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Elektrische Weichenstellvorrichtung Weichenstellvorrichtungen für elektrische Strassenbahnen werden in der Regel durch den Fahrstrom dadurch betätigt, dass ein in die Fahrleitung eingebautes Kontaktsystem entweder mit oder ohne Fahrstrom befahren wird. Bei den bekannten Systemen dieser Art werden die Weichenstellmagnete über Oberleitungskontakte an den Fahrdraht geschaltet. Bei Federzungenweichen, die in immer grösserem Umfang verwendet werden, sind Weichenstellmagnete mit hoher Zugkraft und daher mit grosser Stromaufnahme erforderlich. Wegen der damit verbundenen Erwärmung der Wicklung ist es notwendig, die Einschaltdauer möglichst kurz zu halten, was bei einer Einschaltung über Oberleitungskontakte nicht immer gewährleistet ist, weil
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kann.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Einschaltdauer vorteilhaft etwa eine Sekunde betragen soll. Einschaltzeiten unter einer Sekunde führen im Winterbetrieb bei Federzungenweichen leicht zu Stellschwierigkeiten. Einschaltzeiten, die wesentlich grösser als eine Sekunde sind, können besonders im Sommer und bei starkem Verkehr zu unzulässigen Erwärmungen der Weichenstellmagneten führen.
Es ist eine elektromagnetische Weichenstellvorrichtung mit Verzögerungsschaltschütz für elektrisch angetriebene Schienenfahrzeuge bekanntgeworden, bei welcher das Kurzschliessen der Haltespule der Klebeschaltung für den Weichenstromkreis durch das Fahrzeug unmittelbar oder mittelbar erfolgt. Bei dieser bekannten Weichenstellvorrichtung kann der Stellmagnet verkehrsbedingt relativ lange eingeschaltet bleiben, was zu einer unzulässigen thermischen Belastung und allenfalls zur Zerstörung der Erregerwicklung des Stellmagnete führen kann.
Gegenstand der Erfindung ist eine elektrische Weichenstellvorrichtung mit von der vor dem Befahren der Weiche herrschenden Weichenstellung abhängiger Fahrvorschrift, wobei die Weichenstellmagneten über einen von der Weichenstellung abhängigen Umschaltekontakt sowie über mindestens einen kurzzeitig be- tätig baren Kontakt einer durch Oberleitungskontakte gesteuerten Relaisschaltung unmittelbar an den Fahrdraht anschaltbar sind und bei welcher der Nachteil der bekanntgewordenen Weichenstellvorrichtung vermieden wird.
Die erfindungsgemässe Weichenstellvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass in die gemeinsame Speiseleitung der Weichenstellmagneten ein Arbeitskontakt eines über einen Wischkontakt eines Zeitrelais einschaltbaren Hilfsrelais eingeschaltet ist und dass das Zeitrelais über einen Arbeitskontakt eines an einen Fahrleitungskontakt geschalteten Weichenstellrelais und mit dem parallel liegenden Wischkontakt in an sich bekannter Weise an den Fahrdraht geschaltet ist und dass zur Vorbereitung der fahrstromabhängigen Schaltvorgänge ein über einen Arbeitskontakt eines Stromrelais einschaltbares weiteres Hilfsrelais mit Selbsthaltung dient, das durch einen verzögert öffnenden Ruhekontakt des die Weichenstellung festlegenden Hilfsrelais abschaltbar ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigt die Schaltung einer Weichenstellvorrichtung mit von der jeweiligen, vor dem Befahren der Weiche herrschenden Weichenstellung abhängiger Fahrvorschrift.
Mit 1 ist der Fahrdraht bezeichnet, in den ein isoliertes Fahrleitungsstück 2 eingeschaltet ist,
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das über ein Stromrelais J mit dem Fahrdraht verbunden ist, Nachfolgend ist an dem Fahrdraht ein Oberleitungskontakt 3 angeordnet, bei dessen Befahrung die Weiche betätigt wird. Mit 4 ist die Weichenstellvorrichtung bezeichnet, die im einzelnen aus den Weichenstellmagneten WL und WR zur Einstellung der Weichenstellungen"links"bzw."rechts"besteht. Die Weichenstellmagnete sind über einen von der Weichenstellung abhängigen Umschaltkontakt u gespeist.
Beim Befahren des isolierten Fahrleitungsstückes 2 ohne Strom verbleibt die Weiche in der gerade vorhandenen Stellung, während beim Befahren mit Strom die Weiche in die andere Stellung gebracht wird.
Über einen Arbeitskontakt i des Stromrelais J ist ein Hilfsrelais R an den Fahrdraht 1 angeschlossen. Das Hilfsrelais R halt sich mit seinem Arbeitskontakt r1 nach Betätigung des Kontaktes 1 selbstanspannung und ein Arbeitskontakt r2 bereitet den Strompfad eines Zeitrelais Z teilweise vor. Ein Weichenstellrelais W wird über den Oberleitungskontakt 3 an Fahrdrahtpotential gelegt. EinArbeitskontakt wl des Relais W ist dem Zeitrelais Z vorgeschaltet. Ein Wischkontakt zl des Zeitrelais Z (bei Erregung des Zeitrelais wischend) legt ein weiteres Hilfsrelais H für die Dauer von einer Sekunde an Fahrdrahtpotential.
Beim Beschleifen des isolierten Oberleitungsstückes 2 durch den Stromabnehmer mit Fahrstrom wird das Stromrelais J erregt und über dessen Arbeitskontakt i das Hilfsrelais R an Fahrdrahtpotential gelegt. Dieses hält sich über seinen Arbeitskontakt rl in weiterer Folge selbst an Fahrdrahtspannung.
Gleichzeitig schliesst der Kontakt r2. In weiterer Folge wird der Oberleitungskontakt 3 an Fahrdrahtpotential gelegt. Dadurch wird das Weichenstellrelais W in die Arbeitslage gebracht und der Arbeitskontakt wl wird geschlossen. Das Zeitrelais Z wird erregt und der Wischkontakt zl legt das Hilfs-
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durch das Hilfsrelais R wieder in seine Grundstellung fällt. Dadurch wird auch der Kontakt r2 wieder geöffnet. Das Zeitrelais Z wird auch, wenn das Stromabnehmerschleifstück unter dem Oberleitungskontakt 3 verweilt, in seine Grundstellung fallen.
Das Zeitrelais Z wird über die Kontakte w1 und r2 nur kurzzeitig erregt, weil das zugleich ansprechendeHilfsrelais H mitseinem Kontakt h2 das weitere Hilfsrelais R zum Abfallenbringtund dadurch den Kontakt r2 öffnet. Dieser Vorgang könnte unter Umständen so rasch ablaufen, dass der Kontakt hl zu wenig lang geschlossen bleibt, um die Umstellung der Weiche zu bewirken, Um dies zu vermeiden, wird durch den Wischkontakt zl des Zeitrelais Z, der zu den Kontakten r2 und wl parallel liegt, eine Mindesteinschaltdauer des Hilfsrelais H gewährleistet.
Beim Beschleifen des isolierten Fahrleitungsstückes 2 durch das Stromabnehmerschleifstück ohne Strom bleibt das Stromrelais J in seiner Grundstellung. Somit bleibt auch das Hilfsrelais R in seiner Grundstellung. Wird der Oberleitungskontakt 3 anschliessend durch das Stromabnehmerschleifstück beschliffen, so wird das Weichenstellrelais W erregt und sein Arbeitskontakt geschlossen. Da der Arbeitskontakt r2 des Hilfsrelais R jedoch nicht geschlossen wurde, kann das Zeitrelais Z nicht erregt werden, das Hilfsrelais H erhält keine Spannung, und es kommt daher auch zu keinem Stromfluss über den Kontakt hl zur Weichenstellvorrichtung. Die Weiche bleibt in der vorhandenen Lage.
Die erfindungsgemässe Schaltung ist für beliebige Beeinflussungssysteme (z. B. Frequenzsteuerung) der Weichenstellanlage durch das Triebfahrzeug geeignet. Hiebei muss nur der Kontakt i nicht mittels des Fahrstromes sondern durch das jeweilige Steuerkommando betätigt werden.