AT266035B - Verfahren zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften von Textilien aus Baumwolle - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften von Textilien aus Baumwolle

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften von Textilien aus Baumwolle 
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, um Textilien aus Baumwolle verbesserte Eigenschaften beim Tragen und Waschen zu verleihen. Das Verfahren eignet sich besonders für Gewebe, Gewirke und Garne, aber auch für andere Verarbeitungszustände, z. B. Baumwollvliese u. dgl. 



   Die modernen Hochveredlungsverfahren für Baumwolle, bei denen durch eine Einlagerung von Harzen und insbesondere durch eine Vernetzung der Cellulose mittels bifunktioneller Verbindungen eine Verbesserung der Knitter- und Krumpfeigenschaften   (Wash-and-Wear-,   No iron-, Minicare-Ausrüstung) erreicht wird, verursachen eine unvermeidbare Herabsetzung der Festigkeitseigenschaften. Der Reissfestigkeitsverlust ist annähernd proportional den erzielten Knitterwinkeln und erreicht bei guten Ausrüstungseffekten bis   50%   der ursprünglichen Festigkeitswerte. Es handelt sich dabei aber bei vorsichtiger Arbeitsweise nicht um eine chemische Schädigung, z. B. einen Abbau der Cellulose.

   Nach den modernen Anschauungen wird angenommen, dass in der nicht vemetzten Cellulosefaser der Baumwolle die einzelnen relativ langen Elementarteilchen (Fibrillen, Micellen   usw.)   bei mechanischer Beanspruchung sich gegeneinander frei verschieben können, so dass eine gleichmässige Verteilung der Belastung auf alle Elementarteilchen möglich ist. Durch eine Vernetzung wird die freie Beweglichkeit der Elementarteilchen verhindert, so dass einzelne Teilchen, die zuerst dem Angriff ausgesetzt sind, die ganze Last tragen müssen, so dass an diesen Stellen zuerst die Zerstörung eintritt, die sich dann weiter fortpflanzt.

   Im Gegensatz dazu wird in Regeneratcellulosefasern, die eine wesentlich kleinere Kettenlänge aufweisen, kein grösserer Festigkeitsabfall in trockenem Zustande beobachtet, während die Nassreissfestigkeit durch die infolge der Vernetzung eingetretenen Verringerung der Quellung sogar verbessert wird. 



   Vor der Einlagerung von Harzen und vor der Vernetzung der Cellulose werden Textilien aus Baumwolle meistens einer eine Quellung der Cellulose bewirkenden Behandlung unterworfen, die in Form einer Mercerisation mit Lauge mit oder ohne Spannung ausgeführt wird. Bei dieser Behandlung tritt praktisch keine Verminderung der Reissfestigkeit ein. 



   Erfindungsgemäss wurde beobachtet, dass Textilien aus Baumwolle, bei denen die Cellulose einer stärkeren Depolymerisation ausgesetzt war, durch eine anschliessende Ausrüstung mit Vemetzungsmitteln relativ wenig, bei höherer Depolymerisation überhaupt nicht mehr weiter in der Festigkeit beeinträchtigt wird. Dieser Effekt tritt bei einem Reissfestigkeitsverlust von mindestens   10%   auf.

   Insgesamt besitzt dann das Baumwollgewebe, das vor der Ausrüstung mit den bifunktionellen Vernetzungsmitteln schon eine Festigkeitseinbusse durch eine Depolymerisation erlitten hat, nach der Ausrüstung mit den vernetzenden bifunktionellen Verbindungen eine höhere Reissfestigkeit als ein Gewebe, das ohne vorangegangene stärkere Depolymerisation der Cellulose direkt mit den bifunktionellen Verbindungen ausgerüste wird, sobald man grössere Anforderungen an die Ausrüstungseffekte stellt. So ist es möglich, bei einem Gewebe, das durch eine die Cellulose depolymerisierende Vorbehandlung einen Festigkeits- 
 EMI1.1 
 

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 bei einem gleichartigen Gewebe, dessen Cellulose durch die Vorbehandlung nicht oder nur schwach de- polymerisiert ist, mit einem Festigkeitsverlust von 30 bis 50% infolge der Vernetzung erreicht. 



   Die geregelte, gleichmässige Depolymerisation der Baumwolle-Cellulose kann durchgeführt wer- den, indem man Gewebe einer Behandlung mit Säuren oder Oxydationsmitteln unterwirft. Es kommen auch Methoden in Betracht, bei denen die Cellulose in gewissem   AusmasseinRegeneratcelluloseüber-   führt wird oder zumindest gelöst wird, z. B. Behandlung mit Xanthogenat-Lösung oder Cuoxam-Lösung bzw. mit ammoniakalischer   Cupriamminsalz-Losung   und anschliessender Laugenpassage oder Cuen-Lö- sung. Ferner können die Gewebe mit Metallsalzlösungen, z. B. von Kalziumrhodanid oder Zinkchlorid, die eine lösende Wirkung der Cellulose gegenüber besitzen, behandelt werden. 



   Die Vernetzung erfolgtinderbekannten Weise entweder mit bifunktionellen oder polyfunktionellen
Methylolverbindungen, z. B. mit Dimethylolharnstoff oder   Dimethyloläthylenharnstoff   oder andern
Methylolverbindungen mit Katalysator durch Kondensation bei erhöhter Temperatur oder in gequollenem
Zustand mit stark sauren Lösungen bei Zimmertemperatur. Es können auch die andern bekannten Ver- netzungsverfahren, z. B. mit Chlorhydrinen oder mit Divinylsulfon od. ähnl. Verbindungen angewendet werden. 



     Beispiel l :   Ein Baumwollgewebe, dessen Reissfestigkeit nach einer Mercerisation und Bleiche mit Chlorit 35, 1 kg/5 cm beträgt, wurde mit In Salzsäure mit einem Abquetscheffekt von 70% im- prägniert und bei   700C   getrocknet. Die Reissfestigkeit betrug nach der Säurehydrolyse 27, 2 kg/5 cm. 



   Das derart behandelte Gewebe wurde zusammen mit dem nur mercerisierten und mit Chlorit ge- bleichtem Gewebe mit Dimethylolpropylenharnstoff nach folgendem Ansatz ausgerüstet :
180 g Dimethylolpropylenharnstoff   50% zig   
 EMI2.1 
 Trocknen 5 min bei 1550C kondensiert. 
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<tb> 
<tb> 



  Trocken- <SEP> Nass-Reissfestigkeit
<tb> knitterwinkel
<tb> Nicht <SEP> säurehydrolysiertes <SEP> Gewebe <SEP> 138 <SEP> 135 <SEP> 19, <SEP> 4 <SEP> 
<tb> Säurehydrolysiertes <SEP> Gewebe <SEP> 136 <SEP> 139 <SEP> 24, <SEP> 1 <SEP> 
<tb> 
   Beispiel 2 :   Man imprägniert ein Baumwollgewebe mit einer   zuigen   Natronlaugelösung und anschliessend ohne Zwischentrocknung mit einer Lösung von 30 Teilen Kupfersulfat und 60 Teilen konzentrierter Ammoniaklösung in 300 Teilen Wasser ; dann wird mit   soigner   Schwefelsäure abgesäuert, gespült, neutralisiert, Auch durch diese Vorbehandlung wurden bessere Festigkeiten bei einer anschlie- ssenden Ausrüstung mit Dimethyloläthylenharnstoff im Vergleich zu dem nicht nach obiger Methode vorbehandelten Gewebe erreicht. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften von Textilien aus Baumwolle,   dadurch     gekennzeichnet,   dass diese in irgendeinem Verarbeitungszustande zwischen der Baumwollfaser und fertigem Gewebe, Gewirke, Faservlies u. dgl. einer die Baumwollcellulose depolymerisierenden Behandlung bis zu einem Reissfestigkeitsverlust von mindestens   100/0   unterzogen werden und anschliessend gemäss eines der Verfahren zur Vernetzung der Cellulose mittels bifunktionellen oder polyfunktionellen reaktiven Verbindungen oder zur Erzeugung von Harzen in der Cellulosefaser behandelt werden. 
 EMI2.3 
 dadurch gekennzeichnet,Behandlung der Baumwolle durch Säuren oder Säuren abspaltende oder bildende Verbindungen ausgeführt wird.

Claims (1)

  1. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Depolymerisation der Baumwolle auf oxydativem Wege ausgeführt wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Depolymerisation in Form einer Überführung der nativen Cellulose in Regeneratcellulose stattfindet.
    5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Überführung in Regeneratcellulose durch eine Behandlung mit Cuoxam-Lösung oder einer getrennten Behandlung mit ammoniakalischen Cupriamminsalzlösungen mit Alkalilaugen stattfindet.
    6. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass das Baumwollmaterial mit <Desc/Clms Page number 3> lösend wirkenden Metallsalzlösungen, z. B. Kalziumrhodanid- oder Zinkchlorid-Lösungen, oder mit lösend wirkenden quartären Ammoniumbasen behandelt wird.
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