AT260019B - Verfahren zur Herstellung von Farbprüffolien - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Farbprüffolien

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  • Non-Silver Salt Photosensitive Materials And Non-Silver Salt Photography (AREA)

Description


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  Verfahren zur Herstellung von Farbprüffolien 
Farbprüffolien sind an sich bekannt. So hat man bereits auf der Basis des Diazotypie-Prozesses durchsichtige, farblose Folien mit Diazoniumsalzen und Kupplungskomponenten beschichtet und nach der Belichtung unter Farbauszugsbildern in Ammoniak-Atmosphäre zu einem farbigen Bild entwickelt. 



   An den vom Licht nicht getroffenen Stellen entstehen hiebei je nach Wahl der verwendeten Komponen- ten Azofarbstoffe mit bestimmten Farbtönen. Dieses Verfahren konnte sich jedoch im graphischen Ge- werbe nicht in grösserem Mass einführen, weil die gebildeten Azofarbstoffe nicht mit Sicherheit in dem gewünschten Farbton erschienen. 



   Es ist auch bekannt, Farbprüffolien herzustellen, indem man mit Naphthochinondiaziden vorsensibilisierte, mit einer Zwischenschicht versehene Kunststoffolien unter photographischen Negativen belichtet. Als Negativ verwendet man hiebei beispielsweise für die Herstellung der blauen Farbfolie einen in einer Reproduktionskamera aufgerasterten sogenannten Blau-Filmauszug, den man von einem mehrfarbigen Original mit Hilfe eines Blaufilters hergestellt hat. Das Lichtzersetzungsprodukt wird mit einer alkalischen Lösung von der Kunststoffolie entfernt und die darunterliegende, aus einer copolymeren Substanz bestehende Zwischenschicht durch Tauchen in eine wässerige blaue Farbstofflösung blau angefärbt. 



  Schliesslich entfernt man die Diazoschicht von den bildfreien Stellen mit einem organischen Lösungsmittel. Danach wird die Folie em zweites Mal sensibilisiert und unter einem andern   Farb - Filmauszug   belichtet, in analoger Weise entwickelt und mit der entsprechenden Farbe eingefärbt. Die Sensibilisierung, Belichtung, Entwicklung und Einfärbung der Folie wird so oft wiederholt, wie Farbauszüge angefertigt werden sollen. Auch dieses Verfahren, bei dem mehrfache Sensibilisierung von Hand erforderlich und das daher sehr zeitraubend und grossen Fehlerquellen, beispielsweise bezüglich der Schichtdicke, unterworfen ist, hat bisher keine praktische Anwendung gefunden. 



   Man hat auch schon mit Silber sensibilisierte Folien für das Farbprüfverfahren verwendet. Hiebei befindet sich auf dem Träger im allgemeinen eine Gelatineschicht, der ein Oxydationsmittel zugesetzt wurde. Auf diese Schicht wird eine Silberhalogenidschicht mit einem dispergierten Farbkuppler aufgetragen, der an den Bildstellen in die untere Schicht diffundiert und dort einen Farbstoff bildet. Obgleich dieses Verfahren mit sichtbarem Licht arbeitet, ist es wegen der Verwendung von Silberhalogeniden unwirtschaftlich und gegen radioaktive Strahlung sehr empfindlich. Auch ist ein technischer Nachteil darin zu erblicken, dass man den Träger mit zwei übereinanderliegenden Schichten versehen muss. 



   Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung von Farbprüffolien gefunden, durch das die genannten Nachteile weitgehend vermieden werden und das dadurch gekennzeichnet ist, dass man auf die Folie eine Kopierschicht aufbringt, die als Diazoverbindung mindestens eine o-Naphthochinondiazid-Verbinbindung und mindestens einen alkaliechten, in organischen Lösungsmitteln löslichen Farbstoff enthält, und dass man das Kopiermaterial nach der Belichtung mit einer wässerig-alkalischen Flüssigkeit entwickelt, worauf man gegebenenfalls zur Desensibilisierung der an den Bildstellen erhalten gebliebenen lichtempfindlichen Schichten ohne Vorlage nochmals belichtet.

   Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens besteht, wie unten noch näher erläutert wird, darin, dass der beim Farbprüfverfahren bisher erforderliche kostspielige und zeitraubende Maschinenandruck eingespart wird und dennoch ein farben- 

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 treues Gesamtbild erhalten wird. 



   Geeignete   o-Naphthochinondiazide,   die eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit aufweisen, sind bei- 
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 und Nr. 1114705 beschrieben. 



   Die erfindungsgemäss verwendeten Farbstoffe sollen alkaliecht sein,   d. h.   ihr Farbton soll sich unter dem Einfluss von verdünnten alkalischen Lösungen nicht ändern. Sie sollen weiterhin in organischen Lösungsmitteln löslich sein und den für das Farbprüfverfahren gewünschten   Normfarben : Gelb, Purpurrot   und Cyanblau entsprechen. Auch ein genormtes Schwarz ist beim Farbprüfverfahren häufig erforderlich. 



  Bevorzugt verwendet man Farbstoffe, deren Farbton denen der deutschen Industrie-Norm-Farbskala 16508 
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2822),Zaponechtrot BB (C. 2864), Zaponechtrot BE (C. 2845),   Zaponechtfeuerrot B (C. Suppl. 583),   Zaponecht- rot GE (C. Suppl. 584),   Zaponechtgelb G (C.   2827), Zaponechtgelb GR (C. 2823) und Mischungen dersel- ben. 



   Im vorstehenden bedeuten die   mit"C"versehenen   Zahlen hinter den Farbstoffnamen die betref- fenden Seitenzahlen aus Colour Index, Part I, Second Edition 1956, die   mit"CJSuppI* versehenen Zah-   len hinter den Farbstoffnamen die Seitenzahlen aus Colour Index, Part I, Second Edition, Supplement
1963. Fettrot HRR ist ein Azofarbstoff der Summenformel C22   Hg N 0,   hergestellt durch Kupplung von
1 Mol p-Aminoazobenzol mit 1 Mol   ss-Napthol.   Selbstverständlich ist das Verfahren ebensogut geeignet, wenn andere alkaliechte und in organischen Lösungsmitteln lösliche Farbstoffe verwendet werden, deren Farbtöne den in ausserdeutschen Ländern üblichen Normenskalen entsprechen. 



   Das o-Naphthochinondiazid und der Farbstoff werden in einem organischen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch gelöst : und bilden zusammen mit diesem die Beschichtungslösung, die dann nach einer der bekannten Methoden auf den Träger aufgebracht und anschliessend getrocknet wird. Man erhält eine vorsensibilisierte Farbprüffolie. 



   Die Konzentrationen der Farbstoffe in der Beschichtungslösung können in relativ weiten Grenzen von 0, 1 bis   50/0,   vorzugsweise   1-31o,   bezogen auf das Gewicht der Gesamtlösung, schwanken. Das Gewichtsverhältnis zwischen   o-Naphthochinondiazid   und Farbstoff beträgt 1 : 0, 1 - 1 : 5 und vorzugsweise   1 : 0, 5-1 : 2.   Als organische Lösungsmittel sind beispielsweise
Glykoläther, wie Glykolmonomethyläther und   Glykolmonoäthyläther,  
Ester, wie Butylacetat und Amylacetat, Äther, wie Dioxan,
Ketone, wie Methyläthylketon und Cyclohexanon, ferner
Dimethylformamid sowie Mischungen dieser Verbindungen geeignet. 



   Den erfindungsgemässen Schichten können in an sich bekannter Weise Harze, Weichmacher, Aktivatoren und andere für lichtempfindliche Schichten übliche Zusatz- und Hilfsmittel zugesetzt werden, doch sind diese Zusätze für die erfindungsgemässe Herstellung von Farbprüffolien im allgemeinen nicht erforderlich. 



   Als Schichtträger verwendet man glasklare oder weitgehend glasklare Kunststoffolien, die insbesondere auch zur Erzielung einwandfreier Bilder unter den Verfahrensbedingungen möglichst massbeständig sein sollen. Geeignet sind daher in erster Linie Polyesterfolien, besonders biaxial gereckte Folien aus   Polyäthylenterephthalat, Jedoch können mit   ebenfalls gutem Erfolg auch Acetat-, Polyvinylchlorid-und Polyalkylenfolien, beispielsweise   Polyäthylen-und Polypropylenfolien,   verwendet werden. Die Folien   können,   beispielsweise um eine bessere Haftung der Schichten zu erzielen, gegebenenfalls vor der Beschichtung einer Vorbehandlung unterworfen werden. 



   Die beschichteten und anschliessend in bekannter Weise getrockneten vorsensibilisierten Farbprüffolien, die durch den aufgetragenen Farbstoff intensiv gefärbt sind, werden unter einem Diapositiv mit ultraviolettem Licht belichtet. Als Diapositiv verwendet man bevorzugt aufgerasterte positive Silberfilm-Farbauszüge, die man in einer Reproduktionskamera von einem farbigen Original hergestellt hat. 



  Hiebei verwendet man jeweils den dem Farbstoff der vorsensibilisierten Farbprüffolie entsprechenden Farbauszug,   d. h.   man belichtet die Gelbfolie unter dem Silberfilm-Gelbauszug, die Rotfolie unter dem Silberfilm-Rotauszug usw., nacheinander. 



   Nach der Belichtung wird an den bildfreien Stellen das Lichtzersetzungsprodukt zusammen mit dem 

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Farbstoff mit einer meist 0,   5-51eigen   wässerigen, schwach alkalischen Lösung abgelöst. Als alkalische
Substanzen verwendet man beispielsweise Alkalisilikate, Alkaliphosphate, Alkalicarbonate und/oder organische Basen, wie Äthanolamine, Alkylamine und Alkylendiamine. Nach dem Trocknen der entwickelten Folien erhält man Farbbilder, die beim passgenauen Übereinanderlegen der cyanblauen, purpurroten, gelben und schwarzen Farbauszug-Folie entweder dem mehrfarbigen Original genau entsprechen oder aber eine schnelle Korrektur der Silberfilme durch eine der bekannten Nachbehandlungen ermöglichen. 



   Der Vorteil des   erfindungsgemässen   Verfahrens, bei dem erstmals o-Naphthochinondiazide in Gegenwart alkaliechter Farbstoffe für die Herstellung vorsensibilisierter lagerfähiger Farbprüffblien verwendet werden, besteht erstens darin, dass der bisher erforderliche kostspielige und zeitraubende Maschinendruck im Offset- und vielfach auch im Tief- und Hochdruck eingespart werden kann. Zweitens gewinnt man in der Druckerei sehr rasch ein Bild von dem bei dem späteren Druck zu erwartenden Farbton und kann diesen sofort korrigieren, ohne dass man-wie es bisher häufig erforderlich war-einen bereis angelaufenen Seriendruck stoppen muss, was mit Material-, Zeit- und Energieverlusten verbunden ist. 



   Die blauen Farbfolien sind auch als Anhaltskopien verwendbar. Bekanntlich verfährt man bei der Reproduktion farbiger Originale im Offset-, Tief- und Hochdruck üblicherweise so, dass man zunächst das mit Passerkreuzen versehene Original mittels einer Reproduktionskamera durch ein Raster hindurch auf Silberfilm drei-oder viermal hintereinander belichtet. Beispielsweise verwendet man bei einer Aufnahme ein Blaufilter, bei der zweiten ein Gelbfilter und bei der dritten ein Rotfilter, und meistens macht man dazu noch eine vierte Aufnahme ohne Farbfilter. Nach der Entwicklung der Filme erhält man die Silberfilmfarbauszüge. Jeder dieser Farbauszüge dient als Vorlage für die Belichtung jeweils einer lichtempfindlichen Druckplatte.

   Nach der Entwicklung der Druckplatten erhält man die den vier Silberfilmfarbauszügen entsprechenden Druckformen, von denen dann beispielsweise in einer Mehrfarbendruckmaschine gedruckt werden kann. 



   Die Belichtung der Druckplatten muss sehr sorgfältig durchgeführt werden, damit die resultieren- 
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 trocknet. Vorteilhaft belichtet man ein zweites Mal ohne Vorlage, wodurch das an den Bildstellen noch lichtempfindliche o-Naphthochinondiazid ausgebleicht wird. Man erhält so ein positives, lagerfähiges, blau gefärbtes Bild der   Silberfilm-Vorlage,   dessen Farbton dem des Norm-Blau nach DIN 16508 entspricht. 
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2 : Manäther und beschichtet mit dieser Lösung eine   50   dicke Polyesterfolie, wie in Beispiel 1 beschrieben. 



   Für das Farbprüfverfahren wird die gelb gefärbte Folie unter dem entsprechenden Silberfilm-Gelbauszug belichtet und mit einer Lösung von   5%Triäthanolamin   und   20% Glykol   in Wasser entwickelt, gespült und getrocknet. 



   Man erhält ein positives, gelb gefärbtes Bild der Silberfilm-Vorlage, dessen Farbton dem des NormGelb nach DIN 16508 entspricht. 



   Beispiel 3 : Man löst   1 g 2'- [Naphthochinon- (1, 1) -diazid- (2) -sulfonyloxy- (5) ]-3', 4'- dihy-   droxy-benztropolon   (hergestellt nach DBP 1124817, Beispiel l) und 0, 5 g Zaponecht BB, wie in Beispiel   2 angegeben, und stellt mit dieser Lösung eine rotgefärbte   Farbpraffolie   nach den Angaben des Beispieis 1 her. Der Farbton des Bildes entspricht dem Norm-Rot nach DIN 16508. 



   Beispiel 4 : Man löst 1 g 2',2"-Bis-[naphthochinon-(1,2)-diazid-(2)-sulfonyloxy-(5)]-dina-   phthyl- (l', l")-methan (hergestellt nach DBP 865109, Beispiel 6), 0, 2   g eines Phenol-FormaldehydNovolaks und 1 g Fettschwarz HB nach den Angaben des Beispiels 1und stellt damit eine schwarz gefärbte Farbprüffolie analog Beispiel 1 her. 



   Wenn man die nach den Beispielen 1 - 4 hergestellten Farbprüffolien passgenau übereinanderlegt, entsteht ein dem Original der Silberfilm-Auszüge entsprechendes farbengetreues Duplikat.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Farbprüffolien auf photomechanischem Wege durch Aufbringen einer eineDiazoverbindung enthaltendenKopierschicht auf eine weitgehend durchsichtige und farblose Kunststoff-Folie, Belichten der Kopierschicht unter einem Farbauszugbild und Entwickeln der belichteten Schicht zum farbigen Bild, dadurch gekennzeichnet, dass man auf die Folie eine Kopierschicht aufbringt, die als Diazoverbindung mindestens eine o-Naphthochinondiazid-Verbindung und mindestens einen alkaliechten, in organischen Lösungsmitteln löslichen Farbstoff enthält, und dass man das Kopiermaterial nach dem Belichten mit einer wässerig-alkalischen Flüssigkeit entwickelt, worauf man gegebenenfalls ohne Vorlage nochmals belichtet.
AT1012164A 1963-12-03 1964-11-30 Verfahren zur Herstellung von Farbprüffolien AT260019B (de)

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