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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beizen von Rohren, welche mittels einer Fördereinrichtung durch ein Beizbad geführt werden.
Einen weiteren Gegenstand der Erfindung bildet eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Beim Beizen von Hohlkörpern ist es bekannt, das Beizgut in einem Beizkorb einer Hub- und Senkbewegung sowie einer Drehbewegung zu unterziehen.
Zum Reinigen stark verschmutzter oder verölter Maschinenteile ist der Vorschlag gemacht worden, die zu reinigenden Teile durch eine Lauge wandern zu lassen und dabei Schüttelbewegungen auszusetzen.
Schliesslich ist es bekannt, Gegenstände in Tragkörben einer Flüssigkeitsbehandlung zu unterziehen, wobei den Tragkörben zur Erhöhung der Flüssigkeitsberührung mit dem in den Körben befindlichen Gut beim Eintauchen in Flüssigkeitsbehälter eine Schaukelbewegung erteilt wird.
Obwohl die bekannten Verfahren für bestimmte Zwecke eine wirksame Behandlung ermöglichten, konnten sie die beim Beizen von Rohren stets aufgetreten mangelhafte Behandlung der Innenwand der Rohre nicht verbessern.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, bei der Behandlung von rohrförmigen Gut eine Strömung im Rohr zu erzeugen, die die Innenwand des Rohres ständig mit frischer Beizlösung in Kontakt bringt und dadurch eine einwandfreie und restlose Entzunderung des Rohrinneren ermöglicht.
Um dies zu erreichen, wird ein Verfahren der eingangs erwähnten Art vorgeschlagen, bei welchem erfindungsgemäss die Rohre durch das Beizbad und allenfalls auch durch Nachbehandlungsmedien quer zur Förderrichtung liegend geführt und in einer Schaukelbewegung abwechselnd mit dem einen und andern Ende, vorzugsweise bis zur Mitte ihrer Länge aus dem Beizmedium ausgehoben werden.
Dadurch wird ein kräftiges Bespülen der inneren und äusseren Oberfläche der Rohre erzielt, wodurch in einem kontinuierlichen Beizbetrieb die Beizzeit und die Beizqualität überraschend günstig beeinflusst wurde.
Die zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dienende Anlage ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass eine entlang des Beizraumes und allenfalls auch der Nachbehandlungsräume auf einer Kurvenbahn geführte, mit in Längsabständen voneinander angeordneten Gehängen zur Halterung von stangenförmigem Gut quer zur Förderrichtung versehene Fördereinrichtung vorgesehen ist, die aus zwei nebeneinanderlaufenden endlosen Bändern, Ketten od. dgl. besteht, auf denen in Abständen voneinander Rollen befestigt sind, die auf gekrümmten Laufschienen geführt sind, wobei die Kurven der Laufschienen der beiden Förderketten zueinander phasenverschoben sind.
Diese Anlage ist einfach in ihrem Aufbau und ermöglicht eine wirksame Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der Zeichnungen erläutert, in welchen ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Anlage dargestellt ist. Es zeigen Fig. l eine Seitenansicht teilweise im Schnitt, Fig. 2 eine Draufsicht der erfindungsgemässen Anlage in schematischer Darstellung und Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 2.
Die erfindungsgemässe Anlage ist zum Beizen von Rohren bestimmt und besteht in ihrem Grundaufbau aus einer Transportanlage --1-- für eine Rohraufgabe, einem Beizbottich--2--, drei Spülbottichen--3--,
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nebeneinanderlaufenden Laschenketten besteht, die die einzelnen Rohre jeweils der Durchlaufgeschwindigkeit der Anlage entsprechend auf einen V-förmig ausgebildeten Sattel--10--rollen lassen. Dieser Sattel ist mit zwei Hydraulikzylindern ausgerüstet.
Die Fördereinrichtung --9-- besteht aus zwei endlosen Ketten die über Umlenkrollen - -12, 13-- geführt sind, von welchen die am abgabeseitigen Ende der Anlage angeordneten Umlenkrollen --13-- in Spannstationen, zur Aufrechterhaltung der erforderlichen Kettenspannung im Betrieb, gelagert sind.
Diese bestehen aus einem festen und einem beweglichen Rahmen, von welchen letzteren durch Leisten exakt
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durch Federn im Gleichgewicht gehaltenen Schwimmrahmen, wodurch ein selbsttätiges Abschalten der Antriebe bei Überlastung der Anlage ermöglicht und gleichmässige Kettenbewegung gewährleistet wird. Der Antrieb erfolgt durch je einen DS-Motor über ein PIV-Getriebe, wobei die beiden Antriebe synchron geschaltet sind.
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Schleifleitung ausgeführt, während die Strombahnwagen mit Metall-Schleifschuhen ausgerüstet sind, die, um die Standfestigkeit zu erhöhen, mit Hartmetalleinlagen verstärkt sind. Die Strombahnwagen sind mit den Magnetgehängen durch eine Feder, die den Wagen mitschleppt, verbunden.
Die Laufschienen --16-- sind mit den erforderlichen Radien und Kurven für die Heb- und Senkbewegung der Gehänge versehen, wobei je zwei
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aus Fig. 3 ersichtlich, in gleichen Abständen von der Mitte derselben entfernt, angreifen. Um eine Taumelbewegung des Rohres bei seinem Durchgang durch die Behandlungsräume zu erzielen, sind die Radien und die Kurven der Laufschienen --16-- der beiden Förderketten --11-- zueinander phasenverschoben, um zu erreichen, dass Rohr, das mittels der beiden Hufmagnete gehalten wird, quer zur Anlagenachse während des Transportes durch die Beizanlage über seine Längsachse zu kippen u. zw. derart, dass abwechselnd das rechte und linke Rohrende etwa bis zur Mitte des Rohres aus dem Beizmedium ausgehoben wird. In Fig. 3 ist eine solche Kippstellung des Rohres--19--dargestellt.
In der zwischen den beiden Kippstellungen augenbblicklichen waagrechten Lage ist das Rohr knapp unter dem Badspiegel getaucht.
Der Beizbottich--2--, die Spülbottiche--3--und das Neutralisationsbecken--4--sind durch Abdeckungen --20-- nach oben verschlossen, die in ihrer Breite dreiteilig ausgeführt sind und zwischen den einzelnen Teilen Längsschlitze --23-- bilden, durch welche die Tragarme--17--der Gehänge in die Behandlungsräume eintreten können. Der Mittelteil--21--der Abdeckung--20--in ihrer Breite ist starr an der Stützkonstruktion der Fördereinrichtung --9-- montiert. Die beiden mehrteilig ausgeführten Seitenabdeckungen--22--sind abnehmbar.
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ausgebildet.
Die beschriebene Anlage arbeitet in folgender Weise :
Die zu beizenden Rohre werden mit Hilfe eines geeigneten Transportmittels (eventuell Rohrspeichers) einzeln auf die als Kettenförderer ausgebildete Rohrablage aufgegeben. Nachdem ein Rohr von der Transportanlage --1-- in den Sattel --10-- eingerollt ist, heben die beiden Hubzylinder desselben das Rohr, sobald sich die beiden Hubmagnete in Beladeposition befinden, an und drücken es an die Hubmagnete an. Der Beladevorgang ist derart abgestimmt, dass ein Stillsetzen der Anlage nicht erforderlich ist. Die Anlage arbeitet also kontinuierlich. Nunmehr wird das Rohr--19--, wie bereits erwähnt in Taumelgang durch den Beizraum geführt, in dem vorzugsweise HCl als Beizmedium vorhanden ist. Nach dem Beizen gelangt das Rohr in den Spülbottich.
Die Spülung ist dreistufig ausgeführt, um den Spülwasserbedarf gering zu halten. Das frische Spülwasser wird in der letzten Spülstufe aufgegeben und fliesst von dieser kaskadenförmig im Gegenstrom in die davorliegenden Spülstufen. Nach der letzten Spülstufe gelangt das Rohr in die Kalkmilchbecken zum Neutralisieren. Danach wird das Rohr mittels Heissluft getrocknet. Nach dem Heisslufttrockner ist die Rohrablage angeordnet. Auf dieser wird das fertig behandelte Rohr abgelegt und dann mit werkseitigen Einrichtungen abgenommen. Um der Gefahr eines Abfallens der Rohre bei Stromausfall zu begegnen ist eine Sofortbereitschaftsanlage als Notstromaggregat vorgesehen. Diese Anlage schaltet sich bei Ausfall des Netzstromes automatisch und ohne Spannungsabfall ein und verhindert einen Ausfall der Hubmagnete.
Zum Absaugen der aggressiven Baddämpfe aus der Beize dient die Absauganlage--7--. Die abgesaugten HCI-Dämpfe werden in einem Absorptionsturm ausgewaschen und über dem Hallendach ins Freie geblasen. Die Arbeitstemperatur im Beizbottich liegt bei etwa 65 bis 70 C. In der Spülung zirka 800C. Die zum Betrieb der Anlage noch erforderlichen Kohleblockwärmeaustauscher, Umwälzpumpen und Temperaturregler sowie Auffang- und Lagerbehälter für Frischsäure, regenerierte Säure und Spülwasser sind der Einfachheit halber nicht dargestellt und näher beschrieben worden, da sie nicht zum eigentlichen Erfindungsgegenstand gehören.
Selbstverständlich können im Rahmen der Erfindung verschiedene konstruktive Abänderungen vorgenommen werden. So kann vor allem das Gehänge in jeder beliebigen andern Form zur Aufnahme eines
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Behandlungsprogramm entsprechend geformt sein, wobei allenfalls auch zwischen zwei Kippstellungen des Rohres--19--eine zeitweise horizontale Stellung eingeschaltet werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
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Nachbehandlungsmedien quer zur Förderrichtung liegend geführt und in einer Schaukelbewegung abwechselnd mit dem einen und andern Ende, vorzugsweise bis zur Mitte ihrer Länge aus dem Beizmedium ausgehoben werden.
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