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Die Erfindung betrifft eine ortsveränderliche Veranstaltungseinrichtung, vorzugsweise rollendes Veranstaltungsmittel oder Veranstaltungsboot, im wesentlichen bestehend aus einem Grundkörper oder Basisteil mit zumindest einer Plattform oder Aktionsfläche, einem Dachaufbau, Abstützungsmittel für den Dachaufbau, gegebenenfalls Seitenwänden, Rückwand, Vorderwand, Vorhang, Verkleidungen und dergleichen.
Veranstaltungseinrichtungen bzw. Versammlungsstätten für Unterhaltungen und/oder Darbietungen und/oder Ausstellungen und/oder Bewirtungen und dergleichen können als stationäre Gebäude oder als mobile Bauten ausgeführt sein.
Mobile oder fliegende Bauten, wie Zelttheater oder mobile Veranstaltungszentren, wie zum Beispiel auch aus dem DE-G-9208713. 2 bekannt, haben den Vorteil der Ortsveränderbarkeit, müssen jedoch für eine Überstellung weitgehend in Einzelteile oder Einzelsegmente zerlegt werden. Nach dem Transport der Teile bzw. Segmente sind diese wieder zusammenzufügen, so dass ein Ortswechsel eines fliegenden oder mobilen Bauwerkes den Nachteil von hohen Zeit- und Arbeitsaufwendungen mit sich bringt.
Es sind mobile Veranstaltungseinrichtungen bekannt, welche einen fahr- oder schwimmfähigen Grundkörper und mit diesem im wesentlichen meist unlösbar verbundene Aufbauten besitzen. Derartige mobile Einrichtungen haben den wesentlichen Vorteil, dass bei einer Ortsveränderung kein Zerlegen und kein Wiederaufbau bzw. Zusammenbau der Teile erforderlich sind. Nachteilig hingegen ist dabei eine Begrenzung der Grösse und insbesondere der Höhe der Aufbauten, weil die Einrichtung beim Transport zumeist unter Brücken durchgebracht werden muss. Ein weiterer Nachteil ist dadurch gegeben, dass, um dem Fahrer oder Steuermann freie Sicht zu geben, oft aufwendige oder zwingende Vorkehrungen zu treffen bzw. eingens dafür Vorrichtungen zu erstellen sind.
Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen und setzt sich zum Ziel, eine ortveränderbare Veranstaltungseinrichtung zu schaffen, welche leicht unter Brücken durchgebracht werden kann, dem Fahrer freie Sicht gibt und im Betrieb höhere Aufbauten zulässt und erweiterbar ist. Dieses Ziel wird bei einer ortveränderbaren Veranstaltungseinrichtung der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass der
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Dachaufbau gegenüber dem Grundkörper höhenverstellbar ist, eine unterste Grundoder Verfahr-Position sowie eine oberste oder Hochposition aufweist und in diesem Bereich in jeder Höhe bzw. mit jedem Abstand von der Plattform des Grundkörpers feststellbar ist. Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, dass bei einer Ortsveränderung der Einrichtung eine Durchfahrt auch bei niedrigen Unterführungen bzw.
Brücken leicht möglich ist und danach auf einfache Weise und innerhalb kurzer Zeit eine Einsetzbarkeit oder Betriebsbereitschaft der Veranstaltungseinrichtung wiederhergestellt werden kann.
Dadurch wird bei hoher Wirtschaftlichkeit eine grosse Flexibilität erreicht.
Ein weiterer Vorteil wird erreicht, wenn der Dachaufbau in eine im Bereich der Grund- oder Verfahr-Position gelegene Höhenlage ausserhalb des Sichtbereiches eines Steuermannes verstellbar ist bzw. eine Rundumsicht eines Steuerorganes, z. B. Bootsmann, uneingeschränkt oder zumindest nicht wesentliche eingeschränkt ist. Insbesondere für selbstfahrende und zu steuernde Veranstaltungsboote wird dadurch hohe Sicherheit und Fahr-sowie Anlegegenauigkeit erreicht.
Im Hinblick auf einen kurzfristigen Erhalt einer vollen Betriebsbereitschaft der Einrichtung, aber auch für eine hochwertige, funktions- und beschädigungssichere Anordnung ist es günstig, wenn der Dachaufbau oder darauf verfahrbare Trageeinrichtungen Beleuchtungseinrichtungen beinhaltet (en), welche gegebenenfalls in ihrer Strahlrichtung einstellbar, vorzugsweise durch Schwenkmittel gesteuert einstellbar, sind. Dabei hat es sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn der Dachaufbau begehbar ist und eine sogenannte Obermaschinerie einer Bühnenanlage, zum Beispiel Lattenzüge und/oder Punktzüge und/oder Prospektzüge und/oder Projektionswände und dergleichen mit elektrischen, hydraulischen, elektromechanischen und dergleichen Antriebe beinhaltet.
Sowohl für eine Sicherung der Stabilität als auch für ein einfaches Verfahren und Verbringen sowie eine genaue Einstellung ist es bevorzugt, wenn der Dachaufbau mit höhenverstellbaren Säulen, zum Beispiel zwei, vorzugsweise vier, gegebenenfalls hydraulische, spindelgetriebene, seilgezogene oder dergleichen Teleskopsäulen, welche auf dem Grundkörper abgestützt sind, verbunden ist.
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Wenn wie sich weiters als günstig, insbesondere für eine kompakte kleinbauende Befestigung, gezeigt hat, der Dachaufbau seitlich von Doppeischerenhebevorrichtungen, welche gegebenenfalls einen Spindelantrieb aufweisen, getragen ist, kann eine stabile und einfach abzusichernde Abstützung erreicht werden.
Insbesondere für eine Bühne, deren Zuschauerfläche nach hinten ansteigend ausgeführt ist, können die Sichtverhältnisse und die Publikumswirksamkeit weiters gefördert werden, wenn der Dachaufbau zur Plattform mittels Schwenklager am Abstützungsmittel schräg oder schiefwinkelig feststellbar ist.
Wenn, wie weiters in vorteilhafter Form der höhenverstellbare Dachaufbau und/oder der Grundkörper bzw. dessen Plattform ausziehbare oder schwenkbare Teile zur Seite und/oder nach fome und/oder nach hinten, z. B. Dachverlängerungen und dergleichen undloder ausklappbare Teile, z. B. Seitenwände oder Gehflächen aufweist bzw. aufweisen, können die Aktionsflächen und/oder die schützenden Dachflächen vergrössert undloder eine Erreichbarkeit von nebengeordneten Einrichtungen oder bei Booten vom Land vereinfacht werden.
Es ist wichtig, dass zur Versorgung mit elektrischer Energie im Grundkörper ein Stromerzeugungsaggregat oder ein Anschlussmittel an eine aussen liegende, z. B. landgebundene Stromversorgung, z. B. zur Anspeisung der Beleuchtungseinrichtung, angeordnet ist.
Insbesondere für Bühnen, Versammiungs-und Bewirtungsstätten ist es von Vorteil, wenn der Grundkörper zugeordnete Nebenräume wie z. B. Umkleideräume und dergleichen aufweist.
Sowohl für eine Ortsbindung als auch für einen Zusammenhalt von einer aus mehreren schwimmenden Teilen bestehende Einrichtung ist es vorteilhaft, wenn der als Schiffsrumpf ausgebildete Grundkörper Vorrichtungen zur Befestigung und/oder Verankerung desselben an festem Land, an Grund, an Stegen oder Schiffen besitzt und gegebenenfalls Einrichtungen für eine horizontale Stabilisierung der
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Plattform aufweist. Auf einfache Weise können dadurch grossflächige Veranstaltungs- bzw. Austellungseinrichtungen, gegebenenfalls mit einer Mehrzahl von unterschiedlichen Aktionsbereichen, gebildet werden. Für eine Aufstellung oder Separierung der Teile zur Ortsveränderung ist lediglich ein Lösen der Befestigungsmittel erforderlich.
Zur Bildung von erweiterten Aktionsflächen ist vorgesehen, dass der Grundkörper mit zumindest einem weiteren Grundkörper und/oder mit dem Land bzw. Grund verbunden ist und ausziehbare und/oder vorzugsweise zu einer Ebene ausklappbare, insbesondere überbrückende Teile, zum Beispiel Plattformteile, Gehflächen, Stege, Brücken und dergleichen zur Bildung eines grossflächigen Veranstaltungszentrums aufweist.
Zu einer vorteilhaften Variante kann zum Beispiel für eine Nebenbühne oder eine Flächengliederung oder dergleichen vorgesehen sein, dass zumindest ein Teil der Plattform gegenüber dem Grundkörper mit zugeordnetem Abstützmittel höhenverstellbar ist.
Eine Singspieleinrichtung nach Art eines Musiktheaters lässt sich vorteilhaft erreichen, wenn zumindest ein Teil eines und/oder eines mit diesem verbundenen weiteren Grundkörpers unter Bildung eines nach oben offenen Tiefraumes, zum Beispiel für einen Orchestergraben, abdeckungsfrei bzw. frei von einer Plattformfläche ist.
Wenn gemäss einer weiteren bevorzugten Form die Dachaufbauten und/oder die Plattformen und/oder die Seitenwände bei nebeneinander und/oder hintereinander angeordneten einzelnen Veranstaltungseinrichtungen miteinander verbunden sind, wird eine Unabhängigkeit der Veranstaltung vom Wetter und/oder eine gefahrlose Begehung grosser Flächen möglich.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich jeweils einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen schematisch Fig. 1 ein Veranstaltungsboot in Ansicht Fig. 2 ausklappbare Dachverlängerungen und Plattformerweiterungen an einem
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derartigen Boot Fig. 3 Teile einer schwimmenden Veranstaltungseinrichtung in einer Grund- sowie
Hochposition des Dachaufbaues Fig. 4 eine für Musiktheater gestaltete Bühnen-Orchesterkombination aus zwei
Booten im Schnitt Fig. 5 einen abgedeckten grossflächigen ebenen Ausstellungs- oder Veranstal- tungsraum im Schnitt Fig. 6 Teile einer fahrbaren Veranstaltungseinrichtung in einer Grund- sowie einer
Hochposition des Dachaufbaues Fig. 1 zeigt schematisch in vereinfachter Darstellung eine Bühne auf einem Kahn.
Dabei ist auf einem Basisteil oder Schiffsrumpf 2 eine Plattform bzw. Aktionsfläche 32 in im wesentlichen waagrechter Lage angeordnet. Ein Bühnenaufbau besteht hier lediglich aus einem Dachaufbau 3', welcher von Säulen 4 abgestützt ist. Durch vier im Rechteck angeordnete Säulen 4 wird einerseits eine hohe Stabilität eines begehbaren Daches mit den integrierten Anlagen erreicht, andererseits ist es möglich, eine Verkleidung zur Bildung eines dekorativen Bühnenportals im Bereich einer Plattformkante oder einer vorderen Begrenzung einer Aktionsfläche 23 anzuordnen. Ein Vorhang und eine Obermaschinerie einer Bühnenanlage mit Zügen und Beleuchtungsmitteln sind im Dachaufbau 3'integriert.
Eine gegebenenfalls hydraulische Teleskopausführung der Säulen 4 ermöglicht es, für eine Ortsveränderung ein Absenken des Dachaufbaues von einer Hochposition 3'in eine Grund- oder Verfahrposition 3 (strichliert dargestellt) vorzunehmen.
Eine Vergrösserungsmöglichkeit eines Dachaufbaues und einer Plattform 23 zeigt schematisch Fig. 2. Von einer Verfahrposition eines Veranstaltungsbootes 1 kann hiezu ein Dachaufbau in eine Hochposition 3'angehoben und durch ein Aus- bzw.
Aufklappen von dafür vorgesehenen Flächen 31'und 5"eine Vergrösserung des
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Steuermannes. Der rechte Bildteil stellt schematisch in prinzipieller Form eine Grund- oder Verfahrposition und der linke Bildteil, nach der senkrechten Strich-Punkt-Linie, eine Hochposition von Aufbauten einer Veranstaltungseinrichtung im betriebsbereiten Zustand dar.
In einer Verfahrposition befindet sich ein höchster Punkt eines Dachaufbaues 3 unterhalb einer Rundsichtebene eines Steuermannes 22, wobei Wandelemente 32 und Plattformelemente 5 zusammengeklappt nahe an einem bzw nahe an zwei Abstützmittel (n) 4 angeordnet sein können. Soll nun eine Hochposition 3'mit einer vollen Ausdehnung der Aus- und Zubauten vorliegen, so werden Erweiterungssegmente 5 für eine Vergrösserung 5'der Plattform 23 zum Beispiel doppelt ausgeklappt 51, 52. Seitenwände 32'können nach einem gleichen Ausfalt- bzw. Klapp-Prinzip 321,322 aufgestellt werden, wobei auch eine Rück- und eine Vorderwand einer Veranstaltungseinrichtung 1 derart erstellbar sind.
In Fig. 4 ist eine Musiktheater-Vorführeinrichtung, bestehend im wesentlichen aus einem einem Schauspiel zugeordneten Teil 1 und einem sogenannten Orchesterteil 1". welche Teile miteinander über Vorrichtungen 26 verbunden sind und eine Verankerung 27 mit dem Land aufweisen, prinzipiell veranschaulicht. Auf einem schrägen Landbereich ist beispielsweise eine Zuschauerfläche B vorgesehen, wogegen für eine Musiktheater-Vorführung, zum Beispiel Musical oder Show, ein auf dem Wasser A schwimmender, aus zwei Kähnen bzw. aus zwei Schiffsrümpfen 2, 2" gebildeter Darbietungsbereich geschaffen ist. Der Schauspielteil 1 besitzt zum Beispiel eine durch geeignete Vorrichtungen angehobene erhöhte Aktionsfläche 23, welche sich teilweise im Orchesterteil 1" fortsetzt.
Unterhalb der Aktionsplattform 23 befinden sich gegebenenfalls zugeordnete Nebenräume 24, beispielsweise Garderoben, Bereitschaftsräume und dergleichen, welche mittels Stiegen mit einem Darbietungsraum in Verbindung stehen. Der Orchesterteil 1" besitzt eine mittels höhenverstellbaren Stützeinrichtungen absenkbare Plattform zur Bildung eines Tiefraumes 25" für zum Beispiel Musiker und Dirigenten. Ein verstellbarer Dachaufbau 3'kann, wie schematisch gezeigt, in eine Schrägposition 3'"in Querrichtung zum Beispiel durch unterschiedliche Höhenpositionen der Säulen 4 geschwenkt werden, so dass vom Zuschauerraum B eine verbesserte Sicht gegeben ist.
Einer derartigen Schwenkung wird auch durch eine entsprechende Gestaltung
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der Obermaschinerie im Dachaufbau 3', zum Beispiel drehbare oder schwenkbare Schienen der Züge und dergleichen Rechnung getragen.
Fig. 5 zeigt eine grofssflächige Versammlungsstätte oder einen Ausstellungsraum, welche bzw. welcher durch zwei miteinander über Vorrichtungen 26 verbundene Veranstaltungsboote 1, 1" gebildet wird und eine durchgehende Plattform 23,23" aufweist. Seitenwände und eine Rückwand 32'sind beispielsweise in einer Klappbauweise gestaltet, wogegen eine Verbindung von beiden Dachaufbauten 3', 3" durch ein Ausfahren von Teilen bewerkstelligt ist.
In Fig. 6 ist eine fahrbare Veranstaltungseinrichtung 1 auf eine Grundkörper 2, welcher zum Beispiel als Anhänger für ein Strassen-Zugfahrzeug ausgebildet ist, veranschaulicht. Wie in Fig. 3 stellt die rechte Seite die Aufbauten mit dem Dachaufbau 3 in einer Grund- oder Verfahrposition mit eingeklappten Teilen dar, wogegen der linke Bildteil eine Hochposition vom Dachaufbau 3'mit ausgeschobenem Dachteil 31'und eingerichteten Wandteilen 32'in Betriebsbereitschaft zeigt.