AT253477B - Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen - Google Patents

Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen

Info

Publication number
AT253477B
AT253477B AT870863A AT870863A AT253477B AT 253477 B AT253477 B AT 253477B AT 870863 A AT870863 A AT 870863A AT 870863 A AT870863 A AT 870863A AT 253477 B AT253477 B AT 253477B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
stabilizing
catechol
chlorinated hydrocarbons
stabilization
Prior art date
Application number
AT870863A
Other languages
English (en)
Original Assignee
Solvay
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Solvay filed Critical Solvay
Application granted granted Critical
Publication of AT253477B publication Critical patent/AT253477B/de

Links

Landscapes

  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Epoxy Compounds (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen 
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen, insbesondere von Trichloräthylen und Perchloräthylen, und bezweckt eine Zersetzung dieser Produkte und die gleichzeitige Bildung von Oxydationsprodukten im Verlaufe der Lagerung oder des Gebrauches dieser Produkte zu vermeiden. 



   Es ist bekannt, dass unter der Einwirkung von Wärme und Sauerstoff chlorierte Kohlenwasserstoffe eine Oxydation erfahren, die durch verschiedene Mittel, wie Licht und gewisse Metallsalze, insbesondere Eisen-, Aluminium-und Magnesiumsalze, katalysiert wird. 



   Zur Verlangsamung dieser Oxydation wurde bereits vorgeschlagen, den chlorierten Kohlenwasserstoffen geringe Mengen verschiedener Produkte, wie Alkohole, anorganische oder organische basische Stoffe, Phenole, epoxydierte Verbindungen usw. zuzusetzen. Dabei wurden auch Brenzcatechin und andere Diphenole für sich allein zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen mit niederem Molekulargewicht beschrieben, vgl. deutsche Patentschrift Nr. 573105 und USA-Patentschrift Nr. 2,   008. 680.   



   Man ist dann auch dazu übergegangen, zwei oder mehrere stabilisierende Mittel, die eine synergistische Wirkung ausüben, zuzusetzen. So wurde in der belgischen Patentschrift   Nr. 562288   gezeigt, dass durch gleichzeitige Zugabe von Phenol und einer Epoxyverbindung überlegene Resultate im Vergleich zur Summe der Stabilisationseffekte, die die beiden Bestandteile für sich allein ergeben, erzielt werden. 



  Diese Wirkung tritt jedoch nur ein, wenn man als Phenolverbindung Hydroxybenzol benutzt, nicht aber bei Verwendung von höheren Phenolen, wie Kresolen oder Thymol. 



   Eine weitere Kombination von Stabilisierungsmitteln, die in der deutschen Auslegeschrift   1138387   beschrieben ist, bezieht sich auf die Verwendung von Epoxyverbindungen und Phenolen, wie Thymol, zusammen mit einem Aldehydhydrazon, wobei das Vorhandensein des Aldehydhydrazons einen synergistischen Effekt gegenüber der Kombination Epoxyverbindungen und Phenolen allein ergibt. 



   Es wurde nun gefunden, dass in einem besonderen Fall, nämlich für die binäre Kombination von Brenzcatechin als höherem Phenol und Glycid als Epoxyverbindung, die mindestens eine weitere sauerstoffenthaltende funktionelle Gruppe in Molekül enthält, überraschenderweise bereits ein hoher synergistischer Effekt eintritt. Dieser Effekt wird auch, wie weitere Untersuchungen gezeigt haben, durch Hinzufügen von Aldehydhydrazon zu der Kombination von Brenzcatechin und Glycid nicht mehr in synergistischer Weise gesteigert, die Zersetzungsbeständigkeit bleibt vielmehr praktisch auf gleicher Höhe. 



  Das erfindungsgemässe Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen, wie Trichlor- äthylen, Perchloräthylen od. dgl., ist somit durch die Anwendung eines binären Gemisches von Glycid und Brenzcatechin gekennzeichnet und beruht auf den ganz spezifischen Eigenschaften dieses speziellen Gemisches. Von den synergistischen Mischungen gemäss der Erfindung geben schon solche mit sehr geringen Mengen an Brenzcatechin gute Resultate. 



   Die stabilisierende Wirkung von verschiedenen Verbindungen und Verbindungssystemen, die zur Verbesserung der Beständigkeit der chlorierten Kohlenwasserstoffe gegen Zersetzung benutzt werden, wird durch einen   Laboratoriumsschnellversuch   veranschaulicht, der in folgender Weise ausgeführt wird : 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
150 ml Trichloräthylen und ein Probestück aus Aluminium werden in einen Kolben von 300 ml eines Soxhlet-Extraktionsapparates eingebracht, der mit einem Extraktor von 65 ml versehen ist. Der Kolben wird elektrisch erwärmt und das Trichloräthylen unter Rückfluss bei konstanter Geschwindigkeit schnell zum Sieden gebracht, wobei die Apparatur von einem Sauerstoffstrom durchstrichen und mit einer Fluoreszenzlampe vom Typ "Blue actinic" bestrahlt wird.

   Während der ganzen Versuchsdauer wird die Geschwindigkeit der Freisetzung von sauren Dämpfen am Ausgang der Apparatur gemessen. Diese Geschwindigkeit, die zu Beginn sehr gering ist, wird plötzlich sehr hoch, wobei gleichzeitig das Trichloräthylen schwarz wird und sich in eine schwarze teerartige Masse umwandelt. Die Beständigkeit von Trichlor- äthylen bei diesem Versuch wird durch die in Stunden ausgedrückte Zeit gemessen, die vom Versuchsbeginn an gezählt wird, sobald die Probe zum Sieden gebracht ist, bis zu dem Zeitpunkt, in welchem die Freisetzung von Säure plötzlich sehr rasch wird und   15. 10 -3 gMol/h   überschreitet. 



   In der nachfolgenden Tabelle 1 ist die Zersetzungsbeständigkeit (in h) von nicht stabilisiertem Trichloräthylen und von Trichloräthylen, das mit verschiedenen Phenol- und/oder Epoxyverbindungen stabilisiert wurde, gegenübergestellt. 



   Tabelle 1 : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Stabilisieren <SEP> von <SEP> Trichloräthylen
<tb> Stabilisierungsmittel <SEP> (Mengen <SEP> in <SEP> mgtl <SEP> Zersetzungbeständigkeit
<tb> Phenolverbindung <SEP> Epoxyverbindung <SEP> in <SEP> h
<tb> 22
<tb> Epichlorhydrin <SEP> (1500) <SEP> 87
<tb> Phenol <SEP> (200)-95
<tb> Phenol <SEP> (200) <SEP> Epichlorhydrin <SEP> (1500) <SEP> 294
<tb> e-Kresol <SEP> (200)-130
<tb> o-Kresol <SEP> (200) <SEP> Epichlorhydrin <SEP> (1500) <SEP> 218
<tb> p-Kresol <SEP> (200)-124
<tb> p-Kresol <SEP> (200) <SEP> Epichlorhydrin <SEP> (1500) <SEP> 164
<tb> Thymol <SEP> (100)-35
<tb> Thymol <SEP> (100) <SEP> Epichlorhydrin <SEP> (1500) <SEP> 82
<tb> Brenzcatechin <SEP> (50)-186
<tb> Brenzcatechin <SEP> (50) <SEP> Epichlorhydrin <SEP> (1500) <SEP> 157
<tb> Glycid <SEP> 42
<tb> Brenzcatechin <SEP> (50)

   <SEP> Glycid <SEP> 314
<tb> 
 
Die Ergebnisse dieser Versuche zeigen an Hand der Zahlen in der letzten Spalte den synergistischen Effekt, der durch die Verwendung eines Gemisches von Glycid und Brenzcatechin gegenüber dem Summeneffekt erzielt wird, der auf Grund der Einzelwerte von Glycid und von Brenzcatechin zu erwarten wäre. Aus den andern Werten in Spalte 3 der Tabelle ist zu folger, dass, mit Ausnahme des Hydroxybenzols, zwischen Phenolen (einschliesslich Brenzcatechin) und Epichlorhydrin als Epoxyverbindung, die keine weitere sauerstoffenthaltende Gruppe aufweist, kein synergistischer Effekt auftritt. Die Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens führt daher zu neuen und überraschenden Ergebnissen. 



   Die Mengen der einzusetzenden stabilisierenden Stoffe liegen im allgemeinen zwischen 0,01 und 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 0, 5 g/l für das Brenzcatechin und zwischen 0, 5 und 10   g/l   für das Glycid. Die Anteile, die für das Glycid am vorteilhaftesten erscheinen, liegen zwischen 1, 5 und 5 g, bezogen auf 11 des zu stabilisierenden chlorierten Kohlenwasserstoffes. Was den Brenzcatechinanteil betrifft, so führen tatsächlich schon so niedrige Mengen, wie 25 mg/l, zu einer guten Stabilität, was auf die wechselseitige synergistische Wirkung der beiden Bestandteile und nicht auf die Aktivität des   Diphenols allein zurückzuführen   ist. 



   Gewünschtenfalls kann man der erfindungsgemässen Kombination von stabilisierenden Substanzen andere bekannte Verbindungen zusetzen, insbesondere anorganische oder organische Substanzen mit alkalischer Reaktion, die den Ausgangs-pH-Wert des chlorierten Kohlenwasserstoffes modifizieren. 



   Die stabilisierenden Zusammensetzungen gemäss der Erfindung sind besonders wirksam im Falle der Stabilisierung von Trichloräthylen. Sie können jedoch ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen, zur Stabilisation von Perchloräthylen und von andern chlorierten Kohlenwasserstoffen benutzt werden, wie Chlormethanen, Dichloräthanen, Trichloräthanen, Dichloräthylenen, Allylchlorid, Chlorpropanen, Chlorpropenen usw. und deren Gemischen. 



   Nachstehend wird die stabilisierende Wirkung der erfindungsgemässen binären Gemische am Beispiel von Perchloräthylen gezeigt, die in folgender Weise untersucht wurde :
150 ml Perchloräthylen und ein Probestück aus niedrig gekohltem Stahl (50 X 10 X 1, 2 mm) werden in einen Kolben von 300 ml eines Soxhlet-Extraktionsapparates eingebracht, der einen Extraktor von 65 ml aufweist. Ein zweites Probestück desselben Stahles (50 X 10 X 1, 2 mm) wird in den Extraktor gegeben. Der Kolben wird elektrisch erwärmt und das Perchloräthylen unter Rückfluss bei konstanter Geschwindigkeit schnell zum Sieden gebracht, wobei die Apparatur mit einer Fluoreszenzlampe vom Tageslichttypus bestrahlt und gleichzeitig von einem schwachen Sauerstoffstrom durchstrichen wird. Die Regelung der Heizung erfolgt in der Weise, dass sich der Extraktor alle 60 min entleert. 



   Nach 48 h wird der Versuch unterbrochen. Die gebildete Säuremenge wird in einem wässerigen Extrakt bestimmt, der durch Vermischen von 1 Raumteil   Perchloräthylen   mit 1 Raumteil entmineralisiertem Wasser erhalten wird. Die gefundene Azidität wird in   Milliäquivalenten HCl/l Perchloräthylen   ausgedrückt. 



   Die bei diesen Versuchen mit binären Stabilisierungssystemen erhaltenen Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 2 zusammengestellt. 



   Tabelle 2 : 
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> Stabilisierung <SEP> von <SEP> Perchloräthylen
<tb> binäres <SEP> Stabilisierungssystem <SEP> (Mengen <SEP> in <SEP> mg/l)
<tb> Azidität
<tb> Phenolverbindung <SEP> Epoxyverbindung <SEP> (mVal <SEP> HCl)
<tb> Brenzcatechin <SEP> (25) <SEP> 2, <SEP> 3-Epoxybutan <SEP> (500) <SEP> 456
<tb> Brenzcatechin <SEP> (25) <SEP> Diisobutylenoxyd <SEP> (500) <SEP> 8, <SEP> 2 <SEP> 
<tb> p-tert.-Butylcatechin <SEP> (60) <SEP> Epichlorhydrin <SEP> (500) <SEP> 206
<tb> Brenzcatechin <SEP> (25) <SEP> Glycid <SEP> (500) <SEP> 0 <SEP> 
<tb> 
 
Zu dieser Tabelle ist ergänzend zu bemerken, dass die einzelnen Komponenten der untersuchten binären Zusammensetzungen bei alleiniger Verwendung in den vorstehend angegebenen Mengen sehr schlechte Stabilisierungswerte in einer Grössenordnung von mehreren hundert Milliäquivalenten HC1 ergeben.

   Aus der letzten Zeile der Tabelle geht die Überlegenheit des synergistischen Gemisches von Glycid und Brenzcatechin gemäss der Erfindung gegenüber den andern binären Gemischen klar hervor. 

**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen, insbesondere von Trichlor- äthylen oder Perchloräthylen, mit einer Epoxyverbindung und ein Phenol enthaltenden Gemischen, d adurch gekennzeichnet, dass ein Gemisch von Glycid und Brenzcatechin als Stabilisierungsmittel eingesetzt wird. <Desc/Clms Page number 4>
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man je Liter des zu stabilisierenden chlorierten Kohlenwasserstoffes 0, 01-0, 5 g Brenzcatechin und 0, 5-10 g Glycid verwendet.
AT870863A 1963-02-12 1963-10-30 Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen AT253477B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
BE253477X 1963-02-12

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT253477B true AT253477B (de) 1967-04-10

Family

ID=3866614

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT870863A AT253477B (de) 1963-02-12 1963-10-30 Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT253477B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2804449A1 (de) Verfahren zum inhibieren der polymerisation einer leicht polymerisierbaren aromatischen vinylverbindung
DE1106954B (de) Gegen die Einwirkung von ultraviolettem Licht stabilisierte Formmasse aus Polyolefinen
DE1193937B (de) Stabilisierung von chlorierten ungesaettigten Kohlenwasserstoffen
DE2449667C3 (de) Stabilisiertes Perchloräthylen
AT253477B (de) Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen
DE1593396A1 (de) Verfahren zum Stabilisieren von halogenierten Kohlenwasserstoffen,insbesondere chlorierten aliphatischen Kohlenwasserstoffen
DE1277513B (de) Verfahren zum Herstellen von Fasern oder Faeden aus Poly-ª‡-olefinen
DE1016264B (de) Verfahren zum Stabilisieren von fluessigen organischen Verbindungen
DE881651C (de) Verfahren zum Reinigen von Acrylnitril
DE1235881B (de) Verfahren zur Herstellung von Formaldehyd
DE2008617A1 (de) Stabilisiertes Trichloroäthylen
DE2627989C2 (de) Stabilisierung von Trichloräthylen und von Tetrachloräthylen sowie stabilisiertes Trichloräthylen und stabilisiertes Tetrachloräthylen
DE1418198B1 (de) Verfahren zur gleichzeitigen und selektiven katalytischen Umwandlung von Acetylenkohlenwasserstoffen und Butadien in Olefine
AT209884B (de) Verfahren zur Stabilisierung chlorierter Kohlenwasserstoffe
DE1266298B (de) Stabilisierung von Trichloraethylen oder Perchloraethylen
AT209883B (de) Verfahren zur Stabilisierung von chlorierten Kohlenwasserstoffen
DE2716534A1 (de) Verfahren zur stabilisierung von methylenchlorid
DE2126246C2 (de) Farbstabilisiertes raffiniertes Maleinsäureanhydrid
EP0033782B1 (de) Stabilisiertes Trichloräthylen
DE1618950C3 (de) Stabilisierung von Trichloräthylen und Perchloräthylen und stabilisiertes Trichloräthylen und Perchloräthylen
DE750609C (de) Verfahren zum Polymerisieren eines wenig polymerisationsfreudigen Vinylacetats
DE1244161B (de) Stabilisierung von Vinylacetat bei der Destillation
AT150994B (de) Verfahren zur Herstellung von mattierten Kunstseidefasern.
DE2149531C3 (de) Verfahren zur Abtrennung geringer Mengen Naphthalin von Phenol
DE1220410B (de) Stabilisierung von Trichloraethylen und Perchloraethylen