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Mechanischer Zeitzünder mit Windflügel.
Die bisher allgemein angewendeten mechanischen Zeitzünder haben den Nachteil, dass ihre tatsächlichen Sprengpunkte von den vorherbestimmten so beträchtlich abweichen, dass deren Streuung zwei bis dreimal grosser sind, als bei Brennzündern. Diese Streuung der Sprengpunkte, die den Wert der Zünder wesentlich herabdrückt, ist eine notwendige Folge der konstruktiven Ausbildung der bekannten Zünder. Bei diesen Ziindern ist das Übersetzungsverhältnis des Laufwerkes ein derartiges, dass nach einer grösseren Anzahl von Geschossumdrehungen (beispielsweise 2500) eine einmalige Umdrehung (um StQO) des letzten Laufwerkrades, des Tempierrades, erfolgt.
Der längste Umfang des Tempierrades, auf
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HO mm), weshalb die Vorrückung des Tempierrades bei den anfänglichen Entfernungen für je 100 Schritte etwa drei bis vier Bogengrade (03 mm) beträgt und selbst bei den grössten Entfernungen für je 100 Schritte erst auf sechs bis sieben Bogengrade (O'ss-0'7 mm) steigt. Daraus ist die Schwierigkeit zu erkennen, auf einem so kleinen Umfang, wie er
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nicht erzielt werden und die bei der praktischen Anwendung auftretende beträchtliche Streuung ist eine notwendige Folge der hiedurch bedingten ungenauen Einstellung.
Der der geringen Länge der Tempierskala anhaftende Fehler wird auch dadurch nicht behoben, dass die Skala auf den Umfang des Zündkörpers übertragen wird (der etwa
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Führung für einen Ansatz des Schlagbolzens besitzt, mittels dessen der Schlagbolzen so lange in seiner gespannten Stellung verbleibt. Ins der Ansatz von dem Ende der Führung nach allenfalls mehrmaliger Umdrehung der Tempierscheibe abgeleitet und gegen den Ziindstift schnellt.
An Stelle der Tempierscheibe kann auch eine Schraubenmutter angeordnet sein, in deren Gewindegängen ein auf dem Schlagbolzen befestigter Zahn oder Schraubengang eingreift oder es kann mit dem Laufwerk eine Tempierschranbe zwÅangl1iufig ver- bunden werden, deren Muttergewinde in den Schlagbolzen vorgesehen ist.
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gegenstandes dargestellt.
Fig. 1 und 2 zeigen den Zeitzünder im Längsschnitt bezw. in Ansicht in einer Ausführungsform, Fig. 3-7 veranschaulichen Einzelheiten, Fig. R und'' stellen eine zweite Ausführungsform im Längsschnitt bezw. in Seitenansicht dar, Fig. 1 I)
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ist, dessen nach inne gebogener Rand 3 den Flansch der Zünderhaube 4 umgreift, wodurch dieser drehbar aber unverschiebbar gelagert ist.
Im oberen Teil der Haube 4 ist das Laufwerk untergebracht, an dessen Hauptachse 5 ein oder mehrere Flügel 6 befestigt sind. Die Hauptachse 5 reicht lose durch
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Verdrehung des Geschosses mit dem Zünder zu der Hauptachse 5 wird der Antrieb des Laufwerkes bewirkt und derart mittels einer geeigneten Räderübersetzung das letzte Rad, das Tempierrad 7, angetrieben.
Das Tempierrad ist möglichst gross gewählt und mit einer Tempierscheibe 8 (Fig. 4 und 5) verbunden, die eine spiralförmig verlaufende Rippe, Leiste, Führungsnut 9 oder dgl. besitzt.
Auf dem Hoden des Zünderkörpers 1 ruht der Schlagbolzen 10 mit der Zündpille, der einen Arm 11 trägt, dessen nach aufwärts gebogenes Ende 12 an der spiralförmig gewundenen Führungsleiste 9 anliegt, wodurch der Schlagbolzen in seiner gespannten Stellung gehalten wird. Der Arm 11 kann an seinem Ende auch mehrere Ansätze 12 tragen (Fig. 7), deren jeder an einer Windung der spiralförmigen Leiste 9 anliegt, um eine bessere Führung dos Schlagbolzens 10 zu erreichen.
Beim Abfeuern des Geschosses wird durch die Drehung desselben das Laufwerk und somit die Tempierscheibe S angetrieben, durch deren Verdrehung schliesslich der Führungsstift 12 des Schlagbolzens an das Ende der Führungsleiste 9 gelangt ; der Schlagbolzen 10 wird freigegeben und schnellt infolge der Wirkung der Fliehkraft gegen den am Gehäuse 1 hefestigt. en Zündstift 13.
Wird der Führungsstift 12 des Schlagbolzens. M an das vordere Ende der spiral- förmigen Führungsleiste ss eingestellt, dann muss die Tempierscheibe 8 mehrere Umdrehungen ausführen, bis der Schlagbolzen 10 freigegeben wird.
Je näher der Stift 12 dem Ende der Führungsleiste 9 eingestellt wird, desto kleiner wird die zur Freigabe des Schlagbolzens erforderliche Umdrehung der Tempierscheibe und um so früher wird die Wirkung des Schlagbolzens 8 eintreten.
Die entsprechende Einstellung des Stiftes 12 des Schlagbolzens 10 kann dadurch vorgenommen werden, dass der Deckel 4 des Gehäuses verdreht wird. Um den Zünder zu
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und zeigt die Tempierung auf der Skala des Zünderkörpers J an. Um ein unbeabsichtigtes Lossr. hneHn des Schlagbolzens 10 zu verhindern, trägt dieser einen zweiten Arm 1 ( ; der eine Bohrung besitzt, in die ein Sperrstift 17 eingreift und derart den Schlagbolzen an einer unbeabsichtigten Verschiebung hindert.
Der Sperrstift 17 sitzt auf einem Block t, 9 aus spezifisch schwerem Material, der in einer Bohrung 19 des Zünderkörpers verschiebbar ange'ordnet ist. Der Block 18 wird in seiner Führung 19 dadurch festgehalten, dass innerhalb derselben ein Zylinder aus dünnem Blech angeordnet ist, dessen oberer Rand 20 schriig nach abwärts gebogen ist und den sich gegen den Rand stützenden Block 18 an seiner Verschiebung hindert.
Beim Abfeuern des Geschosses bleibt der Block 18 infolge seiner Trägheit in der Bohrung zurück, der Blechrand 20 wird abgebogen und der Schlagbolzen 10 freigegeben, der nunmehr nur durch den längs der Führungsleiste 9 der Tempierscheibe 8 geführten Ansatz 12 in seiner Lage festgehalten, nach vollkommener Verdrehung der Scheibe freigegeben wird und gegen ZUndstift 13 schnellt.
Die Ziindpille wird entzündet und die Flamme schlägt durch den Feuerleitungskanal 21 und bewirkt die Zündung der Sprengladung des Geschosses. Die als Spirale ausgebildete Führungsleiste 9 kann je nach Bedarf eine (Fig. 6) oder mehrere Windungen (Fig. 4) besitzen.
Die Sicherung des Laufwerkes erfolgt durch einen gabelförmigen Sperrstift 40 (Fig. 15), dessen Zinken den Flügel 6 umgreifen und derart eine Verdrehung desselben und somit
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mit dem Muttergewinde für die Tempierschraube versehenen Schlagbolzen 10, der bei seiner Verschiebung in einem Rohr 26 geführt ist, indem er mittels Ansätzen 27 durch Schlitze 26/ des Rohres 26 greift. Je nachdem die Schraube vollständig oder nur teilweise in den Schlagbolzen eingeschraubt ist, wird das Ausschrauben durch das Laufwerk mehr oder weniger Zeit erfordern und daher die Zündung später oder früher erfolgen.
Um die Einstellung der Schraube genau vornehmen zu können, sitzt auf der Welle 24 ein Zeiger 27, der t sich längs einer Skala an der Haube 4 bewegt und Teile einer Umdrehung anzeigt, während die Zahl der vollen Umdrehungen mittels eines Zählwerkes angegeben wird.
Die Zählscheib 28 trägt an der Rückseite eine Anzahl Stifte 29 (Fig. 10 und 11) an der Vorderseite, in entsprechenden Abständen die die Zahl der Umdrehungen anzeigenden Ziffern. Bei jeder Umdrehung der Welle 24 verdreht ein auf dieser sitzender Zapfen 29' die Zähtscheibe ; M um eine Teildrehung und es wird die nächstfolgende Ziffer durch eine öffnung der Skalenplatte in der Haube sichtbar (Fig. 9).
An Stelle das Muttergewinde in den Schlagbolzen zu verlegen und eine Tempierschraube anzuordnen, kann auch die Mutter 30 in dem Tempierrad 7 vorgesehen sein, wie Fig. 12 veranschaulicht. Der Zündstift 13 ist an dem Tempierrade 7 befestigt und reicht in das Innere der Mutter 30. Der konzentrisch zur Tempiermutter 30 angeordnete Schlagbolzen 10 trägt an seiner äusseren Umfläche einen in das Gewinde der Mutter 30 eingreifenden Ansatz 31 oder einen Schraubengang und einen Zahnkranz 32 (Fig. 12).
Durch Betätigung des Laufwerkes wird der Zahn 31 des Schlagbolzens nach der der Tempierung entsprechenden Zahl der Umdrehungen der Mutter 30 an das Ende des Gewindes gelangen, worauf infolge der Wirkung einer ihn beeinflussenden Feder 33 der Schlagbolzen gegen den Zündstift emporgeschleudert wird Je nachdem der Schlagbolzen 10 mehr oder weniger eingeschraubt ist, wird die Freigabe desselben und somit die Zündung spater oder früher, also in grösserer oder geringerer Entfernung erfolgen. Zur entsprechenden Einstellung des Schlagholzens 10 greift in dessen äusseren Zahnkranz 32 ein Kegelrad 34 ein, das durch ein Kegelrad 35 betätigt wird, auf deren Achse ein Zeiger 27 sitzt, welcher auf einer Skala einspielt, um die jeweilige Stellung des Schlagbolzens ablesen zu können.
Fig. 14 zeigt eipe der Ausführungsform nach Fig. 12 ähnliche Konstruktion, nur ist in diesem Falle der Schlagbolzen exzentrisch zur Mutter 30 angeordnet und in einem Rohr 36 geführt, das einen Schlitz 37 besitzt, durch welchen ein auf dem Schlagbolzen angeordneter Führungsstift 3S reicht, der in die Gewindegänge an der inneren Umfl. Iche der Mutter 30 eingreift.
Bei Verdrehung der Mutter 3n infolge der Wirkung des Laufwerkes gelangt der Stift 8R des Schlagbolzens an das Ende des Gewindes, der Schlagbolzen wird dadurch frei und schnellt infolge der Wirkung der Feder 3. 9 gegen den Zündstift 13 und veranlasst die Zündung.
Je nachdem der Schlagbolzen höher oder tiefer eingestellt ist, erfolgt die Freigabe desselben nod damit die Zündung später oder früher. Um die entsprechende Einstellung
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mutter. W verdreht und diese Vordrehung mittels eines Zeigers 14 auf einer Skala ab- nlpscl1, der. sw, vie die Skala der Ausführungsform der Fig. 2 vollkommen entspricht.
Der Zeitzünder kann in manchen Einzelheiten abgeändert werden, ohne an dem Wesen der Erfindung etwas zu ändern ; so kann beispielsweise das bei der Ausführungs-
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PATENT-ANSPRÜCHE : ]. Mechanischer Zeitzünder mit Windflügel, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Tcmpierrade ein Körper (Scheibe, Zylinder oder dgl.) verbunden ist. der eine in Spiralwindungen verlaufende Führung (Führungsleiste, Schraubengänge oder dgl.) für den Schlagbolzen besitzt, der dadurch während der Drehung des Tempierkörpers so ango in seiner gespannton I.
age gehalten wird, bis dessen geführter Teil an das Ende der Führung gelangt, worauf der Schlagbolzen freigegeben und die Zündung bewirkt wird.