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Aufsteckbares Mundstück für Blasinstrumente
Die Erfindung betrifft ein aufsteckbares Mundstück für Blasinstrumente mit tastenbetätigten
Stimmkanälen und mindestens annähernd in der Ebene der Tastatur liegender Einblasöffnung, z. B.
Tastenmundharmonikas.
Bei diesen Instrumenten ist es für den Anfänger meist schwierig, einen ausreichenden Überblick über die Tastatur zu gewinnen, da er infolge der in einer Ebene mit der Tastatur liegenden
Einblasöffnung die Tasten nur unter einem sehr spitzen Winkel sieht. Besonders Kinder tun sich sehr schwer, die zum freien Spielen erforderliche Fertigkeit zu erwerben. Sie sind darauf angewiesen, die den
Noten entsprechenden Tasten zu sehen, was durch den relativ kleinen Abstand zwischen Auge und
Mund einerseits sowie Auge und Tasten anderseits sehr erschwert ist und oft zu einer verkrampften
Haltung des Instrumentes führt.
Um dem abzuhelfen und dem Übenden das Spielen zu erleichtern, schlägt die Erfindung ein
Mundstück vor, das aus einem Rohr besteht, dessen Achse ungefähr S-förmig gekrümmt ist und dessen Enden als Instrumenten-bzw. Mundansatz ausgebildet sind, wobei der Mundansatz über der Ebene der Tastatur liegt. Dabei können die Krümmungen des Rohres in einer Ebene liegen, die mindestens annähernd normal zur Ebene der Tastatur steht.
Dadurch ist es möglich, die Lage des Instrumentes so zu gestalten, dass sich ein ungehinderter Überblick über die Tastatur bei natürlicher Haltung des Spielers ergibt.
Daneben ergibt sich durch die Verlängerung des Einblaskanals sozusagen von selbst ein grösserer Schutz des Instrumentes vor Speichel und Verschmutzung, insbesondere wenn das Mündstück im wesentlichen ein konisches Rohr ist, wobei wie bei einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung, der kleinste Querschnitt des Mundstückes beim Mundansatz und sein grösster, vorzugsweise unter Bildung einer lokalen Erweiterung vor der Lufteintrittsöffnung des Instrumentes, im Bereich des Instrumentenansatzes liegt. Der solcherart am Beginn des Einblaskanals des Instrumentes im erfindungsgemässen Mundstück entstehende Raum trägt wesentlich dazu bei, mit dem Luftstrom eindringende Fremdkörper und Speichel weitgehend abzufangen.
Der Zweck des erfindungsgemässen Mundstückes wird am besten erreicht, wenn die Achse des Mundansatzes sich mit der Längsachse des Instrumentes im Bereich des Instrumentenansatzes schneidet.
Im folgenden wird das in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiel erläutert, ohne dass damit die Erfindung auf dieses eingeschränkt sein soll.
Fig. 1 zeigt eine Tastenmundharmonika mit dem erfindungsgemässen Mundstück, Fig. 2 ein solches Mundstück in ungefähr natürlicher Grösse. In Fig. 3 ist der Schnittwinkel zwischen der Ebene der Tastatur und der Blickrichtung des Bläsers bei einem handelsüblichen Instrument, in Fig. 4 der entsprechende Winkel bei Verwendung des Mundstückes nach der Erfindung verdeutlicht. Fig. 5 ist ein Längsschnitt durch ein Mundstück nach Anspruch 3.
Das konische, vierkantige Rohr --1-- ist zweimal gekrümmt, so dass es die Form eines flachen - aufweist, wobei die durch das-S-definierte Ebene normal zu der der Tastatur --2-des Instrumentes steht. Diese beiden Ebenen müssen sich jedoch nicht in der Längsachse des Instrumentes schneiden.
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Der Mundansatz --3-- liegt jedoch vorteilhafterweise über der Tastatur --2-- und dem auf die Einblasöffnung aufzusteckenden Instrumentenansatz-4--.
Selbstverständlich kann das Rohr selbst beliebigen Querschnitt aufweisen, nur die Form des Instrumentenansatzes ist dem Instrument anzupassen.
Bei einer besonderen Ausführungsform, die in Fig. 5 im Längsschnitt dargestellt ist, ist der Instrumentenansatz-4'--so gestaltet, dass sich vor der Lufteintrittsöffnung --5-- des Instrumentes eine Erweiterung--6--bildet, in der eindringende Fremdkörper und Speichel abgefangen werden.
In den Fig. 3 und 4 ist veranschaulicht, wie sich das erfindungsgemässe Mundstück auf die Stellung des Instrumentes zum Bläser auswirkt. Der Winkel --7 -- zwischen der Längsachse des Instrumentes - und der Blickrichtung --9-- ist sehr spitz ; das Erkennen und Auseinanderhalten der einzelnen Tasten ist daher sehr erschwert, besonders wenn sie, wie bei dem in Fig. 1 gezeigten Instrument, unmittelbar aneinanderliegen. Ausserdem ist der Abstand der obersten Tasten vom Auge des Bläsers meist so klein, dass der Vorteil des dort grösser werdenden Winkels --7 -- nicht zur Wirkung kommt.
In Fig. 4 ist zu erkennen, wie durch das erssndungsgemässe Mundstück, dass die Achse--10-des Mundansatzes in eine Winkelstellung zum Instrument bringt, der Winkel-7'-, unter dem die Tastatur gesehen wird, wesentlich grösser ist. Diese Anordnung bringt zusammen mit der Vergrösserung des kleinsten Abstandes zwischen Tasten und Auge einen wesentlich besseren Überblick über das Tastenfeld und erleichtert das Spiel auf derartigen Instrumenten besonders für den Anfänger ganz beträchtlich.
Ausserdem wurde bei praktischen Versuchen eine angenehmere Klangfarbe sowie ein vollerer Ton des Instrumentes festgestellt. Dieser überraschende Effekt ist höchstwahrscheinlich auf die Verlängerung des Einblaskanals, dessen Luftsäule ja ebenfalls in gewissem Mass mitschwingt, im Verein mit der gekrümmten Luftführung im Mundstück zurückzuführen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Aufsteckbares Mundstück für Blasinstrumente mit tastenbetätigten Stimmkanälen und
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B.ungefähr S-förmig gekrümmt ist und dessen Enden als Instrumenten-bzw. Mundansatz ausgebildet sind, wobei der Mundansatz über der Ebene der Tastatur liegt.
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