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Hemmvorrichtung für den Gegenwinder von Selbstspinnern.
Gegenstand vorliegender Erfindung bezieht sich auf eine Hemmvorricbtung für den Gegenwinder von Selbstspinnern, bei der der Gegenwinder mit einem sich in einem Zylinder bewegenden, als Luftdämpfer dienenden Kolben verbunden ist, und die sich von den bekannten Ausführungen dadurch unterscheidet, dass der Luftauslasshahn des Zylinders mit einem Rückschlagventil versehen ist, das den Wiedereintritt der Luft durch den Hahn in den Zylinder verhindert, welche nur stossweise unter Vermittlung des belasteten Lufteinlass- ventiles in den Zylinder eingelassen wird.
Durch diese Anordnung wird bezweckt, dem Faden während der Fahrt eine regelmässige, elastische und stossfreie Spannung zu erteilen und die Wirkung der Wippen und ihrer Gewichte ganz oder teilweise aufzuheben, wodurch ein liötzer erhalten worden soll, der bedeutend fester gewickelt ist, als es mit den be- kannten Einrichtungen möglich ist.
Der Zylinder ist an einem an dem Wagen angelenkten Hebel angeordnet und der Verbindungsarm zwischen Gegenwinder und Kolbenstange greift in eine Kulisse derselben ein. Soll die bereits hervorgehobene Wirkung erzielt werden, dann wird der den Zylinder tragende Hebel und der in die Kulisse der Kolbenstange eingreifende Arm des Gegen-
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Gegenwinders in der Kulisse festhaltende Bolzen oder dgl. gelöst, dann kann sich der Zylinder nach erfolgtem Abschlagen senken und der Gegenwinderarm sich in der Kulisse frei bewegen. Dadurch wird der Gegenwinder der Einwirkung der Hemmvorrichtung entzogen und dem Faden bei der Einfahrt keine Spannung erteilt.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 die Vorrichtung in der Stellung nach vollständig beendeter Ausfahrt, Fig. 2 nach beendeter Einfahrt. Die Fig. 3-7 zeigen die Stellung der Teile, wenn der Stoss der Winder vermieden und die Fäden straff angezogen werden soih ; n. Fig. 8-13 zeigen die Stellung der Teile, wenn nur der Stoss der Winder gegen die Fäden verbindert werden soll. Der Zylinder 1 und sein Kolben 2 sind in bekannter Weise mit einem Lufteinlass-
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schwingt.
Der Hebel 10 ruht auf einer Achse, die von einer Rolle 12 getragen wird, woiche hei df'r V rschiebung des Wagens auf einer zwei geneigte Flächen besitzenden Schiene 13 von irgendwelchem geeigneten Profil mitgenommen wird und so den Hebel und den von ihm getragenen Zylinder 1 hebt und senkt. Der Hebel 10 kann mittels eines Bolzens 14 am Wagen festgestellt werden. Ebenso kann mittels eines zweiten Bolzens zi der Zapfen 16 des am Gegenwinder befestigten Hebels 17 am unteren Ende der Kulisse festgestellt worden.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung für den Fall, dass sowohl der Stoss der Winder beim Abschlagen gemildert, als auch die Spannung des Fadens während des Aufwindens geregelt werden soll, ist in den Fig. 3-7 schematisch dargestellt. Der Bolzen 15 wird eingeschoben, der den Zapfen 1a im unteren Teil der Kulisse 6 unbeweglich feststellt. Der eingesetzte Bolzen 14 stellt den Hebe 10 fest. Das kleine Ventil 9 wird auf seinen Sit/gebracht, und die. Scheibe 7 und die Gewichte 8 worden an dem Ventil 3 aufgehängt.
Fig. 3 zeigt die Stellung der einzelnen Teile vor dem Abschlagen. Während des Ab- schlagens senkt sich der Kolben, drückt die Luft zusammen und diese entweicht durch den Hahn 4 und das sich öffnende Ventil 9. Durch die Drosselung der Luft mittels des Hunes 4 wird der Stoss der Wippen verringert. In Fig. 4 ist die Stellung der Teile nach beendetem Abschlagen dargestellt ; das noch angehobene Ventil 9 lässt den Rest der Luft entweichen, bevor es auf seinen Sitz zurückfällt. Fig. 6 zeigt die Stellung der Teile in der Mitte der Einfahrt und des Aufwickelns.
Der. Gegcnwinder senkt sich und hebt demzufolge den Kolben 2 im Zylinder, das auf seinem Sitz zurückgefallene Ventil 9 hindert die Luft am Eintritt in den Zylinder 1 durch den Hahn 4. Das auf seinen Sitz durch die Gewichte 7 und 8 zurückgehaltene Ventil. 5 hebt sich nur von Zeit zu Zeit, um die zum Ausgleiche der Druckverminderung
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im Zylinder erforderliche Luft einzulassen. Infolge dieser langsam schwindenden Druckverminderung wird der Kolben 2 nach unten gezogen, so dass durch Vermittlung des Lenkers 5 und des Hebels 17 der Gegenwinder auf die aufgewickelten Fäden eine elastische und regelmässige Spannung ausübt und die Wirkung der Wippen und Gewichte ganz oder teilweise ersetzt.
Fig. 6 zeigt die Stellung der Teile am Ende der Einfahrt, ehe der Faden an die Spitze der Spindel geführt. wird. Der Gegenwinder hat sich nahezu vollständig ge-
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im Zylinder herrschende Minderdruck bewirkt die gleiche Spannung der Fäden. Fig. 7 zeigt die Teile in der Stellung, nachdem der Faden bis zur Spitze der Spindel geführt und der Wagen vollständig eingefahren ist.
Der Gegenwinder hat sich mit Hilfe einer an der Spinnmaschine vorgesehenen Vorrichtung vollständig gesenkt und den Faden freigegeben, der somit unmittelbar von den Lioferwalzen nach der Spindelspitze läuft. Der Minderdruck besteht noch immer im Zylinder, aber infolge der schwachen Lufteinströmung durch den Kolben und die Ventile schwindet er während der verhältnismässig lange Zeit dauernden Ausfahrt, so dass der atmosphärische Druck in dem Zylinder im Augenblick des nächsten Abschlagens wieder hergestellt ist.
Wenn die Vorrichtung nur den Stoss der Winder gegen die Fäden beim Abschlagen vorllüton soll, so wird der Bolzen 15 aus der Kulisse 6, der den Hebel 10 feststellende Bolzen 14, die Gewichte 7 und 8 und das Ventil 9 entfernt. Fig. 8 zeigt die Stellung der Teile nach beendeter Ausfahrt des Wagens nach dem Abschlagen. Der Kolben 2 befindet sich im unteren Teil des Zylinders und der Bolzen 16 im unteren Teil der Ku- lisse 6. Fig. 9 zeigt die Stellung der Teile nach dem Abschlagen und nach begonnener Einfahrt. Die RoHe 12 ist den geneigten Teil a der Schiene 13 herabgerollt, der Zylinder 1, der Kolben 2 und der Lenker 5 sind dieser Bewegung gefolgt, so dass der Zapfen 1a des
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kann, wodurch der Gegenwinder vollständig unabhängig von den Kolben 2 wird.
Fig. 10 zeigt die Stellung der Teile während der Einfahrt. Die Rolle 12 beginnt die schräge Ebene b emporzusteigen, wodurch der Zylinder, der Kolben und der Lenker langsam angehoben werden, um der Bewegung des Hebels 17 zu folgen, der emporsteigt, um dem Senken des Gegenwinders zu folgen. Der Zapfen 16 befindet sich also stets frei in der Mitte der Kulisse 6. Fig. 11 zeigt die Stellung der Teile bei beendeter Einfahrt. Das Aufwickeln ist beendet und der Gegenwinder ist in die Stollung gelangt, die er während der Ausfahrt des Wagens einnimmt.
Der Wagen beginnt nunmehr die Ausfahrt, wobei die Rolle 12 den geneigten Teil b
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Zylinder 1 hat sich gleichfalls gesenkt, aber der von dem Zapfen 16 gehaltene Kolben ist unbeweglich geblieben, so dass er in den oberen Teil des Zylinders gelangt il't. In
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emporgestiegen. Der Zylinder und der Kolben worden gehoben, so dass der Zapfen in das untere Ende der Kulisse 6 gelangt. Die Teile befinden sich nun in derjenigen Stellung, in welcher das Abschlagen erfolgen kann, wobei der Gegenwinder und der Kolben in die in Fig. 8 dargestellte Stellung übergehen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Hemmvorrichtung fiir den Gegenwinder von Selbstspinnern, bei der der Gegenwinder mit einem sich in einem Zylinder bewegenden, als Luftdämpfer dienenden Kolben verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftauslasshahn (4) des Zylinders (1) mit einem Rückschlagventil (9) versehen ist, um den Wiedereintritt der Luft in den Zylinder (1) zu verhindern, welche nur stossweise unter Vermittlung des belasteten Lufteinlassventiles (3) in den Zylinder eingelassen wird.