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Verfahren und Vorrichtung zum Feststellen des Interesses
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Feststellen des Interesses des Lesers einer Druck- schrift od. dgl. oder des Beschauers einer stationären, räumlichen Darbietung, z. B. eines Schaufensters, an den einzelnen Gegenständen dieser Druckschrift bzw. Darbietung, bei welchem der Testperson zunächst ein Gesamtüberblick über die Art sämtlicher dargebotener Gegenstände, z.
B. über die Artikel- überschriften einer Zeitungsseite, vermittelt und sodann die Möglichkeit gegeben wird, zwecks eingehender Betrachtung jeweils einen einzigen dieser Gegenstände deutlich sichtbar werden zu lassen, wobei die Reihenfolge der zur Einzelbetrachtung ausgewählten Gegenstände und wenigstens annähernd die für jeden desselben aufgewendete Zeitspanne selbsttätigt registriert wird, nach Patent Nr. 245826.
Wenn Objekte zu beurteilen sind, die nicht in einer einzigen Darbietung zur Gänze nebeneinanderliegen, z. B. mehrere Seiten umfassende Zeitungen oder Druckschriften, Bildfolgen od. dgl., so werden Teile eines solchen Objektes, z. B. die einzelnen Seiten der Zeitung, nacheinander der Beurteilung unterworfen. Der Gesamtüberblick, welcher der Testperson zuerst ermöglicht wird, beschränkt sich in diesen Fällen jeweils auf jenen Teil, dessen Ausschnitte oder einzelne Gegenstände anschliessend getestet werden sollen.
Ein solches Verfahren ist in einfacher Weise realisierbar, die nichtsdestoweniger Aufschluss über das zu ermittelnde Interesse gibt. Es genügt, das Verfahren nach dem Stammpatent insoferne auszugestalten, als erfindungsgemäss die dargebotenen Gegenstände auf einer Bildfläche abgebildet werden, die Testperson die Möglichkeit hat, die Abbildung auf jeweils einen der Gegenstände zu beschränken und dessen Abbildungsgrösse einzustellen, und die von der Testperson für jeden dieser Gegenstände eingestellte Vergrösserung festgehalten wird.
Vorrichtungen zur Durchführung dieses Verfahrens bestehen im Einklang mit der Erfindung aus einer an sich bekannten Einrichtung zum Entwerfen von Bildern und einem auf einer Seite des festen oder quer zu seiner optischen Achse verschiebbaren Abbildungsorgans senkrecht zu dieser Achse angeordneten und von ihr durchsetzten Bildschirm, z.
B. einer Mattscheibe, einem ebenfalls von der optischen Achse durchsetzten, jedoch auf der andern Seite des Abbildungsorgans befindlichen Gegenstandsträger, einer festen oder bei verschiebbarem Abbildungsorgan mit diesem verschiebbaren Bildfeldblende mit veränderbarem Öffnungsquerschnitt, einer Aufzeichnungseinrichtung mit einem dem Gegenstand eindeutig zugeordneten Aufzeichnungsträger und einer Testlichtquelle, die bei festem Abbildungsorgan fest, bei verschiebbarem Abbildungsorgan mit diesem und der Bildfeldblende auf Querbewegungen gekuppelt ist, zur Aussendung eines Strahlenbündels, das bei jeder Relativlage zwischen Gegenstand und Testlichtquelle auf dem Aufzeichnungsträger eine Markierung zum Festhalten der Reihenfolge der Betrachtung und des dabei angewendeten Vergrösserungsmassstabes erzeugt.
Die Erfindung ist im folgenden an Hand zweier beispielsweiser Ausführungsformen näher erläutert, die in den Fig. 1 und 2 der Zeichnungen in schematischer Darstellung veranschaulicht sind.
Die in Fig. 1 in einer einfachen Prinzipskizze wiedergegebene Vorrichtung weist einen festen, ebenen oder auch leicht gewölbten Bildschirm B auf, z. B. eine in einem Rahmen gefasste Mattscheibe aus Glas oder einem andern transparenten Material, das eine Betrachtung von auf der Rückseite ent-
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worfenen Bildern zulässt.
Vor dem Bildschirm steht eine Einrichtung zum Entwerfen solcher Bilder, Diese Einrichtung enthält eine Kammer, in der eine Beleuchtungseinrichtung untergebracht ist, und die eine Vorderwand V und eine Hinterwand H besitzt. Die Beleuchtungseinrichtung kann aus einer Anzahl, z. B. aus zwei Lichtquellen IS, L2 bestehen, die an der Vorderwand befestigt sein können. An der Vorderwand ist ein Stutzen S fest aufgesetzt, in dem ein Objektiv 0 verschiebbar geführt ist. Die Objektivachse ist demnach gegenüber der Kammer unveränderlich festgelegt. Der Abstand des Bildschirmes B von der Vorderwand V bzw. dem Objektiv 0 ist zur Einstellung der Bildschärfe änderbar. Ein Balgen zwischen Vorderwand und Schirm verhindert einen unerwünschten Lichtzutritt aus der Umgebung.
An der dem Objektiv zugekehrten Seite der Hinterwand H ist eine Bildfeldblende D, auf der andern Seite ein Gegenstandsträger G angeordnet, der quer zur Objektivachse verstellbar, vorzugsweise in zwei zueinander senkrechten Richtungen verschiebbar ist, so dass jeder Punkt des Gegenstandes in die Achse -des Objektivs und damit in die Mitte des Bildschirmes B gebracht werden kann. Die Bildfeldblende D überdeckt nur einen Ausschnitt des gesamten von dem Objektiv auf den Bildschirm abbildbaren Gegenstandes G und ist in den Strahlengang einführbar bzw. aus diesem entfernbar.
Wird ein Objektiv verwendet, das ein reelles Zwischenbild erzeugt, so kann an Stelle einer am Ort des Gegenstandes befindlichen Bildfeldblende am Ort des Zwischenbildes eine ein-und ausrückbare Blende angeordnet sein. Hinter dem Gegenstandsträger ist eine Testlichtquelle L fest angeordnet, die ein sehr enges Lichtbündel aussendet, dessen Achse die Hinterseite des Gegenstandes in dem Schnittpunkt oder wenigstens in Nähe des Schnittpunktes der optischen Achse trifft. Die Achse dieses Lichtbündels istvorzugsweise im wesentlichen parallel zur Objektivachse orientiert.
Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens mit dieser Vorrichtung wird als Gegenstand das zu testende Material oder eine Abbildung desselben in den Gegenstandshalter G eingelegt, der sich in seiner gebenüber der Objektivachse ausgefluchteten Ausgangsstellung befindet, und die Bildfeldblende aus dem Strahlengang entfernt bzw. durch eine grössere ersetzt, die den Gesamtüberblick ermöglicht, welcher der Testperson zunächst dargeboten werden soll.
Nach dem Verstreichen einer bestimmten Zeitspanne wird die Bildfeldblende D in den Strahlengang eingerückt und hiedurch die Beobachtbarkeit des Testgegenstandesauf einen Ausschnitt eingeschränkt, der einem der zu testenden Details dieses Gegenstandes entspricht. Durch Verschieben des Gegenstandshalters G kann die Testperson jenes Detail auswählen, das während des Überblickes ihre Aufmerksamkeit am meisten in Anspruch genommen hat.
Die Identifizierung dieses Details geschieht mit Hilfe der Testlichtquelle L und eines hinter den Testgegenstand verlegten und mit diesem bewegbaren, lichtempfindlichen Aufzeichnungsträgers A, z. B. einer an der Rückseite des Testgegenstandes aufgebrachten lichtempfindlichen Schicht. Das enge Strahlenbündel, das von der Testlichtquelle ausgeht, trifft diese Schicht in einem kleinen Bereich und zeichnet eine der Bewegung des Testgegenstandes entsprechende Bahn auf, die nach dem Entwickeln sichtbar wird. Es versteht sich, dass zur Herstellung einer Lichtmarke auf der lichtempfindlichen Schicht auch eine kleine, von der Testlichtquelle ausgeleuchtete Blende mittels einer Optik abgebildet werden kann.
Im übrigen kann die lichtempfindliche Schicht auch neben, über oder unter dem Gegenstand anordnet sein, solange sie mit diesem auf Bewegung gekuppelt ist und zufolge der entsprechend veränderten Anordnung der Testlichtquelle L deren ausgesendetes Lichtbündel die Schicht trifft.
Zur Feststellung des zweiten zur Erkundung des Interesses gewählten Kriteriums, nämlich der eingestellten Abbildungsgrösse, ist der Abbildungsmassstab änderbar. Zu diesem Zweck wird entwederein Objektiv 0 mit änderbarer Vergrösserung verwendet oder es sind zwei oder mehrere, gegeneinander leicht auswechselbare Objektive, z. B. ein Objektivrevolver oder ein Objektivschlitten vorgesehen. An die Qualität der zur Betrachtung des Gegenstandes erforderlichen Abbildung brauchen meistens keine besonderen Anforderungen gestellt zu werden, so dass mit üblichen und billigen Objektiven das Auslangen zu finden ist.
Nach Auswahl des sie interessierenden Details wird die Testperson die ihr notwendig scheinende Vergrösserung einstellen und zu diesem Zwecke jeweils eines von mehreren Objektiven in den Strahlengang bringen bzw. die Objektivvergrösserung ändern.
Die seitens der Testperson gewählte Vergrösserung kann mittels der Testlichtquelle festgestellt werden. Dies kann in einfachster Weise geschehen, wenn die Intensität des ausgesendeten Lichtbündels in Abhängigkeit von der eingestellten Vergrösserung, sei es mit Hilfe einer Aperturblende oder durch Beeinflussung der Leuchtdichte der Lichtquelle, änderbar ist.
Im letztgenannten Falle genügt es, in den Stromkreis der als elektrische Glühlampe ausgebildeten
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Testlichtquelle L einen änderbaren Vorschaltwiderstand einzubauen, dessen Widerstand mit einem Mechanismus einstellbar ist, dessen Betätigung mit dem Mechanismus zum Ändern der Vergrösserung zwangsläufig gekuppelt ist.
Die von der Auftreffstelle des Lichtbündels bzw. einer Lichtmarke auf der lichtempfindlichen
Schicht beschriebene Bahn wird dann nach dem Entwickeln aus aneinanderschliessenden Abschnitten verschiedener Schwärzung bestehen und derart einen Schluss auf die verwendete Vergrösserung erlauben. Anstatt der Intensität der auf die lichtempfindliche Schicht auffallenden Strahlung kann aber auch der Querschnitt des Lichtbündels oder die Grösse der Lichtmarke in Abhängigkeit von der Vergrösserung änderbar sein. Es ist oben erwähnt, dass die Lichtmarke das Bild einer Blende sein kann.
Ist die Grösse dieser Blende veränderlich und die jeweilige Blendengrösse von der eingestellten Vergrösserung abhängig gemacht, so ergibt sich auf der lichtempfindlichen Schicht eine Bahn variabler Breite, und diese Breite zeigt die jeweils verwendete Vergrösserung an. Auf diese Weise lassen sich die Einflüsse trennen, mit welchen Intensität und Verweilzeit zur Entstehung der Schwärzung beigetragen haben können.
Es sei erwähnt, dass die Vergrösserung in derselben Weise auch mit einereigenen Beleuchtungsein- richtung feststellbar ist. Auf der lichtempfindlichen Fläche entstehen dann zwei miteinander punktweise korrespondierende Bahnen, von welchen die von der Testlichtquelle herrührende die Identifizierung der betrachteten Details, die Reihenfolge und Dauer ihrer Betrachtung, die von der zweiten Beleuchtungseinrichtung herrührende Bahn das Erkennen der Vergrösserung erlaubt.
In Fig. 2 ist eine andere Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung in einem Prinzipbild gezeigt, Auch diese Vorrichtung weist einen Bildschirm B sowie eine Einrichtung zum Entwerfen von Bildern, mit einem Objektiv 0, einem Gegenstandsträger G und einer Bildfeldblende D auf, die nebst Lichtquellen Ll und L, in der oben beschriebenen Weise angeordnet sind. Abweichend von der Vorrichtung nach Fig. l ist das Objektiv quer zu seiner Achse verschiebbar, also der Objektivstutzen S z. B. mittels eines Kreuzschlittens K verstellbar, der an der Vorderwand V aufgesetzt ist. Aber auch die zur Abgrenzung eines Details des Testgegenstandes dienende Bildfeldblende D sowie die Testlichtquelle L sind mit dem Objektiv auf Mitnahme bei dessen Querbewegungen verbunden.
Ein Mechanismus, der eine gemeinsame Bewegung von Objektiv, Blende und Testlichtquelle bewirkt, kann aus drei oder vier Parallellenkern P bestehen, deren eine Enden am Rand des Bildschirmes B angelenkt sind und mit deren andern Enden sowohl die Halterungen für das Objektiv und für die Testlichtquelle gelenkig verbunden sind. Die Blende ist dann z. B. auf der Halterung der Testlichtquelle befestigt.
Die Kammer steht fest und die Wahl des von der Bildfeldblende festgelegten Bildausschnittes erfolgt durch eine Bewegung des Objektivs und der mit ihm auf Querbewegung gekuppelten Bildfeldblende. Da sich diese Kupplung auch auf die Testlichtquelle erstreckt, ist die Aufzeichnung einer mit den Bildausschnitten korrespondierenden Markierung auf einem Aufzeichnungsträger gewährleistet.