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Aufzugsanlage
Die Erfindung bezieht sich auf eine Aufzugsanlage, insbesondere für Personenbeförderung, mit wenigstens einem auf einer Seilscheibe aufwickelbaren Aufzugsseil, welches die Kabine trägt, wobei die
Seiltrommel von einem vom Stromnetz gespeisten Motor antreibbar ist, der über Schalt-und
Steuerelemente gesteuert ist. Diese Schalt-und Steuerelemente, die von den in der Kabine befindlichen
Stockwerkskasten, von den in den einzelnen Stockwerken vorgesehenen Ruftasten, von den eine
Verriegelung bewirkenden Türkontakten, von den Stockwerksschaltern u. dgl. gebildet sind, ermöglichen es in bekannter Weise, die Kabine in jedes Stockwerk zu rufen und von der Kabine aus jedes gewünschte Stockwerk anzusteuern.
Die bekannten Aufzugsanlagen dieser Art weisen nun den Nachteil auf, dass bei Stromausfall, beispielsweise infolge einer Stromstörung oder bei einem Ansprechen des Überlastungsschutzes die
Anspeisung des Motors plötzlich unterbrochen wird und daher die Aufzugskabine stehen bleibt, wobei die Stellung der Aufzugskabine zumeist so ist, dass ein Ausstieg in einem Stockwerk nicht erreicht werden kann. Damit in diesem Fall die Aufzugskabine in das nächstgelegene Stockwerk befördert werden kann, ist bei den bekannten Aufzugsanlagen die Möglichkeit gegeben, durch manuelle
Betätigung der am Dachboden angeordneten Seilscheibe für das Aufzugsseil eine langsame
Weiterbeförderung der Aufzugskabine zu ermöglichen.
Die manuelle Betätigung der Seilscheibe durch eine Bedienungsperson setzt jedoch voraus, dass eine solche Bedienungsperson vorhanden ist und von den Insassen der steckengebliebenen Aufzugskabine alarmiert wurde. Für die Verständigung der
Bedienungsperson ist in der Regel eine Notrufglocke vorgesehen, die vom Kabinen-Inneren betätigt werden kann, jedoch kommt es häufig vor, dass diese Notrufglocke von der Bedienungsperson nicht gehört wird, da diese nicht im Haus anwesend ist bzw. sich zumindest ausserhalb des Hörbereiches der
Notrufglocke befindet. In diesem Falle sind dann die in der steckengebliebenen Aufzugskabine befindlichen Personen oft sehr lange in die Aufzugskabine eingeschlossen, bevor die Notrufglocke gehört und die erforderlichen Schritte eingeleitet werden.
Hiezu kommt noch, dass die manuelle Betätigung der Seilscheibe für das Aufzugsseil nur von geschulten Personen vorgenommen werden kann, so dass oft auch nach Wahrnehmung des Notrufsignales noch eine geraume Zeit verstreicht, bis eine geeignete Person für die Betätigung dieser Seilscheibe gefunden wird. Die in der Aufzugskabine eingeschlossenen Personen geraten deshalb öfter in eine Panikstimmung und versuchen mit untauglichen Mitteln sich Gehör zu verschaffen, wodurch des öfteren Beschädigungen in der Aufzugskabine hervorgerufen werden und ausserdem infolge der Aufregung gesundheitliche Schädigungen der eingeschlossenen Personen entstehen können.
Man hat auch schon vorgeschlagen, die Aufzugskabine über eine direkte Leitung mit der örtlichen Feuerwehrzentrale zu verbinden, wobei dann bei der Betätigung des Notrufsignales die erforderlichen Schritte für die Befreiung der in der Aufzugskabine eingeschlossenen Personen durch entsprechend geschulte Feuerwehrleute vorgenommen werden. Diese Anordnung wird vor allem dann verwendet, wenn kein dauernder Aufzugswärter vorgesehen ist. Auch bei einer solchen Anordnung verstreicht jedoch in der Regel viel Zeit, bevor die Feuerwehrleute zum Standort der Aufzugsanlage gelangen, insbesondere dann, wenn die nächste Feuerwehrzentrale weiter entfernt liegt und ein grosser
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Strassenverkehr herrscht.
Weiters fallen bei einem Stromausfall in einem Stadtbezirk eine Reihe von
Aufzügen aus, und es kann in einem solchen Fall die gerufen Feuerwehr naturgemäss die eingeschlossenen Personen in den Aufzügen nur nach und nach in entsprechenden Zeitabständen befreien, da auch in der Feuerwehrzentrale nur eine beschränkte Anzahl von Personen anwesend ist.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, die erwähnten Nachteile der bekannten
Aufzugsanlagen zu vermeiden und eine Aufzugsanlage zu schaffen, bei welcher auch bei einem plötzlichen Stromausfall die Möglichkeit gegeben ist, einen nächstgelegenen Stockwerksausstieg zu erreichen. Die Erfindung besteht hiebei im wesentlichen darin, dass für den Antrieb der Seilscheibe ein zum üblichen Antriebsmotor zusätzlicher, batteriegespeister Motor vorgesehen ist, wobei zusätzlich zur
Antriebssteuerung im Batteriestromkreis bei geschlossenen Türen geschlossene Türkontakte und von der
Kabine aus in der den Stockwerken entsprechenden Stellung derselben betätigbare Stockwerkschalter angeordnet sind, und dass in der Kabine ein Schalter für die gleichzeitige Unterbrechung des
Netzstromkreises und Einschaltung des Batteriestromkreises vorgesehen ist.
Durch die erfindungsgemässe
Ausbildung wird ermöglicht, dass eine in der Aufzugskabine befindliche Person bei Stromausfall od. dgl. lediglich durch Betätigung des Schalters automatisch in das nächstgelegene, beispielsweise in das nächst höhere Stockwerk befördert wird und so einen Ausstieg erreicht, durch welchen die Person die
Aufzugskabine verlassen kann. Die zusätzlichen Türkontakte gewährleisten hiebei, dass die Kabine nur bei geschlossenen Türen in Bewegung gesetzt werden kann und Unglücksfälle vermieden werden und durch die von der Kabine betätigbaren Stockwerkschalter wird automatisch eine Unterbrechung des
Batteriestromkreises bewirkt, wenn die Kabine das nächstgelegene Stockwerk erreicht hat, so dass eine übermässige Belastung der den zusätzlichen Motor speisenden Batterie vermieden wird.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann im Batteriestromkreis ein von der
Kabine aus zu betätigender Druckknopf in Serie mit den Türkontakten und den Stockwerksschaltern vorgesehen sein. Bei dieser Ausführungsform wirddurch den in der Kabine angeordneten Schalter lediglich eine Voreinstellung auf Batteriebetrieb oder Netzbetrieb vorgenommen, und es wird durch den
Druckknopf in an sich bekannter Weise die Inbetriebsetzung des batteriegespeisten Motors vorgenommen. Dadurch wird nicht nur eine besonders einfache Schaltungsanordnung der zusätzlichen
Schalt-und Steuerelemente ermöglicht, sondern es wird auch der Vorteil erzielt, dass nach Umschalten des in der Aufzugskabine vorgesehenen Schalters ohne irgendwelche weiteren Vorkehrungen die Aufzugsanlage wieder für Netzbetrieb betriebsfertig ist.
Um bei ausgeschaltetem Antriebsmotor eine Verschiebung der Aufzugskabine infolge der
Schwerkraft zu verhindern, ist bei den bekannten Aufzugsanlagen eine Bremse vorgesehen, die aus
Bremsbacken und einer, beispielsweise mit der zwischen Motor und Getriebe angeordneten Kupplung verbundenen, Bremsscheibe besteht.
Hiebei werden die Bremsbacken durch besondere Belastungsgewichte während des Stillstandes der Maschine gegen die Bremsscheibe gedrückt und bei Inbetriebnahme der Aufzugsanlage durch einen, beispielsweise elektromagnetisch betätigbaren, Bremslüfter von der Bremsscheibe entfernt. Erfindungsgemäss kann nun neben dieser bekannten Aufzugsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass neben dem an sich bekannten, im Steuerkreis liegenden Bremslüfter ein vom Batteriestromkreis über ein Schütz gesteuerter weiterer Bremslüfter vorgesehen sein, welcher die Lüftung der Bremsbacken der die Kabine bei Stillstand in ihrer Lage sichernden Bremse übernimmt.
Es ist bekannt, bei einer Aufzugsanlage die Stockwerkschalter nicht in den einzelnen Stockwerken, sondern auf einem durch den Antrieb des Aufzuges verdrehbaren Kommutator anzuordnen. Erfindungsgemäss kann nun die Anordnung so getroffen sein, dass dieser Kommutator auch die zusätzlichen Stockwerkschalter trägt, wobei eine besonders einfache Schaltungsmöglichkeit erzielt werden kann und ein nachträglicher Einbau der erfindungsgemässen Vorrichtung in eine bestehende Aufzugsanlage ohne wesentliche Kosten vorgenommen werden kann. Um eine leichte Anbringung des zusätzlichen batteriegespeisten Motors zu ermöglichen, ist dieser vorteilhaft gleichachsig mit dem netzgespeisten Motor angeordnet.
Weiters ist es von Vorteil, wenn der in der Kabine angeordnete Schalter und/oder der von der Kabine aus zu betätigende Druckknopf gegen unbefugte Betriebnahme gesichert, beispielsweise in einem plombierten Kasten angeordnet sind.
In den Zeichnungen ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles schematisch veranschaulicht. Fig. l zeigt eine erfindungsgemässe Aufzugsanlage in Seitenansicht und Fig. 2 in Draufsicht. Fig. 3 stellt die Schaltung für die Steuerung des zusätzlichen batteriegespeisten Motors dar.
Die in den Fig. l und 2 dargestellte Aufzugsanlage weist einen aus dem Netz gespeisten Motor --l-- auf, der über eine Kupplung --2-- mit einem Schneckengetriebe--3--verbunden ist,
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dessen Ausgangswelle eine Seilscheibe --4-- trägt, an welcher mehrere Aufzugsseile aufgewickelt werden können. Diese Seile sind über eine Umlenkscheibe --5-- geführt und tragen die nicht
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der Aufzugskabine in das nächste Stockwerk zu ermöglichen. Mit der Kupplung --2-- ist eine Bremsscheibe verbunden, welche mit Bremsbacken --13-- zusammenwirkt. Die durch die Bremsscheibe und die Bremsbacken gebildete Bremse gewährleistet, dass bei stillgesetztem Antrieb die Aufzugskabine in ihrer Lage verbleibt und nicht durch die Schwerkraft abgesenkt wird.
Das Abheben der Bremsbacken --13-- von der Bremstrommel erfolgt durch nicht dargestellte Bremslüfter.
Wie aus dem Schaltbild nach Fig. 3 hervorgeht, wird die Batterie --12-- über ein Ladegerät - und einen Transformator--14--von einem Wechselstromnetz --15-- dauernd aufgeladen, so dass bei Ausfall der Netzspannung eine geladene Batterie zur Verfügung steht. In der Aufzugskabine ist ein zweipoliger Schalter --16-- vorgesehen, welcher in einer seiner beiden Endstellungen den Netzstromkreis schliesst und den Batteriestromkreis unterbricht und umgekehrt.
Wenn nun ein Ausfall der Netzspannung auftritt und dadurch die Kabine zwischen zwei Stockwerken stehenbleibt, so kann eine der in der Kabine eingeschlossenen Personen den Schalter-16- betätigen, wodurch der Netzstromkreis unterbrochen und der Batreriestromkreis eingeschaltet wird.
Bei
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--16-- wirdStockwerkschaltern --20-- ist ein Druckknopf --21-- in Serie geschaltet, der von der Kabine aus betätigt werden kann und bei dessen Betätigung unter der Voraussetzung, dass sämtliche Türkontakte --19-- und Stockwerkschalter --20-- geschlossen sind, dass sich also die Kabine zwischen zwei Stockwerken befindet, ein Hilfsrelais--22--erregt wird, das ein Schliessen des Kontaktes --22'--
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vorerst über einen Widerstand--25-an Spannung gelegt wird und weiters ein Zeitrelais--26-für den Anlauf und ein Schütz--27--für den Bremslüfter ansprechen.
Durch das Zeitrelais-26-wird nach Ablauf einer bestimmten Zeit der Schalter --261-- geschlossen, welcher ein Ansprechen des Widerstandsschützes --28-- bewirkt, durch welchen über einen Kontakt --281¯- der Vorschaltwiderstand --25-- im Motorstromkreis überbrückt wird. Durch das Schütz --27-- wird der Kontakt --27'-- geschlossen, wodurch ein Ansprechen des zusätzlichen Bremslüfters--29-- erfolgt, durch welchen die Bremsbacken --13-- von der Bremsscheibe abgehoben werden.
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gelegenen Stockwerk vorgenommen. Hat die Aufzugskabine das nächst gelegene höhere Stockwerk erreicht, so wird ein Stockwerkskontakt --20-- geöffnet, wodurch das Hilfsrelais-22-abfällt und der Antrieb stillgesetzt wird.
Eine Weiterfahrt der Aufzugskabine mit dem batteriegespeisten Motor --11-- ist nun nicht mehr möglich, da sich die Aufzugskabine in einem Stockwerk befindet und daher ein Stockwerkschalter --20-- geöffnet und damit der Stromkreis zum Hilfsrelais-22- unterbrochen ist. Für die Inbetriebnahme der Aufzugsanlage mittels des aus dem Stromnetz bespeisten Motors-l-ist es lediglich nötig, den umschalter --16-- in der Aufzugskabine wieder auf Normalbetrieb zu stellen.
Als zusätzlicher Motor --11-- wird zweckmässig ein 12 Volt-Reihenschluss-Gleichstrommotor verwendet. Um die Drehzahl des Motors von den verschiedenen Belastungswiderständen weitgehend unabhängig zu machen, ist dem Anker ein einstellbarer Parallelwiderstand --30-- parallel geschaltet.
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