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Mälzturm
Die Erfindung bezieht sich auf einen Mälzturm zum Weichen und Keimen von Körnerfrüchten, insbesondere Gerste, in übereinander angeordneten Behandlungsräumen, in deren jedem das Mälzgut für die Dauer einer Behandlungsperiode verweilt und dann für die Dauer der nächsten Periode einem darunterliegenden Behandlungsraum übergeben wird, mit einer Luft-Gas-Zuführungsleitung und einer
Luft-Gas-Abführungsleitung für jeden Behandlungsraum, sowie mit je einem Ventilator für jeden
Behandlungsraum.
Bei- einem bekannten Mälzturm dieser Art (österr. Patentschrift Nr. 173226) werden die Abgase mehrerer Kästen gemischt und gegebenenfalls unter Zusatz von Frischluft den Kästen wieder zurückgeführt, u. zw. werden die Abgase der Mehrzahl der Behandlungsräume über einen gemeinsamen
Fallschacht einem senkrechten Steigschacht grossen Querschnittes von unten her zugeführt und wird aus diesem Steigschacht das in die Behandlungsräume einzuführende Luft-Gas-Gemisch in der Höhe des jeweils zu versorgenden Behandlungsraumes entnommen.
Ein solcher Mälzturm hat den Nachteil, dass das Mälzgut nicht nach beliebigen bekannten
Mälzverfahren behandelt werden kann, und dass es nicht in jeder Behandlungsperiode individuell, entsprechend seinen spezifischen Eigenschaften behandelt werden kann.
Es ist beispielsweise nicht möglich, das Mälzgut während des Verfahrensablaufes erneut zu weichen ; insbesondere ist eine erneute Vollweiche des Gutes ausgeschlossen ; ferner wird das Gut jedes Kastens ungleichmässig behandelt, da das Gas-Luft-Gemisch nicht nur quer durch den Kasten, sondern auch in Richtung des Kastens schräg nach oben strömt. Auch strömt die Luft bzw. das Gas-Luft-Gemisch nicht von unten nach oben gleichmässig durch das Gut, wie es aus besonderen Gründen in letzter Zeit als vorteilhaft erkannt worden ist. Schliesslich erfordert die bekannte Bauweise eine sehr grosse Bauhöhe, da stets nur ein geringer Prozentsatz jedes Behandlungsraumes mit Keimgut gefüllt sein kann.
Die genannten Nachteile werden erfindungsgemäss dadurch behoben, dass jeder mit im wesentlichen waagrechter Horde versehene Behandlungsraum gegenüber dem darüber und dem darunterliegenden abdichtbar und mit Wasserzu- und Ableitungen versehen ist. Ein so ausgebildeter Mälzturm, dessen Behälterböden und Horden gemäss der österr. Patentschrift Nr. 261516 ausgebildet sein können, ermöglicht in jedem Raum eine Vollweiche und eine individuelle Behandlung nicht nur bezüglich des Wechsels von Weichen und Lüften, sondern auch bezüglich der Menge des eingeführten Gas-Luft-Gemisches. Der Turm gemäss der Erfindung wird niedrig und hat den Vorteil, dass die Weichbehälter und gegebenenfalls auch die Darrbehälter in genau gleicher Weise wie die Keimbehälter ausgebildet sein können, was herstellungstechnische Vorteile bietet.
Der erfindungsgemässe Mälzturm kann wie der nach der zuletzt genannten österr. Patentschrift neben den Behandlungsräumen senkrechte Luftschächte grossen Querschnitts erhalten, aus deren einem Gas-Luft-Gemisch oder Luft für jeden Behandlungsraum angesaugt und in deren andern Gas-Luft-Gemisch aus jedem Behandlungsraum herausgeführt wird, wobei die unteren Enden beider Schächte miteinander verbunden werden.
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Die Individualisierung der einzelnen Behandlungsphasen kann noch verfeinert werden durch
Klappen im Fallschacht, die zur Aussenluft regulieren, und dadurch, dass einzelnen Behandlungsräumen gezielt, d. h. unabhängig von andern Behandlungsräumen, zusätzlich fremde Gase, beispielsweise
Sauerstoff oder Kohlensäure, zuführbar sind. Die stets gewünschte 100 %ige Luftfeuchte wird durch
Besprühen in den bereits aus andern Gründen geschaffenen senkrechten Schächten erzielt, deren grosse
Querschnitte ein verhältnismässig langes Verweilen des Gas-Luft-Gemisches und damit auch intensive
Feuchtigkeitssättigung ermöglichen.
Der Individualisierung dient schliesslich auch die Anordnung voneinander unabhängiger steuerbarer Wärme- oder Kälte-Austauscher in der Zuluftleitung jedes
Behälters.
Die Verwendung jedes Behälters wechselweise zum Lüften und Weichen wird erleichtert, wenn der
Raum unter der Horde jedes Behandlungsraumes mit der Abführungsleitung über einen Steigstutzen verbunden ist, dessen oberes Ende über dem beim Weichen oder Nachweichen vorgesehenen
Wasserspiegel liegt, da dann kein Abluftrohr abzuschliessen ist, wenn geweicht werden soll, vielmehr ein
Syphonverschluss selbsttätig eintritt.
Der in der Zeichnung dargestellte Mälzturm zeigt elf untereinanderliegende Behandlungsräume - A bis L--, die zum Weichen und bzw. oder Keimen dienen. In an sich bekannter Weise können unter diesen Behandlungsräumen weitere Behandlungsräume zum Schwelken und Darren vorgesehen sein. Alle Behandlungsräume sind gleich ausgebildet und sind im Turm untergebracht, dessen Wände mit - l-bezeichnet sind. In jedem Behandlungsraum bedeutet die stark ausgezogene Linie --2-- eine
Wanne, die allseitig gegen die Wand abdichtbar ist, aber gekippt werden kann. über dem Boden der Wanne--2-ist in an sich bekannter Weise ein wasserdurchlässiger Hordenboden-3- angeordnet. Da die Wanne allseitig gegenüber den Turmwänden abgedichtet ist, kann über ihr Wasser bis zur Höhe des Wasserspiegels --4-- aufgefüllt werden.
Der Raum zwischen dem Wannenboden - und dem Hordenboden --3-- ist verbunden mit einem Steigstutzen-5--, aus dem überschüssiges Wasser durch eine Abführleitung-6-abgeführt werden kann. Die normale Zu- und Abführung von Wasser in die Behandlungsräume erfolgt jedoch durch nichtdargestellte Wasserleitungen.
Die Zufuhr von Luft bzw. einem Luft-Gas-Gemisch erfolgt durch Zuführungsleitungen--7-. In jede
Zuführleitung ist in an sich bekannter Weise ein für sich steuerbarer Ventilator --8-- eingebaut. Die oberen drei Ventilatoren saugen aus dem Raum --9-- Frischluft an, u. zw. durch Wärmereguliervorrichtungen--10--, die entweder zum Aufheizen oder zum Abkühlen verwendet werden können. Die Abführleitung --6-- des obersten Behandlungsraumes mündet in einen Raum der Verbindung mit der Aussenluft hat. Die übrigen Abführleitungen --6-- münden in einen Fallschacht --12-- grossen Querschnittes, der unten bei-lla-mit einem Steigschacht - sehr grossen Querschnittes verbunden ist.
Von diesem Steigschacht zweigen Zuführungsleitungen --7-- ab, in die je ein Ventilator --8-- und eine Wärmereguliervorrichtung - eingebaut ist. Sowohl im Fallschacht --12-- als auch im Steigschacht --13-- sind Wasserbrausen-14-angeordnet, welche dafür sorgen, dass das Luft-Gas-Gemisch in den Räumen - 12 und 13-stets voll mit Wasser gesättigt ist. Überschüssiges Wasser aus diesem Fall- und Steigschacht kann in nicht dargestellter Weise unten abgezogen werden.
Am Fallschacht --12-- ist sowohl oben als auch unten eine Luftregulierungsklappe-15-vorgesehen, mit deren Hilfe Frischluft eingeführt oder überschüssiges Luft-Gas-Gemisch abgeführt werden kann, welche auf nicht dargestellte Weise durch Messen des C02-Sauerstoffverhältnisses geregelt werden können.
Die Wannen --2-- dichten wohl gegen die Wand des Turmes ab, können aber gedreht werden, so dass die auf ihren Horden liegenden Mälzgutmengen in den darunterliegenden Behandlungsraum hinabfallen. Die Kreise --16-- bedeuten Lichteinfallsöffnungen. Die Kreise --17-- bedeuten Türöffnungen. Die zugehörigen Türen sind zweiteilig. Zum Einsteigen sollen beide geöffnet werden.
Zum Einschauen und Einschieben von Werkzeugen genügt die Öffnung der oberen Tür, was den Vorteil hat, dass die obere Tür geöffnet werden kann, auch wenn die Wanne-2-mit Wasser gefüllt oder die Horde mit Mälzgut belegt ist. Durch diese Anordnung wird daher die Bauhöhe jedes Behandlungsraumes niedrig gehalten.
Das Mälzgut wird zunächst oberhalb des obersten Behandlungsraumes gelagert (19). Von dort
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wird es in den obersten Behandlungsraum-A-eingebracht, der z. B. als Weiche arbeiten soll. Zu diesem Zweck ist er bis zur Höhe --4-- mit Wasser gefüllt. Wird nach dem Ablassen des Wassers durch den Ventilator --8-- Luft eingeblasen, so tritt sie durch das Weichgut sowie durch die Horde - nach unten, von wo sie über den Stutzen --5-- wieder ansteigt und infolge ihrer verhältnismässig hohen Geschwindigkeit unter Mitnahme von gebildeter Kohlensäure, durch das Abführungsrohr-6-in den Raum-11-und von dort ins Freie entweicht. Im darunter befindlichen Behandlungsraum-B-soll nun z. B. gekeimt werden.
Die Wanne wird dann nicht mit Wasser gefüllt, so dass das Mälzgut auf dem Hordenboden--3--leicht von der Luft durchspült werden kann, die durch ihren Ventilator --8-- zugeführt wird. Das abgeführte Luft-Gas-Gemisch tritt dann durch die Abführleitung --6-- in den Fallschacht--12--. In Abwandlung der Zeichnung kann die Ausführung auch so getroffen werden, dass auch das Abgas des obersten Behandlungsraumes in den Fallschacht geführt würde.
Soll nun der darunterliegende Behandlungsraum-C-wieder als Weiche verwendet werden, so wird er behandelt wie der oben geschilderte Raum--A--, wobei das abzuführende Luft-Gas-Gemisch jedoch nicht zur Aussenluft, sondern ebenfalls in den Fallschacht --12-- geführt wird. Die tieferliegenden Räume--D--und ff, können nun nach Belieben zum Keimen oder, weil erfindungsgemäss jeder Behandlungsraum mit (in der Zeichnungsfigur nicht dargestellt) Wasser-, Zu- und
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AbleitungenLuft-Kohlensäuregemisch nur langsam ab. Dabei sammelt sich die Kohlensäure überwiegend unten und tritt die Luft des Gemisches infolge des grossen Querschnittes des Steigschachtes-13-rascher nach oben als die Kohlensäure, die infolge ihres höheren Gewichtes unten liegen bleibt.
Dadurch wird erzielt, dass dem Behandlungsraum-D-und den darunterliegenden nicht gleiche Luft-Gas-Gemische zugeführt werden. Der obere Behandlungsraum --D-- erhält nämlich ein Gemisch, das viel weniger Kohlensäure enthält als die darunterliegenden Behandlungsräume. Die grösste Menge an Kohlensäure erhält der unterste Behandlungsraum-L-.
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mit Wasser berieselt ist, erreicht es durch Abkühlung in den Kühlaggregaten--10--tatsächlich einen 100 %igen Feuchtigkeitsgehalt.
Die eingangs erwähnte, aber zeichnerisch ebenfalls nicht berücksichtigte, gezielte Zuführung von Sauerstoff, Kohlensäure oder andern Gasen erfolgt bevorzugt vor dem Ventilator, um eine gute Durchmischung zu erzielen, und kann gegebenenfalls auch bereits vor dem Kühl- und Heizgerät --10-- erfolgen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mälzturm zum Weichen und Keimen von Körnerfrüchten, insbesondere Gerste, in übereinander angeordneten Behandlungsräumen, in deren jedem das Mälzgut für die Dauer einer Behandlungsperiode verweilt und dann für die Dauer der nächsten Periode einem darunterliegenden Behandlungsraum
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a d u r c h g e k e n n -zeichnet, dass jeder mit im wesentlichen waagrechter Horde versehene Behandlungsraum zwecks individueller Behandlung des Gutes durch Vollweiche und Luft bzw. Gas-Luft-Gemisch gegenüber dem darüber und dem darunter liegenden Behandlungsraum abdichtbar ist und mit Wasser-, Zu- und - Ableitungen versehen ist.
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