so dass der Überdruck den Deckel--l--gegen seine Auflagerung presst. Am Schliessring --2-- sind am Umfang verteilt mit Federn --5-- belastete Keile --4-- vorgesehen, die in Nocken--6--eingreifen.
Die Nocken--6--sind mit dem Deckel verbunden, so dass durch die Keile ein Öffnungsdruck auf den Deckel ausgeübt wird. Wenn nun die Federspannung, d. h. die durch den Keil übertragene Kraftkomponente der Federn, auf den Deckel so gross ist, dass der Differenzdruck überwunden wird, wird der Deckel von seiner Auflagerung abgehoben, so dass ein rascher Druckausgleich zwischen den beiden Räumen möglich wird. Dadurch lässt sich auch der Deckel mühelos von der Öffnung entfernen. Selbstverständlich ist das Eigengewicht des Deckels durch nicht dargestellte Gegengewichte bzw. Gegengewichtsführung ausgeglichen, so dass die Öffnung des Deckels--l--praktisch kraftlos erfolgt. Die Bewegung des Schliessringes zum Verriegeln bzw.
Entriegeln des Verschlusses erfolgt in den meisten Fällen hydraulisch, wobei die Hydraulikzylinder an nicht dargestellten Laschen bzw. Fortsätzen angreifen.
In Fig. 2 ist ein Schnitt längs der Schnittlinie--II--in Fig. l dargestellt. Der Schliessring--2--ist an der Behälterwandung --10-- in einer Nut geführt. Der Deckel--l--weist zahnartige Fortsätze --9-- auf, die durch entsprechende Nuten im Schliessring eingeführt werden.
Zur besseren Abdichtung des Deckels mit der Behälterwand sind ringförmige Dichtungen--l l-- vorgesehen. Am Schliessring --2-- ist an seiner Oberseite eine Nut --8- angebracht, in der die Keile - verschiebbar gelagert sind, so dass bei einer Drehung des Schliessringes die Keile--4--mit den Nocken des Deckels-l-in Eingriff gebracht werden. Die Neigung der Keile bewirkt dann bei Unterschreitung des eingestellten Differenzdruckes ein Anheben des Deckels. Zur Vermeidung vom schrägen Abheben sind die Öffnungsvorrichtungen regelmässig am Umfang des Schliessringes angeordnet.
Der Bajonettverschluss kann auch einen drehbaren Deckel haben. In diesem Fall ist der Aussenring fix. Die Anbringung der Öffnungsvorrichtung geschieht dann prinzipiell gleich. Die Nocken sind am fixen Aussenring angebracht, während die federbelasteten Keile am Deckel montiert sind.
In Fig. 3 ist ein Aufriss durch den Mechanismus des verschiebbaren Keiles --4-- dargestellt. Zur Vermeidung von überflüssiger Reibung können die Nocken--6--an ihrer Eingriffsstelle mit den Keilen Rollen --7-- tragen. Ebenso können die Keile auf Rollen oder Kugeln gelagert werden. Der Keil ist an einer Stange --12-- in zwei Führungen -13- gehalten. Zwischen einer Führung und einem Ring--14--des Keiles ist eine Feder--5--vorgesehen, die durch den Ring -14- einstellbar ist. Durch die Einstellung der Feder lässt sich die Öffnungsvorrichtung an den jeweils vorhandenen bzw. gewünschten Differenzdruck anpassen, so dass eine wirtschaftliche Öffnungszeit der Schleusenanlage gegeben ist.